Wahlumfrage zeigt: AfD baut Vorsprung weiter aus, BSW wird zum Zünglein an der Waage

❤️
😂
😱
🔥
😥
👏

Von Sebastian Münster

Magdeburg - Die AfD kann nach einer neuen Wahlumfrage des Meinungsforschungsinstituts INSA im Auftrag der "Bild" bei der kommenden Landtagswahl in Sachsen-Anhalt auf 42 Prozent der Stimmen hoffen – und auf Unterstützung durch das BSW.

BSW-Spitzenkandidat Thomas Schulze sieht seine Partei als entscheidenden Faktor bei der Entscheidung über den nächsten Ministerpräsidenten. (Archivfoto)
BSW-Spitzenkandidat Thomas Schulze sieht seine Partei als entscheidenden Faktor bei der Entscheidung über den nächsten Ministerpräsidenten. (Archivfoto)  © Klaus-Dietmar Gabbert/dpa

Der Befragung zufolge würde das BSW erstmals die Fünf-Prozent-Hürde knacken und mit fünf Prozent der Stimmen in den Magdeburger Landtag einziehen. 

BSW-Spitzenkandidat Thomas Schulze sieht seine Partei als entscheidenden Faktor in der Frage, wer in Sachsen-Anhalt künftig das Amt des Ministerpräsidenten übernimmt:

"Nur wenn das BSW in den Landtag einzieht, kann die nächste Amtszeit des CDU-Ministerpräsidenten verhindert werden. Die AfD allein wird es nicht schaffen", so der BSW-Politiker.

Demokratie unter Druck: Sachsen-Anhalts Bildungsminister warnt vor rechten Informationsblasen
Magdeburg Politik Demokratie unter Druck: Sachsen-Anhalts Bildungsminister warnt vor rechten Informationsblasen

BSW-Parteigründerin Sahra Wagenknecht (57) hatte erklärt, dass CDU-Spitzenkandidat Sven Schulze (47) im Falle eines Einzugs des BSW in den Magdeburger Landtag nicht mit den Stimmen ihrer Partei rechnen kann.

Das aktuelle Umfrageergebnis könnte AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund (35) den Weg ins Ministerpräsidentenamt ebnen. 

AfD weiter mit starkem Vorsprung vor CDU

Die AfD um Spitzenkandidat Ulrich Siegmund (35) kann nach einer neuen Wahlumfrage auf 42 Prozent der Stimmen hoffen. (Archivfoto)
Die AfD um Spitzenkandidat Ulrich Siegmund (35) kann nach einer neuen Wahlumfrage auf 42 Prozent der Stimmen hoffen. (Archivfoto)  © Heiko Rebsch/dpa

Die CDU kommt der INSA-Umfrage zufolge auf 22 Prozent und verliert damit weiter an Boden auf die AfD. Drittstärkste Kraft wäre die Linke mit 13 Prozent. Grüne und FDP würden den Zahlen zufolge mit vier Prozent nicht in den Landtag einziehen. Die SPD liegt bei sechs Prozent.

Mit 41 Prozent hätten CDU, Linke und SPD daher weniger Stimmen als die AfD, die bei einer Enthaltung des BSW im dritten Wahlgang den Ministerpräsidenten im Alleingang wählen könnte.

Eine Umfrage von Infratest dimap von Ende Juli sah die AfD zuletzt bei 41 Prozent und die CDU bei 24 Prozent.

"Keine Chance auf Mehrheiten": AfD-Landeschef Reichardt attackiert Regierungschef Schulze
Magdeburg Politik "Keine Chance auf Mehrheiten": AfD-Landeschef Reichardt attackiert Regierungschef Schulze

Wahlumfragen sind generell immer mit Unsicherheiten behaftet. Unter anderem erschweren nachlassende Parteibindungen und immer kurzfristigere Wahlentscheidungen den Meinungsforschungsinstituten die Gewichtung der erhobenen Daten.

Das Institut gibt eine statistische Fehlertoleranz von 3,1 Prozentpunkten an. Grundsätzlich spiegeln Umfragen nur das Meinungsbild zum Zeitpunkt der Befragung wider und sind keine Prognosen auf den Wahlausgang.

AfD sieht sich auf Weg zu absoluter Mehrheit

Die CDU mit Spitzenkandidat Sven Schulze (47, l.) kommt der INSA-Umfrage zufolge auf 22 Prozent. (Archivfoto)
Die CDU mit Spitzenkandidat Sven Schulze (47, l.) kommt der INSA-Umfrage zufolge auf 22 Prozent. (Archivfoto)  © Klaus-Dietmar Gabbert/dpa

BSW-Kandidat Schulze plädiert für ein Modell der wechselnden Mehrheiten und einen "überparteilichen Ministerpräsidenten" im Landtag, "um die Polarisierung im Land abzubauen".

Ein Vorschlag, den AfD-Spitzenkandidat Siegmund klar ablehnt: "Davon halte ich gar nichts, weil wir doch eine stabile Regierung in diesem Land brauchen", sagte Siegmund der dpa. 

Die AfD sieht sich durch die neue Umfrage auf dem Weg zu ihrem erklärten Ziel einer absoluten Mehrheit bei der Wahl am 6. September.

"Wenn wir diese Zielmarke erreichen, regieren wir auch dann, wenn von den drei kleinsten Parteien nur zwei endgültig aus dem Parlament fallen", sagte Martin Reichardt (57), Landesvorsitzender der in Sachsen-Anhalt als gesichert rechtsextrem eingestuften Partei.

Für die Wahlumfrage wurden den Angaben der "Bild" zufolge 1000 Menschen im Zeitraum vom 31. Juli bis zum 06. August befragt.

Titelfoto: Heiko Rebsch/dpa

Mehr zum Thema Magdeburg Politik: