Coronavirus in Bayern: Millionenschwerer Betrug mit Atemmasken aufgeflogen

München - Das Coronavirus hat Deutschland und Bayern fest im Griff. In Bayern sind tausende Menschen infiziert, das öffentliche Leben kommt zum Erliegen.

Mittlerweile gibt es in Bayern über 26.000 positiv auf das Coronavirus getestete Menschen sowie über 490 Todesopfer (Stand: 7. April, 10 Uhr).

+++ Alle aktuellen Infos zur Lage findest Du im >>>Coronavirus-Bayern-Ticker oder im überregionalen >>>Coronavirus-Liveticker +++

Update 7. April, 16.39 Uhr: Millionenschwerer Betrug mit Atemmasken aufgeflogen

Ein international angelegter, millionenschwerer Betrug mit nicht existierenden Atemschutzmasken ist von Ermittlern in Traunstein aufgedeckt worden. Geschädigte seien zwei Vertriebsfirmen mit Sitzen in Hamburg und Zürich, teilte die Staatsanwaltschaft am Dienstag mit. Sie sollten rund zehn Millionen Masken für knapp 15 Millionen Euro an das Land Nordrhein-Westfalen liefern.

Die Firmen hatten laut Mitteilung schon eine Anzahlung von rund 2,4 Millionen Euro an die vermeintlichen Lieferfirmen geleistet. Als die Masken nicht ankamen, habe der deutsche Geschäftsführer der beiden Unternehmen Anzeige erstattet. Rund 2 Millionen des Geldes wurden nach Auskunft der Ermittler bereits im Ausland gesichert.

Auch Nordrhein-Westfalen hatte schon bezahlt - rund 14,7 Millionen Euro an das Schweizer Vertriebsunternehmen. Rund 12,3 Millionen Euro seien inzwischen wieder zurückbezahlt worden. Die Ermittlungen laufen noch. Laut Staatsanwaltschaft hatten die Betrüger die Identität einer Firma im europäischen Ausland gekapert. Einzelheiten wurden unter Verweis auf die laufenden Ermittlungen nicht genannt.

Update 7. April, 16.03 Uhr: Keine Osterbrunnen in der Corona-Krise

Wegen der Corona-Krise wird in der fränkischen Schweiz auf das traditionelle Schmücken von Brunnen mit bemalten Ostereiern verzichtet. "Die Gemeinden haben Osterbrunnen dieses Jahr verboten", sagte Reinhard Löwisch von der Tourismuszentrale Fränkische Schweiz. Schon beim Aufbau kämen viele Menschen zusammen. Problematisch wäre aber vor allem der Besuch von mehreren Zehntausend Ausflüglern, die normalerweise die kunstvoll dekorierten Brunnen bestaunen.

Der Brauch in der Fränkischen Schweiz ist mehr als 100 Jahre alt. Mit dem Schmücken von Brunnen und Quellen unterstrichen die Menschen die Bedeutung des Wassers, das früher in der Region oft knapp war. Mittlerweile gibt es in ganz Bayern und auch in anderen Bundesländern Osterbrunnen.

Einer der bekanntesten ist der mit mehr als 10 000 Eiern verzierte Osterbrunnen in Bieberbach (Landkreis Forchheim). Die meisten Eier würden übers Jahr gelagert, erzählte Barbara Pickelmann vom dortigen Heimatverein. Weil immer wieder welche zu Bruch gingen, hätten sie in den vergangenen Monaten schon um die 1000 Eier ausgeblasen, bemalt und zu Girlanden gebunden. Umsonst sei die ganze Mühe trotzdem nicht gewesen. "Das war eine so schöne Zeit, als wir uns noch alle zum Bemalen treffen konnten."

Im Nachbarort Kleingesee werde der Osterbrunnen jedes Jahr zu einem anderen Thema dekoriert, sagte Löwisch. "Dieses Jahr war das Thema Wald, sie hatten schon ganze Waldlandschaften aufgebaut." Die Girlanden müssten sie nun auflösen, weil die eingeflochtenen Buchs- und Tannenzweige welk würden. "Aber die Eier heben sie im Feuerwehrhaus für nächstes Jahr auf."

Im niederbayerischen Deggendorf ziert der Osterbrunnen dieses Jahr trotzdem den Stadtplatz - wenn auch die üblichen Sitzmöglichkeiten rundum fehlen. Der geschmückte Brunnen sei gerade jetzt «ein Zeichen der Hoffnung und Zuversicht», teilte die Stadt am Dienstag mit.

Knapp 2000 handbemalte Eier schmückten den Osterbrunnen im unterfränkischen Zeil am Main im Jahr 2018. (Archivbild)
Knapp 2000 handbemalte Eier schmückten den Osterbrunnen im unterfränkischen Zeil am Main im Jahr 2018. (Archivbild)  © Nicolas Armer/dpa

Update 7. April, 15.58 Uhr: Elternbeiträge für Kitas? Verbände fordern politische Lösung

Müssen Eltern derzeit weiter Kita-Beiträge zahlen, obwohl ihre Kinder nicht betreut werden? Da diese Frage in Bayern weiterhin offen ist, haben mittlerweile sowohl der Verband katholischer Kindertageseinrichtungen Bayern als auch der evangelische Kita-Verband Bayern (evKITA) vom bayerischen Familienministerium eine landesweite politische Lösung gefordert. 

"Es kann nicht sein, dass der Freistaat die Mehrzahl der Träger und der Eltern so hängen lässt", sagte Dirk Rumpff, Vorstand für Recht und Finanzen beim evKITA, einer Mitteilung vom Dienstag zufolge.

Bisher verweist das bayerische Familienministerium lediglich auf die jeweils geltenden Betreuungsverträge und Gebührensatzungen der Einrichtungen. Die Rechtslage sei allerdings unklar, betonte Rumpff, da die Einrichtung derzeit ja nicht geschlossen seien, sondern es ein Betreuungsverbot gebe - eine solche Situation sei in den Verträgen nicht geregelt. "Wir sehen jetzt die Situation kommen, dass mehr und mehr Kommunen entscheiden, auf die Erhebung von Elternbeiträgen zu verzichten und die Einnahmeausfälle aus Steuermitteln zu finanzieren. Diese Möglichkeit haben freie Träger nicht", sagte er weiter.

Tags zuvor hatte der Verband katholischer Kitas in einer Mitteilung betont: "Die bestehenden Rechtsunsicherheiten, ob und wie lange Elternbeiträge in diesem Zeitraum zu zahlen sind, lassen sich nur durch eine politische Lösung entschärfen." Andere Bundesländer seien hier weiter und hätten bereits entsprechende Lösungen in Kraft gesetzt.

Update 7. April, 15.55 Uhr: Bayerns Flick in Corona-Krise: Komplett auf die Regierung verlassen

In der Diskussion um das Ende der Zwangspause im Fußball wegen der Corona-Krise vertraut Bayern Münchens Trainer Hansi Flick der Politik in Deutschland. 

"Wir tun gut daran, dass wir uns an die Dinge halten, die die Regierung vorgibt", sagte der Chefcoach des deutschen Rekordmeisters am Dienstag. Flick betonte, man müsse sich in der aktuellen Situation "komplett auf unsere Regierung verlassen", die die Maßnahmen gegen die Pandemie "mit viel Weitsicht ergreife".

Um die Ausbreitung von Sars-CoV-2 einzudämmen, hatte der FC Bayern wie andere Vereine zuletzt auf gemeinsames Training verzichtet. Seit Montag kommen die Profis wieder auf das Trainingsgelände an der Säbener Straße. 

Die Einheiten dort finden aber so statt, dass immer nur kleine Gruppen zusammen arbeiten. Dass es dennoch passieren kann, dass sich zwei Spieler etwas näher kommen, sei unvermeidlich, meinte Flick. Er finde das aber auch nicht dramatisch. Im Supermarkt werde schließlich auch nicht permanent der Sicherheitsabstand eingehalten.

Unklar ist, wie lange noch so trainiert werden muss und wann wieder Spiele in der Bundesliga stattfinden können. "Wir sehnen das herbei", sagte Flick. Irgendwann werde "die Regierung entscheiden, und sie wird das vorausschauend machen", dass wieder gespielt werden kann. Dann werde auch Bayern vorbereitet sein, "ob Anfang, Mitte oder Ende Mai oder Anfang Juni: Wir sind bereit, wenn es losgeht."

Bayern-Trainer Hansi Flick hat sich zur aktuellen Lage in Deutschland geäußert. (Archivbild)
Bayern-Trainer Hansi Flick hat sich zur aktuellen Lage in Deutschland geäußert. (Archivbild)  © Torsten Silz/dpa

Update 7. April, 15.30 Uhr: Evangelischer Kirchentag auf dem Hesselberg abgesagt

Der evangelische Kirchentag auf dem Hesselberg findet dieses Jahr nicht statt. "Der Kirchentagsausschuss hat nach langen Überlegungen schweren Herzens entschieden, den Bayerischen Kirchentag 2020 erstmals in seiner fast 70-jährigen Geschichte abzusagen", hieß es in einer Mitteilung des Wassertrüdinger Dekans Hermann Rummel vom Dienstag.

Das Dekanat Wassertrüdingen veranstaltet seit 1951 jährlich den Kirchentag auf der höchsten Erhebung Mittelfrankens im Landkreis Ansbach. Dieses Jahr hätte er am Pfingstmontag, 1. Juni, stattfinden sollen. 

"Die aktuellen Entwicklungen ließen noch nicht erkennen, in welcher Form am 1. Juni ein Gottesdienst gefeiert werden kann", begründeten die Veranstalter die Absage.

Update 7. April, 14.55 Uhr: Neue Zahlen für München liegen vor

In der bayerischen Landeshauptstadt wurden am Dienstag (Stand 13.30 Uhr) 90 neue Corona-Fälle bestätigt. Damit wurden in München somit bislang insgesamt 3884 Infektionen gemeldet.

In dieser Zahl enthalten sind 1384 Personen, die geheilt sind, sowie darüber hinaus auch leider 18 Todesfälle.

Update 7. April, 14.48 Uhr: Frachtflugzeug mit acht Millionen Schutzmasken aus China erwartet

Ein großes Frachtflugzeug bringt acht Millionen Schutzmasken für die Bundesregierung nach Bayern. Der Jet war am Dienstagmorgen im chinesischen Shanghai gestartet und ist nach einer Zwischenlandung in Seoul (Südkorea) auf dem Weg nach München, wie die Lufthansa mitteilte. Am späten Nachmittag sollte die Maschine landen.

Die dringend erwartete Fracht soll von prominenten Gästen in Empfang genommen werden: Angekündigt haben sich Bayern Ministerpräsident Markus Söder, Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (beide CSU), Lufthansa-Chef Carsten Spohr und Flughafenchef Jost Lammers.

Im Kampf gegen die Corona-Pandemie sind Schutzmasken Mangelware. Für Aufsehen sorgten zuletzt Vorwürfe, die US-Regierung habe eine Lieferung mit für die Berliner Polizei bestimmten Schutzmasken in die USA umgeleitet.

Ein Frachtflugzeug mit acht Millionen Schutzmasken aus China wird erwartet. (Symbolbild)
Ein Frachtflugzeug mit acht Millionen Schutzmasken aus China wird erwartet. (Symbolbild)  © Sebastian Willnow/dpa-Zentralbild/dpa

Update 7. April, 14.43 Uhr: Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Toten in Würzburger Pflegeheim

Nach einer Serie von Todesfällen im Zusammenhang mit dem neuartigen Coronavirus im Würzburger Seniorenheim St. Nikolaus hat die Staatsanwaltschaft Vorermittlungen aufgenommen. Untersucht werde, ob gegen Hygienevorschriften verstoßen wurde, sagte Staatsanwalt Thorsten Seebach am Dienstag auf Anfrage. Zuvor hatte die "Main-Post" darüber berichtet.

Als möglicher Anfangsverdacht komme fahrlässige Tötung oder fahrlässige Körperverletzung in Betracht. Es gebe aber bislang keine Anhaltspunkte für strafrechtlich relevantes Verhalten, sagte Seebach. Die Behörde ermittele von Amts wegen. Es lägen keine Anzeigen von Angehörigen der Verstorbenen vor.

In der Senioreneinrichtung in Trägerschaft der Bürgerspitalstiftung sind bislang 22 mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 infizierte Bewohner gestorben. Sie waren nach Angaben des Heims alle über 80 Jahre alt und hatten Vorerkrankungen. Insgesamt leben rund 160 alte Menschen in dem Heim. Wegen des hohen Anteils an positiv auf das Virus getesteten Bewohnern war auch eine Evakuierung der Einrichtung erwogen worden.

In einem weiteren Würzburger Seniorenheim in Trägerschaft der Arbeiterwohlfahrt (AWO) starben bisher zwölf Bewohner nach einer Infektion mit dem neuartigen Virus. Bei diesen Todesfällen werde noch abgewogen, ob Vorermittlungen angezeigt seien, sagte Seebach.

Update 7. April, 14.41 Uhr: 95-Jähriger in Tirol nach Corona-Erkrankung aus Klinik entlassen

Es ist ein Blick über die Grenze, der Hoffnung macht: Nach rund drei Wochen Aufenthalt in der Innsbrucker Klinik ist ein 95-jähriger Corona-Patient am Dienstag gesund entlassen worden. 

Am 15. März hatte der Bewohner eines Altersheimes ausgeprägte Symptome wie Schwäche, Fieber und Husten gehabt. Seit 18. März wurde er auf der Normalstation der Infektiologie versorgt, wie das Krankenhaus mitteilte. 

"Es ist ein wunderbares Zeichen, dass man diese Erkrankung auch im hohen Alter überleben kann", sagte Rosa Bellmann-Weiler, leitende Oberärztin an der Infektiologie. Nachdem der Mann im Krankenhaus aufgenommen worden war, verbesserte sich sein Zustand stetig.

Update 7. April, 14.38 Uhr: 26.567 Coronavirus-Fälle in Bayern und 495 Tote

In Bayern sind inzwischen 26.567 Menschen positiv auf das Coronavirus Sars-CoV-2 getestet worden. Gestorben sind bisher 495 Menschen, die sich mit dem Erreger infiziert hatten. 

Das teilte das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit in Erlangen am Dienstag (Stand 10 Uhr) auf seiner Homepage mit. 

Den Angaben zufolge waren es am Vortag 25 355 infizierte Personen und 444 Todesfälle gewesen.

In Bayern sind inzwischen 26.567 Menschen positiv auf das Coronavirus Sars-CoV-2 getestet worden. (Symbolbild)
In Bayern sind inzwischen 26.567 Menschen positiv auf das Coronavirus Sars-CoV-2 getestet worden. (Symbolbild)  © Sven Hoppe/dpa

Update 7. April, 14.30 Uhr: Jede zehnte Pflegeeinrichtung hat positive Corona-Fälle

In jedem zehnten Alten- oder Pflegeheim in Bayern wurden bereits Bewohner oder Mitarbeiter positiv auf das Coronavirus getestet. Daher sei die Hilfe in den Bereichen derzeit besonders wichtig, sagte Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) am Dienstag in München.

Zur Beratung der Einrichtungen sei die Taskforce daher um 100 zusätzliche Personen aufgestockt worden. Auch in den Pflegeeinrichtungen müssten die Infektionsketten unterbrochen werden. Dafür seien bisweilen auch Verlegungen nötig.

Generell gebe es noch immer in vielen Einrichtungen einen akuten Materialmangel bei Schutzausrüstungen. Dies sei in der Pflege besonders dramatisch, da die Mitarbeiter auch in der Corona-Krise ganz nah an die Patienten heran müssten. Um die Lage in den Heimen zu verbessern, sei es dringend notwendig, "noch strenger drauf zu schauen".

Update 7. April, 13.37 Uhr: "Wir pumpen Milliarden in den Patienten 'Wirtschaft'"

Möchte schnell wieder zur Normalität zurück: Hubert Aiwanger.
Möchte schnell wieder zur Normalität zurück: Hubert Aiwanger.  © Matthias Balk/dpa

Der Wirtschaftsminister Bayerns, Hubert Aiwanger, möchte schnell wieder zur Normalität zurückfinden. Man würde mehrere hunderttausend Liter Desinfektionsmittel in den nächsten Tagen an öffentliche Bereiche ausgeben, eigene Beatmungsgeräte sollen in Bayern produziert und geprüft werden und außerdem versucht man, eigene Corona-Schnelltests zu entwickelt. 

Das alles solle dazu beitragen, dass das Virus weitgehend eingedämmt und die Versorgung und Reaktion auf Erkrankte möglichst unproblematisch abläuft.

Bereits 500 Millionen Euro Soforthilfe wären ausgezahlt worden. Von zwei Milliarden, die griffbereit sind. Doch Aiwanger bat um Geduld: "Es sitzen mittlerweile 1000 Beamte da und tippen die Anträge ein, die teilweise unvollständig oder nicht leserlich sind". Wäschekörbeweise seien diese eingegangen.

Beträge von 50.000 bis 800.000 Euro können - je nach Anzahl der Mitarbeiter - als Schnellkredit beantragt werden. Der Staat bürge für die Kreditnehmer, um eine Sicherheit gegenüber der Bank zu gewährleisten. "Wir pumpen Milliarden an Steuergeld in das System, damit der Patient 'Wirtschaft' am Leben bleibt." 

Abschließend ging er noch auf Kritiken ein, die aktuellen Regelungen seinen gegenüber den Betrieben unfair. "Wir führen keine Gerechtigkeitsdebatte, wir wollen vermeiden, dass einem das Beatmungsgerät abgeschaltet wird, weil es ein anderer besser gebrauchen könnte." 

Momentan ist es daher "erlaubter, Lebensmittel zu verkaufen, als die neue Frühjahrskollektion oder Schnittblumen". Im Einzelfall kann das durchaus zu Ungerechtigkeiten führen. Doch jetzt ist nicht die Zeit, auf Basis von Einzelfällen zu handeln, man brauche klare Strukturen.

Update 7. April, 13.21 Uhr: Der Pflegebonus ist beschlossen

Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) gab Details zum Pflegebonus bekannt: Das heißt, wer über 25 Stunden im ambulanten oder stationären Pflege- und Krankendienst arbeitet, erhält diesen Zuschlag von 500 Euro. Wer weniger arbeitet, erhält 300 Euro. Auch die Rettungskräfte sollen hier mit eingenommen werden.

Testzentren in Bayern sollen weiter ausgebaut werden. Die Hotlines werden verstärkt und Bürgertelefone zusätzlich eingerichtet, damit die Bürger sich jederzeit informieren können.

Sie dankte zudem der breiten Masse der Menschen für ihr Einhalten der Vorschriften und bat um Geduld und Durchhaltevermögen.

Update 7. April, 13.05 Uhr: Söder: Zahlen entwickeln sich zu unserem Gunsten

Markus Söder gibt bekannt: "Eine Maskenpflicht wird vermutlich kommen."
Markus Söder gibt bekannt: "Eine Maskenpflicht wird vermutlich kommen."  © Matthias Balk/dpa

Nach der ersten Kabinettssitzung, die per Videokonferenz stattfand, trat Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am Dienstag vor die Kameras.

Zuerst ging es um die aktuelle Lage. Der Anstieg der Infektionen ist derzeit bei unter 5%. Damit gibt es eine Verdoppelung der Erkrankungen erst alle gut 8 Tage: "Die Maßnahmen wirken, das Konzept war erfolgreich", so Söder. "Hätten wir nicht gehandelt, hätten wir dramatische Entwicklungen", sagte er und verglich mit anderen Ländern.

Doch: "Wir sind noch lange nicht übern Berg." Es fehle immer noch an Material und Impfstoffen. "Österreich ist uns etwa drei Wochen voraus", gestand der Ministerpräsident und mahnte daher, zu früh wieder auf "normal" umzustellen. "Wir haben in Bayern Sympathie für das Wiener Modell."

Nach Ostern werden neue Strategien ermittelt. Bayern- und Deutschlandweit. "Ob und welche Geschäfte dann wieder geöffnet werden, wird diskutiert", hieß es. Und: "Es wird eine Form der Maskenverpflichtung geben". Jeder könne jedoch bereits jetzt schon mit den Masken anfangen. Dazu sind aber keine medizinischen Produkte notwendig, es reichen die einfachen Varianten.

Großveranstaltungen und Freizeitangebote werden weiterhin geschlossen bleiben müssen. "Wenn Österreich bin Juni alles abgesagt hat und uns drei Wochen voraus ist, kann man sich grob vorstellen, was das für uns bedeutet, so Söder. Auch will man die Schulen nicht voreilig öffnen: "Grundschüler werden keine Masken tragen." Sollte man die ersten Geschäfte wieder öffnen, werde man mit den kleinen Läden anfangen. Einkaufszentren werden weiterhin dicht bleiben.

Kernpunkte der Überlegungen bleiben: Man überlegen: "Was? Wann?", mit welchen Auflagen man etwas ändern kann und wie man das Gesundheitssystem stabilisieren kann. Der Pflegebonus von 500 Euro soll beschlossen werden. Die Gesundheitsministerin hat den Kreis der Begünstigten erweitert. Auch die Förderprogramme der Wirtschaft werden ausgedehnt und Kredite sollen länger laufen.

"Freiheit ist ein unglaubliches Gut. Das Leben aber auch", schloss Markus Söder ab und mahnte erneut, Gruppenbildungen und unbedachten Umgang mit der Freiheit zu unterlassen: "Wir sind auf einem Weg der Hoffnung."

Update 7. April, 12.49 Uhr: Lieferketten bei Lebensmitteln funktionieren hervorragend

Der Transport und die Lagerung von Lebensmitteln ist für den Logistikkonzern Dachser im vergangenen Jahr ein Wachstumsmotor gewesen und wächst heuer weiter. "Die Lieferketten funktionieren hervorragend", sagte Vorstandschef Bernhard Simon am Dienstag in Kempten. 

Die Lagerhäuser seien voll, und nach Hamsterkäufen normalisiere sich die Nachfrage jetzt, denn auch "Kühlschrank und Keller sind voll".

Dagegen ist das Transportgeschäft mit Industriegütern - mit 3,6 Milliarden Euro Umsatz weitaus größtes Geschäftsfeld des Allgäuer Familienkonzerns - unter Druck. "In Südeuropa hat sich eine Starre breitgemacht, die erschreckend ist", sagte Simon. Auch in Frankreich sei die Nachfrage der Wirtschaft nach Lkw-Transporten eingebrochen. Die Zahlungsfähigkeit von Kunden sei inzwischen ein wichtiges Thema.

In Südeuropa und in Österreich sei ein Teil der Mitarbeiter in Kurzarbeit, in Deutschland noch nicht. "Die Mengen im deutschen Netzwerk entwickeln sich recht stabil", sagte Simon. Dachser beschäftigt weltweit rund 31.000 Mitarbeiter.

Eine Prognose für das laufende Jahr sei unmöglich. "Wir stellen uns auf alle denkbaren Szenarien ein und werden auch unsere Wachstumsziele anpassen müssen", sagte der Konzernchef. Aber "für den Moment sind unsere Investitionspläne für 2020 unverändert." In Kempten werde die Firmenzentrale erweitert, in Neumünster, Kassel, im saarländischen Überherrn und im französischen Clermont-Ferrand seien größere Standort-Investitionen auf dem Weg.

Im vergangenen Jahr steigerte Dachser seinen Umsatz um 1,6 Prozent auf 5,66 Milliarden Euro. Die Lebensmittellogistik erhöhte ihren Umsatz auch dank Preiserhöhungen um 5 Prozent auf 964 Millionen Euro. Das europäische Industriegüter-Geschäft wuchs um 2,4 Prozent auf 3,6 Milliarden Euro.

Bei der Luft- und Seefracht dagegen spürte Dachser die Verwerfungen des Welthandels, vor allem die deutsche Autoindustrie kaufte weniger Luftfracht. Der Erlös der Sparte sank um 4 Prozent auf 1,1 Milliarden Euro. Jetzt will Dachser das Bahngeschäft mit China ausbauen.

Update 7. April, 11.43 Uhr: Einsätze der Polizei München

Blühende Bäume, blauer Himmel und Frühlingstemperaturen laden mit Sicherheitsabstand zum Spazierengehen im Olympiapark ein.
Blühende Bäume, blauer Himmel und Frühlingstemperaturen laden mit Sicherheitsabstand zum Spazierengehen im Olympiapark ein.  © Ursula Düren/dpa

Wie die Polizei am Dienstag mitteilte, führten die Beamten im Zeitraum von Montag 6 Uhr bis Dienstag 6 Uhr in Stadt und Landkreis München 7.700 Kontrollen im Kontext der Corona-Pandemie durch. Dabei wurden 221 Verstöße angezeigt, von denen 220 die Ausgangsbeschränkung betrafen.

Einen besonders unbelehrbaren Mann trafen Polizisten zunächst am Montag gegen 14.55 Uhr am Königsplatz an. Dort veranstaltete er mit seiner seiner 46-jährigen Lebenspartnerin auf einer Parkbank ein Picknick. 

Laut Polizei zeigte sich die Frau einsichtig, doch der 53-Jährige ging auf Konfrontationskurs und gab den Polizisten gegenüber an, dass er die Ausgangsbeschränkung so nicht akzeptieren würde. Er wurde auf eine Polizeiinspektion gebracht und nach der Anhörung wieder entlassen.

Um 17.15 Uhr wurde er im Bereich der Alten Pinakothek erneut angetroffen. Er lag mit freiem Oberkörper in der Sonne und laß ein Buch. "Da er auch hier einem Platzverweis nicht nachkam, sondern sich gegen 17.45 Uhr immer noch an der Örtlichkeit aufhielt, wurde er abermals in Gewahrsam genommen", so die Polizei. Er musste anschließend bis 22 Uhr in Gewahrsam bleiben, ehe er wieder entlassen wurde.

Der 53-jährige Münchner wurde wegen zwei Vergehen gegen das Infektionsschutzgesetz angezeigt.

Update 7. April, 10.38 Uhr: Nürnberg-Coach nach erstem Corona-Training: "Kleine Schritte gehen"

Chefcoach Jens Keller vom 1. FC Nürnberg hat sich nach der Wiederaufnahme des Trainings beim Fußball-Zweitligisten erleichtert gezeigt. "Die Jungs hatten jetzt fast vier Wochen keinen Ball mehr am Fuß. Deshalb hat sich natürlich jeder gefreut", sagte der Trainer nach einer Einheit am Montag, die wegen der Corona-Krise unter ungewöhnlichen Bedingungen stattfand. Ein Kontakt unter den Sportler soll weitgehend vermieden werden, gearbeitet wird daher nur in kleinen Gruppen. "Das ist in der Form natürlich nicht der Sport, den wir kennen. Aber es gilt, die Situation zu akzeptieren, das Beste draus zu machen und kleine Schritte zu gehen", stellte Keller klar.

Die Franken waren wegen der Sars-CoV-2-Infektion von Verteidiger Fabian Nürnberger zwei Wochen in Quarantäne, in der vorigen Woche könnten die Profis zumindest wieder läuferisch trainieren und in Kleingruppen den Kraftraum nutzen. Am Montag ging es dann auf den Platz - und das ebenfalls nur in kleinen Teams mit vier Leuten zu unterschiedlichen Tageszeiten und ohne Zweikämpftraining. Bei der Ankunft am Trainingsgelände wurde bei den Fußballern Fieber gemessen. Sich umziehen, duschen und essen müssen die Profis jeweils zuhause.

"Mit Normalität hat das natürlich nichts zu tun", sagte Keller. "Wir sind aber froh, dass wir mal wieder den Ball am Fuß und Rasen unter den Füßen hatten." In der nächsten Zeit solle vor allem im physischen Bereich trainiert werden. Wann und wie die Saison weitergeht, ist unklar. Zunächst ist der Spielbetrieb bis 30. April ausgesetzt.

Update 7. April, 8.28 Uhr: Sommer-WM der Biathleten in Ruhpolding weiter geplant

Der Biathlon-Weltverband IBU und der Deutsche Skiverband gehen derzeit weiter von einer Durchführung der Sommer-WM der Skijäger im bayerischen Ruhpolding aus. 

Wie beide Organisationen auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mitteilten, sei es aufgrund der derzeit schwierigen Situation mit der Coronavirus-Pandemie jedoch noch zu früh für eine finale Entscheidung für die Weltmeisterschaft, die vom 19. bis 23. August mit möglichst vielen Top-Athleten auf Skirollern in der Chiemgau Arena stattfinden soll. 

"Ein Update dazu ist Anfang Mai geplant", hieß es von der IBU, die zudem mitteilte: "Wir sind mit den Organisatoren in Ruhpolding in engem Austausch."

Update 7. April, 8.11 Uhr: Ausgangssperre für Hotspot Mitterteich gelockert - bayernweite Regeln

Drei Wochen nach dem Verhängen der bundesweit ersten weitreichenden Corona-Ausgangssperre im oberpfälzischen Mitterteich sind die Vorschriften vorzeitig gelockert worden. Seit diesem Dienstag gelten in der Kleinstadt nun dieselben Ausgangsbeschränkungen wie in ganz Bayern.

Das Infektionsgeschehen im Stadtgebiet Mitterteich weise keine signifikanten Unterschiede zum restlichen Landkreis Tirschenreuth mehr auf, hatte der Landkreis am Montag nach einer Sitzung des Krisenstabes Katastrophenschutz mitgeteilt. Der Erste Bürgermeister Roland Grillmeier habe die Entscheidung begrüßt. Die strengeren Regeln sollten ursprünglich bis einschließlich diesen Donnerstag gelten.

Die 6500-Einwohner-Stadt galt deutschlandweit als einer der Corona-Hotspots. Mitte März war die Zahl der mit dem Coronavirus Infizierten und der dadurch erkrankten Menschen plötzlich besonders gestiegen. Als eine wesentliche Ursache wurde ein Starkbierfest vermutet.

Update 7. April, 6.10 Uhr: Keine Osterbrunnen in der Corona-Krise

Knapp 2000 handbemalte Eier schmücken den Osterbrunnen im unterfränkischen Zeil am Main. (Archiv)
Knapp 2000 handbemalte Eier schmücken den Osterbrunnen im unterfränkischen Zeil am Main. (Archiv)  © Nicolas Armer/dpa

Wegen der Corona-Krise wird in Oberfranken auf das traditionelle Schmücken von Brunnen mit bemalten Ostereiern verzichtet.

"Die Gemeinden haben Osterbrunnen dieses Jahr verboten", sagte Reinhard Löwisch von der Tourismuszentrale Fränkische Schweiz. Schon beim Aufbau kämen viele Menschen zusammen. Problematisch wäre aber vor allem der Besuch von mehreren Zehntausend Ausflüglern, die normalerweise die kunstvoll dekorierten Brunnen bestaunen.

Der Brauch in der Fränkischen Schweiz ist mehr als 100 Jahre alt. Mit dem Schmücken von Brunnen und Quellen unterstrichen die Menschen die Bedeutung des Wassers, das früher in der Region oft knapp war. Mittlerweile gibt es in ganz Bayern und auch in anderen Bundesländern Osterbrunnen.

Einer der bekanntesten ist der mit mehr als 10.000 Eiern verzierte Osterbrunnen in Bieberbach (Landkreis Forchheim). Die meisten Eier würden übers Jahr gelagert, erzählte Barbara Pickelmann vom dortigen Heimatverein. Weil immer wieder welche zu Bruch gingen, hätten sie in den vergangenen Monaten schon um die 1000 Eier ausgeblasen, bemalt und zu Girlanden gebunden. Umsonst sei die ganze Mühe trotzdem nicht gewesen. "Das war eine so schöne Zeit, als wir uns noch alle zum Bemalen treffen konnten."

Im Nachbarort Kleingesee werde der Osterbrunnen jedes Jahr zu einem anderen Thema dekoriert, sagte Löwisch. "Dieses Jahr war das Thema Wald, sie hatten schon ganze Waldlandschaften aufgebaut." 

Die Girlanden müssten sie nun auflösen, weil die eingeflochtenen Buchs- und Tannenzweige sonst welk würden. "Aber die Eier heben sie im Feuerwehrhaus für nächstes Jahr auf."

Ein Banner mit der Aufschrift "Bleibts Dahoam, seids solidarisch! Danke allen Helfern, München hält zam!" hängt an einer Eisenbahnbrücke in München.
Ein Banner mit der Aufschrift "Bleibts Dahoam, seids solidarisch! Danke allen Helfern, München hält zam!" hängt an einer Eisenbahnbrücke in München.  © Peter Kneffel/dpa

Update 6. April, 22.10 Uhr: Verband katholischer Kitas will bayernweite Lösung für Beiträge

Der Verband katholischer Kindertageseinrichtungen Bayern fordert von der Staatsregierung eine bayernweite Lösung für die Finanzierung von Elternbeiträgen in der Coronavirus-Krise. 

"Die bestehenden Rechtsunsicherheiten, ob und wie lange Elternbeiträge in diesem Zeitraum zu zahlen sind, lassen sich nur durch eine politische Lösung entschärfen", sagte Geschäftsführering Maria Magdalena Hellfritsch einer Mitteilung zufolge mit Blick auf die zahlreich geschlossenen Einrichtungen.

In Bayern besuchen demnach rund 190.000 Kinder eine der rund 2770 katholischen Kindertageseinrichtungen. Für deren Finanzierung seien Elternbeiträge ein wesentlicher Faktor. "Gesicherte Rahmenbedingungen sind gerade jetzt wichtig, um dies mit Ruhe und Umsicht zum Wohl der Kinder und deren Familien tun zu können", sagte Hellfritsch. 

"Eine politische Lösung ist bisher nicht erkennbar. Andere Bundesländer sind hier schon weiter und haben bereits entsprechende Lösungen in Kraft gesetzt."

Update 6. April, 21.40 Uhr: Bestimmte Anti-Corona-Maßnahmen laut Söder noch für längere Zeit

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat angesichts der Ausbreitung des Coronavirus noch länger andauernde Beschränkungen etwa in der Gastronomie in Aussicht gestellt. 

Zudem stimmte er die Menschen am Montagabend darauf ein, dass das Tragen von Masken in Zukunft immer mehr ausgeweitet werden dürfte.

"Wir müssen die Menschen auf ein Leben mit der Pandemie vorbereiten. Dazu gehört natürlich das verstärkte Tragen von Masken dazu", sagte der CSU-Vorsitzende in der ARD. Und er fügte hinzu: "Da gehört auch dazu, dass Ausgangsbeschränkungen oder Kontaktsperren in bestimmten Bereichen wie der Gastronomie sicher noch länger erhalten bleiben." 

Aber es könne auch "Lichtblicke" geben, wo man sich weiterentwickeln könne. Dieser Weg müsse "in sich schlüssig" sein. 

Wie dieser Weg aussehen könnte, darüber wollten die Ministerpräsidenten kommende Woche mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) beraten, betonte Söder.

Weitere Infos dazu findet Ihr >>> hier.

Markus Söder (CSU), Ministerpräsident von Bayern, gestikuliert während einer Pressekonferenz in der bayerischen Staatskanzlei.
Markus Söder (CSU), Ministerpräsident von Bayern, gestikuliert während einer Pressekonferenz in der bayerischen Staatskanzlei.  © Peter Kneffel/dpa

Update 6. April, 21.30 Uhr: Innenminister bewertet die Fallzahlen in Bayern

Im Vergleich zum Vortag gab es am Montag in Bayern einen Anstieg an Infektionen um 4,1 Prozent, teilte das Innenministerium am Abend mit.

Die Zahlen seinen allerdings "unter den Vorbehalt einer aus dem Wochenende resultierenden "Erfassungsdelle" zu stellen", so Innenminister Joachim Herrmann (CSU).

Allgemein entwickelt sich alles stabil und die Zahl der Genesenen (5810) sei Grund zur Freude. "Setzt man diesen Wert ins Verhältnis zu den 1.005 Neuinfektionen, dann wird die Differenz ("Delta") zusehends kleiner. Es ist zu hoffen, dass idealerweise die Zahl der Genesenen die der Neuinfizierten bald überholt, weil sich daraus eine Entlastung des Gesundheitswesens herleiten lässt", erklärt Herrmann. 

Nach der Einschätzung von Fachleuten, sei die Spitze der Corona-Krise noch nicht erreicht, doch "insgesamt scheint sich die Infektionslage aber einigermaßen günstig zu entwickeln", so der Innenminister. 

Update 6. April, 18.40 Uhr: Klinikum in Dachau nimmt Betrieb schrittweise wieder auf

Neben Covid-19-Patienten behandelt ein Klinikum in Dachau schrittweise wieder andere Kranke. "Wir wollen so schnell wie möglich wieder den Normalbetrieb aufnehmen", teilte Klinikgeschäftsführer Florian Aschbrenner am Montag mit. 

Wegen einer Häufung von positiv auf das Coronavirus getesteten Patienten hatte das Krankenhaus alle anderen abgewiesen.

Seit Sonntag könne die ambulante Notfallversorgung des Helios Amper-Klinikums zumindest Patienten aufnehmen, die nicht mit dem Rettungsdienst kämen. Auch die Bereitschaftspraxis und die Geburtshilfe stünden wieder allen offen, hieß es weiter.

Dafür gelten nach Angaben des Klinikums nun strenge Sicherheitsvorkehrungen: Schon in der Notaufnahme gebe es einen eigenen Bereich für Covid-19-Patienten. "Bei allen, die stationär aufgenommen werden, wird ein Abstrich vorgenommen", so der Ärztliche Direktor Professor Dr. Hjalmar Hagedorn. Die Patienten sollen in Einzelzimmern untergebracht werden. Außerdem dürften Schwangere das Klinikum nur durch einen eigenen Eingang betreten und müssten vor einer planbaren Entbindung einen Covid-19-Test machen.

Nachdem sich im Klinikum Dachau immer mehr mit dem Virus angesteckt hatten, habe es eine große Testaktion gegeben: Von den 136 Patienten auf der Normalstation wurde laut Klinik einer positiv getestet, von den knapp tausend Mitarbeitern elf. Sie stünden nun unter Quarantäne. 

Fünf Tage später sollen alle Beschäftigen nochmals auf eine Infektion überprüft werden.

Eine Mitarbeiterin am Institut für Virologie der Technischen Universität München (TUM) pipettiert in einem Labor einen Ansatz zum Proteinnachweis (ELISA). Insgesamt sollen in München Proben in 3000 zufällig ausgewählten Haushalten aus München auf Antikörper gegen das Coronavirus getestet werden.
Eine Mitarbeiterin am Institut für Virologie der Technischen Universität München (TUM) pipettiert in einem Labor einen Ansatz zum Proteinnachweis (ELISA). Insgesamt sollen in München Proben in 3000 zufällig ausgewählten Haushalten aus München auf Antikörper gegen das Coronavirus getestet werden.  © Sven Hoppe/dpa

Update 6. April, 17.30 Uhr: 14-Jähriger will Freundin besuchen und landet in Polizeigewahrsam

Trotz Ausgangsbeschränkungen hat ein 14-Jähriger seine Freundin besuchen wollen - und ist von der Polizei in Gewahrsam genommen worden. 

Der Jugendliche erzählte den Polizisten am Würzburger Hauptbahnhof, dass er mit dem Zug aus Schweinfurt gekommen sei und den Bus verpasst habe, mit dem er zu seiner Tante weiterfahren wollte, teilte die Polizei am Montag mit. Dies stellte sich jedoch als Ausrede heraus und der Jugendliche wurde in der Nacht auf Samstag in Gewahrsam genommen.

Später in der Nacht wurde der 14-Jährige von seiner Mutter abgeholt. Weder sie noch die Eltern seiner 15-jährigen Freundin wussten den Angaben zufolge von dem geplanten Besuch. 

Gegen den Jungen wird wegen eines Verstoßes gegen das Infektionsschutzgesetz ermittelt.

Update 6. April, 16.50 Uhr: Landshuter Kinder danken Polizei mit süßer Überraschung

Polizeimeisterin Nadine Pfaffenhuber und Polizeihauptkommissar Michael Otto freuen sich über den Besuch eines Kindergartens.
Polizeimeisterin Nadine Pfaffenhuber und Polizeihauptkommissar Michael Otto freuen sich über den Besuch eines Kindergartens.  © Polizei Landshut/dpa

Ein süßes Dankeschön haben Kinder eines Landshuter Kindergartens der örtlichen Polizeiinspektion überbracht.

Unter dem Motto "Für die Helden des Alltags" spendeten die Kleinen den Beamten Selbstgebackenes und einige Päckchen mit Süßigkeiten, wie die Polizei am Montag mitteilte. Mit einer Geschenktour durch das Landshuter Stadtgebiet am Sonntag dankten die Kinder Vertretern aller Berufsgruppen, die rund um die Uhr für die Bevölkerung im Einsatz sind. 

In Zeiten der Corona-Krise wollten sie damit ein Zeichen des Dankes und der Anerkennung setzen.

Update 6. April, 16.30 Uhr: LMU Klinikum München will Corona-Patienten mit Blutplasma helfen

Zur Behandlung schwer erkrankter Corona-Patienten setzen Ärzte an mehreren Unikliniken in Bayern auch auf Blutplasma bereits genesener Menschen. 

Nun veröffentlichte auch das LMU Klinikum München einen Aufruf an mögliche Spender.

Nach einer Infektion bilde der Körper Abwehrstoffe gegen den Erreger, heißt es auf der Internetseite des Klinikums. Diese Antikörper könnten lebensbedrohlich erkrankten Patienten helfen. Bei anderen Infektionskrankheiten habe man hiermit gute Erfahrungen gemacht, sagte ein Sprecher des Klinikums am Montag. Auch in der Corona-Pandemie gebe es Anzeichen, dass ein solcher Therapieansatz erfolgversprechend sein könnte.

Unter anderem setzt auch das Universitätsklinikum Erlangen auf die Transfusion von Blutplasma (Mehr dazu >>>hier). Am Wochenende erhielt die Einrichtung die behördliche Zulassung für die Herstellung von therapeutischem Plasma. 

Die Uniklinik hatte bereits zuvor ehemalige Covid-19-Patienten zu Blutplasmaspenden aufgerufen.

Gespendetes Plasma eines geheilten Coronavirus-Patienten wird in einem Plasmabeutel aufgefangen.
Gespendetes Plasma eines geheilten Coronavirus-Patienten wird in einem Plasmabeutel aufgefangen.  © Cai Yang/XinHua/dpa

Update 6. April, 16.25 Uhr : Acht Tote in Seniorenheim im Landkreis Fürth

In einem Seniorenheim im Landkreis Fürth sind acht Menschen nach einer Infektion mit dem Coronavirus gestorben. 

Fünf davon starben an diesem Wochenende. Inzwischen seien 63 der 113 Bewohnerinnen und Bewohner in dem Heim in Langenzenn sowie 32 Pflegekräfte positiv auf den Sars-CoV-2-Virus getestet worden, sagte ein Sprecher des Landkreises Fürth am Montag. Zuvor hatte der Bayerische Rundfunk über die jüngsten Todesfälle berichtet.

Schon am Freitag hatte sich die Heimaufsicht eine Übersicht über die Lage in dem Heim verschafft. Nach Angaben des Landkreissprechers wurde vereinbart, dass die positiv getesteten Pflegekräfte weiterhin die positiv getesteten Senioren versorgen dürften, sofern sie keine Krankheitsanzeichen haben. 

Außerdem habe das Heim vorübergehend zusätzliche Pflegekräfte organisieren können.

Update 6. April, 16.20 Uhr: Deutscher Skiverband meldet Kurzarbeit an

Der Deutsche Skiverband (DSV) hat bei der Agentur für Arbeit für alle 154 hauptamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Kurzarbeit angemeldet. 

Wie der DSV am Montag mitteilte, ist diese Regelung in der anhaltenden Coronavirus-Pandemie zunächst auf drei Monate befristet und gilt demnach unter anderem auch für die Trainer im alpinen und nordischen Skisport sowie im Biathlon. Die etwa 400 Kader-Athletinnen und Athleten sind hingegen nicht betroffen, da sie kein Gehalt vom DSV beziehen. Sie sind zum Großteil über die Spitzensportförderung der Behörden abgesichert.

"Grundsätzlich ist der Deutsche Skiverband wirtschaftlich und strukturell gut aufgestellt", sagte DSV-Präsident Franz Steinle und ergänzte: "Allerdings sind wir durch die behördlich verordneten Vorschriften im Zuge der Corona-Krise in unserem Tun und Handeln stark eingeschränkt." Ein reguläres Leistungssport-Training an den Stützpunkten sei "derzeit nicht möglich".

Auch im Freizeit- und Breitensport und bei der Vermarktung sei der DSV nur "bedingt handlungsfähig", sagte Steinle: "Wir setzen das Instrument der Kurzarbeit deshalb bewusst ein, um mittel- und langfristig die Arbeitsplätze und die wirtschaftliche und sportliche Leistungsfähigkeit des Verbandes zu sichern." Betriebsbedingte Kündigungen stehen "für uns nicht zur Debatte", sagte Steinle.

Der DSV ist die Dachorganisation deutscher Skivereine und gehört zu den größten Sportorganisationen in Deutschland. Bundesweit 950.000 Mitglieder sind nach eigenen Angaben über 20 Landesskiverbände in rund 4000 Vereinen organisiert.

Update 6. April, 16.15 Uhr: Hunderttausende sollen am Mittwoch gegen Corona beten

Kurz vor dem Beginn des jüdischen Pessachfestes am 9. April sollen vom Gebetshaus Augsburg ausgehend Hunderttausende im Internet gemeinsam beten. 

"Es soll die größte Gebetsaktion werden, die Deutschland je gesehen hat: Hunderttausende versammeln sich zeitgleich zum 90-Minuten-Gebet", teilten die Initiatoren am Montag in Augsburg mit. 

Das deutschlandweite Gebet soll am Mittwoch (8. April) zwischen 17.00 Uhr und 18.30 Uhr stattfinden und sei auch als "deutliches Signal gegen Antisemitismus in unserem Land" zu verstehen. Die Initiatoren der Aktion sind Gebetshaus Augsburg, ICF München, Eser 21 und Father‘s House for all Nations.

Schirmherr der Aktion ist Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU). Das Angebot richte sich an Gläubige aus unterschiedlichsten Konfessionen. Christen und Nichtchristen würden gemeinsam beten, hieß es weiter. 

Söder hatte Ende März in der ARD-Sendung "Anne Will" gesagt: "Wer gläubig ist, soll beten, dass es Deutschland nicht zu hart trifft". Sein Appell zeige großflächig Wirkung, so die Initiatoren. Prominente Vertreter aus Kirchen, christlichen Initiativen sowie aus Politik und Gesellschaft hätten sich über alle Konfessionsgrenzen hinweg zu einer noch nie da gewesenen Aktion "Deutschland betet gemeinsam" zusammengeschlossen.

Zu den Unterstützern zählten Bundesagrarministerin Julia Klöckner (CDU), Ex-Unionsfraktionschef Volker Kauder (CDU), Prinz Philip Kiril von Preußen, Pastor und Ururenkel des letzten deutschen Kaisers Wilhelm II., "Voice of Germany"-Gewinner Samuel Rösch und Schauspieler Samuel Koch.

Auch viele geistliche Leiter aus verschiedensten Konfessionen unterstützten das Vorhaben: Darunter sind der ernannte Augsburger Bischof Bertram Meier, Serafim Joantă (Rumänisch-Orthodoxer Erzbischof), Frank Otfried July (Landesbischof der evangelischen Landeskirche in Württemberg), Zsolt Balla (Landesrabbiner Orthodoxe Rabbinerkonferenz Deutschland), Stefan Oster (Bischof der Diözese Passau), Dorothea Greiner (evangelische Regionalbischöfin in Bayreuth), Axel Piper (evangelische Regionalbischof in Augsburg).

Update 6. April, 16.10 Uhr: Allianz hält trotz Corona an geplanter Dividende fest

Europas größter Versicherer Allianz will seinen Aktionären trotz Corona-Krise und gegen den Rat der europäischen Aufseher eine Dividende für 2019 auszahlen. 

"Obwohl zu erwarten ist, dass sich das aktuelle Umfeld auch in unseren Ergebnissen niederschlagen wird, bleibt unsere Finanzkraft weiterhin sehr stark", teilte der Dax-Konzern am Montag in München mit. 

Daher sollen die Anteilseigner bei der Hauptversammlung am 6. Mai wie geplant über eine Dividende von 9,60 Euro je Aktie abstimmen. Wegen der Coronavirus-Pandemie findet die Versammlung allerdings ohne persönliche Präsenz der Aktionäre in virtueller Form statt.

Während der Vorstand an der geplanten Dividende festhält, rudert er beim laufenden Aktienrückkauf zurück. Das laufende Programm im Umfang von 1,5 Milliarden Euro soll nach der Hälfte der Summe erst einmal gestoppt werden. "Wir werden eine Wiederaufnahme des Programms erwägen, wenn die finanziellen und wirtschaftlichen Auswirkungen der Covid-19-Pandemie klarer erkennbar sind", teilte der Konzern mit.

Vor einigen Tagen hatte die Europäische Versicherungsaufsicht Eiopa die Unternehmen der Branche zu einer Pause bei Dividenden und Aktienrückkäufen aufgefordert. Die deutsche Finanzaufsicht Bafin hatte ein pauschales Ausschüttungsverbot für Versicherungsunternehmen aber als nicht geboten erachtet. 

Die Bafin erwarte von den Unternehmen aber "eine überzeugende Begründung, falls sie Dividenden ausschütten wollen", hieß es.

Update 6. April, 16 Uhr: Pflege-Aufnahmestopp braucht laut Regierungsbeauftragtem Nachbesserung

Der wegen der Corona-Krise verhängte Aufnahmestopp in Pflegeheimen muss nach Ansicht des Pflegebeauftragten der Staatsregierung, Peter Bauer, nachjustiert werden. 

"Aus meiner Sicht müssen die Ausnahmeregelungen bürgerfreundlich ausgelegt werden. Das heißt: Nicht der pflegende Angehörige oder der Betreuer muss sich selbst kümmern, sondern die Einrichtungen und die Behörden vor Ort müssen das übernehmen und Hilfe anbieten", sagte der Politiker der Freien Wähler am Montag in München. 

Wenn eine Pflegeeinrichtung keine Quarantänemöglichkeiten für 14 Tage anbieten könne, müsse sie diese anderweitig organisieren.

Um gegen die Ausbreitung des Coronavirus in bayerischen Pflegeheimen zu kämpfen, gilt in Pflege- und Behinderteneinrichtungen seit Samstag ein Aufnahmestopp. Ausnahmen sind nur möglich für Häuser, die neue Bewohner für zwei Wochen in Quarantäne unterbringen können.

"Aus meiner Sicht braucht es hier ganz klare Regelungen, wer was wann zu tun hat, wenn ein pflegebedürftiger Mensch oder Mensch mit Behinderung innerhalb sehr kurzer Zeit in eine Einrichtung neu verlegt oder zurückverlegt werden muss", sagte Bauer. Hier bestehe Nachbesserungsbedarf, den er dringend von allen Verantwortlichen in Bayern einfordere. 

Viele betroffene Angehörige und Betreuer seien verunsichert. Die Staatsregierung müsse daher schnellstmöglich eine bürgernahe Lösung schaffen.

Update 6. April, 15.50 Uhr: Forscher-Teams starten zu ersten Corona-Bluttests bei Münchnern

Für eine Studie zur Ausbreitung des Coronavirus in der Bevölkerung sind am Montag in München die ersten Forscher-Teams zu Blutabnahmen bei freiwilligen Teilnehmern gestartet.

Zunächst seien zwei Teams unterwegs, die drei bis fünf Haushalte pro Tag besuchen, sagte Michael Hölscher, Leiter der Abteilung Infektions- und Tropenmedizin am LMU Klinikum München, am Montag. "Im Laufe der Woche werden wir die Zahl auf zehn Teams steigern, in der nächsten Woche werden wir 20 Teams haben."

Insgesamt sollen Proben in 3000 zufällig ausgewählten Haushalten aus München auf Antikörper gegen das Coronavirus getestet werden. Damit soll erfasst werden, welcher Anteil der Bevölkerung möglicherweise bereits mit dem Sars-CoV-2-Virus in Kontakt war, ohne es zu wissen. 

Erste Ergebnisse werde es voraussichtlich in sechs bis acht Wochen geben, sagte Hölscher.

Peter Schels, Direktor der Filmagentur "Al Dente", zieht ein Plakat gerade, mit dem sich seine Firma bei allen Mitarbeiter im öffentlichen Dienst und diverser anderer Berufsgruppen bedankt.
Peter Schels, Direktor der Filmagentur "Al Dente", zieht ein Plakat gerade, mit dem sich seine Firma bei allen Mitarbeiter im öffentlichen Dienst und diverser anderer Berufsgruppen bedankt.  © Peter Kneffel/dpa

Update 6. April, 15.40 Uhr: Landes-FDP fordert von Söder Corona-"Exit Fahrplan"

FDP-Landeschef Daniel Föst fordert von der Staatsregierung einen Fahrplan für den Weg aus der Corona-Krise. 

"Wir müssen jetzt darüber diskutieren, wie und wann wir unser gesellschaftliches Leben und unsere Wirtschaft wieder aus dem Shutdown führen", sagte er am Montag in München. 

Ministerpräsident Markus Söder (CSU) dürfe sich dieser Debatte nicht länger verweigern. "Ein Exit-Fahrplan ist überfällig. Die Menschen nehmen derzeit viele Einschränkungen in Kauf", betonte Föst.

Es sei Aufgabe der Regierung, mögliche Ausstiegsszenarien zu erarbeiten. "Andere Länder sind hier schon weiter", sagte Föst. Er verwies auf die Regierung in Österreich, die am Montag ihre Strategie für eine schrittweise Lockerung der Corona-Maßnahmen präsentiert hatte. "Das gibt den Menschen eine Perspektive und schafft Planungssicherheit für die Unternehmen. Wir Bayern müssen wissen, unter welchen Bedingungen wir Schritt für Schritt wieder zur Normalität kommen."

Söder lehnt bisher eine öffentliche Debatte über Exitstrategien ab. Die bayerische Staatsregierung hält auch nach der angekündigten Lockerung in Österreich am zwischen Bund und Ländern verabredeten Zeitplan fest: Erst am Dienstag nach Ostern (14. April) wollen die Ministerpräsidenten mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) über das Vorgehen beraten. 

An diesem Zeitplan ändere sich nichts, hieß es am Montag in Regierungskreisen.

Update 6. April, 15.30 Uhr: Beckstein im Chat mit Enkeln und virtueller Stammtisch

Günther Beckstein (CSU,76), ehemaliger bayerischer Ministerpräsident, entdeckt nun Skype für sich.
Günther Beckstein (CSU,76), ehemaliger bayerischer Ministerpräsident, entdeckt nun Skype für sich.  © Andreas Gebert/dpa

Bayerns Ex-Ministerpräsident Günther Beckstein (CSU, 76) freut sich für die Zeit nach dem Ende der Corona-Krise auf ein Essen in einem italienischen Restaurant. 

Sobald medizinische Behandlungen und Impfungen möglich seien, "werden wir das normale Leben wieder richtig genießen", sagte er den "Nürnberger Nachrichten" (Montag). 

"Corona hat auch mein Leben total verändert; die meisten Briefe und Mails, die ich erhalte, sind Absagen von Veranstaltungen und Treffen." Erstmals seit dem Ende seiner politischen Karriere erlebe er derzeit, "was Ruhestand bedeutet, zumal ich trotz der gewonnenen Zeit keinerlei Lust verspüre, meinen Schreibtisch und mein Arbeitszimmer endlich einmal aufzuräumen".

Während der Krise hielten er und seine Frau per Telefon aber auch per Chats und Videokonferenzen Kontakt zu Kindern und Enkeln. "Ich lerne mit Skype und Facetime umzugehen", sagte Beckstein. Dort lese seine Frau den Enkeln auch vor, etwa die Geschichte vom Wolf und den sieben Geißlein. 

Und noch einen Vorteil habe das Paar erkannt: Während seine Frau WhatsApp auch für virtuelle Kaffeekränzchen mit vier weiteren Damen nutze, wisse er, dass sich so "übrigens auch ein Stammtisch in Corona-Zeiten abhalten" lasse.

Update 6. April, 15.10 Uhr: 152 neue Corona-Fälle in München

In München sind mittlerweile 3794 Corona-Infektionen bestätigt. 152 neue Fälle kamen bis Montag (Stand 13.30 Uhr) dazu. 

16 Menschen starben bisher an den Folgen des Virus in der Landeshauptstadt. 

Am Montag vergangener Woche (30.03.) waren es 245 neue bestätigte Corona-Infektionen gewesen (gesamt 2.501).

Update 6. April, 14.55 Uhr: 411.000 Corona-Kontrollen in Bayern

Seit Beginn der bundesweiten Maßnahmen gegen das Coronavirus wurden in Bayern von der Polizei rund 50.000 Verstöße registriert. 

Zwischen dem Start am 21. März und dem 6. April (6.00 Uhr) habe es im Freistaat rund 411.000 Kontrollen gegeben, teilte das Innenministerium am Montag auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur in München mit.

Rund ein Drittel der Kontrollen hätten sich direkt auf die Überprüfung der vorläufigen Ausgangsbeschränkungen bezogen. Die restlichen Überprüfungen basierten auf der Einhaltung von Veranstaltungs- und Versammlungsverboten sowie Betriebsuntersagen.

"Nicht jeder Verstoß führt zu einer Ahndung durch die zuständige Kreisverwaltungsbehörde", sagte ein Ministeriumssprecher.

Update 6. April, 14.50 Uhr: Polizei München bedankt sich bei den Bürgern

Auf Twitter bedankte sich die Polizei München bei allen Bürgern, die sich an die Corona-Auflagen halten. 

"Nun wollen wir uns bei all denjenigen bedanken, die sich seit Wochen zurücknehmen und sich an die Ausgangsbeschränkung geduldig halten. Nur so können wir so schnell es geht wieder in unseren gewohnten Alltag zurückkehren und den Frühling gemeinsam mit unseren Liebsten genießen", schrieb @PolizeiMuenchen am Montag. 

Die Münchner zeigten sich mit kleinen Botschaften und Aufmerksamkeiten für den Dienst der Einsatzkräfte ihrerseits dankbar, wie Fotos auf Twitter zeigten. 

Update 6. April, 14.25 Uhr: Neuer über erstes Teamtraining in Kleingruppen

Nationaltorwart Manuel Neuer hat das erste Mannschaftstraining des FC Bayern München nach drei Wochen individueller Einheiten zuhause genossen. 

"Es war schon ein sehr ungewohntes Gefühl, heute in Kleingruppen ein Training abzuhalten. Aber es war auch schön, die Jungs mal wieder live zu sehen", sagte Kapitän Neuer am Montag mit Blick auf die Einschränkungen wegen der Coronavirus-Krise. 

"Ich möchte mich auch beim Verein und allen Helfern bedanken, dass wir in diesen schwierigen Zeiten die Gelegenheit bekommen, wieder fußballspezifischere Trainingseinheiten auf dem Platz zu absolvieren."

Die Bayern-Profis um Neuer und Torjäger Robert Lewandowski, der nach einem Eingriff am Knie auch wieder mit dabei war, wurden in mehrere Kleingruppen aufgeteilt und trainierten auf unterschiedlichen Fußball-Plätzen.

Update 6. April, 14.10 Uhr: Neue Fallzahlen für Bayern

In Bayern sind inzwischen 25.355 Menschen positiv auf das Coronavirus Sars-CoV-2 getestet worden.

 Das teilte das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit in Erlangen am Montag (Stand 10.00 Uhr) auf seiner Homepage mit. 

Den Angaben zufolge sind bislang 444 Patienten, die mit dem Coronavirus infiziert waren, gestorben.

Update 6. April, 13.57 Uhr: Österreichs Bundesland Tirol hebt Covid-19-Quarantäne auf

Das österreichische Bundesland Tirol hebt die Quarantäne für das gesamte Landesgebiet mit kleinen Ausnahmen an diesem Dienstag auf. Das teilte Landeschef Günther Platter (ÖVP) am Montag in Innsbruck mit. 

Die Quarantäne für alle 279 Gemeinden sollte ursprünglich noch bis einschließlich Ostermontag, 13. April, gelten. Seit dem 18. März durften die Menschen in Tirol nur in Ausnahmefällen ihre Wohnorte verlassen.

Von der Aufhebung nicht betroffen seien vorerst St. Anton, das Paznauntal und Sölden, sagte Platter. Das Paznauntal mit dem beliebten Wintersportort Ischgl steht schon länger unter Quarantäne als die restlichen Tiroler Gemeinden. 

Die Situation in diesen Gebieten solle aber noch in dieser Woche genauer analysiert werden.

Update 6. April, 13.54 Uhr: Skisprung-Teammanager: Skisport "mit blauem Auge davongekommen"

Horst Hüttel, Teammanager der deutschen Skisprung-Nationalmannschaft.
Horst Hüttel, Teammanager der deutschen Skisprung-Nationalmannschaft.  © Hauke-Christian Dittrich/dpa

Der Teammanager der deutschen Skisprung-Nationalmannschaft, Horst Hüttel, sieht den Wintersport in der Coronavirus-Pandemie noch in einer vergleichsweise komfortablen Lage. 

"Natürlich haben die Diskussionen um Corona und die abrupt beendete Saison die Diskussionen bestimmt. Von den Verantwortlichen und vom Vorstand wird es aber so eingeschätzt, dass der Skisport in Deutschland einerseits mit einem blauen Auge davongekommen ist", sagte Hüttel in einem Interview dem Fachportal skispringen.com.

Der 51-Jährige stellte fest, dass die wenigen Weltcup-Ausfälle durch Versicherungen kompensiert werden konnten. "Von dieser Seite sieht sich der Verband gut aufgestellt", sagte Hüttel. 

Die größten Probleme könnten der Skisprung-Szene durch die derzeitige Krise also noch bevorstehen: Neben dem Sommer-Grand-Prix, dessen Austragung derzeit offen ist, hat die Pandemie auch schon erste kleine Auswirkungen auf die Heim-WM in Oberstdorf 2021 (23. Februar bis 7. März).

"Wann die ersten Sprünge gemacht werden können, ist in der aktuellen Situation aber noch nicht abzusehen. Hinzu kommt, dass sich die Mattenbelegung in Oberstdorf nach dem Umbau im letzten Jahr leider verzögert, weil die zuständigen Firmen in der aktuellen Situation nicht wie geplant arbeiten können", sagte Hüttel. 

Der Beginn des Sprungtrainings in der WM-Arena werde sich dementsprechend verzögern.

Update 6. April, 13.26 Uhr: Filmfest München wird wegen Corona-Pandemie abgesagt

Das Filmfest München fällt dieses Jahr wegen der Corona-Pandemie aus. Es sei derzeit nicht möglich, ein Festival zu planen, das essenziell auf die Begegnung von Filmschaffenden aus aller Welt angewiesen sei, teilten die Organisatoren am Montag in München mit. 

Filmfestleiterin Diana Iljine sprach von einer schweren Entscheidung. "Mein Team und ich haben schon mit viel Liebe und Herzblut an der Edition 2020 gearbeitet und zahlreiche Teilprojekte schon weit vorangetrieben." Aber man wolle verantwortungsvoll handeln. Die Sicherheit der Gäste, Besucher und der Beschäftigten habe oberste Priorität.

Eine Verschiebung in den Herbst war im Gespräch, wurde aber dann doch verworfen. Es gebe in dieser Zeit viele andere Filmfestivals etwa in Locarno, Venedig oder Toronto. Auch logistisch und finanziell wäre das nur mit immensem Aufwand möglich. "Und es bliebe trotzdem unsicher, ob wir stattfinden könnten", sagte Iljine. Auch ein Online-Filmfest kam nicht infrage, unter anderem wegen der Filmrechte und wegen der Kosten. "Wir sind ein Festival der realen Begegnungen für die Branche und das Publikum", stellte Iljine klar.

Digitalministerin Judith Gerlach (CSU) sicherte den Mitarbeitern Unterstützung zu. Man wolle Lösungen finden und das Kernteam weiter beschäftigen. "Das nächste Ziel ist die Neuausrichtung des Filmfests, um nächstes Jahr hoffentlich gestärkt wieder durchstarten zu können", sagte Gerlach, die auch Vorsitzende des Festival-Aufsichtsrates ist.

Das Filmfest München hätte in diesem Jahr vom 25. Juni bis zum 5. Juli stattgefunden. Vergangenes Jahr waren rund 180 Filme aus aller Welt zu sehen. Stargäste waren unter anderem die Schauspieler Antonio Banderas und Ralph Fiennes.

Update 6. April, 13.23 Uhr: Trotz Lockerungen in Österreich - Staatsregierung bekräftigt Zeitplan

Die bayerische Staatsregierung bleibt auch nach der angekündigten Lockerung der Anti-Corona-Maßnahmen in Österreich beim zwischen Bund und Ländern verabredeten Zeitplan: Erst am Dienstag nach Ostern (14. April) wollen die Ministerpräsidenten mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) über das weitere Vorgehen beraten. An diesem Zeitplan, auf den sich die Runde zuletzt verständigt hatte, ändere sich nichts, hieß es am Montag in Regierungskreisen.

Bayern hatte seine umfangreichen Ausgangsbeschränkungen und weitere Einschränkungen des öffentlichen Lebens wegen der Ausbreitung des Coronavirus zuletzt bis einschließlich 19. April verlängert. Ob und wann und für welche Bereiche die Fristen dann erneut nach hinten verschoben werden müssen, ist offen. Ministerpräsident Markus Söder(CSU) hat aber wiederholt betont, es sei nicht zu erwarten, dass ab dem 20. April plötzlich wieder alles so sein werde wie vorher.

In Österreich hatte Bundeskanzler Sebastian Kurz am Montag erläutert, wie dort nach Ostern der langsame Weg zurück in Richtung Normalität beginnen soll. Ziel ist es demnach, dass ab dem 14. April kleine Geschäfte sowie Bau- und Gartenmärkte unter strengen Auflagen wieder öffnen dürfen.

Ab 1. Mai sollen dann alle Geschäfte, Einkaufszentren und Friseure in Österreich wieder öffnen dürfen. Hotels und die Gastronomie sollen frühestens Mitte Mai folgen. Die Ausgangsbeschränkungen werden aber bis Ende April verlängert, die Schulen bleiben bis Mitte Mai zu. Veranstaltungen sollen bis Ende Juni nicht stattfinden. Zudem wird das Tragen eines Mundschutzes künftig in vielen Bereichen Pflicht.

Söder hatte in den vergangenen Wochen wiederholt darauf verwiesen, wie das Nachbarland den Kampf gegen das Coronavirus führt. Er hatte beispielsweise eine Mundschutzpflicht ähnlich wie in Österreich nicht ausgeschlossen - aber betont, derzeit sei dies in Bayern kein Thema.

Update 6. April, 12.56 Uhr: Semester wird nicht auf Bafög und Studienzeit angerechnet

Bernd Sibler (CSU), Staatsminister für Wissenschaft und Kunst.
Bernd Sibler (CSU), Staatsminister für Wissenschaft und Kunst.  © Peter Kneffel/dpa-Pool/dpa

Das Sommersemester an den bayerischen Hochschulen wird wegen der Corona-Krise nicht als Semester auf die Regelstudienzeit und das Bafög angerechnet. Das sagte Wissenschaftsminister Bernd Sibler (CSU) am Montag bei einer Veranstaltung der Universität Würzburg.

Das am 20. April beginnende Semester bringt infolge der Corona-Epidemie erhebliche Behinderungen von Forschung, Lehre und Studium mit sich. Dabei reichen die Einschränkungen von geschlossenen Bibliotheken über ausgefallene Lehrveranstaltungen bis hin zu wegfallenden Praktikumsmöglichkeiten.

Damit sich möglichst wenig Studierende und Lehrende in Hörsälen anstecken, startet das Sommersemester überwiegend digital. Bayerns Universitäten seien sehr gut auf eine flächendeckende Umstellung ihrer Lehre auf ein Fernstudium eingestellt. "Es wird deutlich, dass wir bei vielen Dingen nicht bei null stehen", sagte der Minister, der sich über die Online-Lehre der Uni Würzburg informieren ließ.

"Alle sind auf einem ähnlich hohen Niveau", sagte Sibler. Derzeit sehe es so aus, als ob an vielen Hochschulen bis zu 90 Prozent der Lehrveranstaltungen im Sommersemester stattfinden könnten.

"Das ist kein Perfektionssemester", betonte der Präsident der Uni Würzburg, Alfred Forchel. Es gibt Übertragungsprobleme bei der Online-Lehre, technische Schwierigkeiten, Hardware-Mangel - der Kern der Lehre solle trotz dieser schwierigen Zeiten stattfinden. An der Bücherausleihe werde noch gearbeitet, womöglich könne Literatur auch verschickt werden. "Es wird nicht ideal sein."

In Bayern gibt es fast 400.000 Studierende. Das Sommersemester wird wegen der Corona-Krise um zwei Wochen bis zum 7. August verlängert, etwa um Praktika zu ermöglichen. Der Zeitraum, in dem Vorlesungen stattfinden, kann an den Hochschulen flexibel geregelt werden.

Update 6. April, 12.04 Uhr: BMW verlängert Produktionsstopp bis 30. April

BMW hat den Produktionsstopp in seinen Werken in Europa und Nordamerika bis Ende April verlängert. Wegen der Corona-Pandemie sei "mit einem weiteren Rückgang der Nachfrage auf den weltweiten Automobilmärkten" zu rechnen, teilte BMW am Montag in München mit. 

Weil die Autohäuser geschlossen seien, "wird es noch länger dauern, bis die Märkte sich wieder erholen".

BMW hatte seine Werke in Europa, Südafrika und Mexiko bereits Mitte März herunterfahren, das Werk Spartanburg in den USA folgte Ende März. In diesen Werken werde im April kein Auto und kein Motorrad gebaut, sagte ein Sprecher. Am größten BMW-Standort Shenyang in China laufen die Bänder seit Mitte Februar wieder.

In Deutschland sind rund 20.000 BMW-Mitarbeiter in Kurzarbeit. Mehrere tausend Mitarbeiter nutzten den Produktionsstopp aber für Umbauten in den Werken, teilte der Konzern mit. In München und Dingolfing werden die Bänder für den Anlauf der Elektroautos i4 und iNext im kommenden Jahr vorbereitet. In Landshut und Wackersdorf läuft die Komponentenfertigung weiter. 

Das Motorenwerk im österreichischen Steyr, das Motoren auch für China baut, soll nach derzeitigem Plan bereits am 18. April wieder in Betrieb gehen.

Update 6. April, 11.55 Uhr: Einsätze der Polizei München im Corona-Kontext

Ein Polizeibus fährt im Olympiapark bei schönstem Sonnenschein durch eine Grünfläche auf der sich Menschen tummeln. Die Bevölkerung ist dazu aufgerufen, die Regelungen der Ausgangsbeschränkung einzuhalten.
Ein Polizeibus fährt im Olympiapark bei schönstem Sonnenschein durch eine Grünfläche auf der sich Menschen tummeln. Die Bevölkerung ist dazu aufgerufen, die Regelungen der Ausgangsbeschränkung einzuhalten.  © Felix Hörhager/dpa

Wie die Polizei München am Montag mitteilte, wurden im Zeitraum von Sonntag 6 Uhr bis Montag 6 Uhr knapp über 10.000 Kontrollen in Stadt und Landkreis München durchgeführt. 

Dabei wurden 277 Verstöße angezeigt, von denen 272 die Ausgangsbeschränkung betrafen.

Vor allem am Sonntagnachmittag seien viele Menschen unterwegs gewesen. Eine erhebliche Anzahl der Verstöße betrafen nach Angaben der Polizei zusammenstehende Gruppen oder das Sonnenbaden auf Decken.

Den Beamten sei es vor allem darum gegangen, zunächst die Gefahr einer Ansteckung zu beseitigen und nicht die Personalien aufzunehmen, sagte ein Sprecher der Polizei. 

Daher seien trotz der hohen Anzahl nur 277 Verstöße angezeigt worden.

Update 6. April, 9.07 Uhr: BMW-Verkäufe brechen um mehr als 20 Prozent ein

BMW hat von Januar bis Ende März 20,6 Prozent weniger Autos verkauft als im ersten Quartal des vergangenen Jahres. Die Corona-Pandemie habe im Februar den Absatz in China einbrechen lassen, im März seien die Folgen in Europa und den USA deutlich spürbar, teilte das Unternehmen am Montag in München mit. 

"In Europa sind derzeit aufgrund des Coronavirus rund 80 Prozent aller Händlerbetriebe geschlossen, in den USA sind es circa 70 Prozent."

In den BMW-Werken in Europa und Nordamerika steht die Produktion. Der Konzern passe sein Produktionsvolumen flexibel der Nachfrage an, sagte Finanz- und Vertriebsvorstand Pieter Nota. "In China sehen wir mit einem starken Auftragseingang die ersten Anzeichen einer Erholung." Wichtig sei jetzt vor allem, die Gesundheit der Mitarbeiter, die Liquidität und den langfristigen Erfolg des Unternehmens zu sichern.

Im ersten Quartal verkaufte der Konzern nur noch 477 111 Autos der Marken BMW, Mini und Rolls-Royce. In China brachen die Verkaufszahlen um 31 Prozent ein, in Europa um 18 Prozent und in den USA um 17 Prozent.

Update 6. April, 6.33 Uhr: Bischöfe über Ostern ohne Gottesdienste

Bayerns Bischöfe haben sich betroffen und traurig darüber gezeigt, das höchste christliche Fest in diesem Jahr nicht mit Gottesdiensten feiern zu können. 

"Wir feiern heuer eine Karwoche im Ernstfall", sagte der ernannte Augsburger Bischof Bertram Meier. "Es geht nicht um liturgisch schöne Riten, auf die wir leider verzichten müssen; es ist wirklich Wüstenzeit – nicht nur für Gläubige, sondern auch für Diakone, Priester und Bischöfe."

Der Erzbischof von München und Freising, Kardinal Reinhard Marx, betonte in einer Video-Botschaft: "Ostern bleibt Ostern, auch wenn die Umstände in diesem Jahr sehr schwierig sind." 

Denn es gehe nicht um das Datum. "An Ostern bekennen wir: Jesus ist auferstanden", sagte Marx. "Das ist unsere Überzeugung, und die kann uns auch die jetzige Krise nicht wegnehmen."

Einen vollständigen Bericht dazu findest du >>> hier.

Update 6. April, 6.27 Uhr: Kurzarbeit kann Wirtschaftseinbruch fast halbieren

Das Tor 3 im BMW-Werk 2.4. BMW stellt die Autoproduktion in seinen europäischen Werken und in Südafrika wegen der Coronakrise für vier Wochen ein.
Das Tor 3 im BMW-Werk 2.4. BMW stellt die Autoproduktion in seinen europäischen Werken und in Südafrika wegen der Coronakrise für vier Wochen ein.  © Armin Weigel/dpa

Durch das Instrument der Kurzarbeit wird der von der Corona-Pandemie verursachte Wirtschaftseinbruch einer Auswertung zufolge fast halbiert. 

In der am Montag veröffentlichten Vergleichsrechnung von IW Consult im Auftrag der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft (vbw) fiel der Rückgang der Wirtschaftsleistung in Deutschland mit Kurzarbeit um rund 45 Prozent geringer aus als in einem Szenario ohne. Dies belege "eindrücklich die Wirksamkeit der Kurzarbeit", sagte der vbw-Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt.

Das Instrument habe sich bereits während der Finanz- und Wirtschaftskrise bewährt und werde dies auch in der Corona-Krise tun, sagte Brossardt. Der entscheidende positive Effekt sei "das schnellere Hochfahren der Produktion nach der Krise, weil die Unternehmen ihre Belegschaft halten können." 

In Ländern ohne Kurzarbeit müssten gekündigte Arbeitnehmer nach der Krise erst wieder neu eingestellt werden. "Das kostet nicht nur Zeit, sondern auch viel Geld", sagte Brossardt.

Zusätzlich verschaffe die Kurzarbeit den Unternehmen "die dringend benötigte Liquidität zur Überbrückung der Durststrecke" und reduziere die Gefahr von Insolvenzen. Sie sei "unerlässlich für die Beschäftigungs- und Unternehmenssicherung".

Update 6. April, 6.23 Uhr: Snowboarderinnen packen in Corona-Krise an

Carolin Langenhorst aus Deutschland in Aktion.
Carolin Langenhorst aus Deutschland in Aktion.  © Gian Ehrenzeller/KEYSTONE/dpa

Nach dem plötzlichen Ende ihrer Weltcup-Saison engagieren sich die Snowboarderinnen Carolin Langenhorst und Melanie Hochreiter im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus. 

Statt Urlaub - der aufgrund der aktuellen Situation ohnehin nur im eigenen Haus möglich ist - machen sich die beiden nützlich. Langenhorst hilft bei der Corona-Telefonberatung des Gesundheitsamts in Bad Reichenhall aus. Hochreiter überprüft als Polizeiobermeisterin in Berchtesgaden, ob sich die Leute an die Kontaktauflagen des Freistaats halten.

"Eine unserer Hauptaufgaben ist im Moment, zu schauen, ob alle Geschäfte zu haben, ob jemand unnötig durch die Gegend fährt und ob die Ausgangsbeschränkungen eingehalten werden", erzählte Hochreiter (23). Aufklärung gehöre auch zu ihren Aufgaben auf Streife, "da die Bürger natürlich viele Fragen bezüglich der Ausgangsbeschränkung haben, was sie machen dürfen und was verboten ist".

Langenhorst ist als freiwillige Helferin im Gesundheitsamt dafür zuständig, Leute anzurufen, die mit nachweislich Infizierten Kontakt hatten. "Dann schaue ich, wie nah jene mit der Person in Kontakt gekommen sind, und ordne denen dann eine Quarantäne an oder nicht. Auch erkläre ich, was zu beachten ist, was sie dürfen und was nicht", berichtete die 24-Jährige. 

Sie hilft bei der Behörde aus, weil ihr Vater Amtsarzt ist und dort zunächst zu wenig Personal vorhanden war. "Da war Not am Mann. Die regulären Angestellten sind nicht mehr hinterher gekommen", schilderte sie. Die Sportsoldatin hat Zeit, weil ein Lehrgang bei der Bundeswehr ausfiel.

Update 5. April, 21.30 Uhr: FC Bayern trainiert von Montag an unter Auflagen in Kleingruppen

Der FC Bayern München kehrt wieder auf den Rasen zurück. Der deutsche Fußball-Rekordmeister trainiert von diesem Montag an zumindest wieder in Kleingruppen. Nach dpa-Informationen sollen die Einheiten in der Corona-Krise unter strengen Auflagen und unter Einhaltung aller vorgegebenen Regelungen stattfinden. 

