Von Christopher Hirsch, Nina Becker, Thorsten Meiritz
Neustrelitz (Mecklenburgische Seenplatte) - Am Mittwochnachmittag ist auf einem ehemaligen sowjetischen Schießplatz nahe Neustrelitz ein Großbrand ausgebrochen, der die Feuerwehr nach wie vor beschäftigt.
"Es handelt sich da um schwer munitionsbelastetes Gebiet, Kategorie 4. Das heißt, aktive Löschversuche können gar nicht unternommen werden zur Sicherheit der Einsatzkräfte", teilte ein Sprecher des Landkreises Mecklenburgische Seenplatte mit.
Demnach sei durch das Feuer bereits Munition explodiert: "Es hat auch geknallt zwischenzeitlich schon", so der Sprecher.
Das Feuer hat sich mittlerweile auf etwa 80 Hektar ausgebreitet. Da keine aktiven Löscharbeiten durchgeführt werden können, werden die Randbereiche mit Wasser benetzt, um eine weitere Ausbreitung einzudämmen.
In der Nacht habe sich die Lage durch die gesunkenen Temperaturen etwas entspannt. Mit den steigenden Temperaturen im Tagesverlauf werde die Brandbekämpfung jedoch wieder schwieriger.
Panzer oder Hubschrauber für Löscharbeiten nicht geeignet
Zudem soll der Wind laut Deutschem Wetterdienst auf 30 km/h auffrischen, allerdings in Richtung Osten und damit nicht auf Neustrelitz zu. Aktuell sind rund 160 Einsatzkräfte vor Ort.
Für die Löscharbeiten wurde auch überlegt, Panzer oder Hubschrauber einzusetzen. Allerdings kann auf diesem Gebiet kein Panzer fahren und ein Hubschrauber würde zu hoch fliegen. Daher werden diese aktuell nicht angefordert.
Der Rauch breitete sich auch über die nahe gelegene Bundesstraße 193 aus, die zwischenzeitlich zwischen Peckatel und Neustrelitz gesperrt werden musste, wie die Polizei mitteilte.
Die Bevölkerung wurde bei NINA vor dem Brand gewarnt. Man solle das betroffene Gebiet meiden, beziehungsweise umgehend verlassen, hieß es.
Der Schweriner Umweltminister, Till Backhaus (67, SPD), erklärte: "Die Einsatzkräfte bemühen sich, den Brand abzuriegeln. Ich hoffe sehr, dass dies in geplanter Weise gelingt." Es handle sich um ein Bodenfeuer.