Magdeburg - Die Magdeburger Verkehrsbetriebe GmbH & Co. KG (MVB) hat sich nach dem tragischen Tod einer Frau (†47) am Samstag an einer Haltestelle in Magdeburg zu Wort gemeldet. Was sich nun ändern soll.
Die Mutter hatte versucht, ein Kind vor einer einfahrenden Bahn zu retten. Hierbei verlor sie scheinbar das Gleichgewicht, fiel auf die Gleise und wurde von der Straßenbahn erfasst. Die heldenhafte Frau verstarb noch an der Unfallstelle.
Hunderte Menschen trauerten in den sozialen Medien und sprachen der Familie und Betroffenen ihr Beileid aus. Es hagelte jedoch auch heftige Kritik.
Die Straßenbahnhaltestelle in der Kastanienstraße sei zu eng, der Verkehr zu schnell und Pendler zu unaufmerksam. Viele Bürger verlangen von der MVB einen Umbau der Gefahrenstelle.
Jetzt meldeten sich die Magdeburger Verkehrsbetriebe zu dem Unglück und bezogen Stellung.
"Der Unfall am vergangenen Wochenende hat uns tief betroffen gemacht. Unsere Gedanken sind bei den Angehörigen der Verstorbenen", so ein Sprecher der MVB gegenüber TAG24. Aktuell könne sich jedoch nicht weiter zum konkreten Unfallhergang geäußert werden, hieß es weiter.
MVB zieht erste Konsequenzen
Aufgrund der "städtebaulichen Rahmenbedingungen vor Ort" seien die Bahnsteige der betroffenen Haltestelle vergleichsweise schmal. Die Umsteigesituation wird hier oft als unübersichtlich wahrgenommen.
Die MVB appelliert daher an die Pendler, die vorhandene Fußgängerampel zu nutzen. Die Gleise direkt hinter haltenden Fahrzeugen zu überqueren sei "mit erheblichen Gefahren verbunden".
Um die Haltestelle sicherer zu gestalten, hat das Unternehmen nun erste Konsequenzen gezogen. Auf TAG24-Nachfrage erklärte ein Sprecher, dass die zulässige Geschwindigkeit für Straßenbahnen im Haltestellenbereich auf zehn Kilometer pro Stunde begrenzt wurde.
"Unsere Fahrpersonale fahren dort ohnehin seit jeher besonders umsichtig", hieß es weiter.
In Zukunft soll darüber diskutiert werden, ob und wie die Haltestelle Kastanienstraße umgebaut und modernisiert werden kann.