"Das Training findet selbstverständlich unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt", teilte der Rekordmeister zudem am Sonntagabend mit. "Damit die Ausbreitung der Corona-Pandemie weiter verlangsamt werden kann, bittet der FC Bayernseine Fans, auch weiterhin den Anweisungen der Behörden zu folgen und daher auch bitte nicht ans Trainingsgelände des FC Bayern zu kommen."

Einige der 18 Bundesligisten hatten bereits in der vergangenen Woche wieder mit dem Training begonnen, bei zahlreichen weiteren Clubs soll von Montag an wieder auf dem Platz trainiert werden. Die Saison ist derzeit bis mindestens Ende April ausgesetzt.

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Update 5. April, 20.50 Uhr: Innenminister bewertet positive Tendenzen

Im Vergleich zum Vortag gab es am Sonntag einen 5,6 prozentigen Anstieg an Corona-Infektionen, teilte das Innenministerium am Abend mit. 

Die Zahlen seinen mit Vorsicht zu genießen, deuten aber auf eine positive Tendenz hin, so Innenminister Joachim Herrmann (CSU). 

Erst am Montag wird sich zeigen, ob die Tendenz nur eine sogenannte "Sonntagsdelle" darstellt, oder ob sich die Fallzahlen tatsächlich entsprechend weiter entwickeln. 

"Was man aber schon heute sicher sagen kann, ist, dass wir auch für diesen Sonntag keinen exponentiellen Aufwuchs bei den Neuinfektionen registrieren müssen, sondern uns weiterhin im statistischen Korridor der letzten Tage bewegen", erklärte Herrmann. 

Das sei, wie auch die Anzahl an Genesenen (5190), eine gute Nachricht. 

Kein Verkehr fährt auf der sonst stark befahrenen Nymphenburger Straße in München.
Kein Verkehr fährt auf der sonst stark befahrenen Nymphenburger Straße in München.  © Felix Hörhager/dpa

Update 5. April, 17.50 Uhr: Sommersemester in Bayern beginnt mit Online-Vorlesungen

Auch in Zeiten der Corona-Krise soll an Bayerns Hochschulen studiert werden können. Zum Schutz vor einer weiteren Ausbreitung des Virus beginnt das Sommersemester aber zunächst mit Online-Vorlesungen. 

"Wir starten den Lehrbetrieb für alle Studentinnen und Studenten am 20. April komplett digital", sagte dem Wissenschaftsminister Bernd Sibler (CSU) am Sonntag. 

Der Gesundheitsschutz habe oberste Priorität. Ob man im Laufe des Sommers nach und nach zur Präsenzlehre zurückkehren könne, sei noch nicht absehbar.

Der digitale Vorlesungsbetrieb verlange von allen Gruppen - Hochschulen, Lehrenden und Studenten - ein hohes Maß an Flexibilität. "Ich bin aber sehr zuversichtlich, dass wir alle diese Bewährungsprobe bestehen werden", sagte Sibler. 

Mit Blick auf die Prüfungen zum Ende des Semesters arbeiteten die Hochschulen an praktikablen Lösungen.

Update 5. April, 17.30 Uhr: Polizei betont, dass Aufenthalte im Freien ohne Bewegung verboten sind

Die Münchner Polizei weist darauf hin, dass Aufenthalte im Freien, wie Sonnenbaden oder Picknicken  - auch alleine - nicht erlaubt sind. Bleib in Bewegung, wenn Du draußen unterwegs bist! Mehr dazu >>>hier

Update 5. April, 17 Uhr: Polizei stellt Anzeigen gegen Verstöße aus

In Parks und auf öffentlichen Plätzen stellte die Polizei im Norden Schwabens am Freitag und Samstag im Vergleich zu den vorangegangenen Tagen allerdings deutlich mehr Verstöße fest, wie sie am Sonntag mitteilte. 

Etwas mehr als 300 Menschen erhielten demnach eine Anzeige nach dem Infektionsschutzgesetz. 

In Augsburg schnitt ein 69-Jähriger auf seinem Weg durch einen Park mehrere Absperrbänder mit einem Taschenmesser ab.

Auch in Franken wurden am Wochenende laut Polizei zahlreiche Anzeigen erhoben. In Unterfranken kontrollierten die Beamten am Samstag rund 15 Motorradfahrer, die bei dem warmen Wetter eine Spritztour machten. In Bad Brückenau (Landkreis Bad Kissingen) lösten sie ein Treffen von neun Jugendlichen und jungen Erwachsenen in einer Wohnung auf. Insgesamt erhielten in Unterfranken rund 270 Menschen eine Anzeige.

Zwar genossen an den bayerischen Seen viele Menschen die Sonne bei einem Spaziergang, die meisten hielten sich aber an die Regeln, wie die Polizei in Oberbayern mitteilte. Trotzdem bekamen in der Region allein am Samstag 480 Menschen Anzeigen wegen Verstößen. 

Im Karwendel trafen die Beamten auf zwei Camper, die dort ihre Zelte aufgeschlagen hatten. Sie mussten den Heimweg antreten.

Innenminister Joachim Herrmann (CSU) hatte am Samstagnachmittag bereits eine positive Bilanz gezogen. "Die Polizei stellt fest, dass sich die allermeisten Bürger sehr gut an die Vorschriften halten", sagte er. 

Es habe keinen großen Ausflugsverkehr ins bayerische Oberland und nur sehr wenige Ausflügler und Touristen gegeben.

Ein Polizeibus fährt im Olympiapark bei schönstem Sonnenschein durch eine Grünfläche auf der sich Menschen tummeln. Längere Aufenthalte ohne Bewegung sind verboten.
Ein Polizeibus fährt im Olympiapark bei schönstem Sonnenschein durch eine Grünfläche auf der sich Menschen tummeln. Längere Aufenthalte ohne Bewegung sind verboten.  © Felix Hörhager/dpa

Update 5. April, 15 Uhr: Mehrheit der Bürger in Bayern hält Corona-Regeln ein

Die Menschen in Bayern haben sich am Wochenende nach Polizeiangaben weitgehend an die wegen der Corona-Krise geltende Ausgangsbeschränkungen gehalten. 

Bei Sonnenschein und frühlingshaften Temperaturen zog es zwar Spaziergänger und Freizeitsportler an die frische Luft, jedoch hielten sich die meisten Menschen an die Vorgaben - also entweder alleine oder nur mit dem Partner oder Familienangehörigen unterwegs zu sein.

Die Polizei in München registrierte nach eigenen Angaben zwischen Samstag- und Sonntagmorgen bei gut 9000 Kontrollen etwas mehr als 370 Verstöße. So fand beispielsweise in der Nacht zum Sonntag in einer Wohnung und einem Innenhof eines Mehrfamilienhauses eine Party statt, bei der auch mehrere Besucher anwesend waren, die nicht in dem Haus lebten. 

In Memmingen im Allgäu beispielsweise beendete die Polizei eine Geburtstagsparty mit sieben Gästen sowie eine ebenso unerlaubte Familienfeier.

Ministerpräsident Markus Söder (CSU) wandte sich am Sonntag mit einem eindringlichen Appell an alle Bürger im Freistaat: "Wenn man raus schaut: Das Wetter ist super. Und ich habe total Verständnis, dass es einen raus drängt", sagte er in einer Videobotschaft auf dem Kurznachrichtendienst Twitter. 

Aber: "Bitte auf die Regeln achten." Ansonsten würde die Erfolge, die es schon gebe, gefährdet werden.

Update 5. April, 14.45 Uhr: Auch Nürnberg und Fürth ab Montag im Training

Auch die Fußballer des 1. FC Nürnberg und der SpVgg Greuther Fürth kehren in der Corona-Krise zurück auf den Trainingsplatz. 

Die beiden fränkischen Zweitligisten erhielten Genehmigungen, von Montag an unter strengen Auflagen wieder rudimentäre Teameinheiten abzuhalten. Vorgesehen sind dabei Übungen in "Kleinstgruppen" wie die Vereine am Sonntag mitteilten. 

Bislang waren nur Individualeinheiten möglich, die Mannschaft beim "Club" musste wegen des positiven Covid-19-Befunds von Abwehrspieler Fabian Nürnberger sogar zwei Wochen komplett in häusliche Quarantäne.

"Sollte es die Gesamtsituation in Deutschland zulassen, dass diese Saison ihre Fortsetzung findet, ist jede noch so minimale Verbesserung der Arbeitsbedingungen ein nicht ganz unwichtiger Faktor und dazu gehört angeleitetes Individualtraining mit dem Ball unter Aufsicht eines Trainers" sagte Nürnbergs Vorstand Robert Palikuca.

Fürths Geschäftsführer Rachid Azzouzi kündigte an: "Wir achten auf höchste hygienische Standards, die Kleinstgruppen trainieren mit unterschiedlichen Trainern, auf unterschiedlichen Plätzen, zu unterschiedlichen Zeiten. Die Kabine und innenliegenden Mannschaftsbereiche bleiben dabei sogar gänzlich geschlossen."

Auch die Spieler des FC Bayern können am Montag erstmals wieder eingeschränkt an die Säbener Straße zum Training kommen, wie der deutsche Rekordmeister zuvor mitgeteilt hatte. Der FC Augsburg hatte die Form des Trainings bereits zuletzt praktiziert. 

Mehr zu den Trainings der Profi-Teams findest Du >>>hier.

Update 5. April, 14.30 Uhr: Neu Fallzahlen für Bayern, über 3600 Menschen in München infiziert

In Bayern sind inzwischen 24.350 Menschen positiv auf das Coronavirus Sars-CoV-2 getestet worden. 

Die Zahl der Todesfälle ist nach Angaben des Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit binnen 24 Stunden um 41 gestiegen: von 370 auf 411. Das teilte das Landesamt am Sonntag (Stand 10.00 Uhr) auf seiner Homepage mit. Den Angaben zufolge waren es am Vortag in Bayern 23.049 Infizierte.

In München allein wurden von Samstag auf Sonntag 193 neue Fälle (Stand 5. April, 13.30 Uhr) bestätigt. Damit sind insgesamt 3642 Menschen mit dem Coronavirus infiziert wurde.

In dieser Zahl enthalten sind 1.103 Personen, die bereits geheilt sind, sowie 14 Todesfälle.

Update 5. April, 14.25 Uhr: Fortschritte der Uni Erlangen bei Therapie für Corona-Patienten

Im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus setzt das Universitätsklinikum Erlangen auf die Transfusion von Blutplasma. 

Am Wochenende hat die Einrichtung die behördliche Zulassung für die Herstellung von therapeutischem Plasma erhalten, mit dem schwerkranke Covid-19-Patienten behandelt werden können sollen, wie Professor Holger Hackstein, Leiter der Abteilung für Transfusionsmedizin, mitteilte. 

Er sei froh, dass die entsprechenden Unterlagen von der Regierung für Oberfranken in Bayreuth zügig bearbeitet worden seien.

In den vergangenen Tagen hatte die Uniklinik bereits ehemalige Covid-19-Patienten zu Blutplasmaspenden aufgerufen. Daraus soll der Wirkstoff gewonnen werden. Wer eine Covid-19-Erkrankung hinter sich hat, habe Antikörper entwickelt, erklärte Hackstein. 

Damit könne anderen Patienten geholfen werden. Die Resonanz auf den Spendenaufruf sei enorm gewesen.

Das Uniklinikum Erlangen ist Hackstein zufolge eine der ersten Einrichtungen in Deutschland, die die Erlaubnis für die Herstellung von therapeutischem Plasma bekommen habe. 

Je mehr Kliniken mit diesem Verfahren arbeiten dürfen, desto besser sei es. Denn: "Es ist ein riesiger Bedarf da."

Ein Schild, das auf eine Sammelstelle hinweist, steht vor dem Internat der Hotelberufsschule, das derzeit zu einem Hilfskrankenhaus umgerüstet wird.
Ein Schild, das auf eine Sammelstelle hinweist, steht vor dem Internat der Hotelberufsschule, das derzeit zu einem Hilfskrankenhaus umgerüstet wird.  © Armin Weigel/dpa

Update 5. April, 14.10 Uhr: TSV 1860 trainiert wieder in Kleingruppen

Die Fußballer des TSV 1860 München trainieren von Montag an wieder in Kleingruppen. 

Wie der Drittligist am Sonntag mitteilte, wurde dem Club "eine entsprechende Sondergenehmigung für den Profifußball" durch die Behörden erteilt. Die Durchführung erfolge unter Einhaltung alle rechtlichen und hygienischen Vorgaben.

Aufgrund des angeordneten Versammlungsverbots werden die Einheiten bis auf Weiteres aber unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden. 

Die "Löwen" hatten vor knapp drei Wochen den Trainingsbetrieb eingestellt.

Update 5. April, 13.57 Uhr: Söder will nach der Corona-Krise Konjunktur ankurbeln

Markus Söder will die Konjunktur nach der Krise ankurbeln.
Markus Söder will die Konjunktur nach der Krise ankurbeln.  © Peter Kneffel/dpa-Pool/dpa

Ministerpräsident Markus Söder will nach der Corona-Krise mit Steuersenkungen und Innovationsanreizen in der Automobilindustrie die Konjunktur ankurbeln. Der CSU-Vorsitzende sagte der "Bild am Sonntag", der Solidaritätszuschlag solle ganz abgeschafft und früher umgesetzt werden.

Darüber hinaus will Söder die Automobilindustrie stärken. "Der Staat sollte den Kauf umweltfreundlicher Fahrzeuge massiv unterstützen. Damit sichern wir Arbeitsplätze, schützen das Klima und verbessern die Wettbewerbsfähigkeit unserer Automobilindustrie. Das kann uns nach Corona sogar nach vorn katapultieren." 

Söder, in dessen Bundesland große Autobauer angesiedelt sind, sprach von einem "vitalen Konjunkturprogramm".

CDU und CSU fordern schon seit geraumer Zeit die komplette Abschaffung des Solis. Vereinbart hatten sie im Koalitionsvertrag mit der SPD aber nur, dass er für 90 Prozent der Solizahler wegfällt. SPD-Finanzminister Olaf Scholz hatte daraufhin vorgeschlagen, den Soli für diese 90 Prozent ganz und für weitere 6,5 Prozent teilweise abzuschaffen. Dem Vorschlag der SPD, den Abbau des Soli nicht erst zum Januar 2021 umzusetzen, sondern schon auf Mitte 2020 vorzuziehen, wollte die Union bislang nicht folgen.

Bereits schon jetzt versucht man mit der sogenannten Umweltprämie, den Absatz von E-Autos anzukurbeln - mit bisher mäßigem Erfolg.

Update 5. April, 12.44 Uhr: Bayerns Innenminister Herrmann: "Kein Sonderrecht für Fußballvereine"

Joachim Herrmann (CSU), Innenminister von Bayern, trägt einen Mundschutz.
Joachim Herrmann (CSU), Innenminister von Bayern, trägt einen Mundschutz.  © Lino Mirgeler/dpa

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) hat bekräftigt, dass es im Kampf gegen Corona keine Ausnahmeregelungen für den Fußball geben wird. 

Die Bundesligen wollen so bald wie möglich den Spielbetrieb ohne Zuschauer wieder aufnehmen, um die wirtschaftlichen Schäden für die Clubs zu begrenzen. "Wir wollen den Sport-Interessen gerecht werden", sagte der Politiker am Wochenende in Miesbach. "Aber es kann kein Sonderrecht allein für Fußballvereine geben. Alles, was auch Fußballvereine machen, muss sich in das Gesamtgeschehen der Bundesrepublik Deutschland vernünftig einfügen."

Es gibt Überlegungen, wonach die Bundesliga-Saison etwa durch Englische Wochen und eine Isolierung der involvierten Mannschaften fortgeführt werden könne. Vorerst ist der Spielplan bis Ende April ausgesetzt. In Bayern gelten die Ausgangs- und Kontaktbegrenzungen zunächst noch zwei Wochen. "Wie es nach dem 19. April weitergeht, das wird von den Ministerpräsidenten am 14. April beraten werden. Deshalb kann ich für Fußballvereine noch nicht spekulieren", sagte Herrmann.

Der Innenminister sagte, dass Spitzenfußballer aktuell trainieren könnten, weil sie so ja ihren Beruf ausübten. "Aber sie sollen das Abstandsgebot einhalten", betonte er. Individuelle Fitnesseinheiten seien etwa kein Problem. Aber es mache "keinen Sinn, Trainingsarten durchzuführen, wo es zu einem engen persönlichen Kontakt kommt".

Der FC Augsburg trainiert bereits in Kleingruppen wieder auf dem Feld. Die Spieler des Rekordmeisters FC Bayern sollen von Montag an wieder am Vereinsgelände an der Säbener Straße unter strengen Auflagen trainieren.

Update 5. April, 12.30 Uhr: Einsätze der Polizei München mit Corona-Hintergrund

Wie das Polizeipräsidium München am Sonntag mitteilte, führten die Beamten im Zeitraum von Samstag 6 Uhr bis Sonntag 6 Uhr Uhr 9100 Kontrollen im Kontext der Corona-Pandemie durch. Dabei wurden 393 Verstöße angezeigt, von denen 374 die Ausgangsbeschränkung betrafen.

Unter anderem wurden zwei Privatpartys aufgelöst und die Personen angezeigt. 

Update 5. April, 11.25 Uhr: FC Bayern trainiert von Montag an unter Auflagen in Kleingruppen

Der FC Bayern München kehrt wieder auf den Rasen zurück. Der deutsche Fußball-Rekordmeister trainiert von diesem Montag an zumindest wieder in Kleingruppen. 

Nach dpa-Informationen sollen die Einheiten in der Corona-Krise unter strengen Auflagen und unter Einhaltung aller vorgegebenen Regelungen stattfinden. Zunächst hatte der "Kicker" darüber berichtet.

Laut dem Bericht werden die Profis in vier Gruppen aufgeteilt. Diese sollen in zeitlichen Abständen in der Tiefgarage am Vereinsgelände abgeholt und in mehrere Kabinen gebracht werden. Danach wird auf verschiedenen Plätzen trainiert. Duschen und Essen sollen die Stars anschließend zu Hause. Das Cybertraining, das zuletzt via Video-Chat durchgeführt wurde, kann als Variante in der Trainingsarbeit weiter genutzt werden.

Einige der 18 Bundesligisten hatten bereits in der vergangenen Woche wieder mit dem Training begonnen, bei zahlreichen weiteren Clubs soll von Montag an wieder auf dem Platz trainiert werden. Die Saison ist derzeit bis mindestens Ende April ausgesetzt.

Update 5. April, 11.19 Uhr: Augsburgs-Coach Herrlich gehört zur Risikogruppe

Heiko Herrlich sitzt bei einer Pressekonferenz in der WWK-Arena.
Heiko Herrlich sitzt bei einer Pressekonferenz in der WWK-Arena.  © Stefan Puchner/dpa

Neu-Trainer Heiko Herrlich vom FC Augsburg gehört in der Corona-Krise als ehemaliger Krebspatient auch zu einer Risikogruppe. Mitleid erwartet er deshalb oder wegen der aktuellen Zwangspause im Fußball aber nicht. 

"Ich habe es nicht schwer. Schwer haben es die Leute, die gerade krank sind oder im Krankenhaus um ihr Leben kämpfen", sagte der 48-Jährige der "Augsburger Allgemeinen" am Wochenende. Bei Herrlich war im Herbst 2000 ein bösartiger Hirntumor entdeckt worden, der mit einer Strahlentherapie entfernt wurde.

Am 10. März übernahm der ehemalige Nationalspieler den FC Augsburg, muss auf sein erstes Spiel aber warten. Wann wieder gespielt werden kann, ist unklar. "Jeder ist verunsichert, keiner weiß genau, wie er sich verhalten soll", sagte Herrlich. "Wir sehen eine riesige Welle auf uns zukommen. Und jeder hofft, dass sie nicht über ihm bricht."

Gerade wegen seiner eigenen Vergangenheit mahnt er zu Vorsicht im Kampf gegen die Pandemie. "Ich weiß, was es bedeutet, gesund zu sein", sagte Herrlich. Dabei sind die Augsburger einer der wenigen Bundesligisten, die zuletzt schon in Kleingruppen wieder zusammen trainiert haben. Andere Teams verzichteten darauf. "Ich denke, wir haben das hier sehr gut gelöst. Wir haben die Mannschaft auf mehrere Kabinen verteilt und trainieren in kleinen Gruppen", sagte Herrlich.

Die Liga hofft auf eine baldige Wiederaufnahmen des Spielbetriebs, zunächst ohne Fans im Stadion. Das wäre "ein Riesenschritt nach vorne. Es zeigt, dass es wieder aufwärtsgeht", sagte Herrlich. Geisterspiele würde er akzeptieren. "Es dürfen aber keine Farcespiele werden, nur um an die Fernsehgelder ranzukommen", stellte er klar.

Update 5. April, 11.03 Uhr: Bayern nimmt Corona-Patienten aus Paris auf

Wie Markus Söder am Sonntag mitteilte, wird Bayern zehn Corona-Patienten aus Paris aufnehmen.

"Das habe ich der französischen Botschafterin zugesagt. Europa muss zusammenstehen", so Bayerns Ministerpräsident.

Update 5. April, 11 Uhr: Söder kündigt Bonuszahlung für Pflegekräfte an

Markus Söder hat angekündigt, dass der Freistaat allen Pflegekräften einen Bonus von 500 Euro zahlen wird. 

"Zudem haben wir in allen Krankenhäusern, Pflege- und Seniorenheimen freies Essen und Getränke für die Beschäftigten eingerichtet", heißt es in einem Tweet des bayerischen Ministerpräsidenten.

Update 5. April, 10.45 Uhr: Verstöße gegen das Infektionsschutzgesetz am Münchner Hauptbahnhof

Wie die Bundespolizei München am Sonntag mitteilte, registrierten die Beamten einen deutlichen Anstieg Verstößen gegen das Infektionsschutzgesetz an Münchner Bahnhöfen im Gegensatz zur Vorwoche.

Acht Verstöße am Haupt- und Ostbahnhof wurden angezeigt. 

"In einigen Fällen wurde der Abstand von Personen zueinander nicht eingehalten, in anderen gab es Verstöße gegen die bayerischen Ausgangsbeschränkungen", heißt es in der Mitteilung. 

Ein Schild auf einer Parkbank im Nymphenburger Schlosspark weist auf die Ausgangsbeschränkungen in Bayern hin.
Ein Schild auf einer Parkbank im Nymphenburger Schlosspark weist auf die Ausgangsbeschränkungen in Bayern hin.  © privat

Update 5. April, 9.14 Uhr: Bayreuther "Ring"-Regisseur empfindet Absage als "Berufsverbot"

Der Regisseur Valentin Schwarz, der in diesem Jahr den "Ring des Nibelungen" bei den Bayreuther Festspielen inszenieren sollte, empfindet die Absage in Corona-Zeiten als eine Art "Berufsverbot". 

"Ich fürchte da einen gewissen ideellen und gesellschaftlichen Kollateralschaden, hoffe aber einfach für uns alle, dass wir die Krise gut überstehen. Es ist künstlerisch ein Jahr, wie es das in der Geschichte nur in Kriegszeiten oder nach Vulkanausbrüchen gegeben hat – ein Jahr ohne Sommer", sagte er im Interview der Deutschen Presse-Agentur. "Das Ganze in dieser Situation auf Eis legen zu müssen, das ist fast eine Entzugserfahrung. Es ist eine künstlerische Vollbremsung sondergleichen."

Dennoch habe er Verständnis für die Absage: "Natürlich hatten wir alle bis zum Schluss gehofft, aber ich finde es richtig, dass die Gesundheit der Mitarbeiter und des Publikums nicht riskiert wird."

Schwarz sollte den vierteiligen "Ring" mit den Opern "Rheingold", "Walküre", "Siegfried" und "Götterdämmerung" in diesem Sommer auf dem Grünen Hügel auf die Bühne bringen. Wegen der raschen Ausbreitung des Corona-Virus mussten die Festspiele aber abgesagt werden, der "Ring" soll 2022 nachgeholt werden. "

"Unsere Arbeit daran wird eben jetzt für zwei Jahre eingefroren und dann nach dem Auftauen taufrisch zum Einsatz kommen", sagte Schwarz der dpa.

Update 5. April, 7.05 Uhr: Cholera, Krieg, Inflation - Es wäre nicht die erste Oktoberfest-Absage

Noch ist nicht klar, ob das Münchner Oktoberfest in diesem Jahr angesichts der Corona-Pandemie stattfinden kann. Eine Absage wäre allerdings nicht die erste in der 210-jährigen Geschichte des berühmten Volksfestes - und es wäre auch nicht die erste wegen einer Seuche.

1810 hatte München zur Hochzeit von Kronprinz Ludwig - der spätere König Ludwig I. - mit Prinzessin Therese von Sachsen-Hildburghausen das erste Oktoberfest gefeiert. Schon das vierte Oktoberfest 1813 fiel aus - wegen der Kämpfe mit Napoleon.

Ein paar Jahrzehnte später grassierte die Cholera. Zwei Mal wurde das Fest wegen der Seuche abgesagt: 1854 und 1873. In der ersten Welle starben in München fast 7400 Menschen. Unter ihnen war auch Königin Therese, der zu Ehren die Wiesn zum ersten Mal stattgefunden hatte und nach der das Festgelände, die Theresienwiese, benannt ist. 

Bevor die Cholera knapp zwanzig Jahre später zurückkehrte, ließ im Jahr 1866 der preußisch-österreichische Krieg keine Feierlaune aufkommen, Bayern war hier an der Seite Österreichs dabei.

Auch während der Weltkriege gab es keine Oktoberfeste. So feierte München von 1914 bis 1918 nicht. 1919 und 1920 fanden zwar kleine Herbstfeste statt, die aber nicht als Oktoberfeste zählen. 

1923 wiederum hatten die Menschen wieder andere Sorgen: die Hyperinflation. Auch in diesem Jahr gab es keine Wiesn, ebenso während des Zweiten Weltkriegs. Erst 1949 ging es wieder richtig los. Insgesamt fielen rund zwei Dutzend Oktoberfeste aus. 

"Seit diesem Zeitpunkt musste das Oktoberfest nie wieder abgesagt werden — wir hoffen, dass das so bleibt", heißt es derzeit noch auf der Seite von Portal München, das Informationen der Stadt präsentiert.

Was eine Absage der Wiesn für München und Region bedeuten würde, lest Ihr >>> hier.

Eine bayerische Polizistin mit Mundschutz. (Symbolbild)
Eine bayerische Polizistin mit Mundschutz. (Symbolbild)  © Lino Mirgeler/dpa

Update 4. April, 22.15 Uhr: FC Bayern trainiert laut "Kicker" ab Montag in Kleingruppen

Bundesliga-Tabellenführer FC Bayern München nimmt einem Bericht des "Kicker" zufolge am Montag das Training auf dem Platz wieder auf. 

Der deutsche Fußball-Rekordmeister will demnach unter strengen Auflagen in Kleingruppen mit vier oder fünf Spielern erste Einheiten nach der Zwangspause wegen der Coronavirus-Pandemie absolvieren. Einige der 18 Bundesligisten hatten bereits in der vergangenen Woche wieder mit dem Training begonnen, bei zahlreichen weiteren Clubs soll ab Montag wieder auf dem Platz trainiert werden. 

Die Saison ist derzeit bis mindestens Ende April ausgesetzt.

Update 4. April, 21.30 Uhr: Innenminister bedankt sich und hofft weiter auf vernünftige Bürger

Innenminister Joachim Herrmann (CSU) bedankte sich am Abend bei der Bevölkerung. Eine "überwältigende Mehrheit" würde sich den Angaben des Innenministerium nach an die Auflagen halten. 

Die Polizei müsste nur selten bei "unerwünschten Pulks" eingreifen. Auf den Straßen sei wenig Verkehr und auch an den Grenzen käme es zu geringen Wartezeiten. 

"Danken möchte ich den eingesetzten Polizeibeamtinnen und Polizeibeamten sowie den Angehörigen der Sicherheitswacht für ihren schwierigen Dienst und ihr umsichtiges Agieren" so Herrmann.

Am Sonntag werden die regionalen Polizeipräsidien wieder mit von Kräften der Bereitschaftspolizei, den Reiter- und Diensthundestaffeln, der Wasserschutzpolizei und den Motorradkontrollgruppen unterstützt.

Herrmann hofft, dass die Bürger weiter vernünftig bleiben und umsichtig handeln.

Update 4. April, 20.20 Uhr: Ein Drittel der Neuinfektionen in Deutschland fällt auf Bayern

Im Vergleich zum Vortag hat die Zahl der Corona-Infektionen um 9,9 Prozent zugenommen, teile Innenminister Joachim Herrmann (CSU) am Samstagabend mit. 

Es handle sich um eine stabile Entwicklung so Herrmann. Gleichzeitig betonte der Innenminister aber, dass etwa ein Drittel aller Neuinfektionen in Deutschland auf Bayern entfällt.

"Die Richtung stimmt, aber wir sind noch nicht über den Berg!" hieß es in einer Mitteilung des Innenministeriums. 

Angesichts des Ferienbeginns und der guten Wetteraussichten sperrte das Landratsamt Starnberg wegen der Ausgangsbeschränkungen der Corona-Pandemie die beliebten Ausflugsziele, wie den öffentlich Steg 1.
Angesichts des Ferienbeginns und der guten Wetteraussichten sperrte das Landratsamt Starnberg wegen der Ausgangsbeschränkungen der Corona-Pandemie die beliebten Ausflugsziele, wie den öffentlich Steg 1.  © Ursula Düren/dpa

Update 4. April, 18 Uhr: Kardinal Marx blickt mit Hoffnung auf die Osterfeiertage

Kardinal Reinhard Marx hat sich mit einer Videobotschaft an die Katholiken in Bayern gerichtet. Darin appelliert er an die Menschen, in der Corona-Krise zusammenzuhalten. 

"Ostern bleibt Ostern! Auch wenn die Umstände in diesem Jahr schwierig sind", sagte der Erzbischof von München und Freising am Samstag. Die Osterbotschaft bleibe erhalten, auch wenn es keine Gottesdienste gibt.

Sein Dank gilt den pastoralen Mitarbeitern, sie hätten sich intensiv auf die bevorstehenden Tage vorbereitet. Besondere Grüße richtete er an die Kommunionskinder sowie an die Firmlinge. Sie sollten noch ein wenig Geduld haben, so Kardinal Marx. Kommunions- und Firmfeiern sind wegen der Ausbreitung des Coronavirus verschoben worden.

In der Karwoche werden die Gottesdienste aus dem Münchner Liebfrauendom live im Internet übertragen - auf diese Weise sollen die Gläubigen die Feiertage in Verbundenheit feiern können. 

"So können wir ein Zeichen setzen, dass wir gemeinsam glauben und gemeinsam die österliche Hoffnung in diese Welt hineintragen wollen."

Update 4. April, 17.50 Uhr: Mehrheit der Bürger im Freistaat hält Corona-Regeln ein

Trotz des frühlingshaften Wetters haben sich die Menschen in Bayern nach offiziellen Angaben weitgehend an die wegen der Corona-Epidemie geltenden Ausgangsbeschränkungen gehalten. 

Innenminister Joachim Herrmann (CSU) sagte am Samstag in Miesbach: "Die Polizei stellt fest, dass sich die allermeisten Bürger sehr gut an die Vorschriften halten." Es habe keinen großen Ausflugsverkehr ins bayerische Oberland und nur sehr wenige Ausflügler und Touristen gegeben.

Dennoch registrierte die Polizei etliche Verstöße gegen das Infektionsschutzgesetz, so etwa in München. Dort zeigte sie zwischen Freitag- und Samstagmorgen mehr als 230 Verstöße an. In Unterfranken leitete die Polizei nach eigenen Angaben im gleichen Zeitraum etwa 120 Verfahren ein.

In Schwaben traf die Polizei unter anderem mehrere Gruppen Jugendlicher an, die beispielsweise an einem Weiher zusammensaßen oder auf einem Sportplatz Fußball spielten. 

Eine Gruppe saß in einer Garage, rauchte Shisha-Pfeife und spielte Monopoly.

Update 4. April, 17.30 Uhr: Mann nach wiederholten Corona-Partys festgenommen

Weil ein Mann in Bamberg wiederholt Corona-Partys feierte, wurde er von der oberfränkischen Polizei festgenommen. 

Ein Richter bestätigte die Maßnahme bis zum 19. April. 

Viermal innerhalb einer Woche mussten Beamten zur Wohnung des 34-Jährigen ausrücken, weil dieser immer wieder Leute zu sich nach Hause einlud. Platzverweise und Anzeigen hielten den Mann aber nicht davon ab, weiter zu feiern.

Der Unbelehrbare wurde deshalb festgenommen und kam nun in eine Justizvollzugsanstalt.

Update 4. April, 17.20 Uhr: Herrmann und Aigner besuchen Krisenzentrum

Im Krisenzentrum im Landratsamt Miesbach hat sich Innenminister Joachim Herrmann (CSU) über die Arbeit der Helfer informiert. 

Der oberbayerische Landkreis Miesbach ist - unter anderem neben den Landkreisen Rosenheim und Tirschenreuth - besonders stark vom Coronavirus betroffen. Ein besonders drängendes Problem sei die Versorgung mit Masken und Schutzausrüstung, sagte Herrmann am Samstag. 

Auf Landes- und Bundesebene werde daran gearbeitet, für Nachschub zu sorgen, versicherte er. 

Herrmann dankte den Mitarbeitern von Kliniken, Pflegeeinrichtungen, Rettungsdiensten, Feuerwehr und Technischem Hilfswerk für ihren Einsatz. Begleitet wurde der Minister von Landtagspräsidentin Ilse Aigner.

Joachim Herrmann (CSU), Innenminister von Bayern, der einen Mundschutz trägt, spricht mit einer Polizistin vor der mobilen Einsatzzentrale des Katastrophenschutzes.
Joachim Herrmann (CSU), Innenminister von Bayern, der einen Mundschutz trägt, spricht mit einer Polizistin vor der mobilen Einsatzzentrale des Katastrophenschutzes.  © Lino Mirgeler/dpa

Update 4. April, 16 Uhr: Wegen Corona-Krise Aufnahmestopp in Behinderteneinrichtungen

Um die Ausbreitung des Coronavirus in bayerischen Behinderteneinrichtungen zu bekämpfen, herrscht dort seit Samstag ein Aufnahmestopp. 

"Menschen mit schweren Behinderungen können von schweren Krankheitsverläufen betroffen sein. Es ist wichtig, sie vor Ansteckungen zu schützen", teilten am Samstag Gesundheitsministerin Melanie Huml und Sozialministerin Carolina Trautner (beide CSU) mit. 

Ausnahmen seien möglich für Häuser, die neue Bewohner für 14 Tage in Quarantäne unterbringen können. Die Allgemeinverfügung gilt zunächst bis zum 19. April.

Eine ebensolche Maßnahme gilt seit Samstag bereits für Pflegeheime. 

Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hatte den Aufnahmestopp bereits am Mittwoch angekündigt, da sich das Coronavirus zunehmend in Alten- und Pflegeheimen ausbreitet.

Update 4. April, 15 Uhr: Spielzeugbranche trotz Ostergeschäft in der Krise

Vor Ostern freut sich die Spielwarenbranche normalerweise über gute Umsätze. Nicht so in diesem Jahr. 

"Das Frühjahrsgeschäft, besonders das Ostergeschäft, leidet bereits unter der Corona-Krise", sagte der Geschäftsführer des Deutschen Verbandes der Spielzeugindustrie (DVSI), Ulrich Brobeil. Existenzsorgen minderten die Kauflaune der Verbraucher. Problematisch seien für die Branche aber vor allem die geschlossenen Läden.

"Der Onlinehandel konnte und kann das nicht kompensieren", sagte Brobeil. Mehr dazu liest Du >>> hier

Ein großes Blatt Papier mit einem Regenbogen und der Aufschrift "Bleibt Gesund - Viel Glück" hängt an einem Fenster in München.
Ein großes Blatt Papier mit einem Regenbogen und der Aufschrift "Bleibt Gesund - Viel Glück" hängt an einem Fenster in München.  © Peter Kneffel/dpa

Update 4. April, 14.35 Uhr: 3449 Infektionen in München

In der bayerischen Landeshauptstadt wurden am Samstag (4. April, Stand 13.30 Uhr) 145 neue Corona-Fälle bestätigt. Damit sind in München aktuell insgesamt 3449 Infektionen gemeldet.

Enthalten sind in dieser Zahl derzeit 929 Personen, die bereits als geheilt gelten, sowie ferner zwölf Todesfälle.

Update 4. April, 14.15 Uhr: Neue Corona-Fallzahlen für Bayern

In Bayern sind inzwischen 23.049 Menschen positiv auf das Coronavirus Sars-CoV-2 getestet worden. 

Die Zahl der Todesfälle ist nach Angaben des Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit binnen 24 Stunden um 43 gestiegen: von 327 auf 370. Das teilte das Landesamt am Samstag (Stand 10.00 Uhr) auf seiner Homepage mit. 

Den Angaben zufolge waren es am Vortag 20.962 Infizierte.

Update 4. April, 13.17 Uhr: Chefin von Sozialverband kritisiert Aufnahmestopp in Pflegeheimen

Die Vorsitzende des Sozialverbandes VdK, Verena Bentele, kritisiert den Aufnahmestopp für bayerische Pflegeheime. Der Erlass des Gesundheitsministeriums sei "überhaupt nicht richtig", sagte sie am Samstag dem Bayerischen Rundfunk. Sie forderte außerdem deutlich mehr Tests von Bewohnern und Mitarbeitern in Pflegeheimen.

Viele Betroffene, die in Kliniken liegen, könnten nicht in ihr Zuhause zurück, weil sie sich nicht selber versorgen können, sagte Bentele. Viele ambulante Pflegedienste kämen mit der Arbeit nicht mehr nach und viele ausländische Pflegekräfte dürften nicht mehr einreisen.

Als Lösung schlägt die VdK-Vorsitzende vor, die Senioren außerhalb von Pflegeheimen unterzubringen, etwa in leerstehenden Hotels oder Wohnungen. Das sei zwar auch nicht einfach, aber es sollte "in die Anwerbung von Personen, die nicht mehr in der Pflege arbeiten, die aber eine pflegerische Ausbildung haben" investiert werden.

In Bayern werden seit Samstag keine Menschen mehr in Pflegeheimen aufgenommen. Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) reagiert damit auf die aktuelle Corona-Pandemie. Ziel dieser Verfügung ist es, die Menschen in den Heimen vor einer Erkrankung mit dem Coronavirus zu verhindern, hatte das Ministerium am Freitag mitgeteilt.

Verena Bentele fungiert als Die Vorsitzende des Sozialverbandes VdK. (Archivbild)
Verena Bentele fungiert als Die Vorsitzende des Sozialverbandes VdK. (Archivbild)  © Soeren Stache/dpa

Update 4. April, 13.15 Uhr: Münchner Polizei mit knapp 8200 Kontrollen

Im Zeitraum von Freitag 6 Uhr bis Samstag 6 Uhr gab es laut Mitteilung der Polizei München erneut eine Vielzahl von Kontrollen und Einsätzen im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums. Inbegriffen sind dabei die Stadt sowie der Landkreis München.

Die Einhaltung der Regelungen der aktuellen Verordnungen wurden im Rahmen von knapp 8200 Kontrollen überprüft. Dabei wurden laut Beamten insgesamt 242 Verstöße angezeigt, von denen 234 die Ausgangsbeschränkungen betrafen. 

