"Halberstädter Würstchen" stehen zum Verkauf: Unternehmerfamilie steigt aus

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Von Dörthe Hein

Halberstadt - Der Produktionsbetrieb der Halberstädter Würstchen samt Marke steht zum Verkauf.

Prokuristin Silke Erdmann-Nitsch sieht durchaus Potenzial für ein Weiterbestehen des Betriebes. (Archivbild)
Prokuristin Silke Erdmann-Nitsch sieht durchaus Potenzial für ein Weiterbestehen des Betriebes. (Archivbild)  © Matthias Bein/dpa

Die Unternehmerfamilie um den Seniorchef Ulrich Nitsch steige nach fast 35 Jahren aus, teilte die Prokuristin Silke Erdmann-Nitsch in Halberstadt mit.

"Die Liquidität ist extrem schwierig."

Die Finanzierung habe nicht funktioniert. Die Produktion laufe derzeit weiter. Die Unternehmensgruppe, zu der auch ein Hotelbetrieb gehört, hat laut Erdmann-Nitsch rund 150 Mitarbeiter. Umsatzzahlen nennt das Unternehmen nicht.

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"Sowohl der Lebensmitteleinzelhandel als auch die Produktionsbetriebe in Deutschland haben sich zusammengeschlossen. Einzelne mittelständische Unternehmen stoßen heute zu schnell an ihre Grenzen", hieß es in der Mitteilung.

"Da der Konservenbetrieb sehr leistungsstark und erweiterungsfähig ist, eignet er sich für die Bevorratung, eventuell Belieferung der Bundeswehr auch europaweit. Es soll ein leistungsstarker Käufer gesucht werden."

Die Unternehmensgruppe rund um die Halberstädter Würstchen war von gestiegenen Energie-, Fleisch- und Personalkosten getroffen gewesen. Die Produktionsgesellschaft bei Halberstädter war in einem umkämpften und auch rückläufigen Markt in Schieflage geraten.

Wegen drohender Zahlungsunfähigkeit war ein sogenanntes Schutzschirmverfahren begonnen worden.

140 Jahre lange Tradition

Neben Wurstwaren werden bei "Halberstädter" auch Suppen und Fertiggerichte hergestellt. (Archivbild)
Neben Wurstwaren werden bei "Halberstädter" auch Suppen und Fertiggerichte hergestellt. (Archivbild)  © Matthias Bein/dpa

Vor gut einem Jahr hatte das Unternehmen gemeinsam mit einem Sanierungsexperten noch Pläne vorgestellt, unter anderem Suppen für eine Eigenmarke zu produzieren.

Es sollte stärker auf Geflügelwürstchen sowie auf Brat- und Grillbratwürste gesetzt werden. Von Halal-Produkte versprach man sich Marktchancen im Ausland. 

Das Unternehmen hat eine mehr als 140 Jahre lange Tradition. Zu DDR-Zeiten befand sich das Unternehmen in Volkseigentum, 1992 wurde es von der Unternehmerfamilie Nitsch übernommen.

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Die Produktpalette reicht von Fleisch- und Wurstkonserven über frische Produkte bis zu Suppen und Fertiggerichten.

Die traditionellen Halberstädter Würstchen sind kamingeräuchert und in einem speziellen Verfahren gereift.

Laut Erdmann-Nitsch können die Halberstädter Würstchen nur in Halberstadt hergestellt werden, es handele sich um eine geografisch geschützte Angabe.

Titelfoto: Matthias Bein/dpa

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