Von Christopher Kissmann
Magdeburg - Knapp vier Wochen vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt kommt die AfD in einer Wahlumfrage des Meinungsforschungsinstituts Pollytix auf 43 Prozent der Stimmen.
Laut der Umfrage im Auftrag der Organisation Campact würde die CDU bei der Wahl 23 Prozent erreichen. Es folgen Linke mit 13 Prozent, SPD mit 7 Prozent und Grüne mit 5 Prozent. BSW (4) und FDP (2) wären demnach nicht im Parlament vertreten.
Für die Wahlumfrage wurden den Angaben zufolge 2604 Wahlberechtigte im Zeitraum vom 3. bis zum 8. August telefonisch und online befragt.
Nach den Ergebnissen könnte die AfD in Sachsen-Anhalt nicht allein regieren, sie hätte keine eigene Mehrheit im Parlament. Rund 13 Prozent der Wählerinnen und Wähler haben sich außerdem noch nicht entschieden, welcher Partei sie am 6. September ihre Stimme geben wollen.
Campact sieht bei diesen Wählern ein "erhebliches Potenzial für die demokratischen Parteien", wie Vorstand Felix Kolb der Nachrichtenagentur dpa sagte.
"Noch ist nichts entschieden: Eine AfD-Regierung ist kein Automatismus in Sachsen-Anhalt." Die Organisation hat sich die Stärkung der Demokratie, den Einsatz für soziale Gerechtigkeit und Umwelt- und Klimaschutz auf die Fahnen geschrieben.
Sie organisiert regelmäßig auch Demonstrationen gegen Rechtsextremismus.
Welche kleinen Parteien schaffen es ins Parlament?
Wahlumfragen sind generell immer mit Unsicherheiten behaftet. Unter anderem erschweren nachlassende Parteibindungen und immer kurzfristigere Wahlentscheidungen den Meinungsforschungsinstituten die Gewichtung der erhobenen Daten.
Grundsätzlich spiegeln Umfragen nur das Meinungsbild zum Zeitpunkt der Befragung wider und sind keine Prognosen auf den Wahlausgang.
Die Umfragen zur Landtagswahl in Sachsen-Anhalt bewegen sich seit Wochen um wenige Prozentpunkte hin und her. Nach den jüngsten Werten des Instituts Insa käme die AfD von Spitzenkandidat Ulrich Siegmund derzeit auf 42 Prozent der Stimmen, die CDU von Ministerpräsident Sven Schulze auf 22 Prozent.
In einer Umfrage von Infratest dimap war die in Sachsen-Anhalt als gesichert rechtsextremistisch eingestufte AfD zuletzt auf 41 Prozent gekommen, die CDU auf 24 Prozent.
Wer in Sachsen-Anhalt reagieren kann, hängt entscheidend davon ab, wie viele Parteien neben AfD, CDU und der Linken ins Parlament einziehen. Die SPD liegt seit Wochen knapp über der Fünf-Prozent-Hürde.
Bangen um den Einzug müssen den Umfragen zufolge vor allem Grüne, FDP und BSW.