Update 4. April, 13.10 Uhr: Wetter in Bayern - Polizei Oberfranken mit wichtigem Appell

Die Sonne scheint, die Temperaturen klettern - und dennoch sollte man möglichst in der eigenen Wohnung bleiben oder nur alleine einen Spaziergang mit genügend Abstand zu anderen Menschen machen.

Die nächsten Tage werden oft sonnig bei frühlingshaften Temperaturen bis zu 20 Grad, wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) am Samstag mitteilte. Auch am Sonntag scheint dann in Bayern entsprechend oft die Sonne. Der Start in die neue Woche wird ebenfalls ähnlich: viel Sonne, wenig Wolken und angenehme Temperaturen.

Ein "Picknick im Park" sei dennoch keine gute Idee. Diesen Hinweis des Innenministeriums greifen die Beamten auf Twitter auf.

Der Hintergrund ist ernst: Die Infektionsgefahr ist beim geselligen Zusammensein im Freien noch immer viel zu hoch - sollten viele Menschen die "gleiche Idee haben", was bei diesem Wetter im Freistaat nicht unrealistisch erscheint.

Update 4. April, 11.35 Uhr: Absage des Oktoberfests?

Das Coronavirus legt weltweit derzeit nahezu alles lahm. An große Events oder Feste ist nicht zu denken. Doch wie sieht es im Hinblick auf den weiteren Verlauf des Jahres aus? Ist das Oktoberfest in München etwa in Gefahr?

Stephan Pilsinger, CSU-Politiker und Mitglied im Gesundheitsausschuss des Deutschen Bundestages, hat hierzu eine klare Meinung. "Als Arzt halte ich es aus medizinischer Sicht für höchst kritisch, wenn die Wiesn dieses Jahr stattfindet. Nach dem was wir heute wissen, wird das Virus nicht von heute auf morgen verschwinden. Im Gegenteil", erklärte Pilsinger im Gespräch mit der "Abendzeitung" und schob nach: "Die Virologen gehen davon aus, dass die Ausbreitung in Wellen stattfinden wird."

Er sei deshalb der "festen Überzeugung", dass "die Stadt München sobald wie möglich reinen Tisch machen" müsse. "Eine verbindliche Entscheidung sollte wirklich rechtzeitig getroffen werden, um allen Beteiligten Planungssicherheit zu geben und weitere Schäden abzuwenden." Erfolge eine Absage zu spät, würden "deutlich mehr Kosten entstehen". Dies müsse klar sein.

"Auch wenn das Virus in den Sommermonaten vermutlich eher auf die kältere Südhalbkugel ausweicht, müssen wir mit einer zweiten Infektionswelle spätestens im Herbst rechnen", begründete Pilsinger seine Sichtweise. "Also genau dann, wenn das Oktoberfest stattfindet. Und wenn wir uns jetzt vorstellen, dass hier Menschen aus aller Welt auf engstem Raum zusammenkommen, dann haben wir am Ende eine Situation, die Ischgl vermutlich noch in den Schatten stellen würde." 

In "Anbetracht der aktuellen Situation" würde er deshalb entsprechend klar abraten, die Wiesn stattfinden zu lassen.

Corona-Krise: Ist das Oktoberfest in München etwa in Gefahr? (Archivbild)
Corona-Krise: Ist das Oktoberfest in München etwa in Gefahr? (Archivbild)  © Felix Hörhager/dpa

Update 4. April, 10.35 Uhr: Versicherer kommen Kunden in Corona-Krise entgegen

Große Versicherer kommen ihren Kunden in der Corona-Krise entgegen. Der Marktführer Allianz erweitert in mehreren Bereichen den Umfang seiner Policen und will sich bei Zahlungsschwierigkeiten seiner Kunden kulant zeigen. "Die Botschaft ist: Wir sind da", sagte Bernd Heinemann, Vorstandsmitglied der Allianz Deutschland, der Deutschen Presse-Agentur in München.

Das Münchner Unternehmen hat in Deutschland mehr als 20 Millionen Kunden, Nummer zwei ist die Generali-Gruppe mit 10 Millionen. Der italienische Konzern richtet einen Nothilfefonds in Höhe von 30 Millionen Euro ein, der vor allem für Firmenkunden und "junge Geschäftspartner" gedacht ist, wie das Unternehmen mitteilte.

Auch der größte öffentliche Versicherer in Deutschland, der Konzern Versicherungskammer, will einer Kundengruppe besonders entgegenkommen: Gastronomen und Hoteliers, wie das Münchner Unternehmen mitteilte.

Update 4. April, 10.15 Uhr: Wasserwacht warnt bayerische Wassersportler in Corona-Krise

Die bayerische Wasserwacht hat zum Verzicht auf Wassersport aufgerufen, um Rettungskräfte in der Corona-Krise nicht zusätzlich zu fordern. Die Wachstationen seien aktuell nicht besetzt. "Bei Gewässertemperaturen von aktuell rund 8 Grad kann ein Notfall tödlich enden", warnte Wasserwacht-Chef Thomas Huber.

Laut Bayerischem Roten Kreuz (BRK) müssen zur Zeit in allen Bereichen Einsatzressourcen geschont werden. "Es bezieht sich natürlich nicht nur auf das Wasser, sondern auch auf die Berge", sagte ein Sprecher des BRK am Freitag.

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) sagt für Bayern ab Sonntag Höchstwerte um die 20 Grad voraus. Im Freistaat gelten weiterhin Ausgangsbeschränkungen.

Update 4. April, 10 Uhr: Freistaat richtet in der Corona-Krise Hilfskrankenhäuser ein

Der Freistaat bereitet sich mit der Errichtung von Hilfskrankenhäusern auf eine mögliche massive Zunahme an schweren Covid-19-Fällen vor. Besonders geeignet seien bestehende Reha-Kliniken oder andere Einrichtungen mit ausreichender Infrastruktur, wie Gesundheitsministerin Melanie Huml und Innenminister Joachim Herrmann (beide CSU) am Samstag mitteilten. So sollen zusätzliche stationäre Kapazitäten geschaffen werden.

Bereits Ende März hatte Huml angekündigt, dass in den 26 bayerischen Rettungsleitstellen-Bereichen Hilfskrankenhäuser entstehen sollen. Planung und Aufbau würden von den Katastrophenschutzbehörden vor Ort organisiert. Wo und wann eine solche Einrichtung in Betrieb genommen wird, werde in Abstimmung mit dem Gesundheits- und Innenministerium entschieden.

Ein Hilfskrankenhaus soll laut Herrmann mindestens 90 Betten umfassen und Huml zufolge möglichst in der Nähe einer bestehenden Klinik eingerichtet und dieser organisatorisch zugeordnet werden. Um eine Infektionsgefahr möglichst auszuschließen, müssten an Covid-19 Erkrankte, Verdachtsfälle und andere Patienten unbedingt voneinander getrennt sein, sagte Huml. Das gelte auch für das Personal, das diese drei Patientengruppen betreut.

Bayern bereitet sich mit Hilfskrankenhäusern auf eine mögliche massive Zunahme an Covid-19-Fällen vor. (Symbolbild)
Bayern bereitet sich mit Hilfskrankenhäusern auf eine mögliche massive Zunahme an Covid-19-Fällen vor. (Symbolbild)  © Marijan Murat/dpa

Update 4. April, 9.55 Uhr: Gehaltsverzicht beim FC Bayern gilt zunächst bis Ende April

Der Gehaltsverzicht der Fußball-Profis und der Vereinsführung des FC Bayern München wegen der Corona-Krise gilt zunächst für den laufenden Monat. Das berichtete Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge im "Bild"-Interview.

"Die Spieler und die Führung verzichten erstmal im April auf 20 Prozent. Mit dem Geld ist gewährleistet, dass kein normaler Angestellter beim FC Bayern weniger Netto in der Tasche hat", erklärte der Bayern-Boss. Sollte die Spielpause der Bundesliga wegen der Virus-Pandemie länger dauern, "werden wir uns mit unserem Spielerrat Ende des Monats zusammensetzen und besprechen, wie es weitergeht", kündigte Rummenigge (64) an. 

Die Mitgliederversammlung der Deutschen Fußball Liga (DFL) hatte in dieser Woche beschlossen, dass der Spielbetrieb in der Bundesliga mindestens bis zum 30. April ausgesetzt bleibt.

Update 4. April, 9.30 Uhr: Bayern nimmt zehn Corona-Patienten aus Paris auf

Der Freistaat will in der Corona-Krise zehn schwerkranke Covid-19-Patienten aus Paris zur Behandlung in bayerische Kliniken aufnehmen. Das teilte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am Samstagmorgen über den Kurznachrichtendienst Twitter mit. Er habe der französischen Botschafterin Unterstützung zugesagt. 

"In der Not helfen Freunde", schrieb Söder. Und: "Europa muss zusammenstehen." Seit vergangenen Sonntag hat Bayern bereits zehn Corona-Patienten aus Italien zur medizinischen Versorgung aufgenommen.

Frankreich gehört neben Italien und Spanien zu den Ländern in Europa, die vom Coronavirus besonders betroffen sind. Seit dem 1. März starben in Frankreich mehr als 6500 infizierte Menschen. Auch andere Bundesländer nehmen Covid-19-Patienten zur Behandlung auf. 

In den vergangenen acht Tagen hat die Bundeswehr mehrfach infizierte Menschen eingeflogen.

Update 4. April, 9.20 Uhr: Carpendales beim Hamstern erwischt?

Mit mehreren vollen Einkaufswagen stehen Wayne und Annemarie Carpendale mitten in der Corona-Krise vor einem Großmarkt. Fängt das Promi-Paar jetzt etwa wie leider so viele andere Menschen das Hamstern an? Natürlich nicht! 

Hinter dem Bild steckt vielmehr eine tolle Aktion in schwierigen Zeiten. Welche? Das erfahrt Ihr >>> hier.

Wayne und Annemarie Carpendale vor dem Großmarkt.
Wayne und Annemarie Carpendale vor dem Großmarkt.  © Screenshot/Instagram Wayne Carpendale

Update 4. April, 8.39 Uhr: Hunde, Katzen & Co. können aufatmen

Vor Kurzem drohte dem Tierheim München noch der Kollaps. Aufgrund der Corona-Pandemie konnten keine Tiere vermittelt werden. Jetzt gibt es gute Nachrichten.

Wie diese lauten, erfahrt Ihr >>> hier.

Update 4. April, 7.09 Uhr: Osterhasen helfen in Münchner Supermarkt beim Abstandhalten

In einem Münchner Supermarkt helfen fortan Osterhasen dabei, die nötigen 1,5 Meter Mindestabstand zum Gegenüber einzuhalten. Angestellte haben dort eine niedrige Mauer aus Hunderten goldenen Schokohasen vor der Fleisch-, Fisch- und Käsetheke aufgebaut. 

So können die Kundinnen und Kunden weiterhin mit genügend Distanz an der Theke einkaufen.

Osterhasen helfen in einem Münchner Supermarkt beim Abstandhalten.
Osterhasen helfen in einem Münchner Supermarkt beim Abstandhalten.  © Felix Hörhager/dpa

Update 4. April, 7.04 Uhr: Wegen Corona-Krise Aufnahmestopp in Pflegeheimen

Um gegen die Ausbreitung des Coronavirus in bayerischen Pflegeheimen zu kämpfen, gilt in diesen Einrichtungen ab Samstag ein Aufnahmestopp. "Für ältere und pflegebedürftige Menschen besteht eine besonders hohe Gefahr, an Covid-19 mit schwerem Verlauf zu erkranken", teilte Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) mit. "Deshalb gibt es ab dem Samstag (4. April) einen Aufnahmestopp für Pflegeeinrichtungen in Bayern, um weitere Ansteckungen möglichst zu verhindern." 

Ausnahmen seien möglich für Häuser, die neue Bewohnerinnen und Bewohner für 14 Tage in Quarantäne unterbringen können.

Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hatte den Aufnahmestopp bereits am Mittwoch angekündigt. Darüber hinaus kündigte er an, dass die Schutzmaßnahmen in Pflegeeinrichtungen weiter verschärft werden sollen. Denn das Coronavirus breitet sich zunehmend auch in Alten- und Pflegeheimen aus. Verbände fordern eine bessere Ausstattung der Pflegekräfte mit Schutzkleidung.

Huml informierte, dass das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) eine eigene Task-Force einrichtet, die rund um die Uhr erreichbar sein soll. "Sie berät auch die Behörden vor Ort bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie."

Update 4. April, 7.03 Uhr: Spielwarenbranche rechnet mit Einbußen im Ostergeschäft

Die Spielwarenbranche rechnet wegen der Corona-Krise mit Einbußen im Ostergeschäft. 

Existenzsorgen drückten die Kauflaune der Verbraucher. Problematisch seien für die Branche aber vor allem die geschlossenen Läden, sagte der Geschäftsführer des Deutschen Verbandes der Spielzeugindustrie, Ulrich Brobeil. "Der Onlinehandel konnte und kann das nicht kompensieren."

Für die Spielzeuggeschäfte ist die Situation nach Angaben des Bundesverbandes des Spielwaren-Einzelhandels existenzbedrohend. Viele Händler versuchen nun ihre Ware auf anderen Wegen zu verkaufen - zum Beispiel, indem sie diese den Kunden nach Hause liefern.

Update 4. April, 7 Uhr: 84 Prozent der Bayern halten Ausgangsbeschränkungen für angemessen

Zwei Wochen nach Beginn der Ausgangsbeschränkungen zur Eindämmung des Coronavirus in Bayern hält eine große Mehrheit der Bürger die Maßnahmen für angemessen. 

Laut einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey im Auftrag der "Augsburger Allgemeinen" befürworten 84 Prozent der Menschen im Freistaat die Maßnahmen, elf Prozent lehnen sie ab. Die größten Befürworter waren Befragte im Alter von mehr als 65 Jahren. Unter ihnen fiel die Zustimmung mit 93 Prozent am höchsten aus, in der Altersgruppe zwischen 30 und 39 Jahren mit 73 Prozent am niedrigsten.

Das bayerische Kabinett hatte am Dienstag die Verlängerung der Ausgangsbeschränkungen mindestens bis zum 19. April beschlossen. Bis zum Ende der Osterferien darf die Wohnung nur aus begründeten Anlässen wie Arztbesuchen, Arbeitswegen oder dringenden Einkäufen verlassen werden.

Rund 84 Prozent der Menschen in Bayern halten die Ausgangsbeschränkungen im Freistaat für angemessen.
Rund 84 Prozent der Menschen in Bayern halten die Ausgangsbeschränkungen im Freistaat für angemessen.  © Peter Kneffel/dpa

Update 3. April, 22.09 Uhr: Klinikum in Dachau nimmt nur noch Covid-19-Patienten auf

Wegen einer Häufung von Covid-19-Erkrankungen nimmt ein Klinikum in Dachau nur noch positiv auf das Coronavirus getestete Patienten auf. Alle anderen werden abgewiesen, wie die Sprecherin des Helios Amper-Klinikums Dachau am Freitagabend mitteilte. 

Die Zahl der infizierten Menschen steige im Landkreis Dachau - und auch in der Klinik. Wie viele Covid-19-Patienten aktuell dort behandelt werden, teilte die Sprecherin nicht mit. Man versorge derzeit Covid-19-Patienten "aller Schweregrade".

Die Sicherheitsvorkehrungen würden verstärkt. Mitarbeiter der Klinik seien angehalten, im öffentlichen Raum einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen und sich außerhalb ihrer Arbeit in häusliche Quarantäne zu begeben. Zudem würden alle Patienten und alle Mitarbeiter auf das Coronavirus getestet. Ergebnisse lagen noch nicht vor.

Am Mittwoch hatte bereits eine Münchner Klinik mitgeteilt, den normalen Krankenhausbetrieb vorübergehend aufzugeben. Dort sollten gar keine neuen Patienten mehr aufgenommen sowie keine entlassen werden.

Update 3. April, 19.32 Uhr: Sommersemester an Hochschulen startet pünktlich und wird verlängert

Das Sommersemester an den bayerischen Hochschulen beginnt trotz der Corona-Krise wie geplant am 20. April. 

Das Vorlesungsende hingegen wird auf den 7. August verschoben, wie die Bayerische Universitätenkonferenz am Freitag in München mitteilte. Der Vorlesungszeitraum werde an den Universitäten und Hochschulen abhängig vom Lernfortschritt flexibel geregelt.

Bereits jetzt würden alle Anstrengungen unternommen, um zusätzlich digitale Lehrangebote zu entwickeln und für die bayernweit fast 400.000 Studierenden verfügbar zu machen, hieß es. 

"Die Hochschulen sind handlungsfähig und werden die ihnen übertragene Autonomie verantwortungsvoll nutzen."

Update 3. April, 18.08 Uhr: Hotels und Gaststätten sollen Geld aus Versicherungen bekommen

Eine Mitarbeiterin des Gesundheitsamtes hält in einem Corona Testzentrum ein Abstrichtupfer-Set in den Händen. Das Set besteht aus einem beflockten Tupfer und einem Röhrchen.
Eine Mitarbeiterin des Gesundheitsamtes hält in einem Corona Testzentrum ein Abstrichtupfer-Set in den Händen. Das Set besteht aus einem beflockten Tupfer und einem Röhrchen.  © Daniel Karmann/dpa

Viele bayerische Hotels und Gaststätten sollen in der Corona-Krise Geld aus ihren Betriebsschließungsversicherungen bekommen. 

Ob diese in der aktuellen Pandemie gelten ist zwar eigentlich strittig, doch die Branchenverbände, das bayerische Wirtschaftsministerium und Versicherungen haben sich auf einen Kompromiss geeinigt, wie das Ministerium am Freitag mitteilte. Demnach sollen 10 bis 15 Prozent der vereinbarten Tagessätze ausbezahlt werden.

"Das heutige Ergebnis ist aus Sicht aller Beteiligten eine tragfähige und vernünftige Lösung für beide Branchen", sagte Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler). Auch die Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft sprach von einer "ausgewogenen Lösung".

"Eine Ausnahmesituation in Form einer Pandemie wird von vielen Betriebsschließungsversicherungen nicht abgedeckt", erklärte ein Sprecher des Wirtschaftsministeriums, warum nur ein kleiner Teil der Summen ausgezahlt werden soll. "Solche Versicherungen greifen normalerweise, wenn der einzelne Betrieb von einer Schließungsanordnung betroffen ist." 

Jetzt seien aber alle Betriebe betroffen. Zudem dürften Beherbergungsbetriebe noch Geschäftsreisende unterbringen.

"Angesichts der angespannten betriebswirtschaftlichen Lage vieler Betriebe wäre es äußerst wünschenswert, wenn sich nun weitere Versicherungsunternehmen dieser Empfehlung anschließen würden", sagte Aiwanger. 

Bislang haben dem Ministerium zufolge Allianz, Versicherungskammer Bayern und die Haftpflichtkasse VVaG zugestimmt.

Update 3. April, 17.26 Uhr: Nach fünf Corona-Partys - 34-Jähriger in Haft

Nach wiederholten Corona-Partys ist ein Mann in Oberfranken für zwei Wochen in Gewahrsam genommen worden. 

Bis zum derzeitigen Ende der Ausgangsbeschränkungen am 19. April müsse der 34-Jährige in einer Justizvollzugsanstalt bleiben, teilte die Polizei am Freitag mit. Dort solle er über sein Verhalten nachdenken. 

Die Polizei war in der vergangenen Woche viermal zur Wohnung des Mannes in Bamberg gerufen worden, weil er Bekannte zum Alkoholtrinken eingeladen hatte. Beim fünften Mal am Donnerstagabend nahmen die Beamten den Mann mit. 

Im Rahmen der Ausgangsbeschränkungen sind private Treffen derzeit verboten, um die Ansteckungsgefahr mit dem Coronavirus zu minimieren.

Update 3. April, 16.37 Uhr: Trotz Osterferien wenig Verkehr in Bayern

Nur vier Inlandsflüge sind im fast menschenleeren Terminal vom Flughafen München zum Check-In gelistet.
Nur vier Inlandsflüge sind im fast menschenleeren Terminal vom Flughafen München zum Check-In gelistet.  © Matthias Balk/dpa

Trotz der Osterferien wird es in Bayern nach einer Prognose des ADAC nur wenig Verkehr geben. 

"Aufgrund der aktuellen Ausgangsbeschränkungen erwarten wir erheblich weniger Reiseverkehr rund um die Osterfeiertage und kaum Staus", teilte der Verein am Freitag mit. Wegen der Corona-Krise sind auch über Ostern keine Besuche bei Freunden oder Verwandten erlaubt.

Normalerweise sei Gründonnerstag der staureichste Tag im ganzen Jahr, hieß es weiter. An dem Tag kommen Reise- und Berufsverkehr zusammen. Heuer müssten Auto- und Lastwagenfahrer in Bayern nur an den Grenzen wegen verschärfter Kontrollen mit Wartezeiten rechnen.

Auch an den bayerischen Flughäfen wird an Ostern wegen der Corona-Krise deutlich weniger los sein. Am Freitag vor den Ferien verzeichnete der Flughafen München 2019 nach eigenen Angaben 1200 Starts und Landungen - dieses Jahr nur 51. In beiden Ferienwochen des vergangenen Jahres seien 18.000 Flüge mit mehr als zwei Millionen Passagieren angemeldet gewesen.

Der Flughafen Nürnberg rechnete 2019 mit mehr als 175.000 Reisenden in den Osterferien. Dieses Jahr gebe es wegen der vielen Einreiseverbote keine Flüge für Privatpersonen, sagte ein Sprecher. Der Flughafen sei aber für Rückhol-, Rettungs- oder Frachtflüge einsatzbereit. "Das ist unser Beitrag im Kampf gegen das Coronavirus."

"Wir haben in den kommenden zwei Wochen keinen planmäßigen Flugverkehr", teilte auch eine Sprecherin des Flughafens in Memmingen mit. Die Osterferien dauern in Bayern vom 4. bis 19. April.

Update 3. April, 16.11 Uhr: Ministerium bewirbt Plattformen für regionale Produkte und Angebote

Bayern will Konsumenten in der Corona-Krise gezielt auf regionale Angebote im Internet leiten, um heimische Betriebe in dieser Ausnahmesituation zu unterstützen. Dazu bewirbt das Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten einige Online-Plattformen, über die Direktvermarkter oder Produzenten mit Lieferservice gefunden werden können, wie es hieß.

Dazu gehören die Plattformen lokalhelden.bayern, wo das Ministerium Gastronomen mit Lieferservice auflistet sowie regionales-bayern.de mit einer Liste etwa von Wochenmärkten in Bayern. 

Darüber hinaus gibt es Gärtnereien (gaertner-in-bayern.de) und Baumschulen (baumschulen-in-bayern.de) mit Lieferservice sowie Online-Angebote, die Landwirte und Erntehelfen zusammenbringen sollen (daslandhilft.de, saisonarbeit-in-deutschland.de).

Update 3. April, 16.03 Uhr: Verleihungsgala des Bayerischen Fernsehpreises abgesagt

Wegen der Corona-Krise wird es in diesem Jahr keine Verleihungsgala des Bayerischen Fernsehpreises geben. 

Das Coronavirus verändere alles und so seien größere Veranstaltung aktuell weder plan- noch durchführbar, teilte das bayerische Digitalministerium am Freitag mit. "Wir müssen alles dafür tun, dass wir die Verbreitung von Corona verlangsamen, wenn nicht sogar stoppen. Daher kann der Festakt nicht wie geplant im Mai stattfinden", erklärte Digitalministerin Judith Gerlach (CSU). Die Jury werde ihre Arbeit aber fortsetzen.

Der Bayerische Fernsehpreis soll nach Angaben des Ministeriums allen Preisträgern im Rahmen einer Preisübergabe verliehen werden, sobald es die Umstände zulassen. Ein Termin dafür steht noch nicht fest.

Update 3. April, 15.42 Uhr: Bayern verschiebt Mediziner-Examen auf 2021

Wegen der Corona-Infektionen wird das Zweite Staatsexamen für Medizinstudierende auf 2021 verschoben. 

"Bayern setzt damit eine Verordnung des Bundesgesundheitsministeriums um. Klar ist: Wir haben uns die Entscheidung nicht leicht gemacht. Aber es gibt wichtige Gründe für die Verschiebung - vor allem mit Blick auf das Infektionsrisiko", sagte Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) am Freitag in München. 

Auch ohne das Zweite Staatsexamen könnten sich die Medizinstudenten sofort in der Gesundheitsversorgung einbringen und gleichzeitig ihr Studium fortsetzen.

"Es ist mir bewusst, dass wir den Studentinnen und Studenten damit viel abverlangen. Sie haben sich monatelang auf die Prüfungen vorbereitet und stehen in den Startlöchern", betonte Huml. Sie hoffe aber auf das Verständnis von allen Beteiligten.

"Mit dieser Regelung können wir die Prüflinge und aufsichtführenden Personen in der aktuellen Situation schützen und sorgen gleichzeitig dafür, dass die Ausbildung unseres Nachwuchses nicht von Covid-19 gebremst wird."

Update 3. April, 15.36 Uhr: Schutzmasken-Produktion in Niederbayern: Zertifizierung im Eiltempo

Normalerweise dauern Zertifizierungsprozesse elend lange - die im Auftrag der Staatsregierung gefertigten Mund-Nasen-Masken der Firma Zettel wurden in nur zehn Tagen zertifiziert. 

"Wir haben unter Hochdruck daran gearbeitet, dass die Masken als besonders hochwertige Masken zugelassen werden", erklärte Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) am Freitag.

Demnach verbessern die Masken den Schutz gegen eine Infektion mit dem Corona SARS-CoV-2-Virus. Die Masken seien auch vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte als OP-Maske zugelassen worden, teilte das Ministerium mit. Die Zertifizierung in Richtung FFP2-Standard laufe weiter.

Grundsätzlich unterscheidet etwa das Bundesinstitut zwischen selbst hergestellten Masken, medizinischem Mund-Nasen-Schutz und sogenannten filtrierenden Halbmasken (FFP2 und FFP3). Nur die FFP2- und FFP3-Masken dienen auch dem Eigenschutz, die anderen vorrangig zum Schutz der anderen vor möglicherweise infektiösen Tröpfchen des Mundschutz-Trägers.

Zettl ist eine von etlichen Firmen im Freistaat, die vorübergehend Schutzmasken herstellen oder herstellen wollen. Dazu gehören beispielsweise der Hemdenhersteller Eterna aus Passau sowie das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Oberpfaffenhofen.

Update 3. April, 15.26 Uhr: Innenminister Joachim Herrmann mit Appell

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann hat vor dem Beginn der Osterferien eindringlich an die Bevölkerung appelliert, die Ausgangsbeschränkungen im Kampf gegen das Coronavirus einzuhalten. 

Warum ein Ausflug laut Herrmann keinen Sinn ergibt, erfahrt Ihr >>> hier.

Joachim Herrmann (CSU), Innenminister von Bayern, hat sich die Menschen in Bayern appelliert.
Joachim Herrmann (CSU), Innenminister von Bayern, hat sich die Menschen in Bayern appelliert.  © Peter Kneffel/dpa

Update 3. April, 15.23 Uhr: Kurve in Bayern flacht leicht ab!

Rund zwei Wochen nach dem Start der strengen Ausgangsbeschränkungen in Bayern zeigt sich eine Verlangsamung der Corona-Neuinfektionen. Diese seien auf 9,4 Prozent gesunken, sagte Markus Söder (CSU) am Freitag in München.

Alle Informationen zur Veränderung der Kurve gibt es >>> hier.

Update 3. April, 15.20 Uhr: Neue Fallzahlen für München bekannt, drei weitere Menschen sind tot

In der bayerischen Landeshauptstadt wurden am Freitag insgesamt 205 neue Coronavirus-Fälle bestätigt. Damit sind in München aktuell 3304 Infektionen gemeldet.

Enthalten in dieser Fallzahl sind 805 Personen, die als geheilt gelten, sowie darüber hinaus auch zwölf Todesfälle. Bei den weiteren Toten handelt es sich um drei Patienten, die im Alter von 87, 90 sowie 91 Jahren verstorben sind.

Update 3. April, 14.57 Uhr: BRSO ersehnt Ende des Shutdowns

Aktuell ohne Chefdirigent und ausgebremst durch die Corona-Krise, steht das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks (BRSO) vor einer ungewissen Zukunft. "Ein Orchester, das nicht spielen kann, ist ein unglückliches Orchester", sagte Nikolaus Pont, Manager des BRSO, am Freitag in München. 

Man hoffe, am 20. April die Proben wieder aufnehmen zu können. Der Druck auf die Musiker und das Management werde mit jedem Tag des Shutdowns größer. "Das ist natürlich eine sehr unbefriedigende Situation."

Nach dem Tod des langjährigen Chefdirigenten Mariss Janons im Dezember 2019 musste die Saison 2020/2021 neu geplant werden. "Wir sind sehr froh, dass uns viele namhafte Dirigentinnen und Dirigenten in dieser Situation unterstützt und in ihre engen Terminkalender noch zusätzliche Projekte eingeplant haben." So übernahm Esa-Pekka Salonen kurzfristig eine Asien-Tournee, obwohl er in dieser Zeit eigentlich habe komponieren wollen, sagt Pont. Auch Gustavo Dudamel, Franz Welser-Möst und Zubin Mehta erklärten sich bereit, die Lücken zu füllen, die durch Jansons Tod gerissen wurden.

Höhepunkte des Programms der kommenden Saison ist eine konzertante Aufführung von Giuseppe Verdis Oper "Don Carlos" unter John Eliot Gardiner, die Fünfte Symphonie von Anton Bruckner unter Christian Thielemann, der erstmals am Pult des BRSO steht, sowie eine Orchesterresidenz des Starpianisten Igor Levit. Weitere Pultstars der Saison sind Sir Simon Rattle, Andris Nelsons, Yannick Nézet-Séguin sowie die Dirigentinnen Mirga Gražinytė-Tyla und Oksana Lyniv.

Aus dem Kreis namhafter Gastdirigenten, mit denen das Orchester oft schon seit Jahren zusammenarbeitet, soll voraussichtlich der künftige Chefdirigent hervorgehen. "Der orchester-interne Prozess der Kandidatensuche wird sich wegen Corona etwas verzögern", sagt Pont. Doch man hoffe, noch dieses oder Anfang kommenden Jahres einen Namen präsentieren zu können.

Update 3. April, 14.36 Uhr: Dreharbeiten zum Jubiläums-"Tatort" durch Corona gelähmt

Wegen der Corona-Pandemie liegen die Dreharbeiten für eine Reihe von "Tatort"-Krimis auf Eis. Betroffen ist auch der für dieses Jahr vorgesehene Jubiläumsfall zum 50. Geburtstag der Reihe. Es ist eine Doppel-Episode der TV-Ermittler aus München und Dortmund.

"Der Dreh des zweiten Teils des Jubiläums-'Tatorts' 'In der Familie' in München ruht aufgrund der aktuellen Beschränkungen bis auf Weiteres", berichtete der Westdeutsche Rundfunk in Köln auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. 

Der Bayerische Rundfunk in München verwies ergänzend auf "Pläne, wie die Sendeplanung zum Jubiläum noch gehalten werden könnte. Diese Pläne werden der weiteren Entwicklung der Corona-Situation entsprechend angepasst." 

Die Ausstrahlung war zu Beginn der Dreharbeiten für den Herbst 2020 angekündigt worden. Beim ersten Teil führte Dominik Graf Regie, beim zweiten Pia Strietmann.

Auch der Dreh zum neuen "Tatort" aus Franken in Bamberg ("Wo ist Mike?") ist gestoppt. "Der 'Tatort' aus Franken hat noch keinen festen Sendeplatz. Daher sind wir mit seiner Fertigstellung flexibler", erläuterte eine Sprecherin des Bayerischen Rundfunks. 

"Hier wird es besonders wichtig sein, dass der neue Drehzeitraum ein gefühlt jahreszeitliches Kontinuum der Außenaufnahmen ermöglicht."

Update 3. April, 14.32 Uhr: München stundet wegen Corona Gebühren für Biergärten und Terrassen

Zusammengeklappte Stühle und Tische von einem Biergarten sind auf dem fast menschenleeren Viktualienmarkt zu sehen.
Zusammengeklappte Stühle und Tische von einem Biergarten sind auf dem fast menschenleeren Viktualienmarkt zu sehen.  © Sven Hoppe/dpa

Wegen der Corona-Krise müssen Gastronomen in München vorerst keine Nutzungsgebühren für Biergärten und Außenterrassen bezahlen. 

"Die Sondernutzungsgebühren für die Freischankflächen für das Jahr 2020 werden bis auf Weiteres vollständig gestundet", sagte Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) am Freitag. "Es bedarf keines gesonderten Antrags. Ich habe die Stadtkämmerei gebeten alles Weitere zu veranlassen." Wegen der Corona-Ausbreitung dürfen derzeit bayernweit Gastronomiebetriebe nicht öffnen.

Unternehmen, die die Gebühr bereits bezahlt haben, soll der Betrag bei der Abrechnung für das Jahr 2021 unter Berücksichtigung etwaiger Entschädigungszahlungen von Bund und Land angerechnet werden. "Für die Abrechnung der Sondernutzungsgebühr gilt insgesamt: Wir werden abwarten, wie lange die Einschränkungen für Gastronomie der Allgemeinverfügung 'Veranstaltungsverbote und Betriebsuntersagungen anlässlich der Corona-Pandemie' gelten und natürlich sicherstellen, dass die Wirte nicht mit Gebühren für eine Fläche belastet werden, die sie nicht oder nur eingeschränkt nutzen konnten", sagte Reiter.

Update 3. April, 14.30 Uhr: Münchner Anwalt klagt gegen Gottesdienst-Verbot wegen Corona-Krise

Kurz vor Ostern verlangt ein Münchner Anwalt per Eilantrag vor dem Bayerischen Verwaltungsgerichtshof die Zulassung für religiöse Zusammenkünfte inmitten der Corona-Krise. 

"Das absolute Verbot verletzt mich in meiner Religionsfreiheit. Ähnlich den Regelungen zu lebensnotwendigen Dienstleistungsbetrieben wäre eine Erlaubnis mit strengen seuchenhygienischen Auflagen das mildere Mittel gewesen", sagte der Anwalt am Freitag der Deutschen Presse-Agentur in München. 

Er klage nicht nur als Katholik, sondern auch für andere Christen und Glaubensgemeinschaften, die den gleichen Einschränkungen unterworfen seien. "Hintergrund ist natürlich auch das Osterfest sowie das Paschafest." 

Mehr zur Klage erfahrt Ihr >>> hier.

Update 3. April, 14.21 Uhr: Einsätze der Polizei München im Corona-Kontext

Die üblicherweise stark besuchte Eisbachwelle in München ist mit Flatterband der Polizei abgesperrt. (Symbolbild)
Die üblicherweise stark besuchte Eisbachwelle in München ist mit Flatterband der Polizei abgesperrt. (Symbolbild)  © Peter Kneffel/dpa

Wie die Polizei München am Freitag mitteilte, führten die Beamten im Zeitraum von Donnerstag 6 Uhr bis Freitag 6 Uhr knapp 6700 Kontrollen im Zusammenhang mit den Corona-Regelungen durch. 

Dabei wurden 316 Verstöße angezeigt, von denen 290 die Ausgangsbeschränkung betrafen.

Update 3. April, 14.15 Uhr: Neue Fallzahlen für den Freistaat

In Bayern sind mittlerweile 20.962 Menschen positiv auf das neuartige Coronavirus getestet worden, wie das Bayerische Landesamt für Gesundheit am Freitag mitteilte. Die Zahl der Todesopfer steigt auf 327. 

Update 3. April, 13.43 Uhr: München Klinik übernimmt Hotelkosten für Pflegekräfte

Damit sich genügend zusätzliche Pflegekräfte zur Versorgung von Corona-Patienten melden, will die München Klinik sogar Hotelkosten für die Freiwilligen übernehmen. Für die Krankenhäuser suche man weiterhin Pflegekräfte und habe dafür kostenfreie Hotelkontingente für Menschen, die nicht in München wohnten, eingerichtet, teilte das Klinikunternehmen am Freitag mit.

In der bayerischen Landeshauptstadt fehlen weiterhin Pflegekräfte zur Versorgung der steigenden Zahl an Patienten durch das neuartige Coronavirus. Nach aktuellen Berechnungen erwartet die München Klinik den Höhepunkt der Patientenzahlen und damit auch der Intensivpatienten voraussichtlich Anfang Mai. "Dafür erhöhen wir unsere Intensivkapazitäten weiter, und dafür brauchen wir auch noch mehr Pflegekräfte", sagte Klinik-Chef Axel Fischer.

Man versuche solche Menschen zu gewinnen, die zum Beispiel früher bereits in der Pflege gearbeitet haben und in der aktuellen Situation helfen möchten. In Schulungen und in Begleitung von erfahrenen Pflegekräften mit Intensiv-Schwerpunkt würden sie für den Einsatz in der Klinik gezielt auf diese Unterstützung vorbereitet.

Update 3. April, 13.34 Uhr: Innenminister Herrmann: Ausflüge machen keinen Sinn

Innenminister Joachim Herrmann hat nichts gegen Spaziergänge im Wald. (Archiv)
Innenminister Joachim Herrmann hat nichts gegen Spaziergänge im Wald. (Archiv)  © Sven Hoppe/dpa

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann hat vor dem Beginn der Osterferien eindringlich an die Bevölkerung appelliert, die Ausgangsbeschränkungen im Kampf gegen das Coronavirus einzuhalten. "Es macht keinen Sinn, zig Kilometer an einen beliebten Ausflugsort zu fahren, wo Sie unweigerlich auf eine große Zahl an anderen Ausflüglern treffen", sagte Herrmann am Freitag in Nürnberg.

Die Landesregierung ist in Sorge, dass die Disziplin in der Bevölkerung über die Ferien nachlässt - zumal die Meteorologen zum Teil hervorragendes Ausflugswetter melden. "Nichts spricht gegen einen Spaziergang auf einem einsamen Waldweg", sagte Herrmann. Jedoch sei gerade an beliebten Treffpunkten in Parks, an Uferpromenaden oder in den Bergen mit so vielen Menschen zu rechnen, dass der Sicherheitsabstand nicht mehr eingehalten werden könne.

Herrmann kündigte scharfe Kontrollen der bayerischen Polizei an. Die zehn Präsidien seien mit 13 Einsatzzügen der Bereitschaftspolizei verstärkt worden. Es drohten für Verstöße teils empfindliche Bußgelder und Strafen. Er sagte aber auch: Eine Verschärfung der Ausgangsbeschränkungen sei weder geplant noch beabsichtigt. "Wir appellieren an die Vernunft der Bevölkerung."

In den vergangenen Wochen hat die Polizei bei 300.000 Kontrollen bereits 25.000 Verstöße gegen die Regelungen zum Kampf gegen Corona festgestellt. Der Präsident des Polizeipräsidiums Mittelfranken, Roman Fertinger berichtete von teils kuriosen Ermittlungen.

Bei einem Einbruch seien 600 Rollen Klopapier sowie Desinfektionsmittel gestohlen worden. Insgesamt sei aber die herkömmliche Belastung für die Polizei gesunken. "Wir haben keine Wohnungseinbrüche mehr, eher Ausbrüche", sagte Fertinger.

Update 3. April, 13.27 Uhr: Kimmich und Goretzka erhalten Ehrenpreis als Fußball-Botschafter

Ihre Initiative "We kick Corona" sammelte bereits 3,7 Millionen Euro: Joshua Kimmich (l.) und Leon Goretzka.
Ihre Initiative "We kick Corona" sammelte bereits 3,7 Millionen Euro: Joshua Kimmich (l.) und Leon Goretzka.  © Marius Becker/dpa

Die deutschen Fußball-Nationalspieler Joshua Kimmich und Leon Goretzka werden für ihre Initiative "We kick Corona" geehrt. Der Verein Deutscher Fußball Botschafter vergibt an die beiden Profis des FC Bayern München stellvertretend für das Engagement zahlreicher Fußballspieler in Zeiten der Coronavirus-Krise den Ehrenpreis. Wie am Freitag mitgeteilt wurde, sind bisher mehr als 3,7 Millionen Euro zusammengekommen.

Auch weitere Stars wie Mats Hummels (Borussia Dortmund) und Leroy Sané (Manchester City) haben sich der Initiative angeschlossen. Kimmich und Goretzka hatten selbst den Start-Betrag von einer Million Euro für soziale und karitative Einrichtungen gespendet. 

"Diese gemeinsame Initiative ist ein Ausdruck davon, zu geben und gegenseitig einander zu helfen. Eben das, worauf es in der jetzigen Situation ankommt", sagte Goretzka.

Die offizielle Übergabe des Preises im Mai findet wegen der Pandemie nicht statt. Man arbeite an einer Ersatzlösung, hieß es. 

Der Verein Deutscher Fußball Botschafter wurde 2012 gegründet und zeichnet nach eigenen Angaben deutsche Trainer und Spieler aus, die im Ausland zu einem positiven Image Deutschlands beitragen.

Update 3. April, 11.47 Uhr: Polizeipräsident lobt Corona-Disziplin der Bayern

Die Polizei ist mit dem Verhalten der überwiegenden Masse der Bürger Bayerns zufrieden.
Die Polizei ist mit dem Verhalten der überwiegenden Masse der Bürger Bayerns zufrieden.  © Sven Hoppe/dpa

Landespolizeipräsident Wilhelm Schmidbauer ist mit dem Verhalten der Bayern in der Corona-Krise zufrieden. 

"Ich kann ein ganz großes Lob aussprechen. Die ganz überwiegende Masse unserer Mitbürger und Mitbürgerinnen in Bayern sind sehr einsichtig", sagte er dem Radiosender "Bayern 2". 

Auch wenn an beliebten Ausflugszielen manchmal gegenteilige Bilder entstünden, hielten sich die Menschen "in hervorragender Weise an die Vorgaben der Ausgangsbeschränkungen". 

Dennoch kündigte er verstärkte Polizeikontrollen an - vor allem an den Ostertagen.

Zur Eindämmung des Coronavirus gelten in ganz Bayern seit dem 21. März umfangreiche Ausgangsbeschränkungen. Legitim ist der Gang an die frische Luft nur, wenn triftige Gründe vorliegen. 

Dazu zählen etwa der Weg zur Arbeit, notwendige Einkäufe, Arztbesuche, aber auch "Sport und Bewegung an der frischen Luft" - das aber nur alleine oder mit den Menschen, mit denen man in einer Wohnung zusammenlebt. Zudem müssen alle Gastronomiebetriebe geschlossen bleiben, ausgenommen davon sind lediglich Mitnahme-, Liefer- und Drive-in-Angebote.

Update 3. April, 11.45 Uhr: BayernLB will auf betriebsbedingte Kündigungen verzichten

Ungeachtet der Corona-Krise will die BayernLB bei ihrem Konzernumbau auf betriebsbedingte Kündigungen verzichten. Der weitere Personalabbau solle sozialverträglich erfolgen, betonte die Landesbank am Freitag in ihrer Mitteilung zum Jahresabschluss 2019. 

Die zu drei Viertel im bayerischen Staatsbesitz befindliche BayernLB hatte schon vor Beginn der Corona-Epidemie ihr Umbauprogramm angekündigt, der Abbau von 400 Stellen war bereits beschlossen. Wie viele noch hinzukommen werden, wird nach den Worten von Vorstandschef Stephan Winkelmeier "später im Jahr" feststehen.

Unmittelbar im Zusammenhang mit der Corona-Epidemie stellt die Landesbank ihre geplante 150-Millionen-Euro-Dividendenzahlung an Freistaat Bayern und Sparkassen vorerst bis Oktober zurück. Die Landesbank folge damit der Empfehlung der Europäischen Zentralbank, sagte Winkelmeier. Im vergangenen Jahr fiel der Nettogewinn von 822 auf 463 Millionen Euro.

Update 3. April, 11.43 Uhr: Wissenschaftler starten Corona-Bluttests in München mit Polizeihilfe

Zur Erforschung des Coronavirus werden ab Sonntag Mediziner und Wissenschaftler bei zufällig ausgewählten Menschen in München um Blutproben für eine breit angelegte Studie bitten. Viele Infizierte spürten nichts von ihrer Infektion, sagte Professor Michael Hoelscher, Leiter der Abteilung Infektions- und Tropenmedizin am Klinikum der Universität München, am Freitag in München. 

Daher sei davon auszugehen, dass es inzwischen eine erhebliche Dunkelziffer an Infektionen gebe - Schätzungen gingen von zwischen eins und zehn Prozent der Bevölkerung aus. Er kündigte an, dass für die Proben 3000 Haushalte zufällig ausgesucht würden. 

Mit der Studie könne herausgefunden werden, wie sich das Virus tatsächlich in der Gesellschaft ausgebreitet habe. Hoelscher bat alle Münchner um ihre Unterstützung. Die Forscher würden bei den Proben von der Polizei begleitet, so sei klar erkennbar, dass es sich nicht um Betrüger handle. Pro Probe müssten nur drei Milliliter Blut abgegeben werden. 

Das Blut werde dann auf Antikörper getestet. Hoelscher betonte, er gehe davon aus, dass die Ergebnisse der Studie auf die Erforschung der Krankheit in ganz Deutschland nutzbar seien.

Update 3. April, 11.38 Uhr: Virologin: Ohne Maßnahmen eine Million Corona-Tote zu befürchten

Eine Wissenschaftlerin der TU München ist sich sicher, dass die Krise dramatisch hätte enden können.
Eine Wissenschaftlerin der TU München ist sich sicher, dass die Krise dramatisch hätte enden können.  © Sebastian Gollnow/dpa

Ohne geschlossene Schulen und Ausgangsbeschränkungen wären nach Angaben der Münchner Virologin Ulrike Protzer eine Million Corona-Tote in Deutschland zu befürchten gewesen. 

"Ohne etwas zu tun, hätte das in Deutschland eine Million Menschenleben gekostet", sagte die Wissenschaftlerin von der Technischen Universität München (TUM) am Freitag. 

Mit den nun getroffenen Maßnahmen könne man davon ausgehen, dass "man diese Zahl auf deutlichst unter 100.000, hoffentlich unter 20.000 senken" könne. 

Sie warnte aber auch: "Wir haben immer noch in einer Zahl des exponentiellen Wachstums."

Nach Angaben von Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) steigen "die Zahlen weiter an, jeden Tag". Es sei aber "ein leicht positiver Trend erkennbar". 

Söder betonte: "Ohne die getroffenen Maßnahmen hätte sich die dramatisch entwickelt, wäre vielleicht sogar eskaliert."

Update 3. April, 11.35 Uhr: Kassenärzte geben nach Corona-Test Bescheid - bei 91 Prozent negativ

Seit Anfang März hat die Kassenärztliche Vereinigung Bayern (KVB) mehr als 38 000 Corona-Tests durchgeführt. Bei einem positiven Test meldet sich das Gesundheitsamt bei den Betroffenen und ordnet Maßnahmen an, in der Regel Quarantäne, wie die KVB erklärte. Derzeit sei das bei 8,7 Prozent der Fälle so - der Großteil der Tests sei somit negativ.

Getestete ohne das Virus würden vom KVB telefonisch informiert - bislang rund 35 000 Personen. Dies könne im Durchschnitt 6 Tage dauern. "Teilweise muss man Personen mehrmals anrufen, wenn niemand erreichbar ist", so ein Sprecher der KVB. Das erschwere die Arbeit.

In anderen Bundesländern, beispielsweise in Berlin, würden Personen mit einem negativen Test gar nicht mehr informiert. In Bayern sei das gesetzlich vorgeschrieben. Das Gesundheitsministerium teilte mit: "Das negative Befundergebnis soll selbstverständlich vom Hausarzt oder der KVB dem Patienten mitgeteilt werden."

Update 3. April, 11.32 Uhr: Söder: Leicht positiver Trend bei Corona-Infektionen erkennbar

Obwohl die Infektionen mit dem neue Coronavirus weiter steigen, ist ein leicht positiver Trend erkennbar. Die Zahl der Neuinfektionen sei auf 9,4 Prozent gesunken, sagte Ministerpräsident Markus Söder am Freitag in München. "Die Kurve flacht leicht ab."

Derzeit verdopple sich die Zahl der Infizierten nur noch in mehr als 6 Tagen. Vor den Schulschließungen habe sich die Zahl alle 2,5 Tage verdoppelt, sagte der Ministerpräsident. Daher sei eindeutig: Ohne die getroffenen Maßnahmen hätte sich die Situation dramatisch entwickelt, so Söder.

In Bayern sind nach Angaben des Robert-Koch Instituts inzwischen 20.237 Menschen positiv auf das Coronavirus Sars-CoV-2 getestet worden. Den Angaben zufolge sind bislang 307 Patienten gestorben, die mit dem Coronavirus infiziert waren.

"Die Kurve flacht leicht ab." Ministerpräsident Markus Söder teilt einen Hauch von Hoffnung mit. (Archiv)
"Die Kurve flacht leicht ab." Ministerpräsident Markus Söder teilt einen Hauch von Hoffnung mit. (Archiv)  © Matthias Balk/dpa

Update 3. April, 11.28 Uhr: Deutscher Amateur-Fußball steht bis auf Weiteres still

Der deutsche Amateur-Fußball steht auf unbestimmte Zeit still. Die 21 Landesverbände im Deutschen Fußball-Bund (DFB) haben sich gemeinsam auf eine Aussetzung des Spiel- und Trainingsbetriebes ab den Regionalligen bis auf Weiteres verständigt. Das teilten die Verbände am Freitag mit.

Eine mögliche Fortsetzung werde mit einer Vorlaufzeit von mindestens 14 Tagen angekündigt, um allen Vereinen ausreichend Planungssicherheit zu gewähren. "Nur Mediziner und die zuständigen Behörden können seriös beurteilen, wann Fußballspielen ohne Risiko wieder möglich ist", sagte der Präsident des Fußball-Verbandes Mittelrhein (FVM), Bernd Neuendorf.

Der Präsident des Bayerischen Fußball-Verbandes und DFB-Vize, Rainer Koch, hatte sich bereits am Donnerstag in einer Video-Ansprache an seine Vereine gewandt. "Ganz wichtig ist mir zu betonen: Das ist nicht zwingend gleichbedeutend mit dem Ende der Saison 2019/20", hatte Koch gesagt. "Wir brauchen kurz-, mittel- und langfristig Klarheit. Die kann uns in dieser Minute niemand verschaffen - kein Arzt, keine Ärztin, kein Virologe, keine Virologin, kein Politiker und keine Politikerin. Wir müssen deshalb mit finalen Entscheidungen noch abwarten."

Man müsse auch gemeinsam erörtern, "ob wir Amateurfußballer überhaupt ohne Zuschauer spielen wollen und können. Amateurfußball ist in dieser Hinsicht völlig anders als Profifußball zu sehen."

Update 3. April, 11.08 Uhr: Bayerns Wissenschaftler tun sich im Kampf gegen Coronavirus zusammen

Zur Erforschung des Coronavirus haben sich in Bayern rund 100 Wissenschaftler und rund 70 Medizinstudenten zu einem interdisziplinären Forschungsteam zusammengeschlossen. Dies teilten Ministerpräsident Markus Söder und Wissenschaftsminister Bernd Sibler (beide CSU) am Freitag in München mit. 

"Gemeinsam arbeiten wir daran, dieses Virus besser zu verstehen, es effektiv zu bekämpfen und erfolgreich aus dieser Krise hervorzugehen", sagte Sibler. Ziel sei es, Corona langfristig in den Griff zu bekommen und die spezifische Situation in Bayern abzubilden, betonte Söder. "Deswegen bündeln wir auch unsere gesamten wissenschaftlichen Kompetenzen."

"Mit Teamgeist gegen Corona - 100 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Bayern sowie rund 70 Medizinstudentinnen und -studenten unserer Universitäten haben sich in den letzten zwei Wochen zu einem interdisziplinären Team zusammengeschlossen und sich schnell und professionell auf dieses Projekt vorbereitet", sagte Sibler. 

Er sprach von einem "wegweisenden Bündnis wissenschaftlicher Expertise", welches ihn hoffnungsvoll stimme.

Update 3. April, 11.03 Uhr: Puma will Dividende aussetzen - Vorstand verzichtet auf Gehälter

Die Corona-Krise trifft auch die Sportartikelhersteller. (Archiv)
Die Corona-Krise trifft auch die Sportartikelhersteller. (Archiv)  © Daniel Karmann/dpa

Der Sportartikelhersteller Puma will wegen der Coronavirus-Pandemie die Dividende aussetzen. Wegen der "stark negativen Auswirkungen" auf sein Geschäft werde der Vorstand der Hauptversammlung einen entsprechenden Vorschlag machen. 

Das teilte das MDax-Unternehmen am Freitag in Herzogenaurach mit. 

Zudem soll der Vorstand zunächst im April zu 100 Prozent auf seine Gehälter verzichten. Danach werde die Situation neu beurteilt, teilte ein Sprecher auf Nachfrage mit.

Wegen der Virus-Pandemie wird Puma seine für den 7. Mai geplante Hauptversammlung nun digital abhalten. 

Außerdem wird sich der Termin für die Veröffentlichung der Ergebnisse für das erste Quartal um eine Woche vom 30. April auf den 7. Mai verschieben.

Update 3. April, 10.55 Uhr: Bestattern fehlt Schutzmaterial

Bei vielen Bestattern mangelt es an Schutzausrüstung. (Archiv)
Bei vielen Bestattern mangelt es an Schutzausrüstung. (Archiv)  © Daniel Karmann/dpa

Bestatter beklagen in der Corona-Krise einen massiven Mangel an Schutzmaterial. "Mittlerweile fehlt aufgrund der weltweiten Nachfrage teilweise schon das Material für die Versorgung unserer regulären Sterbefälle", sagte der Vorsitzende des Bestatterverbandes Bayern, Ralf Michal, am Freitag in Schweinfurt.

Jedes Jahr sterben in Deutschland rund 925.000 Menschen. "Für den Fall, dass es zu einem Anstieg der Sterbefälle aufgrund des Coronavirus käme, ist es bereits jetzt absehbar, dass dann nicht ausreichend Materialien zur Verfügung stünden", sagte Michal. 

Die Bestattungsunternehmen würden die hohen Preise für Atemschutzmasken, Handschuhe, Einwegschürzen und Desinfektionsmittel zahlen. "Sie haben aber mangels Verfügbarkeit im freien Handel gar keine Möglichkeit, dies zu tun."

Die Lage sei von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich, sagte Michal, der auch Vizepräsident des Bundesverbandes Deutscher Bestatter ist. Die meisten Bundesländer hätten den Bestatterberuf nicht als offiziell systemrelevant anerkannt, was die Versorgung schwieriger mache. In Bayern ist Bestatter laut Michal aber ein systemrelevanter Beruf.

In Thüringen seien Bestattungsunternehmen bei der Materialverteilung berücksichtigt worden, in Baden-Württemberg seien die Landkreise dafür zuständig. Dort könnten die Bestatterverbände als systemrelevante Berufe den konkreten Bedarf für die Unternehmen in der Region mitteilen.

"Wir möchten einfach alle Verstorbenen, ob infektiös oder nicht, würdig und unter Beachtung der Vorgaben des Robert-Koch-Institutes professionell versorgen und bestatten können", betonte Michal. "Ohne ausreichende Materialien ist dies aber gefährdet."

Update 3. April, 9.55 Uhr: 1. FC Nürnberg entscheidet über Wiederaufnahme des Teamtrainings

Der 1. FC Nürnberg will seine Fußball-Profis am Wochenende über die mögliche Wiederaufnahme des Mannschaftstrainings informieren. "Dann wird uns Auskunft gegeben, wie es weitergeht, ob wir am Montag vielleicht in kleinen Gruppen trainieren", verriet Stürmer Michael Frey (25) in einem vom fränkischen Fußball-Zweitligisten veröffentlichten Interview. Es gebe dazu am Samstag einen Videochat mit der ganzen Mannschaft.

Die Deutsche Fußball Liga (DFL) hat die Ligen-Pause wegen der Coronavirus-Pandemie mindestens bis zum 30. April verlängert. Ein Teamtraining ist für die 36 Profi-Clubs aus Bundesliga und 2. Bundesliga von Montag an wieder möglich, sofern das die Behörden gestatten.

Frey war wie auch seine Mannschaftskollegen und das Trainerteam un Chefcoach Jens Keller zwei Wochen in häuslicher Quarantäne, nachdem bei Fabian Nürnberger ein Coronavirus-Test positiv ausgefallen war. Am Freitag vor einer Woche ist die Frist um Mitternacht abgelaufen. «Ich habe erstmal einen 15-Meter-Sprint angezogen, aber dann schnell in einen Spaziergang umgesetzt», sagte der Schweizer Frey lachend.

Nach dem Ende der Isolation sei "man umso glücklicher", meinte er. "Die Decke fällt einem auf den Kopf. Ich habe es aber ziemlich gut überstanden. Ich hatte auch große Unterstützung von meiner Freundin."

Update 3. April, 9.30 Uhr: Wirtschaftsweiser Feld: Corona-Bonds Instrument aus der Mottenkiste

Der Vorsitzende des Sachverständigenrats zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, Lars Feld, hat vor gemeinsamen europäischen Anleihen gewarnt. "Gesamtschuldnerische Haftung müssen wir in Europa vermeiden", sagte der Freiburger Professor am Freitag dem Bayerischen Rundfunk. Die von Frankreich, Italien und Spanien geforderten Corona-Bonds «sind für mich ein Instrument aus der Mottenkiste».

Mit Corona-Bonds würden Staaten sich gemeinsam Geld an Finanzmärkten leihen und dann gemeinschaftlich für Zinsen und Rückzahlung haften. Der "Wirtschaftsweise" sagte, eine Staatsschuldenkrise als zweiter Schock nach der Corona-Krise müsse auf jeden Fall vermieden werden. Aber das könne auch mit anderen Instrumenten geschehen, etwa mit dem ESM-Schutzschirm.

Für die deutsche Wirtschaft zeigte sich Feld optimistisch, wenn man nach Ostern Schritt für Schritt wieder zur Normalität zurückkehren würde. Je länger die Ausnahmesituation dauere, desto schlimmer werde es aber für die Wirtschaft.

Update 3. April, 9.24 Uhr: VW-Lkw-Tochter Traton: In China wieder Bestellungen

Der Lkw- und Bushersteller Traton sieht in der Coronavirus-Krise wieder einige Lichter am Ende des Tunnels. "Es gibt Stornierungen, aber die sind bislang überschaubar", sagte Traton-Chef und VW-Nutzfahrzeugvorstand Andreas Renschler im Interview der "Wirtschaftswoche" am Freitag. "Es gibt in China auch schon wieder Bestellungen für Scania-Lkw, die wir im Moment aber nicht bedienen können, weil wir die Produktion vorläufig stoppen mussten." Die Volkswagen-Konzerntochter hat neben Europa auch in Südamerika die Produktion zurückgefahren und betreibt nur noch kleinere Produktionsstätten. "Aber der Großteil steht still", sagte Renschler.

Eine Produktion medizintechnischer Teile sieht Renschler bei dem Unternehmen mit den Marken MAN, Scania und der brasilianischen VW Caminhoes e Onibus nicht als Weg aus der Krise. "Wir werden uns auf das fokussieren, was wir am besten können und das sind Nutzfahrzeuge", sagte er. "Neunzig Prozent der Lebensmittel in Deutschland werden mit Lastwagen transportiert." Er wünsche sich von der Regierung, dass diese Transportaufgabe als ähnlich wichtig wie andere kritische Bereiche eingestuft werde, etwa die Gesundheitsversorgung.

Dass dem schon vor Ausbruch der Corona-Krise geplanten Stellenabbau bei MAN 6000 der rund 36.000 Stellen zum Opfer fallen könnten, wollte Renschler nicht bestätigen. "Für Angaben über die konkrete Ausgestaltung ist es noch zu früh. Wir können aber einen signifikantem Stellenabbau nicht ausschließen."

Update 3. April, 7.13 Uhr: Bayern-Chef Rummenigge erwartet Auswirkungen auf Transfermarkt

Karl-Heinz Rummenigge erwartet durch die Corona-Krise Auswirkungen auf den Transfermarkt. "Jede Krise beinhaltet aber auch eine Chance. Seit langer Zeit entwickeln sich Ablösesummen und Gehälter der Spieler in ungesunder Größenordnung. Das Corona-Virus und die daraus resultierende weltweite Krise wird dazu führen, dass dieses 'Immer teurer, schneller, mehr' zumindest gestoppt wird", sagte der Vorstandschef des deutschen Fußball-Meisters im Mitgliedermagazin "51". "Nachfrage und Angebot werden den Transfermarkt regulieren und neu ausbalancieren."

Was Rummenigge noch vermutet und wie er an die großen Clubs appelliert, findest du >>> hier.

Update 3. April, 6.31 Uhr: Bistum Augsburg legt Corona-Hilfsfonds für Pfarrgemeinden auf

Das Bistum Augsburg stellt einen zehn Millionen Euro schweren Hilfsfonds zur Verfügung. (Symbolbild)
Das Bistum Augsburg stellt einen zehn Millionen Euro schweren Hilfsfonds zur Verfügung. (Symbolbild)  © Friso Gentsch/dpa

Das Bistum Augsburg legt in der Corona-Krise einen zehn Millionen Euro schweren Hilfsfonds für Pfarreien und kirchliche Einrichtungen auf. 

"Wir stehen Euch in der jetzigen Situation, die viele Unwägbarkeiten birgt, solidarisch zur Seite", sagte der ernannte Augsburger Bischof Bertram Meier an die Adresse der Betroffenen. "Macht Euch keine Sorgen über die Finanzierbarkeit laufender Projekte."

Finanziert wird der "Stephana" genannte Hilfsfonds aus Rücklagen des Bistums. Es gebe die Möglichkeit, ihn um zehn Prozent aufzustocken oder sogar um fünf Millionen Euro zu erhöhen. Durch das Kontaktverbot und andere Corona-Vorgaben sei es derzeit viel schwerer als sonst, Mittel einzuwerben. 

Das treffe gerade die Kirchenstiftungen in besonderem Maße, hieß es in einer Bistums-Mitteilung. Gerade auch Bauprojekte sollten so weiter realisierbar sein, denn "von diesen wiederum hängen gerade bei Bauvorhaben auch zahlreiche Arbeitsplätze in Mittelstand und Handwerk ab". Das Bistum wolle mit dem Fonds "ein Zeichen der Hoffnung setzen".

Update 3. April, 6.21 Uhr: Dinkelsbühl startet Online-Marktplatz für lokale Händler

Ähnlich wie in anderen Regionen wird die Stadt Dinkelsbühl (Landkreis Ansbach) einen digitalen Markplatz für ihre Unternehmer einrichten. Auf der Plattform können lokale Geschäfte, aber auch Restaurants und Handwerker ihre Produkte und Dienstleistungen anbieten. Bereits an diesem Samstag sollen die ersten lokalen Produkte online sein, wie die Stadt mitteilte.

Auch andere Städte, darunter die Landeshauptstadt München, arbeiten an Online-Lösungen für ihre Händler. In München ist der lokale Marktplatz unter "miagehnonline.de" zu erreichen. Bundesweit gibt es eine Reihe von Charity-Initiativen, Start-ups und schon länger aktiven Unternehmen, die lokalen Händlern in der Corona-Krise neue digitale Absatzmöglichkeiten bieten wollen.

"Wir wollten nicht jammern, wie alle anderen, sondern einfach etwas machen", erläutert Dinkelsbühls Oberbürgermeister Christoph Hammer. Die Plattform ist so geplant, dass jeder Händler selbst seine Produkte einstellen kann. Bis auf weiteres verzichtet die Stadt auf eine Nutzungsgebühr, um die örtlichen Händler zu unterstützen. Ein Lieferdienst kann noch am selben Tag die Waren ausliefern.

Zum einen lägen sehr viele Waren bei den Händlern und könnten wegen der geschlossenen Geschäfte nicht verkauft werden, zum anderen sei das Stadtgebiet von Dinkelsbühl überschaubar – beides Gründe, wie so ein schneller Lieferservice möglich ist. Den Angaben zufolge kann er hinsichtlich der Geschwindigkeiten große Online-Marktplätze schlagen.

Dinkelsbühl hat zwar auch Industrie, ist aber sehr stark vom Tourismus geprägt. In der historischen Altstadt gibt es viele kleine Geschäfte und Restaurants.

Update 2. April, 22 Uhr: Herrmann beschreibt positive Tendenz in Fallzahlen

Joachim Herrmann (CSU), Innenminister von Bayern, aufgenommen während einer Pressekonferenz in der bayerischen Staatskanzlei.
Joachim Herrmann (CSU), Innenminister von Bayern, aufgenommen während einer Pressekonferenz in der bayerischen Staatskanzlei.  © Peter Kneffel/dpa /dpa

Innenminister Joachim Herrmann betonte am Abend in einer Mitteilung, dass sich langsam positive Tendenzen in den Wahlen ablesen lassen.

Zu einen sind an zwei Tagen in Folge die Sterbefälle zurückgegangen. Zum anderen scheint sich langsam ein Trend einzustellen, der darauf deutet, dass sich im Pandemie-Verlauf ein Plateau einstellt. "Ich äußere mich so vorsichtig, weil auch die Fachleute des Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit zu einer sehr zurückhaltenden Interpretation der Datenlage mahnen", betonte der Innenminister.

Dennoch: Würde man die Zahlen von vor zwei Wochen auf heute hochrechnen, käme man auf einen Wert von circa 26.000 Infektionen. Bis zum heutigen Donnerstag wurden hingegen "nur" knapp 19.000 Fälle bestätigt.

"Hatten wir am Ende der letzten Woche täglich zwischen 1.600 und 1.700 Neuinfektionen, liegen wir in den letzten drei Tagen der laufenden Woche bei etwa 1.500 Neuinfektionen pro Tag", so Herrmann.

Man sei auf dem richtigen Weg, doch würde noch ein "ordentliches Stück" vor uns liegen, beschreibt Herrmann die aktuelle Lage. 

Update 2. April, 21.20 Uhr: Wertstoffhöfe sollen weiter geöffnet bleiben

Kommunalen Wertstoffhöfe sollen weiterhin geöffnet bleiben. Das teile Innenminister Joachim Herrmann am Abend in einer Mitteilung mit. 

"Es ist der erklärte Wille der Staatsregierung, dass die Abfallwirtschaft und das Recycling von Wertstoffen unbedingt weiterlaufen müssen", betonte Herrmann. 

"Bürger, die die Zeit jetzt notgedrungen nutzen, im Garten Ordnung zu schaffen oder Altgeräte in den Wirtschaftskreislauf zurückzuführen, müssen eine realistische Chance haben, ihren "Krempel" geordnet loszuwerden", so der Innenminister. 

Update 2. April, 20.40 Uhr: Adidas braucht in der Corona-Krise frisches Geld

Der von der Corona-Krise hart getroffene Sportartikelhersteller Adidas benötigt frische Liquidität. 

Adidas werde Kredite brauchen, aber keine direkte Staatshilfe, sagte eine Sprecherin am Donnerstag. Angaben zur Höhe der Kredite wollte sie nicht machen.

Das Unternehmen hatte bereits vor zwei Tagen mitgeteilt, angesichts der hohen wirtschaftlichen Unsicherheit im Zusammenhang mit dem Ausbruch des Coronavirus "proaktiv einen konservativen Ansatz beim Liquiditätsmanagement zu verfolgen, um die finanzielle Flexibilität des Unternehmens im derzeitigen Umfeld zu erhalten." 

Adidas stoppte in diesem Zuge auch sein geplantes Programm zum Aktienrückkauf.

Derzeit versorgen sich viele Konzerne mit Liquidität, um in der Corona-Krise flüssig zu bleiben. So sicherte sich etwa der Auto- und Lkw-Bauer Daimler weitere Finanzierungsmöglichkeiten. Der Konzern schloss mit mehreren Banken eine Vereinbarung über eine neue Kreditlinie in Höhe von 12 Milliarden Euro, wie die Stuttgarter am Donnerstag mitteilten. Diese ergänzt eine bestehende Kreditlinie von 11 Milliarden Euro, die bis 2025 läuft.

Adidas war diese Woche in die Schlagzeilen geraten, weil das Unternehmen angekündigt hatte, seine Miete für vorübergehend geschlossene Geschäfte nicht zahlen zu wollen. 

Der Sportartikler hatte das mit enormen Umsatzausfällen begründet. Adidas hatte sich dann dafür entschuldigt und erklärt, die Mieten nun doch zu bezahlen.

Die Schmuckdesignerin Nicole Hayduga präsentiert in ihrem Showroom eine von ihr entworfene Atemschutzmaske.
Die Schmuckdesignerin Nicole Hayduga präsentiert in ihrem Showroom eine von ihr entworfene Atemschutzmaske.  © Sven Hoppe/dpa

Update 2. April, 19.10 Uhr: Kreative gestalten Designer-Mundschutze

In der Corona-Krise gestalten immer mehr Kreative Designer-Mundschutze. 

So gibt es inzwischen beispielsweise für extrovertierte Menschen einen grünen Mundschutz mit herunterbaumelnden Plastikzähnen. Auf die Idee gekommen sei sie durch das aktuelle Infektionsgeschehen, erzählte Modedesignerin Nicole Hayduga (38) am Donnerstag in München. "So kam das, dass ich mir dachte, ich mache ein Kunstwerk aus der traurigen Situation."

Eine ihrer Kreationen wird versteigert, der Erlös geht an die christliche Kinderstiftung "Die Arche". Es gehe ihr nicht darum, mit stylishen Mundschutzen Geld zu verdienen. 

Um das nächste Trendstück zu werden, seien ihre Designs auch zu speziell: "Die würde jetzt draußen vielleicht keiner tragen", sagt Hayduga.

Update 2. April, 18 Uhr: Ärzte appellieren bei Herzinfarkt-Symptomen ins Krankenhaus zu gehen

Eine Krankenschwester prüft Geräte in einem Zimmer der Intensivstation in einer Münchner Klinik.
Eine Krankenschwester prüft Geräte in einem Zimmer der Intensivstation in einer Münchner Klinik.  © Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa

Herzspezialisten appellieren an die Menschen in Bayern, trotz der Corona-Krise bei Herzinfarkt-Symptomen sofort ein Krankenhaus aufzusuchen. 

"Eine Zeitverzögerung kann schwere gesundheitliche Folgen wie eine Herzschwäche oder Herzrhythmusstörungen mit dem plötzlichen Tod nach sich ziehen", sagte Heribert Schunkert vom Deutschen Herzzentrum München am Donnerstag laut Mitteilung. 

Symptome wie plötzlicher Brustschmerz oder Luftnot müssten deshalb auch während der Corona-Pandemie immer ärztlich abgeklärt werden.

Auch in Zeiten großer Auslastung der Kliniken durch Corona-Patienten seien die Krankenhäuser ausgerüstet, um Menschen mit Herzbeschwerden schnell zu helfen, betonte Schunkert. Ebenso versuche man durch hohe hygienische Standards, das Risiko einer Infektion mit Sars-CoV-2 im Krankenhaus für alle Menschen zu minimieren.

In Spanien und Italien, den europäischen Staaten mit den meisten Corona-Infektionen, waren nach Angaben der Deutschen Herzstiftung zuletzt deutlich weniger Patienten mit Herzinfarkt in den Notaufnahmen verzeichnet worden - wohl aus Angst vor einer Ansteckung oder um die Ärzte nicht zu "belasten". 

Der Stiftung zufolge sterben jedes Jahr etwa 47.000 Menschen in Deutschland an einem Herzinfarkt, in Bayern sind es rund 7000.

Update 2. April, 17 Uhr: 1. FC Nürnberg verschenkt limitierte Trikots

Der 1. FC Nürnberg bedankt sich in der Corona-Krise mit einem Sondertrikot bei Angestellten in Krankenhäusern oder Supermärkten. 

Wie der fränkische Fußball-Zweitligist am Donnerstag mitteilte, werden zusammen mit dem Hauptsponsor Nürnberger Versicherung 1000 sogenannte Ehrentrikots verschenkt. Mit den limitierten Jerseys soll die Leistung von Menschen aus systemrelevanten Berufszweigen gewürdigt werden.

"Wir wollen den Menschen danken, die sich heldenhaft für unsere Region einsetzen. Sie gehen in dieser ungewissen Zeit über Grenzen hinaus, um Mitmenschen zu helfen und das öffentliche Leben aufrecht zu erhalten", erklärte der Kaufmännische Vorstand Niels Rossow.

Update 2. April, 16.45 Uhr: Lösemittelhersteller produziert nun Desinfektionsmittel

Wegen der Corona-Krise stellt ein schwäbischer Lösemittelhersteller seine Produktion auf Desinfektionsmittel um. 

Die Richard Geiss GmbH will künftig rund 40 000 Liter Händedesinfektionsmittel pro Woche herstellen. Wie das Unternehmen aus Rettenbach (Landkreis Günzburg) am Donnerstag berichtete, sollen die Produkte dann an Kliniken, Pflegeheime und öffentliche Einrichtungen verteilt werden.

Das Familienunternehmen, das rund 100 Mitarbeiter hat, nutzt nach eigenen Angaben eine bundesweite Ausnahmezulassung. Demnach dürfen wegen der Krise neben Apotheken und Pharmaindustrie nun auch Betriebe der chemischen Industrie Desinfektionsmittel herstellen. 

In ganz Deutschland versuchen die Behörden derzeit, Gesichtsmasken, Schutzkleidung und Desinfektionsmittel zur Bekämpfung des neuartigen Coronavirus zu bekommen.

Update 2. April, 16.40 Uhr: Motorradausflüge derzeit nicht zulässig

Das Bayerische Innenministerium hat mit Blick auf das Wochenende klargestellt, dass Motorradausflüge im Freistaat aufgrund der Ausgangsbeschränkungen derzeit verboten sind. 

Einzig für den Weg zum Ausgangsort eines Spazierengangs dürften die Bikes genutzt werden. Innenminister Joachim Herrmann (CSU) bat allerdings darum, bei Zweifeln ob der Zulässigkeit einer Fahrt lieber Zuhause zu bleiben. "Wir brauchen alle Kräfte im Kampf gegen das Virus. Wir müssen Rettungswesen und die Krankenhäuser soweit wie möglich entlasten", sagte er mit Blick auf die Unfallgefahr.

Die Polizei kündigte derweil in weiten Teilen des Freistaats verstärkte Kontrollen an. "Wir versuchen damit, extremen Auswüchsen vorzubeugen", sagte ein Sprecher des Polizeipräsidiums Schwaben Süd/West. 

Auch das Polizeipräsidium Oberbayern Süd drohte mit Anzeigen. "Wenn die Begründung des Spazierengehens zum Beispiel von der Route her keinen Sinn ergibt, werden wir unsere Schlüsse ziehen", sagte eine Sprecherin. 

Update 2. April, 16.30 Uhr: Kurzarbeit am Münchner Flughafen

Der Flughafen München hat wegen der Corona-Krise Kurzarbeit eingeführt. 

Davon betroffen seien mehrere Tausend Mitarbeiter in allen Bereichen, teilte der Flughafen am Donnerstag mit. Die Kurzarbeiterregelung gelte auch für die für Abfertigungen zuständige Tochterfirma AeroGround, hieß es weiter. 

Nach "massiven Ertragsrückgängen" sollen so laut Flughafen Arbeitsplätze gesichert werden.

"Wir können heute noch nicht abschätzen, wann sich der Luftverkehr wieder regenerieren wird", sagte Flughafenchef Jost Lammers. 

Bereits am Freitag hatte der Flughafen bekanntgegeben, dass die Zahl der Starts und Landungen in der Woche bei weniger als zehn Prozent des Vorjahresniveaus gelegen habe.

Update 2. April, 16 Uhr: Videosprechstunden zur psychotherapeutischen Unterstützung

Angesichts zunehmender psychischer Belastungen während der Corona-Krise hat die Kassenärztliche Vereinigung Bayerns (KVB) ein Unterstützungsangebot gestartet. 

Hunderte psychotherapeutisch tätige Ärzte und Psychotherapeuten seien dem Aufruf gefolgt und würden per Videosprechstunde Hilfe anbieten, wie die KVB am Donnerstag mitteilte.

Damit reagiert der Vorstand der KVB auf Berichte über zunehmende häusliche Gewalt oder auch über das vermehrte Auftreten von Panik- und Depressionssymptomen. Man wolle ein "niederschwelliges und unbürokratisch zu nutzendes Angebot" schaffen. Die aktuelle Krise sei eine "gewaltige gesamtgesellschaftliche Herausforderung mit noch unklaren Auswirkungen auf unser künftiges Leben", so die Mitglieder des Vorstands.

Betroffene können sich nun auf der Website der KVB informieren, welche Ärzte und Psychotherapeuten in Bayern Hilfe per Videosprechstunde anbieten. 

Die Kosten dafür übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen, so die KVB.

Update 2. April, 15.50 Uhr: Spielorgel soll Bewohner von Seniorenheim aufmuntern

Vor den Hochhäusern steht eine Orgel auf einem Autoanhänger, die Hits aus den 50er Jahren spielt - und das Publikum schaut von den Balkonen herunter. 

Über ein ungewöhnliches Konzert haben sich am Donnerstag die Bewohnerinnen und Bewohner des Erlanger Wohnstifts Rathsberg freuen können. Der Schausteller Jürgen Ulrich fuhr mit seiner großen Orgel auf dem Gelände vor, um den Senioren etwas Abwechslung zu bieten. 

Wegen der Corona-Pandemie verbringen diese viel Zeit allein in ihren Wohnungen. Und auch Ulrich hat plötzlich viel zu wenig zu tun.

Eigentlich hätten die Schausteller zurzeit einen vollen Terminkalender, denn in vielen Städten startet jetzt die Volksfest-Saison. Doch wegen der Corona-Krise sind das Nürnberger Frühlingsfest, der Augsburger Osterplärrer und alle anderen Feste abgesagt.

"Wir sitzen daheim und wissen nicht, was wir machen sollen", sagt Ulrich. Deshalb machen er und seine Kollegen aus der Not eine Tugend und helfen anderen mit der Aktion "Hand in Hand", die nach Angaben des Süddeutschen Schaustellerverbands auch viele Kommunen unterstützen.

Manche Betriebe transportieren mit ihren Lastwagen Medikamente, andere verleihen Kräne, Werkzeug und Toilettenhäuschen. Und wieder andere holen ihre alten Spielorgeln aus dem Lager, um anderen eine Freude zu machen. 

Die von Ulrich stammt aus dem 19. Jahrhundert, seine Frau hat diese von ihrem Urgroßvater geerbt. Früher war das große Instrument an einer Schiffsschaukel montiert, jetzt holt die Familie es eigentlich nur noch zu besonderen Anlässen raus - aus Angst, dass das wertvolle Stück Schaden nimmt.

Weil das Wohnstift in Erlangen so groß ist, musste Ulrich gleich an mehreren Stellen halten und - unterstützt von zwei Helfern - kräftig kurbeln, damit die acht Lieder im Repertoire erklingen konnten. 

"Das ist anstrengend, aber ich mache das gern. Die alten Leute freuen sich ungemein darüber", sagt er.

Update 2. April, 15.26 Uhr: AfD kritisiert Corona-Maßnahmen

Inmitten der Corona-Krise fordert die AfD im bayerischen Landtag die Wiederöffnung von Geschäften und zweifelt auch an Sinn und Zweck der aktuellen Ausgangsbeschränkungen. 

"Die erheblichen Eingriffe in die persönliche Freiheit der Bürger erfordern es, alternative Wege zur Bewältigung der Krise in Betracht zu ziehen", teilte der Abgeordnete Gerd Mannes am Donnerstag mit.

Auch in Hinblick auf die Wirtschaftsleistung und den Erhalt von Arbeitsplätzen müsse gehandelt werden.

Eine Einschränkung der Grundrechte sei nur zulässig, wenn sie wissenschaftlich und juristisch einwandfrei zu rechtfertigen sei. Genau daran hat Mannes aber Zweifel: "Baumärkte in Bayern sind zum Beispiel per Dekret geschlossen. Wenn dann die Bürger aber nach Baden-Württemberg oder Thüringen zum Einkaufen fahren, ist nichts gewonnen", sagte er. Solch ein Corona-Tourismus sei kontraproduktiv. 

Auch die Schließung von Gärtnereien zeige, dass die Maßnahmen der Staatsregierung "über das Ziel hinausschießen" - immerhin dürften im Lebensmitteleinzelhandel weiter Blumen verkauft werden.

Die Staatsregierung soll statt für pauschale Ladenschließungen dafür sorgen, dass Mitarbeiter und Kunden in den Geschäften durch entsprechende Vorgaben vor Ansteckung geschützt seien, etwa durch eine begrenzte Anzahl von Kunden im Laden, der Versorgung mit Masken oder andere Schutzmaßnahmen. 

Der Verzicht auf Großveranstaltungen und der Schutz der Grenzen sei aber weiterhin "unbedingt beizubehalten".

Update 2. April, 15.10 Uhr: Freistaat unterstützt Kinobetreiber mit Geld

Die Kinobetreiber in Bayern sollen vom Freistaat mit mehr als zwei Millionen Euro unterstützt werden. 

"Corona verändert derzeit alles und trifft auch die Kinos in Bayern mit voller Härte", begründete Digitalministerin Judith Gerlach (CSU) am Donnerstag in München die Entscheidung. Für Spielstätten mit bis zu sieben Kinosälen soll es Sofortprämien von insgesamt 1,2 Millionen Euro geben.

Auch die klassischen Programmprämien etwa für die Filmauswahl oder für besondere Angebote sollen aufgestockt werden. Insgesamt stehen dafür laut Gerlach bis zu 860.000 Euro zur Verfügung.

Daneben gebe es bereits ein Nothilfeprogramm für Unternehmen, das auch für Kinobetreiber gelte, sowie einen bis zu 15 Millionen Euro schweren Notfallfonds für Filmproduktionen und Verleiher. 

Daran sei Bayern mit bis zu 1,4 Millionen Euro beteiligt. "Mir ist wichtig, dass die Kinobetreiber jetzt schnell und unkompliziert an ihr Geld kommen", sagte Gerlach. 

Kinobetreiber hatten erst vor kurzem auf ihre Finanznöte hingewiesen, in die sie durch die Schließungen ihrer Häuser wegen der Corona-Pandemie geraten sind.

Update 2. April, 15.05 Uhr: Bayerischer Fußball-Verband kündigt Änderungen in Spielordnung an

Der Bayerische Fußball-Verband (BFV) strebt in der Coronavirus-Krise schnelle Änderungen in der Spielordnung an. 

"Das Saisonende muss verlegt werden können, möglicherweise sogar sehr weit nach hinten geschoben werden können. Wir wollen hier maximale Entscheidungsspielräume bekommen", sagte BFV-Präsident Rainer Koch am Donnerstag. Das ursprüngliche Saisonende am 30. Juni dürfte angesichts der Zwangspause nicht zu halten sein.

Koch erklärte in seiner Videobotschaft, dass man die Wechselperiode in den Statuten in dieser besonderen Situation anpassen werde. Zudem werde man die sportlichen Konsequenzen bei Insolvenzen aussetzen, wenn der Verein aufgrund von Corona zahlungsunfähig geworden sein sollte. 

"Wir werden den maximalen Schutz unserer Vereine sichern, damit ein Spieler nicht ohne Zustimmung des Vereins wechseln kann, nur weil er pandemiebedingt sechs Monate kein Punktspiel absolviert hat", versicherte Koch zudem. "All das und noch viel mehr werden wir jetzt im Sinne unserer Vereine regeln. Und zwar schnell."

Die rechtlichen Änderungen wurden gemeinsam mit dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) aufgegriffen. Der DFB-Vorstand könnte nach dpa-Informationen darüber schon am Freitag entscheiden.

Der Bayerische Fußball-Verband ist der größte der insgesamt 21 Landesverbände im DFB. In ihm sind rund 4600 Vereine mit insgesamt mehr als 1,6 Millionen Mitgliedern organisiert. Im Amateurspielbetrieb sind gut 25.000 Teams in allen Altersklassen organisiert. Pro Wochenende finden sonst rund 13.000 Spiele statt.

"Wir haben, wie bereits mehrfach kommuniziert, aktuell den Spielbetrieb bis auf weiteres ausgesetzt. Ganz wichtig ist mir zu betonen: Das ist nicht zwingend gleichbedeutend mit dem Ende der Saison 2019/20. Wir brauchen kurz-, mittel- und langfristig Klarheit. Die kann uns in dieser Minute niemand verschaffen – kein Arzt, keine Ärztin, kein Virologe, keine Virologin, kein Politiker und keine Politikerin", sagte Koch. 

"Es geht jetzt einzig und alleine darum, weitere Todesfälle zu verhindern. Dafür müssen wir alle staatlichen Vorgaben auch aus Überzeugung umsetzen und dürfen nicht fahrlässig werden."

Update 2. April, 15 Uhr: Über 3000 Infektionen in München

In München wurden seit Mittwoch 173 neue Corona-Infektionen bestätigt (Stand 2. April, 13.30 Uhr). 

Damit sind in der Landeshauptstadt aktuell insgesamt 3099 Infektionen gemeldet. In dieser Zahl enthalten sind 645 Personen, die bereits geheilt sind, sowie neun Todesfälle.

Vor einer Woche (26.03.) gab es noch 1687 bestätigte Fälle. 

Update 2. April, 14.50 Uhr: Laut Handelsverband Bayern kehrt "an der Hamsterfront" endlich Ruhe ein

Der bayerische Einzelhandel beobachtet eine Normalisierung der Einkaufssituation. 

"An der Hamsterfront kehrt endlich Ruhe ein", sagte der Geschäftsführer des Handelsverbands Bayern, Bernd Ohlmann, am Donnerstag in München. Die Versorgungssituation entspanne sich immer mehr. "Langsam setzt sich die Vernunft durch."

Inzwischen sinke die Chance, bei besonders gesuchten Produkten vor leeren Regalen zu stehen, sagte Ohlmann. Bei den Kunden festige sich die Erkenntnis, dass die Wahrenversorgung gesichert sei, und sie hätten inzwischen Vorräte angelegt. 

"Alle Hamster haben jetzt genug Toilettenpapier", betonte er.

Nach wie vor sehr viel höher als sonst sei der Bedarf nach Desinfektionsmittel, sagte Ohlmann. Zudem gebe es bei frischem Obst und Gemüse einen Anstieg um etwa 30 bis 40 Prozent, weil die Menschen jetzt mehr zuhause kochten. Auch frische Milchprodukte würden vermehrt nachgefragt.

Die Situation in den Geschäften hat sich Ohlmann zufolge entspannt. Die Einkäufe verteilten sich auf die ganze Woche und die gesamten Öffnungszeiten, weil die Menschen zuhause seien. 

Dabei werde zwar mehr, dafür aber seltener eingekauft.

Update 2. April 14.20 Uhr: Veranstalter der European Championships halten an Termin 2022 fest

Die Veranstalter der European Championships in München wollen an dem Termin der Multi-Europameisterschaften vom 11. bis 21. August 2022 in München festhalten. 

"Die Olympia-Verschiebung auf 2021 hat eine Kettenreaktion bei Veranstaltern von Sport-Events ausgelöst, aber wir bleiben derzeit bei unserem Termin", sagte der Schweizer Marc Jörg, der Mitbegründer und Geschäftsführer der European Championships, am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur.

Da World Athletics nach der Olympia-Verschiebung die Leichtathletik-WM in Eugene ein Jahr später in 2022 ausrichten will, gibt es nicht nur eine gewaltige Termin-Kollision mit den European Championships, bei denen die Leichtathletik-EM das Herzstück wäre, sondern auch mit den Commonwealth Games in Birmingham (27. Juni bis 7. August 2022).

Update 2. April, 14.10 Uhr: Nationalpark-Mitarbeiter helfen im Gesundheitsamt aus

Elf Mitarbeiter des Nationalparks Bayerischer Wald helfen wegen der Corona-Krise in den Gesundheitsämtern der Landkreise Freyung-Grafenau und Regen aus. 

Sie seien um Unterstützung geben worden, sagte ein Sprecher. Im Nationalpark laufe der Betrieb eingeschränkt weiter. So seien noch Tierpfleger, Verwaltungskräfte und Waldarbeiter im Dienst. Jedoch entfalle der Besucher- und Lehrbetrieb, so dass einige Bürokräfte und Ranger nun in den Landratsämtern aushelfen. Im Nationalpark Bayerischer Wald sind regulär rund 200 Menschen beschäftigt.

Im Landratsamt Freyung-Grafenau beispielsweise sind nach Angaben eines Sprechers sechs Nationalpark-Mitarbeiter eingesetzt, etwa für Verwaltungstätigkeiten, das Sortieren von Laborbefunden und das Erstellen von Statistiken.

Update 2. April, 14 Uhr: Über 2000 neue Infektionen mit dem Coronavirus in Bayern bestätigt

In Bayern sind inzwischen 19.153 Menschen positiv auf das Coronavirus Sars-CoV-2 getestet worden. 

Gestorben sind bisher 277 Menschen, die sich mit dem Erreger infiziert hatten. Das teilte das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit in Erlangen am Donnerstag (Stand 10.00 Uhr) auf seiner Homepage mit. 

Den Angaben zufolge waren es am Vortag 17.151 infizierte Personen und 241 Todesfälle gewesen.

Update 2. April, 13.33 Uhr: Bayerische Steuereinnahmen schon zwei Milliarden Euro unter Plan

Die Corona-Krise reißt ein riesiges Loch in den bayerischen Staatshaushalt. Durch Steuerstundungen und Rückerstattung von Vorauszahlungen habe der Freistaat bereits heute zwei Milliarden Euro weniger in der Kasse, sagte Finanzminister Albert Füracker (CSU) am Donnerstag in München. Bis Jahresende dürften die Steuereinnahmen fünf Milliarden Euro unter Plan liegen - eher mehr.

Auf der anderen Seite stellt der Freistaat 60 Milliarden Euro bereit, um kleine und mittlere Unternehmen in Not mit Kreditbürgschaften oder stillen Staatsbeteiligungen zu retten und Arbeitsplätze zu erhalten. 60 Milliarden sei die Größe eines Jahreshaushalts, betonte Füracker. Aber es gebe keine Alternative. Bayerische Unternehmen dürften jetzt nicht zum Schnäppchen für chinesische Investoren werden.

"Völliger Blödsinn" sei es, in dieser Lage Steuererhöhungen zu fordern, sagte Füracker mit Blick auf die SPD-Vorsitzende Saskia Esken. Die Wirtschaft sei heute am Anfang einer tiefen Rezession. "Wir konzentrieren uns im Moment darauf, Arbeitsplätze zu erhalten", auch mit Kurzarbeitergeld. Wenn die Wirtschaft nach Eindämmung der Seuche wieder anlaufe, sei in Berlin rasch eine andere Steuerpolitik notwendig - von der Stromsteuer über die Mehrwertsteuer im Gastgewerbe bis zur Luftverkehrssteuer. Dann "brauchen wir ein richtig großes Konjunkturpaket."

Zugleich verteidigte Füracker Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) gegen den Vorwurf der Volks- und Raiffeisenbanken, er habe zum Rechtsbruch aufgerufen. Dieser Vorwurf sei falsch und unangemessen. Scholz hatte Bankmitarbeiter aufgefordert, bei Krediten müsse "jeder gewissermaßen ein bisschen Fünfe gerade sein lassen".

Füracker sagte, die EU-Vorschriften erschwerten unbürokratische Hilfen. Aber man solle jetzt "nicht Zeit vertun mit gegenseitigen Vorwürfen". Viele Unternehmen erhofften "die Auszahlung von Krediten auf Zuruf". Doch die Hausbanken müssten prüfen, wer eigentlich kerngesund und nur durch Corona in Not sei und wer schon vorher Probleme hatte.

Ein Schild mit der Aufschrift "Stopp! Besuchsverbot - Ausnahmen nur im Einzelfall" steht vor einem Eingang zum Klinikum München West.
Ein Schild mit der Aufschrift "Stopp! Besuchsverbot - Ausnahmen nur im Einzelfall" steht vor einem Eingang zum Klinikum München West.  © Matthias Balk/dpa

Update 2. April, 13.29 Uhr: Wenige weitere Corona-Infektionen an geschlossener Klinik in München

Das Helios Klinikum München West.
Das Helios Klinikum München West.  © Matthias Balk/dpa

Am Helios Klinikum München West sind nach der vorübergehenden Schließung des normalen Krankenhausbetriebes wegen mehrerer Corona-Infektionen nur wenige weitere Patienten positiv auf das Virus getestet worden. Es seien zwar noch nicht alle Ergebnisse da, aber bislang seien die meisten Tests negativ ausgefallen, sagte der Ärztliche Direktor, Reza Ghotbi, am Donnerstag in München.

Das Klinikum hatte am Vorabend bekanntgegeben, zunächst keine Patienten mehr zu entlassen und auch keine neuen Kranken mehr aufzunehmen. 14 Patienten und 2 Mitarbeiter waren zu dem Zeitpunkt positiv auf das Virus getestet worden. Die Sicherheitsvorkehrungen wurden verschärft und auf die Behandlung aller Patienten ausgeweitet, alle Patienten und Mitarbeiter der Klinik sollten zudem auf das Virus Sars-CoV-2 getestet werden. Bis wann das Krankenhaus geschlossen bleibt, war erst einmal unklar. Das hänge von den Entwicklungen der kommenden Tage ab.

Auch in Alten- und Pflegeheimen sind immer häufiger Bewohner und Mitarbeiter infiziert. So meldete etwa die Caritas, in vier von 26 Einrichtungen in München und Oberbayern gebe es Corona-Infektionen. Die Betroffenen seien in Wohnbereichen isoliert.

Update 2. April, 12.46 Uhr: 1. FC Nürnberg in Kurzarbeit - Profis verzichten auf Teil des Gehalts

Der 1. FC Nürnberg geht in Kurzarbeit. Wie der fränkische Fußball-Zweitligist mitteilte, werden zudem die Mannschaft, das Trainerteam und Mitarbeiter der Lizenzabteilung freiwillig auf Teile ihres Gehaltes verzichten. 

"Wir sind unseren Mitarbeitern, die sich gerade jetzt zu einhundert Prozent für den Verein einbringen wollen, dankbar, dass sie freiwilliger Kurzarbeit zugestimmt und diese neue Situation angenommen haben", erklärte der Kaufmännische Vorstand Niels Rossow. Der Verein habe in der Corona-Krise zum "Erhalt von Arbeitsplätzen und zur Verbesserung der Liquidität des Vereins" vom 1. April an Kurzarbeit beantragt.

"Die Mannschaft hat ein klares Zeichen für den Verein und die Region gesetzt. Diese Solidaritätsgemeinschaft unterstreicht, wie groß die Identifikation ist", sagte Sportvorstand Robert Palikuca. «Der Verzicht auf Teile des Gehalts ist eine absolute Selbstverständlichkeit. In solchen Phasen des Lebens geht es nur gemeinsam.»

Bei der Kurzarbeit übernimmt die Bundesagentur für Arbeit 60 Prozent des ausgefallenen Nettolohns. Bei Arbeitnehmern mit Kind sind es 67 Prozent. Bundesweit gibt es bereits einen Ansturm von Unternehmen auf das erweiterte Kurzarbeitergeld in der Corona-Krise.

Update 2. April, 12.44 Uhr: Genähte Masken dürfen keinen hundertprozentigen Schutz suggerieren

Hubert Aiwanger (Freie Wähler), Bayerns Wirtschaftsminister.
Hubert Aiwanger (Freie Wähler), Bayerns Wirtschaftsminister.  © Armin Weigel/dpa

Von Textilbetrieben oder Privatpersonen genähte Gesichtsmasken dürfen nach den Worten von Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger nicht suggerieren, dass sie gegen alles schützen. Oftmals werden sie auch als Mund-Nasen-Schutz oder als Mundschutz bezeichnet - das Wort Schutz sei dabei kritisch und somit nicht erlaubt, sagte der Freie-Wähler-Politiker am Donnerstag im niederbayerischen Weng (Landkreis Landshut). "Das wäre eine Irreführung und somit angreifbar."

Wer die als Geschenk oder für den Vertrieb vorgesehenen Masken schlicht Mund-Nasen-Masken nenne, sei also gut beraten, sagte der Minister. "Wenn man nicht suggeriert, dass das ein hundertprozentiger Schutz ist, dann ist das erlaubt."

Viele Textilbetriebe wie Nähereien oder Kostümabteilungen von Theatern haben in den vergangenen Wochen auf die Produktion von Gesichtsmasken umgestellt. Mehrere Medien hatten darüber berichtet, dass Betriebe sich mit einer Reihe von Abmahnschreiben konfrontiert sahen.

Update 2. April, 11.43 Uhr: Einsätze der Polizei München im Zusammenhang mit Corona

Im Zeitraum von Mittwoch 6 Uhr bis Donnerstag 6 Uhr führte die Polizei München knapp 7000 Kontrollen bezüglich der aktuellen Corona-Verordnungen durch. Laut Polizeiangaben vom Donnerstag wurden dabei 263 Verstöße angezeigt, von denen 256 die Ausgangsbeschränkung betrafen.

Aus dem Lager eins Pflegedienstes in München-Obergiesing wurden  Einweghandschuhe, Desinfektionsmittel und Mundschutzmasken im Wert von mehreren hundert Euro entwendet.

Ebenfalls wurden aus dem Lagerraum eines Altenheims in München-Schwabing 20 Pakete mit jeweils 50 Einwegmundschutzmasken im Gesamtwert von ca. 100 Euro entwendet.

Update 2. April, 11.28 Uhr: Bayern-Vorstand Kahn sieht Chance in Corona-Krise

Für Oliver Kahn ist die Krise auch eine Chance.
Für Oliver Kahn ist die Krise auch eine Chance.  © Sven Hoppe/dpa

Der neue Vorstand Oliver Kahn sieht die Chance, dass der FC Bayern München gestärkt aus der Corona-Krise herausgehen kann. "Eine Krise ist immer ein Resilienz-Test. Sie zeigt, wie wir als Club und alle Beteiligten mit dieser Veränderung umgehen. Gelingt es uns, solche Schocks zu absorbieren, besteht eine große Chance, gestärkt aus der Krise hervorzugehen", sagte Kahn in der April-Ausgabe des Mitgliedermagazins "51". 

Der Fußball muss demnach also beweisen, wie widerstandsfähig er in der schwierigen Corona-Zeit ist.

"Es gibt auch eine Welt nach Corona. Wir werden durch diese Krise unsere Einstellung in vielen Lebensbereichen ändern. Für den Fußball könnte das eine Umkehr von seiner chronischen Überhitzung zu mehr Maß bedeuten", sagte Kahn. 

Der 50-Jährige berichtete von "täglichen virtuellen Meetings" im Verein und der Gründung eines internen Teams, "das die besonderen Anforderungen an diese ungewohnte Situation koordiniert".

Update 2. April, 11.16 Uhr: Söder prognostiziert Bedarf von Milliarden Schutzmasken

Markus Söder (CSU), Ministerpräsident von Bayern, steht in einer Produktionshalle des Automobilzulieferers Zettl.
Markus Söder (CSU), Ministerpräsident von Bayern, steht in einer Produktionshalle des Automobilzulieferers Zettl.  © Armin Weigel/dpa

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder prognostiziert im Kampf gegen das Coronavirus in Deutschland auf lange Sicht einen Bedarf von "Milliarden" Masken. "Wir werden auf Dauer enorm viel Masken brauchen. Ich glaube, dass wir am Ende in Deutschland Milliarden Masken brauchen", sagte der CSU-Chef am Donnerstag im niederbayerischen Weng (Landkreis Landshut).

Zuerst brauche man die Masken für das medizinische Personal und dann prioritär auch für Alten- und Pflegeheime, sagte Söder. Man brauche die Masken dann aber auch "in der breiten Entwicklung auch irgendwann, wenn es um den Arbeitsschutz geht, um das Miteinander".

Mehr dazu liest Du >>>hier

Update 2. April, 9.21 Uhr: Luftrettung für Corona-Patienten

Zusätzlich zum normalen Rettungsbetrieb transportiert die ADAC Luftrettung nun auch Corona-Patienten. Andere Organisationen rechnen ebenfalls damit, dass die Zahl der Verlegungen in nächster Zeit stark steigen könnte. Ist die Luftrettung darauf vorbereitet?

Einen Bericht mit Experten-Stimmen dazu findet Ihr >>> hier.

Update 2. April, 9.10 Uhr: Engpässe bei einigen Obst- und Gemüsesorten möglich

Sportgeräte sind mit einem Absperrband versehen. Wegen des Coronavirus ist das benutzen von Sportplätzen und Spielplätzen in der Öffentlichkeit zur Zeit untersagt.
Sportgeräte sind mit einem Absperrband versehen. Wegen des Coronavirus ist das benutzen von Sportplätzen und Spielplätzen in der Öffentlichkeit zur Zeit untersagt.  © Daniel Karmann/dpa

Wegen fehlender Erntehelfer in der Corona-Krise könnten einige Obst- und Gemüsesorten laut Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber teurer und knapp werden. Beim Wegbrechen von Lieferketten, etwa aus Italien, "könnte es durchaus auch zu Engpässen kommen", sagte die CSU-Politikerin am Donnerstag dem Bayerischen Rundfunk (Bayern 2, radioWelt am Morgen). "Wenn die Ware knapp wird, könnte es auch passieren, dass der Preis für Obst- und Gemüse steigen kann."

Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) rief indes zu mehr Selbstversorgung in Bayern auf. "Wir müssen deshalb alles tun, um jetzt bei uns den Salat zu pflanzen, die Gurken zu pflanzen und dergleichen mehr", sagte der stellvertretende Ministerpräsident am Mittwochabend in der BR-Fernsehsendung "Jetzt red i". Das gelte für Gemüsebauern und Gärtnereien wie für private Gartenbesitzer. "Wir müssen hier sehr stark auf die Selbstversorgung setzen".

Der Grad der Selbstversorgung von Gemüse liege in Bayern bei 40 Prozent. Bei Obst seien es sieben Prozent, sagte Kaniber im Radio-Interview. Die Bereitschaft der Menschen im Freistaat, als Erntehelfer zu arbeiten sei "riesengroß", sagte sie mit Verweis auf eine Online-Plattform zur Suche nach Arbeitskräften. "Es haben sich schon über 40.000 Menschen eingetragen, vom Kurzarbeiter über den Studenten. Jeder will da mit anpacken."

Kaniber unterstützt die Forderung des Bauernverbands, die Grenzen für Erntehelfer zu öffnen. Es sei aber wichtig zu prüfen, dass die Menschen gesund ins Land kommen und es wieder gesund verlassen. Möglich sei als Nachweis für Erntehelfer etwa ein negativer Corona-Test.

Update 2. April, 8.27 Uhr: Bundespräsident ruft bei Psychologin in Würzburg an

Die Würzburger Diplompsychologin Ruth Belzner hat kürzlich einen Anruf aus dem Berliner Schloss Bellevue erhalten. Am anderen Ende der Leitung: Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier. 

Das Staatsoberhaupt erkundigte sich, was sie und ihre Mitarbeiter in der Corona-Krise am Telefon so zu hören bekämen. Denn Belzner leitet die Telefonseelsorge in Würzburg. 

"Corona ist als Hintergrundrauschen immer dabei. Angstgefühle, Unsicherheiten, Zukunftsängste, die Menschen sowieso schon haben, verstärken sich natürlich durch die augenblickliche Situation", berichtete Belzner. 

Eigentlich wollte der Bundespräsident gerade weit weg sein. Eine Reise nach Mexiko und Costa Rica stand in dieser Woche in seinem Terminkalender.

Update 2. April, 6.50 Uhr: Angst vor Verlusten und Kündigungen in der Industrie

Bei BMW wurden bereits tausende in Kurzarbeit geschickt. (Archiv)
Bei BMW wurden bereits tausende in Kurzarbeit geschickt. (Archiv)  © Armin Weigel/dpa

Viele Unternehmen der bayerischen Metall- und Elektroindustrie erwarten durch die Corona-Krise rote Zahlen im laufenden Jahr und denken über Kündigungen nach. "Rund 40 Prozent der Unternehmen befürchten für 2020 Verluste", sagte der Hauptgeschäftsführer des Branchenverbands vbm, Bertram Brossardt, am Donnerstag in München. Der Verband hat 319 seiner Mitgliedsunternehmen zur aktuellen Lage befragt.

"Nahezu alle befragten Betriebe spüren bereits negative Folgen", betonte Brossardt. Fast alle hätten auch bereits Maßnahmen ergriffen oder würden dies in Kürze tun. Teilweise sind sie drastisch: Gut 17 Prozent der Betriebe nennen in diesem Zusammenhang Kündigungen. Bei knapp 10 Prozent geht es sogar um die Schließung von Geschäftsbereichen.

Unbezahlte Freistellungen - inklusive Kurzarbeit - stehen der Umfrage zufolge bei knapp 70 Prozent der Betriebe auf dem Plan, Heimarbeit bei 63 und vom Chef angeordneter Urlaub bei 62 Prozent. Zudem haben gut 58 Prozent die Produktion gedrosselt oder planen dies.

Insgesamt erwarten knapp 76 Prozent der Unternehmen, dass ihre Produktion 2020 sinken wird. Besonders stark betroffen sind die Autoindustrie und ihre Zulieferer wo knapp 86 Prozent der Betriebe mit Rückgängen rechnen. Dementsprechend sind dort Maßnahmen wie die Schließung von Geschäftseinheiten besonders oft Thema.

Häufig wollen Unternehmen nun auch die von der Politik beschlossenen Hilfen nutzen, wie Brossardt erklärt. Sehr viele täten dies bereits bei den flexibleren Arbeitszeitregelungen und der Kurzarbeit. "Viele Betriebe wollen auch die Stundungen von Steuer- und Beitragszahlungen sowie die Soforthilfen nutzen", sagte er.

Update 2. April, 6.46 Uhr: Macher von "Rock am Ring" halten vorerst an Festivalplänen fest

Die Planungen für das Zwillingsfestival "Rock am Ring" und "Rock im Park" Anfang Juni gehen trotz Corona-Krise und der derzeit geltenden Kontaktbeschränkungen weiter. "'Rock am Ring' und 'Rock im Park' 2020 finden nach derzeitigem Stand wie geplant statt, und die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren", teilte eine Sprecherin der Agentur Live Nation auf Anfrage mit. 

"Wir beobachten die Situation natürlich aufmerksam und werden den Anweisungen der Gesundheitsbehörden folgen." Die Gesundheit von Künstlern, Fans und Mitarbeitern habe oberste Priorität und steht bei allen Überlegungen an erster Stelle.

Das Zwillingsfestival soll vom 5. bis 7. Juni am Nürburgring in der Eifel und in Nürnberg über die Bühne gehen. Online übertragene Konzerte ohne Publikum vor Ort seien keine Option, hieß es.

Zu den Headlinern sollen in diesem Jahr die Bands Green Day, Volbeat und System Of A Down gehören. "Rock am Ring" würde im Juni sein 35-jähriges und "Rock im Park" sein 25-jähriges Bestehen feiern. An beiden Standorten sind in den vergangenen Jahren jeweils mehrere zehntausend Zuschauer gekommen.

Update 2. April, 6.39 Uhr: Fit im Heim: Online-Sportkurse boomen

Alleine "sporteln" ist im Freien noch erlaubt. Weniger einsam fühlt man sich mit Online-Diensten. (Archiv)
Alleine "sporteln" ist im Freien noch erlaubt. Weniger einsam fühlt man sich mit Online-Diensten. (Archiv)  © Armin Weigel/dpa

Das Fitnessstudio hat geschlossen, die Laufgruppe pausiert, ebenso das Fußballtraining der Kinder. Wegen der Corona-Krise ist es gar nicht so einfach, fit zu bleiben und überschüssige Energie loszuwerden. 

Neben Joggen und Radfahren bleiben Liegestütze und Gymnastik auf der Matte im Wohnzimmer. Wer mehr Gemeinschaftsgefühl beim Schwitzen braucht, geht stattdessen ins Internet: Wegen der Corona-Krise haben viele Sportvereine ihr Kursangebot inzwischen von der realen in die virtuelle Welt verlagert.

Aerobic, Pilates, Bauch-Training, Tanzen oder Kinderturnen - der Nürnberger Post SV stellt mindestens zweimal täglich ein neues Video auf Youtube. Diese könne jeder kostenlos abrufen, sagt Post-SV-Sprecher Maximilian Oppel. 

Auch andere Vereine wie Sportspaß in Hamburg und Bremen 1860 bieten auf dem Video-Portal diverse Clips an, wo Trainerinnen und Trainer zum gemeinsamen Workout laden und Übungen erklären. «Albas tägliche Sportstunde» von Alba Berlin bringt seit etwa zwei Wochen Kita-Kinder, Schülerinnen und Schüler in Bewegung.

Das gestiegene Interesse am Heim-Sport bekommen auch professionelle Anbieter wie das Yoga-Portal YogaEasy zu spüren. "Unsere Abo-Neuzugänge haben sich verfünffacht", sagt Gründerin Henrike Fröchling. Besonders große Nachfrage gebe es nach Morgenyoga und Meditation.

Doch ist eine Online-Sportstunde überhaupt empfehlenswert? Schließlich kontrolliert niemand, ob man die Übungen richtig macht. Der Sportexperte Lars Donath hat da keine Bedenken: "Das Risiko, wenn man völlig inaktiv wird, ist größer als das von Verletzungen", sagt der Professor von der Deutschen Sporthochschule Köln. 

"Meistens gibt es gute Instruktionen zu den Videos." Augenmaß beim Heim-Sport halten und jeden Tag 10 bis 20 Minuten trainieren, empfiehlt er, um im Alltag fit zu bleiben.

Update 2. April, 6.33 Uhr: Mehr als 210.000 Unternehmen brauchen bereits Corona-Soforthilfen

210.900 Unternehmen in Bayern haben bisher finanzielle Soforthilfen wegen der Corona-Krise beantragt. Bis Mittwochmittag summierten sich die Hilfen auf 1,579 Milliarden Euro, wie das Wirtschaftsministerium in München auf Anfrage mitteilte. Bislang seien mehr als 283 Millionen Euro bereits ausgezahlt worden. Im Schnitt beträgt die Bearbeitungsdauer der Anträge zehn Tage, sagte eine Sprecherin des Ministeriums.

Spitzenreiter im Freistaat ist Oberbayern mit 42.000 Anträgen in Höhe von 315 Millionen Euro, gefolgt von der Landeshauptstadt München mit 35.990 Anträgen über 269 Millionen Euro und Mittelfranken mit 33.000 Anträgen mit einem Volumen von 247 Millionen Euro.

Aus Schwaben stammten bisher 26.610 Anträge (199 Millionen Euro), aus Niederbayern 21.400 Anträge (160 Millionen Euro), aus Unterfranken 18.000 (135 Millionen Euro), aus der Oberpfalz 17.900 Anträge (134 Millionen Euro) und aus Oberfranken 16.000 Anträge (120 Millionen Euro).

Update 2. April, 6.23 Uhr: Bayerns Grüne fordern 500 Euro Corona-Zulage für Pflege und Medizin

Während der Corona-Krise sollten alle Mitarbeiter im ärztlichen und pflegerischen Sektor nach Ansicht der Grünen eine steuerfreie Gefahrenzulage von bis zu 500 Euro pro Monat bekommen. 

"Für alle Menschen, die (...) jetzt ihre eigene Gesundheit aufs Spiel setzen, um das Leben anderer zu retten, fordern wir eine monatliche Gefahrenzulage von bis zu 500 Euro (drei Euro pro Stunde)", heißt es in einem 20-Punkte-Plan zur Corona-Krise, den die Grünen im Landtag beschlossen haben. 

"Applaus mag das Brot des Künstlers sein. Man kann ihn aber nicht essen und seinen Kindern keine Kleidung davon kaufen", sagte Fraktionschefin Katharina Schulze der dpa in München.

In der aktuellen Krise habe die Politik nicht nur die Aufgabe, das Geschehen ins Auge zu nehmen, sondern müsse auch einen "Masterplan" für das Jetzt und das Später entwickeln, betonte Schulze. "Unser Grünes Grundsatzpapier 'Corona: Mit Weitblick aus der Krise' liefert hierzu einen Beitrag und soll eine breit aufgestellte politische Debatte anstoßen."

Das siebenseitige Papier umfasst diverse Maßnahmen neben den finanziellen Hilfen - auch für Medien -, mehr Digitalisierung in der Bildung und die Rückkehr zum grenzfreien Warenverkehr in Europa.

Update 1. April, 22 Uhr: Münchner Klinik gibt Alltagsbetrieb wegen zu vieler Infektionen auf

Wegen zu vieler Corona-Infektionen musste eine Münchner Klinik nun ihren Alltagsbetrieb einstellen.
Wegen zu vieler Corona-Infektionen musste eine Münchner Klinik nun ihren Alltagsbetrieb einstellen.  © Sven Hoppe/dpa

Wegen einer Vielzahl von Corona-Infektionen unter Patienten und Mitarbeitern gibt eine Münchner Klinik den normalen Krankenhausbetrieb vorübergehend auf. 

"Es geht darum, dass wir keine neuen Patienten aufnehmen, und die Patienten, die entlassen werden könnten, aktuell nicht entlassen", erläuterte der Sprecher des Helios Klinikum München West, Marten Deseyve, am Dienstagabend auf Anfrage. 

"Alle Patienten, die jetzt da sind, bleiben auch weiter da." So sollten Infektionsketten unterbrochen werden. 

Bislang wurden 14 Patienten und 2 Mitarbeiter positiv getestet, wie Deseyve sagte.

Die Klinik hatte ein gehäuftes Auftreten von Covid-19-Fällen verzeichnet, besonders auf einer gemischt internistischen und einer chirurgischen Station. Als Gegenmaßnahme gibt es nun bis auf weiteres weder stationäre Aufnahmen, Verlegungen noch Entlassungen. Auch die Notaufnahme ist davon betroffen.

In Abstimmung mit dem städtischen Referat für Gesundheit und Umwelt werden darüber hinaus die Sicherheitsvorkehrungen, die bislang nur für Verdachtsfälle und positiv Getestete bestanden, auf die Behandlung aller Patienten ausgeweitet. 

Mitarbeiter sollen in der Öffentlichkeit zudem einen Mund-Nasen-Schutz tragen und mit Ausnahme ihrer Arbeitszeit zu Hause in Quarantäne bleiben. Alle Patienten und Mitarbeiter werden nun auf das Virus Sars-CoV-2 getestet.

Wie lange dieser "eingefrorene Zustand" erhalten bleibt, sei noch unklar, sagte Deseyve. Dies hänge von der Entwicklung in den nächsten Tagen ab. 

Derart drastische Maßnahmen dürften im Freistaat derzeit noch einmalig sein. "Mir ist auch kein anderes Haus bekannt", bestätigte Deseyve.

Update 1. April, 21 Uhr: Innenminister Herrmann erläutert neue Infektionsschutzmaßnahmenverordnung

Die neue Verordnung zur Änderung der Bayer. Infektionsschutzmaßnahmenverordnung  (hier online) fasst im Wesentlichen die bereit bestehenden Auflagen, Verbote und Beschränkungen zusammen. 

Einige Punkte wurde nun noch konkreter gestaltet bzw. erweitert, erklärte Innenminister Joachim Herrmann am Abend. 

  • So dürfen ab sofort nicht mehr nur die Schalterräume einer Bank geöffnet sein, sondern generell auch Räumlichkeiten, in denen Bankautomaten aufgestellt sind. 
  • Vom Ladenöffnungsverbot ausgenommen sind der Verkauf von Presseartikeln sowie die Geschäftsräume von Hörgeräteakustikern. 
  • Neben Filialen der Deutschen Post AG dürfen nun generell Filialen des Brief- und Versandhandels und aller Postdiensteanbieter geöffnet bleiben. 
  • Gleiches gilt für Ladengeschäfte von KFZ-Werkstätten.

"Unter den Bedingungen der Corona-Krise muss das Leben so gut und reibungslos wie möglich weitergehen", so Herrmann in einer Mitteilung. 

Update 1. April, 20 Uhr: Boateng mit Geldstrafe belegt

Ex-Weltmeister Jérôme Boateng ist vom FC Bayern München mit einer Geldstrafe belegt worden. 

Der Club bestrafte den Verteidiger, weil er sich trotz der geltenden Corona-Ausgangsbeschränkungen von seinem Wohnort entfernt hatte. 

Wie der deutsche Fußball-Rekordmeister am Mittwochabend mitteilte, habe der 31-Jährige am Dienstag ohne Genehmigung des Vereins München verlassen. 

Über die Höhe der Geldstrafe ist nichts bekannt. Mehr dazu >>>hier

Update 1. April, 19.30 Uhr: Johanniter versorgen Senioren mit Menü-Lieferung auf Bestellung

Die Johanniter wollen mit ihrem Menü-Lieferservice die Versorgung von Senioren sicherstellen. 

"Unser Angebot richtet sich vor allem an Senioren, denen aus gesundheitlichen Gründen empfohlen wird, in der aktuellen Situation den Kontakt zu anderen Menschen zu vermeiden," erklärt Alexander Dudek, Ansprechpartner für den Johanniter-Menüservice im Regionalverband München.

Die Nachfrage in München und dem Landkreis steigt: "In der letzten Woche wurden hier über 4000 Menüs im Auftrag der Johanniter von unserem Partner apetito ausgeliefert – etwa ein Drittel mehr als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum."

Entweder wird täglich heißt geliefert oder einmal in der Woche sieben Tiefkühlgerichte.

"Für die größtmögliche Sicherheit der Tischgäste und der Menükuriere bei der Lieferung gibt es klare Verhaltensregeln und strenge Hygienevorschriften, deren Einhaltung genau kontrolliert wird. Unter anderem hat derzeit die Übergabe der Menüs ohne direkten Kontakt zum Tischgast absolute Priorität", ergänzt Alexander Dudek.

Unverträglichkeiten und Wünsche werden in der individuellen Zusammenstellung der Menüs berücksichtigt. 

Bestellen kann man >>>hier online oder telefonisch unter 08912177883.

Ein Mann und eine Frau tragen bei ihrem Einkauf in einem Supermarkt einen Mundschutz.
Ein Mann und eine Frau tragen bei ihrem Einkauf in einem Supermarkt einen Mundschutz.  © Sven Hoppe/dpa

Update 1. April, 19 Uhr: Waldbesitzer sollen Sturmbäume trotz Corona fällen

Das bayerische Forstministerium hat die Waldbesitzer im Freistaat dazu aufgefordert, beschädigte Bäume trotz der Ausgangsbeschränkungen aus den Wäldern zu holen. 

Die notwendigen Arbeiten können und sollen durchgeführt werden, wie Ministerin Michaela Kaniber (CSU) am Mittwoch sagte. "Um künftige Schäden in unseren Wäldern durch den Borkenkäfer möglichst gering zu halten, sollten Bayerns Waldbesitzer für eine rasche Aufarbeitung frisch geschädigter Fichten sorgen, wie sie etwa durch Sturmtief Sabine im Februar entstanden sind."

Aufgrund der Trockenheit und Dürre der vergangenen zwei Jahre und der hohen Ausgangspopulation aus dem Vorjahr sei heuer wieder mit einem starken Borkenkäferbefall zu rechnen. 

Befallene Bäume müssen deshalb möglichst schnell abgefahren, entrindet, gehackt oder mit einem Mindestabstand von etwa 500 m zum nächsten Fichtenbestand gelagert werden. 

Wichtig sei aber, bei den Arbeiten wegen der Gefahr einer Corona-Infektion einen Abstand von 1,5 Metern zu anderen Arbeitern einzuhalten, betonte Kaniber.

Update 1. April, 18.55 Uhr: Söder besucht Schutzmasken-Produktion in Niederbayern

Ein niederbayerischer Automobil-Zulieferer stellt angesichts der Corona-Krise seinen Betrieb auf die Produktion von Schutzmasken um. 

Ministerpräsident Markus Söder (CSU) und Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) besuchen am Donnerstag (10.00 Uhr) das Werk der Firma Zettl in Weng (Landkreis Landshut). 

Üblicherweise stellt das Familienunternehmen Zubehörteile wie Sitzbezüge, Türverkleidungen und Mittelkonsolen her.

Zettl ist eine von etlichen Firmen im Freistaat, die vorübergehend Schutzmasken herstellen oder herstellen wollen. 

Dazu gehören beispielsweise der Hemdenhersteller Eterna aus Passau sowie das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Oberpfaffenhofen.

Update 1. April, 18.10 Uhr: Landesgartenschau in Ingolstadt wird wegen Corona-Krise verschoben

Die Landesgartenschau öffnet ihre Tore wegen der Corona-Krise heuer frühestens einen Monat später als geplant. Statt am 24. April soll es nun am 29. Mai in Ingolstadt losgehen, wie die Veranstalter am Mittwoch mitteilten. Als Ausgleich soll die Pflanzenpracht dafür bis zum 18. Oktober zu sehen sein. 

Ob dies das letzte Wort in der Sache ist, ist aber noch ungewiss: "Anfang Mai 2020 soll die Situation mit den dann vorliegenden Erkenntnissen neu bewertet werden und geprüft werden, ob noch eine weitere Verschiebung erforderlich ist", hieß es in der Mitteilung.

Update 1. April, 17.45 Uhr: Länder und Bund wollen wegen Coronavirus keine Maskenpflicht

Eine Maskentragepflicht soll es in Deutschland wegen der Corona-Krise derzeit nicht geben. Bund und Länder seien sich in dem Punkt einig gewesen, sagte Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am Mittwoch in München nach einer Telefonkonferenz von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und den Regierungschefs der Länder.

Zwar seien Masken natürlich für jeden Einzelnen geeignet, um sich gegen die Ausbreitung des Virus zu präparieren, eine Pflicht solle aber nicht ausgerufen werden. "Wichtig ist jetzt, die Schutzmasken mit höchster Qualität zu entwickeln und den Bedarf von den Krankenhäusern, bei den Ärzten, bei den Pflegerinnen und Pflegern entsprechend zu entwickeln", sagte Söder. 

Die Beschaffung müsse weiter intensiviert werden. "Wir werden am Ende übrigens auf Dauer eher Milliarden von Masken in Deutschland brauchen", sagte Söder.

Außerdem seien sich die Länder und der Bund einig, dass die Bettenkapazitäten deutlich erhöht werden müssten.

Update 1. April, 17.40 Uhr: Wegen Corona vorerst keine Aufnahmen in Alten- und Pflegeheime

Zum Schutz von Alten, Kranken und Behinderten vor Ansteckungen mit dem Coronavirus sollen Pflegeheime laut Ministerpräsident Markus Söder vorerst keine neuen Bewohner mehr aufnehmen. 

"Neuaufnahmen sollen in den entsprechenden Einrichtungen reduziert oder ausgeschlossen werden", sagte der CSU-Chef am Mittwoch nach einer Telefonkonferenz mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und den Regierungschefs der Länder. 

Für Neuaufnahmen oder auch Wiederaufnahmen etwa nach einem Krankenhausaufenthalt sollten die Kapazitäten der Reha-Kliniken genutzt werden. Für Bayern sei dies ein sehr gangbarer Weg, es gebe dort noch viele freie Plätze.

Darüber hinaus kündigte Söder an, dass die Schutzmaßnahmen in Pflegeeinrichtungen weiter verschärft werden sollen. "Wir werden nahezu vollständige und mehrmalige Tests anordnen. Auch für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Alten- und Pflegeheimen, um dort einmal die maximal beste Ausstattung zu haben, was Tests betrifft", sagte er. 

Ferner sollten Alten- und Pflegeheime eine hohe Priorität für die hochwertigsten Schutzmasken bekommen. "Und wir wollen für jede dieser Einrichtung jetzt ab sofort einen Hygienecheck nochmal machen mit einer fachärztliche Beratung."

Update 1. April, 17.15 Uhr: Bayerische Staatsoper verschiebt Opernprojekt von Marina Abramovic

Das mit Spannung erwartete Opernprojekt "7 Deaths of Maria Callas" der Performance-Künstlerin Marina Abramovic wird nicht wie geplant per Live-Übertragung im Internet uraufgeführt. 

Man müsse das Vorhaben wegen der Corona-Pandemie verlegen, teilte die Bayerische Staatsoper am Mittwoch in München mit. Bis jetzt sei das Projekt in Kleinstgruppen vorbereitet worden, jetzt müssten viele Leute auf der Bühne und im Orchester eingebunden werden. Auch die Montagskonzerte, die bislang gestreamt wurden, wurden abgesagt. Stattdessen werde sich die Kostümabteilung auf die Produktion von Schutzmasken verlegen, auf freiwilliger Basis.

Staatsintendant Nikolaus Bachler sagte, es sei ihm auch künstlerisch schwergefallen, ein Projekt voranzutreiben, das die Begegnung mit dem Tod auslote. "Im Moment, in dem es für viele ganz real um Leben und Tod geht, stellen sich andere Fragen – das ist mir innerhalb der letzten Tage besonders klar geworden."

Er habe lange gezögert und in enger Absprache mit dem Kunstministerium weitergemacht. "Doch jetzt ist es an der Zeit, dies bis auf Weiteres zu beenden, auch wenn es mich persönlich schmerzt." Gleichwohl müsse es möglich sein, auch in der Krise die Arbeit an der Kunst aufrechtzuerhalten. "Wir müssen aufpassen, dass die pandemische Krise keine Krise unserer Institutionen, unseres Charakters und unserer Gesellschaft wird."

In den vergangenen Tagen hatten Mitarbeiter in Presseberichten ihre Sorge über die Arbeitsbedingungen geäußert, vor allem im Hinblick auf eine mögliche Ansteckungsgefahr.

Update 1. April, 17.10 Uhr: Corona-Beschränkungen fallen laut Söder am 20. April nicht komplett weg

Markus Söder (CSU, 53), Ministerpräsident von Bayern, ist sicher, dass auch nach dem 19. April Beschränkungen gelten müssen.
Markus Söder (CSU, 53), Ministerpräsident von Bayern, ist sicher, dass auch nach dem 19. April Beschränkungen gelten müssen.  © Sven Hoppe/dpa

Die Einschränkungen wegen der Corona-Krise werden nach Aussage von CSU-Chef Markus Söder auch im Falle einer Verbesserung nach dem 19. April nicht komplett wegfallen können. 

Es sei nicht zu erwarten, dass ab dem 20. April, einem politisch festgelegten Termin, "alles wird wie vorher", sagte der bayerische Ministerpräsident am Mittwoch nach der Telefonkonferenz von Bund und Ländern. 

In der Konferenz hatten sich die Regierungschefs darauf verständigt, die bestehenden scharfen Beschränkungen des öffentlichen Lebens wegen der Corona-Krise mindestens bis zum Ende der Osterferien zu verlängern. 

Es brauche jetzt keine Verschärfung, aber auch keine Exit-Strategien zu den Ausgangsbeschränkungen in ganz Deutschland.

Update 1. April, 17.05 Uhr: Fußball-Nationalspielerinnen Gwinn, Knaak, Bühl bei "We kick Corona"

Die deutschen Fußball-Nationalspielerinnen Giulia Gwinn, Turid Knaak und Klara Bühl haben sich der Hilfsaktion "We kick Corona" der Bayern-Profis Leon Goretzka und Joshua Kimmich angeschlossen. 

Das teilten die Spielerinnen in den sozialen Netzwerken mit. 

"Ich unterstütze @wekickcorona, weil jetzt mehr denn je starke Aktionen abseits des Fußballplatzes gefragt sind und mein Support den Menschen gilt, die anderen Menschen in dieser schwierigen Situation helfen!", schrieb Gwinn und veröffentlichte bei Instagram ein Foto mit den Worten "Ein Gwinn im Kampf gegen Corona".

Update 1. April, 17 Uhr: Aprilscherz um Sommerferien löst Riesenwirbel aus

"Bayern beschließt Kürzung der Sommerferien" - eine WhatsApp-Nachricht mit einem manipulierten Screenshot der Webseite des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel" hat am 1. April Wirbel ausgelöst. 

Drei Wochen länger Schule, um den wegen der Corona-Pandemie ausgefallenen Unterricht nachzuholen - das wäre eine Horrornachricht für alle Schüler gewesen. 

Der Fake verbreitete sich wie ein Lauffeuer. "Der Spiegel" stellte auf Twitter schließlich klar, dass das Bild eine verfälschte Kopie seiner Webseite zeige: "Die Geschichte stand nie auf unserer Seite", hieß es weiter. 

Schuld daran ist ein Vater aus dem Raum München, der allerdings keine böse Absichten gehabt hatte.

Update 1. April, 16.45 Uhr: Mehr als 2700 Beschwerden wegen Corona-Krisenmanagements in Tirol

Immer mehr Menschen melden sich mit Zuschriften bei einem österreichischen Verbraucherschützer, der das Land Tirol wegen des Managements der Corona-Krise angezeigt hatte. Wie Peter Kolba am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur mitteilte, liegen ihm inzwischen mehr als 2700 ausgefüllte Fragebögen vor. 

Rund 84 Prozent davon seien ihm aus Deutschland zugeschickt worden. Bei der großen Mehrzahl der Umfrageteilnehmer handele es sich um Menschen, die positiv auf das Coronavirus getestet wurden. Seit Freitag ist die Zahl der Zuschriften damit um 2300 gestiegen.

Kolba hatte vergangene Woche Tirols Landeschef Günther Platter, Landesräte, Bürgermeister und Seilbahngesellschaften angezeigt. Die Staatsanwaltschaft teilte aber mit, dass sie auf der Grundlage von Medienberichten keine Ermittlungen einleiten werde. 

Daher sammelt Kolba nun Zeugen und die Schilderungen von Betroffenen, "die den Verdacht, dass aus kommerziellen Gründen die Schließung der Ski-Gebiete verzögert wurde, verstärken". Zudem werde geprüft, ob und wie die Betroffenen dem Verfahren als Privatbeteiligte angeschlossen werden können.

Das Land Tirol wird seit Tagen dafür kritisiert, im Kampf gegen das Coronavirus den Skibetrieb nicht schnell genug eingestellt zu haben. Als potenzielle Keimzelle des Virus in den Fokus geraten war zuletzt vor allem Ischgl. 

Auch die meisten der 2700 Zuschriften beziehen sich auf den beliebten Wintersportort. Die Staatsanwaltschaft ermittelt zum Verdacht, dass der positive Coronavirus-Test einer Mitarbeiterin eines Ischgler Gastronomiebetriebes Ende Februar nicht den Behörden gemeldet wurde.

Update 1. April, 16.20 Uhr: Riesenumweg für Bewohner von Hinterriss

Eine Schranke macht in Corona-Zeiten den Einwohnern des Bergdorfs Hinterriss das Leben schwer. Die Enklave mit rund 30 Menschen gehört zur österreichischen Gemeinde Vomp, ist aber nur von Bayern aus erreichbar. 

Wegen der Grenzkontrollen im Zuge der Corona-Pandemie wurde nun eine Straße geschlossen, eine sonst nur bei Lawinengefahr geschlossene Schranke riegelt den kürzesten Weg zum nächsten österreichischen Ort Achenkirch ab. Die Bewohner müssen nun weite Umwege in Kauf nehmen, um zum Arzt in Österreich, zur Bank, zur Post oder zur Apotheke zu kommen.

80 Kilometer Umweg müsste Ortsvorsteher Manfred Reindl fahren, um die Post für die anderen Einwohner in Achenkirch abzuholen. Schon die normale Strecke ist - Hin- und Rückweg zusammengerechnet - etwa 75 Kilometer lang. Dem Postboten sei der nun mehr doppelt so weite Weg nicht zuzumuten. Nun gibt es eine fast konspirative Lösung: Ortsvorsteher und Postbote treffen sich an der Schranke, Pakete und Post werden darunter durchgeschoben.

Auch der Landrat des angrenzenden Landkreises Bad Tölz-Wolfratshausen, Josef Niedermeier, konnte bisher nicht helfen. Die Bundespolizei mache eine Vorgabe, ohne die örtlichen Gegebenheiten im Detail zu kennen, sagte er dem BR. Die Schranke zu überklettern, hatten die Beamten Reindl verboten. Und einen Schlüssel bekommt er nicht.

Deshalb bleibt es vorerst bei der Übergabelösung. Schließlich sei unklar, wie lange die Sperrung dauern werde, sagt Reindl. "Man kann ja nicht drei Monate keine Post haben, und auch nicht zwei Wochen."

Update 1. April, 16.15 Uhr: Coutinho kehrt mit Spende zu Wurzeln in Rio zurück

FC Bayerns Fußball-Profi Philippe Coutinho hat seine Wurzeln nicht vergessen. So berichteten brasilianische Medien über die Solidaritätsaktion des Mittelfeldspielers, der in Zeiten der Covid-19-Pandemie in zwei Stadtteilen seiner Geburtsstadt Rio de Janeiro Pakete mit Lebensmitteln und Hygieneartikeln - insgesamt 20 Tonnen - verteilen ließ. 

Bei dem einen der beiden Viertel handelt es sich um die Favela Barreira do Vasco, die direkt an das altehrwürdige Estádio São Januário des Traditionsvereins Vasco da Gama grenzt. Der Club, bei dem der 27-jährige Coutinho groß geworden ist und der ihn herausgebracht hat. 

Unweit des anderen, der Favela Mangueira, wohnte Coutinho in der Kindheit. 

Update 1. April, 16.05 Uhr: FDP fordert mehr Kinderschutz in der Corona-Krise

Die FDP im bayerischen Landtag fordert mehr Kinderschutz in der Corona-Krise. Die Kinder- und Jugendhilfe müsse als systemrelevant eingestuft werden, forderte die stellvertretende Fraktionsvorsitzende Julika Sandt. "Ziel muss es sein, dass die Besuche der Familienhilfe nicht eingestellt, sondern unter Beachtung des Infektionsschutzes intensiviert werden", schrieb sie am Mittwoch in einem Brief an Familienministerin Carolina Trautner (CSU). 

Experten befürchten, dass häusliche Gewalt und sexueller Missbrauch von Kindern wegen der Ausgangsbeschränkungen zunehmen könnten.

"Durch die Corona-Krise wurde der Betrieb bei vielen sozialen Trägern und Dienstleistern stark eingeschränkt", schreibt Sandt weiter. Deren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter könnten zum Beispiel in Kinderheimen eingesetzt werden, die jetzt einen höheren Personalbedarf hätten. 

Voraussetzung dafür sei eine landesweit einheitliche Umsetzung des Sozialdienstleister-Einsatzgesetzes. Dieses ermögliche einen unbürokratischen Einsatz der Angestellten von sozialen Trägern in anderen Bereichen. 

Ein Portal könnte außerdem helfen, Personal schnell an einen neuen Einsatzort zu vermitteln.

Update 1. April, 16 Uhr: Jugendherbergen sollen finanzielle Hilfen bekommen

Jugendherbergen in Bayern sollen in der Corona-Krise finanziell unterstützt werden. "Ich bin der Auffassung, dass die Jugendherbergen aufgrund ihrer Strukturen ähnlich wie Hotels behandelt werden sollten", teilte Sozialministerin Carolina Trautner (CSU) am Mittwoch mit. 

Sie habe das Wirtschaftsministerium gebeten, unbürokratische Hilfen zu prüfen. Es gehe um den Erhalt von rund 900 Arbeitsplätzen.

In einem Schreiben hatte der Landesverband des Deutschen Jugendherbergswerks vergangene Woche um Hilfe gebeten. "Ohne Unterstützung durch Bund und Land ist der Landesverband zur dauerhaften Aufgabe der Standorte gezwungen", hieß es darin. 

Mitte März mussten infolge der Corona-Krise alle 58 Häuser in Bayern schließen.

Update 1. April, 15.40 Uhr: Größte Bodensee-Regatta abgesagt

Wegen der Corona-Krise fällt die größte Regatta am Bodensee ins Wasser. Wie der Lindauer Segler-Club am Mittwoch mitteilte, habe man sich für eine Absage der am 11. Juni geplanten "RUND UM" entschieden. 

"Im Regattasport arbeiten die Segler auf den Schiffen dicht an dicht auf engstem Raum, die Ansteckungsgefahr wäre viel zu hoch", sagte Wettfahrtleiter Joachim Holz. Außerdem sei wegen der Ausgangsbeschränkungen die Vorbereitungszeit für die Segler zu kurz. 

Ob und wann die Regatta nachgeholt wird, blieb zunächst offen. Die "RUND UM" findet bereits seit 70 Jahren statt. Die diesjährige Absage ist die erste in der Geschichte der Kult-Regatta.

Ein indischer Koch stellt Schilder vor sein Restaurant im Stadtteil Haidhausen.
Ein indischer Koch stellt Schilder vor sein Restaurant im Stadtteil Haidhausen.  © Peter Kneffel/dpa

Update 1. April, 15.30 Uhr: Würzburg lässt nur noch ausgewählte Ärzte in Seniorenheime

Nach einer Häufung von Todesfällen durch das Coronavirus Sars-CoV-2 dürfen in Würzburger Seniorenheimen nur noch wenige ausgewählte Ärzte Patienten versorgen. 

Mit der neuen Allgemeinverfügung sollen die Kontakte von außen in die Pflegeeinrichtungen reduziert und der Schutz der gesunden Bewohner vor einer Ansteckung mit dem Erreger verbessert werden, teilten Stadt, Landkreis und Gesundheitsamt am Mittwoch mit.

Mit der Regelung würden Hausärzte, die bereits den Großteil der Patienten betreuen, für jeweils ein Heim für zuständig erklärt. Allen übrigen Ärzten werde der Zugang untersagt, hieß es.

In zwei Seniorenheimen der Stadt starben bisher 20 Bewohner an der durch das Virus ausgelösten Lungenkrankheit Covid-19. 

Stadt und Landkreis Würzburg gelten mit über 400 positiv auf den Erreger getesteten Menschen und aktuell über 1500 in Quarantäne lebenden Kontaktpersonen von Infizierten als ein Hotspot der Pandemie in Bayern.

Update 1. April, 15.25 Uhr: Vermutlich neun Tote durch Corona-Infektionen in Seniorenheim

In einem Seniorenheim in Harburg (Landkreis Donau-Ries) sind neun Bewohner mutmaßlich an den Folgen einer Corona-Infektion gestorben. 

Zwar wurden nur zwei der neun seit Freitag verstorbenen Senioren positiv auf das Coronavirus getestet, sagte Landrat Stefan Rößle (CSU) am Mittwoch. Das liege jedoch daran, dass nicht bei allen ein Test erfolgt sei. Wegen des engen zeitlichen Zusammenhanges sei bei allen Todesfällen von einer Covid-19-Erkrankung als Ursache auszugehen.

Zwei weitere positiv getestete Heimbewohnerinnen seien derzeit in medizinischer Behandlung, eine von ihnen sei ins Krankenhaus gebracht worden. 

"Es wird alles unternommen, um zeitnah aufzuklären, wer mit wem Kontakt hatte", so Rößle weiter. So würden nach Möglichkeit Tests bei allen Mitarbeitern und Bewohnern des Heims mit Symptomen durchgeführt.

In den vergangenen Tagen häufen sich die Todesfälle in bayerischen Pflegeheimen. Mehrere Todesfälle wurden beispielsweise auch aus einem Altenheim in Schweinfurt und einem Würzburger Pflegeheim gemeldet.

Ein Mitarbeiter der Justiz im Landgericht Nürnberg-Fürth misst mit einem Fieberthermometer die Temperatur einer Besucherin.
Ein Mitarbeiter der Justiz im Landgericht Nürnberg-Fürth misst mit einem Fieberthermometer die Temperatur einer Besucherin.  © Daniel Karmann/dpa

Update 1. April, 15.10 Uhr: Würzburger Mainfrankentheater näht Gesichtsmasken

Um in der Corona-Krise den Mangel an Schutzausrüstung zu beheben, stellt in Würzburg auch das Mainfranken Theater Gesichtsmasken her. "Wir verfolgen das Thema schon lange, aber es war nicht einfach, überhaupt an geeigneten Stoff zu kommen", sagte Kostümdirektor Stefan Schill am Mittwoch.

Doch jetzt sei eine Stoffbestellung endlich eingetroffen und sein Team und er hätten begonnen, zu Hause Mundschutzmasken zu nähen. Zunächst sollten einige Hundert Exemplare hergestellt werden.

In einer bundesweiten Aktion nähen zahlreiche Theater und Bühnen Gesichtsmasken als Schutz vor einer Ausbreitung des Coronavirus Sars-CoV-2, in Bayern auch das Theater Regensburg.

Die behelfsmäßigen Mund- und Nasenschutzmasken würden aus einem Baumwoll-Polyester-Mischgewebe angefertigt, das kochfest und wiederverwendbar sei und nicht einlaufe, sagte Schill. 

Verteilt würden die Masken durch den in der Stadt Würzburg eingerichteten Krisenstab.

Update 1. April, 15.05 Uhr: 227 neue Coronafälle in München, vier weitere Todesfälle

Die aktuellen Fallzahlen aus München (Stand 13.30 Uhr) verzeichnen 227 neue Coronavirus-Infektionen. Damit steigt die Zahl der Fälle insgesamt auch 2926 Infektionen. 

Darin inbegriffen sind vier neue Todesfälle: Dabei handelt es sich um zwei Münchnerinnen, 90 und 92 Jahre alt, sowie zwei Münchner, 77 und 85 Jahre alt.

Update 1. April, 15 Uhr: Ärzte kritisieren Bayerns Corona-Management

Die Kassenärztliche Vereinigung kritisiert, dass Bayern die Verteilung der Schutzmaterialien vom Bund künftig selbst übernehmen will.
Die Kassenärztliche Vereinigung kritisiert, dass Bayern die Verteilung der Schutzmaterialien vom Bund künftig selbst übernehmen will.  © Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Die Kassenärztliche Vereinigung (KV) hat das Corona-Krisenmanagement der bayerischen Staatsregierung massiv kritisiert. 

Bayerns Sonderweg sei "brandgefährlich", sagte der KV-Vorstandschef Andreas Gassen am Mittwoch im "Frühstart" der RTL/ntv-Redaktion. 

Er kritisierte konkret, dass einige Bundesländer - darunter Bayern, Sachsen und Schleswig-Holstein - die Verteilung der Schutzmaterialien vom Bund künftig selbst übernehmen wollten, statt dies wie zuvor den Kassenärztlichen Vereinigungen zu überlassen.

Heftige Kritik übte Gassen auch an den Plänen von Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU), der KV die Zuständigkeit für die ärztliche Versorgung im Land zu entziehen. 

In Bayern kümmert sich im Zuge der Krise pro Landkreis oder kreisfreie Stadt ein sogenannter "Versorgungsarzt" um eine ausreichende ärztliche Versorgung. 

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Update 1. April, 14.53 Uhr: Aussichten bei den Genossenschaften ungewiss

Bayerns über 1000 Genossenschaften in Handel und Dienstleistungen ist es bis zur Corona-Krise mehrheitlich gut gegangen - doch die Zukunftsaussichten sind ungewiss. 

Im vergangenen Jahr haben die Unternehmen ihre Umsätze um 3,1 Prozent auf rund 13,1 Milliarden Euro gesteigert, wie der Genossenschaftsverband Bayern (GVB) am Mittwoch mitteilte. Die Gewinne legten sogar um über 5 Prozent von 261 Millionen auf 275 Millionen Euro zu.

Zu den Waren- und Dienstleistungsgenossenschaften zählen unter anderem Molkereien, Landhändler und sonstige Dienstleister für die Bauern, sowie örtliche Energieversorger. 

An den Ergebnissen der letzteren lässt sich das Wetter der Vergangenheit ablesen: So verdienten die 102 Photovoltaikgenossenschaften weniger Geld, weil die Sonne 2019 weniger häufig schien als im heißen und trockenen Vorjahr.

Update 1. April, 14.50 Uhr: Studie zeichnet Infektionsverlauf von Corona-Patienten nach

Aus einer Analyse von neun Patienten haben Forscher den Verlauf nach einer Infektion mit dem neuen Coronavirus rekonstruiert. 

Das Team um Christian Drosten von der Berliner Charité und Clemens Wendtner von der München Klinik Schwabing untersuchte die ersten Covid-19-Patienten in Deutschland, die Ende Januar im Landkreis Starnberg bei München bekannt wurden. 

Das Resultat, das sich der Erreger nicht nur in der Lunge, sondern auch im Rachenraum vermehrt, hatten die Autoren damals sofort bekanntgegeben. Nun hat das Team weitere Erkenntnisse im Fachblatt "Nature" veröffentlicht.

"Die bei uns betreuten Patientinnen und Patienten waren jüngeren bis mittleren Alters", wird der Infektiologe Wendtner in einer Charité-Mitteilung zitiert. 

"Sie zeigten insgesamt eher milde Symptome und grippeähnliche Symptome wie Husten und Fieber sowie ein gestörtes Geruchs- und Geschmacksempfinden."

Bei den Patienten wurden während der Infektionszeit täglich Abstriche aus dem Nasen-Rachen-Raum und Proben des Husten-Auswurfs analysiert. Auch Stuhl, Blut und Urin wurden untersucht.

Update 1. April, 14.40 Uhr: Adidas entschuldigt sich und zahlt jetzt doch Miete

Der deutsche Sportartikelhersteller erntete nach der Ankündung, wegen der Corona-Krise im April keine Miete für seine Läden zu bezahlen, einen Shitstorm.
Der deutsche Sportartikelhersteller erntete nach der Ankündung, wegen der Corona-Krise im April keine Miete für seine Läden zu bezahlen, einen Shitstorm.  © Arne Dedert/dpa

Der Sportartikelhersteller Adidas zahlt nach harscher öffentlicher Kritik nun doch seine Mieten und entschuldigt sich für sein Vorpreschen. 

"Die Entscheidung, von Vermieter(innen) unserer Läden die Stundung der Miete für April zu verlangen, wurde von vielen von Ihnen als unsolidarisch empfunden", heißt es in einem offenen Brief, den Adidas am Mittwoch veröffentlichte. "Ihre Meinung ist uns wichtig, und Ihre Meinung ist eindeutig: Sie sind von adidas enttäuscht."

Adidas hatte im Zuge der Corona-Krise angekündigt, die Miete für die geschlossenen Läden in Europa ab April nicht mehr zu bezahlen. Man sei in Gesprächen mit den Vermietern. Daraufhin hatte es zum Teil harsche Kritik aus allen Teilen der Gesellschaft gehagelt. Im Internet gab es Boykott-Aufrufe.

"Deshalb möchten wir uns bei Ihnen in aller Form entschuldigen. Wir haben unseren Vermieter(innen) die Miete für April bezahlt. Fairness und Teamgeist sind seit jeher eng mit Adidas verknüpft und sollen es auch bleiben", heißt es in dem Brief weiter.

Das Geschäft von Adidas sei in der Corona-Krise eingebrochen. "Fast auf der gesamten Welt findet kein normales Geschäft mehr statt. Die Läden sind zu. 

Das hält selbst ein gesundes Unternehmen wie adidas nicht lange aus", heißt es in dem Brief weiter.

Update 1. April, 14.35 Uhr: Über 17.000 Infektionen in Bayern, bisher 241 Tote

Laut der aktuellen Fallzahlen sind in Bayern 17.151 Infektionen mit dem Coronavirus bestätigt. 241 Menschen verloren durch das Virus ihr Leben (Stand 1. April, 10 Uhr). 

Von der Gesamtzahl der Fälle in Bayern gelten 2230 als genesen.

Die bestätigten Fälle der Coronavirus-Infektionen in Bayern.
Die bestätigten Fälle der Coronavirus-Infektionen in Bayern.  © TAG24

Update 1. April, 14.30 Uhr: ADAC appelliert Fahrten über Ostern nach Möglichkeit unterlassen

Der ADAC hat mit Blick auf den Osterreiseverkehr an Autofahrer appelliert, Fahrten nach Möglichkeiten zu unterlassen und am besten zu Hause zu bleiben. 

ADAC-Präsident August Markl sagte der Deutschen Presse-Agentur am Mittwoch: "In einigen Bundesländern sind Fahrten ohne einen dringenden Anlass untersagt, aber auch in jenen Teilen des Landes, in denen Fahrten theoretisch denkbar sind, möchten wir die Bevölkerung bitten, Fahrten nach Möglichkeit zu unterlassen, die verzichtbar sind. Dazu zählen leider auch Verwandtenbesuche."

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) wollte am Nachmittag mit den Ministerpräsidenten der Länder über den Stand des Kampfs gegen die Coronavirus-Krise beraten. Bei den Beratungen soll auch der Osterreiseverkehr eine Rolle spielen.

Update 1. April, 14.10 Uhr: Ärger über Söder bei Genossenschaftsbanken

In der Corona-Krise ärgern sich Bayerns Volks- und Raiffeisenbanken über die Rufe der Politik nach unbürokratischer Kreditvergabe. 

Der Genossenschaftsverband Bayern (GVB) äußerte am Mittwoch "Unverständnis" über Ministerpräsident Markus Söder (CSU), nachdem zuvor bereits Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) von GVB-Chef Jürgen Gros kritisiert worden war. 

Der Anlass sind die politischen Forderungen nach unbürokratischer Kreditvergabe, obwohl die Politik die bürokratischen Anforderungen an die Banken in den vergangenen Jahren verschärft hat.

Konkret geht es um staatlich geförderte Kredite, die bedrohte Unternehmen vor der Pleite retten sollen. "Fakt ist, dass es die Vorgaben der Förderbanken KfW und LfA sowie die des Aufsichtsrechts sind, die eine Kreditbearbeitung verkomplizieren und verzögern", sagte Gros in München. "Die genossenschaftlichen Hausbanken blockieren nicht, sondern tun alles, um Kredite schnellstmöglich zu bearbeiten", sagte er.

Gros lud Söder ein, sich selbst bei einem Informationsbesuch ein Bild der Vorschriften zu machen. "Wenn der bayerische Ministerpräsident eine unbürokratische Behandlung von Kreditanfragen fordert, muss er unbürokratisch für Erleichterungen in den Anforderungen der Förderbanken und des Aufsichtsrechts sorgen." 

Der GVB vertritt knapp 230 Volks- und Raiffeisenbanken in Bayern.

Update 1. April, 13.59 Uhr: Münchner Opernfestspiele: Vorerst keine Absage

Die Münchner Opernfestspiele sind anders als die Bayreuther Festspiele derzeit noch nicht abgesagt. 

"Wir werden gemeinsam mit allen Direktoren des Hauses und in Abstimmung mit dem Ministerium Anfang Mai über die Durchführung der Festspiele entscheiden", sagte der Intendant der Bayerischen Staatsoper, Nikolaus Bachler, am Mittwoch auf Anfrage. Nach jetzigem Stand würden die Proben am 18. Mai beginnen.

Vom 21. Juni bis zum 31. Juli stehen unter anderem Premieren der Opern "Castor und Pollux" von Jean-Philippe Rameau sowie Giuseppe Verdis "Falstaff" im Festspielkalender. 

Opernstars wie Diana Damrau oder Jonas Kaufmann werden erwartet. Auch Konzerte und Ballettaufführungen stehen auf dem Spielplan.

Update 1. April, 13.57 Uhr: Bayern zahlt Verpflegung für Mitarbeiter in Pflege und Krankenhäusern

In Bereich Pflege und Krankenversorgung übernimmt der Freistaat die Verpflegung der Mitarbeiter. (Symbolbild)
In Bereich Pflege und Krankenversorgung übernimmt der Freistaat die Verpflegung der Mitarbeiter. (Symbolbild)  © Oliver Berg/dpa

Der Freistaat bezuschusst in der Corona-Krise ab sofort die Verpflegungskosten für alle Mitarbeiter in allen bayerischen Krankenhäusern, Universitäts- und Reha-Kliniken sowie Alten-, Pflege- und Behinderteneinrichtungen. 

"Um die Unterstützung ab dem 1. April 2020 möglichst unbürokratisch sicherzustellen, können betroffene Einrichtungen Anträge beim Landesamt für Finanzen einreichen. Die Finanzierung erfolgt aus dem Sonderfonds Corona-Pandemie", sagte Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) am Mittwoch in München. 

Pro Mitarbeiter und Tag zahlt der Freistaat bis auf Weiteres eine Erstattungspauschale von 6,50 Euro. Die Co-Finanzierung hatte das Kabinett als Zeichen der Anerkennung für Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen bereits am 24. März beschlossen. 

"Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in unseren Krankenhäusern leisten täglich großartige Arbeit. Sie sind die, die Erkrankte versorgen, die Hoffnung hochhalten und sich bei ihrer Arbeit selbst der Gefahr einer Ansteckung aussetzen", sagte Finanzminister Albert Füracker (CSU).

Update 1. April, 13.49 Uhr: Coronakrise verzögert Waldrapp-Projekt am Bodensee

Ein Projekt versucht, den Waldrapp zurück an den Bodensee zu bringen. (Archiv)
Ein Projekt versucht, den Waldrapp zurück an den Bodensee zu bringen. (Archiv)  © Felix Kästle/dpa

Seit 2017 versucht ein EU-Projekt, die seltene Vogelart Waldrapp zurück an den Bodensee zu bringen - doch nun wird die Aktion durch die Corona-Krise ausgebremst. Im Brutgebiet in Überlingen werde es in diesem Jahr vermutlich keinen Nachwuchs geben, sagte der Projektleiter des Waldrapp-Teams, Johannes Fritz, am Mittwoch. 

Zwar würden erstmalig auch geschlechtsreife Vögel aus ihren Winterquartieren dorthin zurückkehren. Diese bräuchten aber noch Unterstützung durch die Mitarbeiter des Projekts bei der Brut. "Und das geht momentan nicht." Zuvor hatte die "Bild" berichtet.

Auch in den anderen Brutgebieten in Bayern und bei Salzburg gebe es keine Handaufzucht und keine Auswilderung der Jungvögel. Allerdings lebten dort inzwischen wilde Vögel, die selbstständig mit der Brut beginnen würden. "Wir sind relativ entspannt", sagte Fritz. Ab 2021 werde das Waldrapp-Projekt wieder regulär fortgesetzt. "Wir gehen davon aus, dass wir zwar eine verzögerte Populationsentwicklung haben, aber deren Bestehen wird nicht gefährdet sein."

Die gänsegroßen Waldrappen lebten bis ins 17. Jahrhundert im Alpen- und Mittelmeerraum, unter anderem auch an den Felswänden in Überlingen. Doch dann wurden ihnen Vogeljäger zum Verhängnis. Heute sind die Zugvögel in freier Wildbahn praktisch ausgestorben und gehören zu den am stärksten bedrohten Vogelarten weltweit.

Im Frühjahr 2017 hatten Mitarbeiter des Projekts etwa 30 Jungvögel aus einer Zoohaltung in Kärnten (Österreich) in eine Art Trainingscamp nach Überlingen (Bodenseekreis) gebracht. Im darauffolgenden Sommer wurden die Zugvögel mit einem Leichtflugzeug und Gleitschirm über die Alpen in ihr Winterquartier, die Toskana, geführt. Der Waldrapp soll durch das Projekt in Europa wieder heimisch werden.

Update 1. April, 13.46 Uhr: Bayern fordert vom Bund Corona-Hilfen für gemeinnützige Einrichtungen

Zum Schutz vor den wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise fordert Bayern vom Bund mehr Finanzhilfen für gemeinnützige Einrichtungen. "Eine finanzielle Schieflage oder gar die Schließung von Einrichtungen wollen wir dringend verhindern. Daher setzen wir uns auf Bundesebene für zeitlich befristete steuerliche Erleichterungen im Gemeinnützigkeitssektor ein", sagte Bayerns Finanzminister Albert Füracker (CSU) am Mittwoch in München.

Die bisher getroffenen steuerlichen Maßnahmen im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie würden den Unternehmen in der Wirtschaft helfen. "Sie bleiben leider aufgrund von Steuerbefreiungen im Gemeinnützigkeitssektor zum Großteil aber leider wirkungslos. Hier muss Abhilfe geschaffen werden", betonte Füracker. 

Aus bayerischer Sicht müssten die Einrichtungen zunächst bis zum Jahresende befristet etwa höhere Rücklagen aus ihren Einnahmen bilden dürfen und ihre Einnahmen nicht mehr zeitnah zweckgebunden ausgeben müssen.

Gemeinnützige Einrichtungen seien eine unverzichtbare Stütze für die Gesellschaft, meinte Füracker. "Diese Körperschaften leisten nicht zuletzt mit ihren Behindertenwerkstätten, Altenpflege-, Reha- und Betreuungseinrichtungen, Schullandheimen und Vereinen einen wichtigen Dienst - und das oft ehrenamtlich."

Update 1. April, 13.44 Uhr: Diakonie Bayern: Schutzausrüstung und Coronatests fehlen

Die Diakonie in Bayern klagt über fehlende Coronavirus-Tests und Schutzausrüstung in der Pflege. Die Einrichtungen hätten nicht genügend Tests, um alle Menschen zu testen, die vom Krankenhaus in eine Pflegeeinrichtung kämen, sagte Vorstandsmitglied Sandra Schuhmann am Mittwoch in Nürnberg. 

Die alten Menschen kämen deshalb vorsorglich für 14 Tage in Quarantäne, was besonders für Demenzkranke problematisch sei. Auch bei Desinfektionsmitteln und Schutzkleidung sei die Lage immer noch prekär, sagte Schuhmann. 

Die Diakonie fordert deshalb, dass die Pflegedienste bei der Zuteilung nicht hinten anstehen dürften.

Update 1. April, 13.40 Uhr: Audi unterstützt Kliniken und Heime

Der Autobauer Audi will Krankenhäuser, Pflegeheime und Sozialeinrichtungen mit fünf Millionen Euro Soforthilfe unterstützen. Das Geld fließe zusätzlich zu den 600.000 Euro, die Audi am Montag an Kliniken in Ingolstadt und Heilbronn gegeben habe, teilte das Unternehmen am Mittwoch mit. 

Außerdem meldeten sich immer mehr Mitarbeiter als freiwillige Helfer. Markus Duesmann, der am Mittwoch sein Amt als neuer Audi-Chef antrat, sagte: "Ich danke allen Audianerinnen und Audianern, die in dieser außergewöhnlichen Zeit nach vorn schauen, mitanpacken und helfen, wo sie gebraucht werden."

Die Autoproduktion steht seit gut einer Woche, rund 30.000 der 61.000 Beschäftigten in Deutschland sind in Kurzarbeit, vorerst bis Ostern. Audi bekomme zur Zeit viele Hilfs- und Spendenanfragen, sagte eine Sprecherin. Jetzt würden Anfragen und Angebote zusammengeführt. 

Audianer seien zum Beispiel als Helfer bei der Hopfenernte in der Hallertau dabei, das Technische Hilfswerk habe Autos bekommen. Das Kurzarbeitergeld wird von der VW-Tochter auf 95 Prozent des Nettolohns aufgestockt.

Update 1. April, 12.45 Uhr: Ärzte, Schwestern und Pfleger fahren in München jetzt kostenlos Taxi

Kostenlos kann medizinisches Personal ab sofort mit dem Taxi zur Arbeit und zurück. (Archiv)
Kostenlos kann medizinisches Personal ab sofort mit dem Taxi zur Arbeit und zurück. (Archiv)  © Armin Weigel/dpa

Ärzte, Schwestern und Pfleger können in München ab sofort auf dem Weg zur Arbeit und zurück kostenlos taxifahren. Mit dem Nulltarif solle medizinisches Personal in der Corona-Krise unterstützt werden, teilte ein Sprecher des Taxiverbands München am Mittwoch mit. Anrufen müsse man dafür bei einer der beiden lokalen Taxizentralen. 

"Dann fährt man zur Klinik oder nach Hause von der Klinik umsonst", sagte der Sprecher. Die Arbeit in der Gesundheitsbranche müsse allerdings nachgewiesen werden.

Erstmal läuft das Projekt auf Kosten der Taxiunternehmen. Für eine längerfristige Lösung werde noch auf Rückmeldung des Bundesverkehrsministeriums gewartet: "Wir können das natürlich nicht ewig tragen", sagte der Sprecher. Dann solle es zudem möglich gemacht werden, sich neben Lebensmitteln auch Medikamente liefern zu lassen, hieß es weiter.

Laut der Taxizentrale Nürnberg gibt kostenlose Fahrten für Klinikpersonal in der zweitgrößten Stadt im Freistaat nicht. Dafür könne man sich hier sowohl Einkäufe als auch Medikamente für einen Pauschalpreis von 10 Euro mit dem Taxi bringen lassen, sagte ein Sprecher.

Update 1. April, 12.44 Uhr: Kultur- und Kinobranche fordert Hilfen zur Existenzsicherung

Kulturschaffende und Kinobetreiber in Bayern fordern wegen der Corona-Pandemie von der Staatsregierung schnelle Hilfe. 

Viele Häuser, Theatergruppen und Akteure der Freien Darstellenden Künste seien akut gefährdet, wenn sie das aktuell entstehende Defizit nicht überbrücken könnten, appellierte der Verband der Freien Darstellenden Künste Bayern an Kunstminister Bernd Sibler (CSU).

Die Betreiber der Arthouse-Kinos erklärten, die nachvollziehbare Schließung aller Kinos stelle für eigenständige Kinobetreiber eine extreme wirtschaftliche Belastung dar, teils sogar eine existenzielle Bedrohung. 

"Da wird es sicher für viele sehr eng werden", sagte am Mittwoch der Nürnberger Kinobetreiber Matthias Damm, der den Brief an Digitalministerin Judith Gerlach (CSU) und den FilmFernsehFonds Bayern mit unterzeichnet hat.

Update 1. April, 12.33 Uhr: Keine Besuche für Ex-Papst Benedikt in Corona-Krise - "geht ihm gut"

Benedikt XVI. lebt seit rund sieben Jahren im Kloster Kloster Mater Ecclesiae. (Archiv)
Benedikt XVI. lebt seit rund sieben Jahren im Kloster Kloster Mater Ecclesiae. (Archiv)  © Daniel Karmann/dpa

Der emeritierte Papst Benedikt (92) empfängt wegen der Corona-Pandemie keine Besuche im Vatikan. 

"Gottlob geht es uns allen im Monastero Mater Ecclesiae gut, allen voran dem emeritierten Papst Benedikt. Wir leben wie in einer strengen Klausur", erklärte Kurienerzbischof Georg Gänswein der Deutschen Presse-Agentur. 

"Besuche gibt es keine, und wir machen auch keine. Das lassen, wie alle wissen, die entsprechenden Auflagen, an die wir uns natürlich halten, nicht zu." Benedikt XVI. lebt seit seinem Rücktritt vor sieben Jahren in dem Kloster Mater Ecclesiae im Vatikan.

Der Bayer Joseph Ratzinger feiert am 16. April seinen 93. Geburtstag. Es seien keine "Delegationen oder dergleichen" vorgesehen, sagte Gänswein. "Es wird ein stiller Tag werden ohne irgendwelche Feierlichkeiten. Wir hoffen und beten, dass die drückende Pandemie bald überwunden wird."

Der drei Jahre ältere Bruder des emeritierten Papstes, Georg Ratzinger, lebt in Regensburg, wo der Kirchenmusiker früher den berühmten Knabenchor Domspatzen leitete.

Update 1. April, 10.58 Uhr: Bayern verschiebt wegen Corona-Krise auch Prüfungen an Oberschulen

Nach den Abiturprüfungen an den Gymnasien werden wegen der Corona-Krise auch die Abschlussprüfungen an den beruflichen Oberschulen und den Fachoberschulen nach hinten geschoben. "Mir ist es wichtig, dass auch in dieser Ausnahmesituation faire Bedingungen bei den Abschlussprüfungen sichergestellt werden", sagte Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler) am Mittwoch in München. 

Die Prüfungen sollten nun am 18. Juni und nicht wie ursprünglich vorgesehen am 25. Mai beginnen, sofern der Unterricht nach den Osterferien wieder aufgenommen werden könne.

Möglich sei die Verschiebung, da die Meldefristen für bundesweit vergebene Studienplätze ebenso verschoben seien wie für die örtlichen Zulassungsverfahren an den Hochschulen. "Die Schülerinnen und Schüler, die dies wollen, sollen zum nächstmöglichen Termin ein Studium antreten können", sagte Piazolo. In Bayern absolvieren 2020 rund 25.000 Schüler beruflicher Oberschulen ihre Abschlussprüfungen.

Der neue Terminplan für die Fachabitur- beziehungsweise Abiturprüfungen 2020 an beruflichen Oberschulen sieht unter anderem die schriftlichen Prüfungen in Deutsch für den 18. Juni vor, Englisch am 19. Juni, Mathematik am 22. Juni und im Profilfach am 23. Juni. 

Das Zeugnisdatum wird auf den 29. Juli 2020 verschoben. "Aufgrund der dynamischen Entwicklung können zusätzliche Anpassungen bei den Abschlussprüfungen 2020 nicht ausgeschlossen werden", hieß es weiter.

Update 1. April, 9.15 Uhr: Erzbistum Münchner verschiebt Firmung und Erstkommunion

 Im Erzbistum München und Freising werden Firmung und Erstkommunion wegen der rasanten Ausbreitung des Coronavirus bis Pfingsten verschoben. "Manche Hoffnungen werden enttäuscht, aber wir müssen weiter verantwortlich handeln", heißt es in einem Schreiben von Generalvikar Christoph Klingan und Amtschefin Stephanie Herrmann an die Pfarreien im Bistum. 

Darin wird die Verschiebung der Firmungen angekündigt und "nachdrücklich empfohlen, auch alle Erstkommunionfeiern bis Pfingsten aufzuschieben".

Es gehe darum, den Pfarreien "Orientierung in diesem so zentralen Bereich des pastoralen Handelns" zu geben. Auch die betroffenen Familien bräuchten Gewissheit für ihre Planungen. 

Wegen der Corona-Pandemie sind derzeit alle Gottesdienste in Bayern und deutschlandweit verboten. Auch zu Ostern wird es keine geben.

Update 1. April, 6.29 Uhr: Bayerns Zoos rechnen mit hohen Finanzeinbußen

Selbst die Tiere vermissen die Besucher um sich und benötigen mehr Aufmerksamkeit durch Pfleger (Archiv)
Selbst die Tiere vermissen die Besucher um sich und benötigen mehr Aufmerksamkeit durch Pfleger (Archiv)  © Armin Weigel/dpa

Zoos und Tiergärten in Bayern sind wegen der Corona-Krise bis zum Ende der Osterferien geschlossen und fürchten hohe Einbußen. "Schlimmer kann es eigentlich nicht kommen", sagt Rasem Baban, Direktor im Tierpark Hellabrunn in München. 

Er rechnet mit Einbußen von zwei Millionen Euro während der fünfwöchigen Schließung. Die Osterferien seien für Zoos der Start in die Saison und besonders besucherstark. "Das kann man nicht aufholen", sagt er. Der Verband der Zoologischen Gärten hat ein Soforthilfe-Programm über 100 Millionen Euro für mehr als 50 Zoos in Deutschland gefordert.

"Die Auswirkungen sind enorm", sagt auch Barbara Jantschke, Direktorin des Zoos in Augsburg. Sie rechnet mit bis 700.000 Euro an Einbußen durch die Schließung bis zum 19. April. 

Aus eigener Kraft werde der Zoo den Ausfall an Einnahmen nicht ausgleichen können. In Bayern gibt es vier Zoos - neben München und Augsburg noch in Nürnberg und Straubing.

Ein ausführlicher Bericht ist >>> hier zu finden.

Update 1. April, 6.23 Uhr: Corona-Krise macht den Reifenwechsel schwierig

Autofahrer müssen beim Reifenwechsel mit Wartezeiten rechnen. (Symbolbild)
Autofahrer müssen beim Reifenwechsel mit Wartezeiten rechnen. (Symbolbild)  © Stephan Jansen/dpa/dpa-tmn

Der für Millionen Autofahrer anstehende Wechsel von Winter- auf Sommerreifen wird dieses Jahr durch die Corona-Krise zur Herausforderung. "Die Kunden müssen sich auf längere Wartezeiten einstellen", sagte der Geschäftsführer des Reifenfachhandelsverbands BRV, Yorik M. Lowin, in Bonn. 

Zudem sei es in manchen Bundesländern, die wie Bayern stärkere Ausgangsbeschränkungen hätten, derzeit gar nicht erlaubt, wegen eines Reifenwechsels in die Autowerkstatt zu fahren.

Auch Wilhelm Hülsdonk, Bundesinnungsmeister des Kfz-Handwerks, sagte: "Die Saison wird wegen der aktuellen Einschränkungen und unserer Bemühungen, die Kontakte mit den Kunden zu reduzieren, länger dauern."

Zusätzlich bremsend wirkt sich aus, dass manche Werkstätten derzeit gar nicht geöffnet haben. ATU aus Weiden zum Beispiel, mit 574 Filialen die größte unabhängige Werkstattkette Deutschlands, hat seit Mitte März den Großteil ihrer Betriebe vorübergehend geschlossen.

Update 1. April, 6.20 Uhr: Erste Baustellen stehen still - Material und Bauarbeiter fehlen

Die fehlende Versorgung aus dem Ausland bremst die Baubranche. (Archiv)
Die fehlende Versorgung aus dem Ausland bremst die Baubranche. (Archiv)  © Armin Weigel/dpa

Die Corona-Krise schlägt mittlerweile auf die Bauwirtschaft durch. Noch laufen die meisten Baustellen, aber mancherorts steht der Betrieb wegen fehlenden Nachschubs an Baumaterial oder fehlender osteuropäischer Subunternehmer still, wie in der Branche berichtet wird. 

"Diese beiden Entwicklungen werden sich in den nächsten Wochen verstärken", sagt Hans Maier voraus, der Direktor des Verbands bayerischer Wohnungsunternehmen (VdW). Der Verband vertritt die Interessen von Wohnungsgenossenschaften und kommunalen Wohnungsunternehmen.

"Es gibt erste Lieferkettenprobleme, und es gibt Personalprobleme, insbesondere mit Subunternehmern aus Osteuropa", sagt auch Andreas Demharter, Hauptgeschäftsführer beim Landesverband bayerischer Bauinnungen. Beispiele: Manche Unternehmen bezogen Baustahl bislang aus Italien, doch dort steht die Industrie still. Über Lieferschwierigkeiten wird auch bei chinesischem Stahl berichtet. 

Und tschechische Subunternehmer können mit ihren Bautrupps nicht mehr in Deutschland einreisen, weil die Regierung in Prag die Grenzen geschlossen hat. "Das Hauptproblem ist derzeit der Personalmangel", sagt Josef Wallner vom Bayerischen Bauindustrieverband.

Update 1. April, 6.17 Uhr: Hotels bieten Zimmer als Homeoffice an

In der Corona-Krise vermieten einzelne Hotels ihre leerstehenden Zimmer als Homeoffice für Ruhesuchende. Darunter ist auch das Hotel Cristal in Nürnberg, das seit einigen Tagen Zimmer als Büro mit oder ohne Getränke-Pauschale und Frühstück anbietet. 

Es habe schon ein paar Anfragen gegeben, aber nicht sehr viele, sagte Rezeptionsleiterin Anna Milenko. "Wir wollen damit vor allem ein Zeichen setzen." Wegen der Corona-Pandemie sind Hotels zurzeit für Touristen geschlossen.

Auch andere Häuser in Deutschland versuchen nach Angaben des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbands, auf diese Weise etwas gegen den Leerstand zu unternehmen. Ein bundesweiter Trend sei das aber nicht, sagte Sprecherin Stefanie Heckel. 

"Viele Hotels haben geschlossen." Mit solchen Ideen versuchten manche Betreiber sich vorübergehend über Wasser zu halten. "Das sind aber keine langfristigen Maßnahmen", betonte Heckel.

Update 1. April, 6.12 Uhr: Stiftung wirbt nach Corona-Wahl für mehr Briefwahlen

Die Bertelsmann Stiftung sieht die bayerische Kommunal-Stichwahl am vergangenen Wochenende als Modell für eine Ausweitung der Briefwahl in Deutschland. 

Die Stiftung hatte bereits vor vier Jahren dafür geworben, den Bürgern in Deutschland generell die Wahlunterlagen ins Haus zu schicken. Die Stichwahl im Freistaat fand nun wegen der Corona-Krise kurzfristig nur als Briefwahl statt. 

Im Ergebnis war die Wahlbeteiligung oftmals höher als beim ersten Durchgang zwei Wochen zuvor, als die Wahllokale noch geöffnet waren.

Update 31. März, 20.30 Uhr: Katharina Wagner hat sich betroffen von Festspiel-Absage

Katharina Wagner hat sich betroffen über die Absage der Bayreuther Festspiele gezeigt. "Natürlich sind wir traurig, gerade weil wir uns auf eine spannende Neuproduktion des "Rings" gefreut haben", sagte die Festspielleiterin der Deutschen Presse-Agentur am Dienstag. "Aber die Gesundheit geht vor."

Kurz zuvor war bekannt geworden, dass es in diesem Sommer ruhig bleibt auf dem Grünen Hügel. Die Festspiele können wegen der Corona-Krise nicht stattfinden. Die folgenden Festspieljahrgänge müssen jetzt umdisponiert werden.

Für Wagner selbst ist es schon der zweite große Rückschlag in diesem Jahr. Die Urenkelin von Richard Wagner musste bereits ihre eigene Neuinszenierung des "Lohengrin" in Barcelona wegen der rasanten Ausbreitung des neuen Coronavirus absagen. 

Eine Absage der Festspiele hat es seit dem Zweiten Weltkrieg nie gegeben.

Update 31. März, 20.10 Uhr: Spielzeughersteller Haba organisiert drei Millionen Atemschutzmasken

Der oberfränkische Spielzeughersteller Haba organisiert drei Millionen Atemschutzmasken für Bayern und den Bund. Haba hat in Hongkong ein eigenes Einkaufsbüro. 

"Das macht es für uns leichter, Masken zu organisieren", erläuterte Unternehmenssprecherin Katharina Krappmann am Dienstag. 500.000 Schutzmasken, die den medizinischen Kriterien entsprechen, seien bereits angekommen und sollten am Mittwoch in Coburg dem Verbund der Regiomed-Kliniken übergeben werden. 

Weitere 500.000, die Anfang nächster Woche in Deutschland eintreffen sollen, werden ebenfalls gespendet - für das Gesundheitswesen in Bayern.

Darüber hinaus vermitteln die Franken zwei Millionen Masken der Klasse FFP2 für das Bundesgesundheitsministerium zum Selbstkostenpreis. Sie sollen in den nächsten zwei Wochen in Deutschland eintreffen. 

"Als bayerisches Familienunternehmen nehmen wir unsere gesellschaftliche Verantwortung in dieser weltweiten Krise sehr ernst. Über unser starkes internationales Netzwerk waren wir in diesem Fall in der Lage, dringend benötigte Schutzausrüstung beschaffen zu können, und möchten damit schnell und wirksam auf Landes- und Bundesebene helfen", erklärte Co-Geschäftsführer Tim Steffens.

Die beiden Köpfe des an die Schlacht bei Höchstädt 1704 erinnernden Denkmals "Wenn Feinde sich umarmen" von Ernst Steinacker (1919 - 2008) an der Donaubrücke in Höchstädt tragen Atemschutzmasken.
Die beiden Köpfe des an die Schlacht bei Höchstädt 1704 erinnernden Denkmals "Wenn Feinde sich umarmen" von Ernst Steinacker (1919 - 2008) an der Donaubrücke in Höchstädt tragen Atemschutzmasken.  © Stefan Puchner/dpa

Update 31. März, 19. 35 Uhr: Vier Corona-Tote in Schweinfurter Seniorenheim

Auch in einem Schweinfurter Seniorenheim ist es zu einer Häufung von Todesfällen nach Infektionen mit dem Coronavirus gekommen. Am Dienstagabend teilte das Gesundheitsamt mit, dass in der Pflegeeinrichtung drei an Covid-19 erkrankte Menschen gestorben seien. Alle seien über 80 Jahre alt gewesen und hätten Vorerkrankungen gehabt.

Von insgesamt sechs in Schweinfurt nach einer Erkrankung mit dem Erreger verstorbenen Menschen lebten damit den Angaben zufolge vier in demselben Pflegeheim.

Von den aktuell in der unterfränkischen Stadt 195 positiv auf das Covid-19 getesteten Menschen würden 22 in Krankenhäusern behandelt. 515 Kontaktpersonen befänden sich in Quarantäne. 14 mit dem Virus Infizierte gelten inzwischen als geheilt.

Update 31. März, 19 Uhr: Munich Re stoppt Aktienrückkauf und streicht Prognose

Der Rückversicherer Munich Re hat wegen der Corona-Krise seinen laufenden Aktienrückkauf bis auf Weiteres gestoppt und auch seine Jahresprognose gestrichen. 

Im ersten Quartal sorgten vor allem der Ausfall und die Verschiebung von Großveranstaltungen für hohe Schäden in der Schaden- und Unfallrückversicherung, wie der Dax-Konzern am Dienstag in München mitteilte. Von Januar bis März rechnet das Unternehmen daher nur noch mit einem Gewinn in niedriger dreistelliger Millionen-Euro-Höhe. Vor einem Jahr hatte der Konzern hier noch 633 Millionen Euro verdient.

Aufgrund hoher Unsicherheit der gesamtwirtschaftlichen Auswirkungen des Coronavirus werde der Konzern daher aus heutiger Sicht sein Gewinnziel von 2,8 Milliarden Euro im Gesamtjahr verfehlen.

Der Hauptversammlung am 29. April soll unverändert eine auf 9,80 Euro pro Aktie steigende Dividende vorgeschlagen werden. 

Das im Februar 2020 angekündigte Aktienrückkaufprogramm 2020/2021 wird allerdings bis auf Weiteres ausgesetzt, bis mehr Klarheit darüber besteht, wie viel der Konzern an Belastungen zu tragen hat und wie viel Kapital das Unternehmen womöglich für Investitionen oder Zukäufe braucht.

Update 31. März, 18.45 Uhr: Bayreuther Festspiele für 2020 abgesagt

Das Richard-Wagner-Festspielhaus in Bayreuth.
Das Richard-Wagner-Festspielhaus in Bayreuth.  © Daniel Karmann/dpa

Die Bayreuther Festspiele werden in diesem Jahr wegen der Corona-Krise nicht stattfinden. Die nachfolgenden Festspieljahrgänge müssten dadurch umdisponiert werden, teilten die Festspiele am Dienstagabend mit. 

Die für diese Saison geplante Neuproduktion "Der Ring des Nibelungen" könne voraussichtlich erst im Jahr 2022 Premiere feiern.

Nächstes Jahr würden neben der vorgesehenen Neuproduktion "Der fliegende Holländer" die Wiederaufnahmen "Tannhäuser und der Sängerkrieg auf Wartburg", "Die Meistersinger von Nürnberg" und "Lohengrin" aufgeführt.

Außerdem stünden dann drei Konzerte von "Die Walküre" auf dem Spielplan. Die bereits für 2020 gekauften Karten blieben für die Festspiele 2021 gültig.

"Als begeisterter Anhänger der Bayreuther Festspiele und der ausdrucksstarken Musik Richard Wagners bedauere ich es sehr, dass wir dieses Jahr nicht in den Genuss der Aufführungen auf dem Grünen Hügel kommen", sagte Bayerns Kunstminister Bernd Sibler (CSU). 

"Für das kulturelle Leben ist der Ausfall ein herber Verlust."

Richard Wagner (1813-1883) organisierte erstmals 1876 Festspiele in Bayreuth. Komplett wurde dabei die Tetralogie "Der Ring des Nibelungen" aufgeführt. Das Festspielhaus wurde eigens nach den Plänen des Komponisten errichtet und gilt noch heute als einzigartig wegen der hervorragenden Akustik. Die Leitung der Festspiele hat inzwischen Katharina Wagner.

Update 31. März, 18. 40 Uhr: Adidas stoppt wegen Corona-Krise Aktienrückkaufprogramm

Wegen der Unsicherheiten in Folge der Corona-Krise hat der Sportartikelhersteller Adidas sein Aktienrückkaufprogramm für dieses Jahr gestoppt. 

Damit wolle das Unternehmen im derzeitigen Umfeld seine finanzielle Flexibilität erhalten, teilte Adidas am Dienstagabend mit.

Bereits unmittelbar nach Beginn der Einzelhandelsschließungen in Europa und Nordamerika hatte Adidas eigenen Angaben zufolge am 17. März die erste Tranche seines auf mehrere Jahre angelegten Aktienrückkaufprogramms ausgesetzt. Mit dem jetzigen Beschluss des Vorstands werde das Unternehmen bis zu eine Milliarde Euro, die für den Aktien-Rückkauf vorgesehen waren, nicht einsetzen.

Zugleich teilte das Unternehmen mit, dass es mit den Betriebsräten an den deutschen Einzelhandelsstandorten zum 1. April eine Vereinbarung zur Reduzierung der Arbeitszeit getroffen habe. 

Diese sieht demnach unter anderem bezahlten Urlaub, den Abbau von Überstunden und Kurzarbeit vor. Betroffen von Kurzarbeit sind den Angaben nach aktuell rund 1200 Mitarbeiter.

Vor einigen Tagen hatte Adidas zudem verkündet, für seine wegen der Corona-Krise geschlossenen Einzelhandelsgeschäfte die Mietzahlungen vorübergehend auszusetzen.

Update 31. März, 18.20 Uhr: Genossenschaftsbanken kritisieren Scholz-Äußerung zu Kreditregeln

Der Genossenschaftsverband Bayern mit den Volks- und Raiffeisenbanken hat Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) wegen seiner Aufforderung zur lockeren Auslegung der Kreditregeln scharf kritisiert. Er könne leicht Forderungen an Bankmitarbeiter stellen, die später die Prüfung der Bankenaufsicht über sich ergehen lassen müssten, sagte Verbandspräsident Jürgen Gros am Dienstag in München. 

"Es ist schon ein starkes Stück, wenn ein Bundesminister dazu auffordert, Regeln und Gesetze nicht einzuhalten."

Scholz hatte die Hausbanken aufgerufen, in der Corona-Krise keine zu hohen Anforderungen an Kredite für kleine Unternehmen zu stellen. Jeder Bankmitarbeiter solle wissen, "dass das jetzt eine große, gemeinsame, nationale Anstrengung ist, die notwendig ist, wo jeder gewissermaßen ein bisschen Fünfe gerade sein lassen muss", sagte der Vizekanzler in München.

Verbandschef Gros konterte laut Mitteilung: Der Minister müsse seinen Aufruf an die Finanzaufsicht Bafin richten. Hier sei er Dienstherr und könne für eine Anpassung der Regeln sorgen. 

"Deshalb ist der Gesetzgeber gefordert, zu handeln und nicht Druck auf jene auszuüben, die staatliche Vorgaben umsetzen müssen", sagte Gros. Zum Genossenschaftsverband Bayern zählen unter anderem 227 Volksbanken und Raiffeisenbanken im Freistaat.

Update 31. März, 18.10 Uhr: Wieder drei Corona-Tote in Würzburger Seniorenheim

Erneut sind in einem Würzburger Seniorenheim drei mit dem Coronavirus infizierte Menschen gestorben. Es handele sich um zwei 87 und 91 Jahre alte Frauen sowie um einen 84-jährigen Mann, teilte der Bezirksverband der Arbeiterwohlfahrt (AWO) am Dienstag mit. 

Alle drei Bewohner des Hans-Sponsel-Hauses hätten unter schweren Vorerkrankungen gelitten.

Insgesamt sind damit im Raum Würzburg 20 Menschen nach einer Covid-19-Erkrankung gestorben, davon 16 im Altenpflegeheim St. Nikolaus und vier in der Einrichtung der AWO.

In dieser seien seit dem Tod eines Bewohners am vergangenen Freitag alle 95 Bewohner und 80 Mitarbeiter auf den Erreger getestet worden. Insgesamt sind dort demnach derzeit 36 Bewohner mit dem Virus infiziert. 

Neun positiv getestete Mitarbeiter befinden sich den Angaben zufolge in häuslicher Quarantäne. Drei Testergebnisse stünden noch aus.

Alle positiv getesteten Bewohner werden laut AWO in Absprache mit dem Gesundheitsamt in neu geschaffenen Isolierstationen der Einrichtung untergebracht. Positiv und negativ getestete Bewohner würden von getrennten Pflegeteams versorgt. Die gesunden Bewohner sollen alle drei Tage erneut getestet werden.

Update 31. März, 17.40 Uhr: Gaststätten zu, Export eingebrochen: Corona-Krise trifft Brauer hart

Die Bayerischen Bierbrauer sind von der Corona-Krise schwer betroffen.
Die Bayerischen Bierbrauer sind von der Corona-Krise schwer betroffen.  © Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Die Corona-Krise trifft die bayerischen Bierbrauer hart. Seit Anfang März sei der Export - sonst ein Viertel des Volumens - nahezu zusammengebrochen, teilte der Bayerische Brauerbund am Dienstag mit. 

Zudem seien Volksfeste und Dulten bis in den Sommer hinein weitgehend abgesagt, Fußballspiele fielen aus, Gaststätten blieben vorerst geschlossen. Selbst private Grillfeste sind derzeit nicht erlaubt - es fehlen Gelegenheiten zum Konsum.

Viele Betriebe hätten die Fassbierproduktion, die rund ein Fünftel des Absatzvolumens ausmacht, komplett eingestellt und Kurzarbeit angemeldet. Aber auch der Verkauf von Flaschenbier gehe mangels Konsumanlässen zurück.

Gerade für mittelständische Brauereien, deren Absatzschwerpunkt auf der Belieferung von Festen und der Gastronomie liege, sei die Lage existenzbedrohend, hieß es. Kleinere Brauereien hätten oft eigene Gaststätten, die nun geschlossen blieben. Zudem bangten die Brauereien um ihre Wirte.

Die umfangreichen Rettungsmaßnahmen durch Bund und Land würden intensiv in Anspruch genommen, sagte der Hauptgeschäftsführer Lothar Ebbertz. Die Chancen, die Krise durch Kredite, Bürgschaften und Stundungen zu überwinden, dürfe aber nicht überbewertet werden. 

"Im März und April verlorener Umsatz in Handel und Gastronomie wird im Mai nicht nachgeholt, keiner trinkt oder isst im Mai das mehr, was er dank Corona im März und April weniger konsumiert hat."

Schon vor der Krise hatte die Branche mit sinkenden Absätzen zu kämpfen. Im warmen Sommer 2019 gab es einen Rückgang gegenüber 2018, allerdings lag der Absatz mit 23,8 Millionen Hektolitern in etwa auf dem Niveau von 2017.

Update 31. März, 17.30 Uhr: Landeskriminalamt warnt vor betrügerischen Fake-Seiten für Soforthilfe

Das Bayerische Landeskriminalamt warnt vor Fake-Seiten für Soforthilfeanträge. Die betrügerischen Seiten versuchen an die Daten der Antragsteller zu kommen. 

 >>>Hier findest Du die offizielle Seite des Staatsministeriums zur Soforthilfe für Betriebe und Freiberufler. 

Update 31. März, 17.10 Uhr: 1500 Mitarbeiter bei Maschinenbauer Bauer in Kurzarbeit

Der Maschinenbauer und Tiefbaukonzern Bauer hat Kurzarbeit für 1500 Mitarbeiter am Standort Schrobenhausen beantragt. Sie werden im April 20 Prozent weniger arbeiten, wie ein Unternehmenssprecher am Dienstag sagte. 

Bauer stocke das Kurzarbeitergeld auf 90 Prozent des Nettolohns auf. Betroffen seien die Maschinenproduktion und die Verwaltung, in vielen Bereichen auch der Baubetrieb.

In der Bausparte sei der Auftragsbestand zwar hoch und könne in den meisten Ländern weiter abgearbeitet werden. In einzelnen Ländern ruhe er jedoch wegen der Ausgangsbeschränkungen zur Eindämmung der Corona-Seuche. 

In der Maschinensparte am Hauptproduktionsstandort Schrobenhausen gebe es eine Abschwächung. Die Bauer AG beschäftigt annähernd 12.000 Mitarbeiter, ein Drittel davon in Deutschland.

Update 31. März, 16.55 Uhr: Nürnberg-Vorstand Rossow befürwortet DFL-Entscheidung

Der 1. FC Nürnberg befürwortet die Aussetzung der beiden Bundesligen bis Ende April wegen der Corona-Krise. 

Nach dem Beschluss der Mitgliederversammlung der Deutschen Fußball Liga (DFL), die Spielpause vorerst bis zum 30. April auszuweiten, sagte "Club"-Vorstand Niels Rossow am Dienstag: "Der Austausch innerhalb der DFL-Versammlung war zielführend und geprägt von solidarischem Handeln. Wir tragen die Entscheidungen des heutigen Tages voll mit."

Der Finanz-Chef bei den Franken ergänzte: "Zudem haben wir eine Solidarität im Sinne des deutschen Fußballs wahrgenommen."

Wegen des vorerst ruhenden Spielbetriebs und den damit verbundenen Einbußen etwa durch ausfallende Zuschauereinnahmen und TV-Gelder bekommen viele Vereine in Deutschland arge wirtschaftliche Probleme. Die Liga will alle Mannschaften unterstützen und stellte finanzielle Zugeständnisse, etwa bei der Lizenzierung, in Aussicht. 

"Es wurde deutlich und ist anzuerkennen, dass sich die DFL weitreichende Gedanken in alle Richtungen gemacht hat", sagte Rossow.

"Hände desinfizieren nicht vergessen" steht über einem Spender mit Desinfektionsmittel.
"Hände desinfizieren nicht vergessen" steht über einem Spender mit Desinfektionsmittel.  © Daniel Karmann/dpa

Update 31. März, 16.50 Uhr: Rummenigge über Corona-Krise: "Mit einem blauen Auge" davonkommen

Bayern Münchens Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge hat erneut vor einem möglichen Abbruch der Bundesligasaison angesichts der Corona-Krise gewarnt. 

"Es wäre schön, wenn im Mai wieder gespielt werden dürfte", sagte Rummenigge (64) im TV-Sender Sky nach einer virtuellen Mitgliederversammlung der Deutschen Fußball Liga am Dienstag. 

Auf dieser wurde beschlossen, dass in der Bundesliga und 2. Liga mindestens bis zum 30. April kein Fußball gespielt wird. Man müsse die Saison auf jeden Fall zu Ende spielen, betonte Rummenigge. Bei einem Abbruch der Saison "werden alle 36 Bundesligaclubs große finanzielle Leiden haben."

Rummenigge lobte die Sitzung. Sie sei der Beweis, "dass die 1. und 2. Liga, die 36 Clubs, wirklich sehr solidarisch zusammenstehen, es war sehr harmonisch", sagte der frühere Nationalspieler. 

"Das ist auch der Beweis, dass innerhalb der Liga sehr solidarisch gedacht wird und immer wurde. Und ich bin Optimist, dass wir alle hoffentlich mit einem blauen Auge aus dieser Problematik herauskommen."

Update 31. März, 16.20 Uhr: Grüne fordern Arbeitserlaubnis für Asylbewerber, die bei Ernte helfen

Geflüchtete, die während der Corona-Krise in systemrelevanten Bereichen, etwa bei der Ernte, mit anpacken, sollten nach Ansicht der Grünen eine langfristige Arbeitserlaubnis bekommen. 

"Für alle, die jetzt einspringen und einen Dienst an unserer Gesellschaft leisten, muss es auch eine klare Anschlussperspektive geben", sagte Gülseren Demirel, die asylpolitische Sprecherin der Landtags-Grünen, am Dienstag.

In einem Antrag an die Staatsregierung fordern die Grünen außerdem einen Gesundheitsschutz für alle Arbeitskräfte. "Wir brauchen Abstandsregeln, adäquate Unterkünfte für die Saisonkräfte und einen fairen Lohn", sagte Demirel. 

"Nur wenn Geflüchtete auf unseren Feldern faire Arbeitsbedingungen vorfinden, können wir uns den von ihnen geernteten Spargel guten Gewissens schmecken lassen."

Angesichts der Corona-Krise fehlen hunderte osteuropäische Erntehelfer. Diese können wegen der geschlossenen Grenzen nicht einreisen. 

Nach einem Vorschlag von Innenminister Joachim Herrmann (CSU) sollen daher Asylbewerber als Erntehelfer arbeiten dürfen. Dazu müssten Ausländerbehörden ihnen Beschäftigungserlaubnisse erteilen.

Update 31. März, 16.05 Uhr: Ausgedünnte Fahrpläne sind laut Verkehrsclub ein Sicherheitsrisiko

Wegen der Corona-Krise fahren vielerorts weniger Busse und Bahnen. Der ökologische Verkehrsclub (VCD) in Bayern warnt jedoch davor, die Fahrpläne zu stark auszudünnen. 

Die Fahrgäste könnten sonst in den Fahrzeugen nicht den Sicherheitsabstand von 1,5 Metern einhalten, teilte der VCD am Dienstag in Nürnberg mit. Viele Menschen seien außerdem nach wie vor darauf angewiesen, mit Bussen und Bahnen zur Arbeit und zum Einkaufen zu fahren. Der Sonntagsfahrplan, der in manchen Ort nun die ganze Woche gelte, sei dafür nicht ausreichend.

Die Stadtwerke Bamberg verteidigten die Fahrplankürzungen dagegen als notwendig. 

"Die Fahrgastzahlen sind katastrophal. Wir haben Umsatzverluste in den vergangenen Wochen von knapp einer halben Million Euro", sagte Sprecher Jan Giersberg."Da macht es natürlich keinen Sinn, leere Busse durch die Gegend fahren zu lassen." 

In Bamberg gilt seit Montag der Sonntagsfahrplan. Anruf-Linien-Taxis ergänzen diesen aber um zusätzliche Fahrten.

Update 31. März, 16 Uhr: FCI-Profis verzichten in Coronakrise auf Teile des Gehalts

Der FC Ingolstadt geht in Kurzarbeit. Die Spieler, das Trainerteam und das Management des Vereins verzichten in der Corona-Krise auf Teile ihres Gehalts. Wie der Fußball-Drittligist am Dienstag mitteilte, gilt dies für die Zeit des sogenannten Shutdowns. Der Liga-Betrieb ruht derzeit bis Ende April, bevor es in die Endphase der Drittliga-Spielzeit gehen soll.

"Entscheidend für uns war die Sicherung der Arbeitsplätze unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter", sagte Geschäftsführer Franz Spitzauer. "Wir tragen eine Verantwortung für die Menschen im Club und sind uns dieser bewusst, gleichzeitig mussten wir auf wirtschaftliche Herausforderungen reagieren, deren Ausmaße heute noch nicht einmal wirklich abzusehen sind."

Spitzauer lobte den Gehaltsverzicht als "großartiges Zeichen der Solidarität und des Teamgeistes aller Spieler und Mitarbeiter, die zugestimmt haben, ihren Teil zum Gesamten beitragen zu wollen".

Bei Kurzarbeit übernimmt die Bundesagentur für Arbeit 60 Prozent des ausgefallenen Nettolohns. Bei Arbeitnehmern mit Kind sind es 67 Prozent. Bundesweit gibt es bereits einen Ansturm von Unternehmen auf das erweiterte Kurzarbeitergeld in der Corona-Krise.

Update 31.März, 15.25 Uhr: 64.000 Anzeigen auf Kurzarbeit bei Arbeitsagenturen

Als Folge der Corona-Krise haben in Bayern nach den jüngsten Daten 64.000 Unternehmen Kurzarbeit angezeigt. 

Wie viele Beschäftigte am Ende von Kurzarbeit betroffen sein werden, zeige sich erst, wenn die Betriebe dann tatsächlich Anträge auf Kurzarbeitergeld stellten, sagte der Chef der Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit, Ralf Holtzwart, am Dienstag in Nürnberg.

In den Arbeitsagenturen werde die Zahl der Anzeigen in den nächsten Tagen noch zunehmen. Er rechne aber nicht mit einer weiteren großen Steigerung, erläuterte Holtzwart. Um dem Volumen der Anzeigen zu begegnen, seien die Teams für die Beratung und Auszahlung von Kurzarbeitergeld personell auf das Vierfache aufgestockt worden. 

Unternehmen, die einen Anspruch haben, könnten sicher davon ausgehen, dass das Geld gezahlt werde, betonte Holtzwart.

Zur Abmilderung der wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise hatte der Bundestag zunächst bis Ende dieses Jahres einen erleichterten Zugang zum Kurzarbeitergeld beschlossen. 

Beschäftigte in Kurzarbeit können für bis zu zwölf Monate 60 bis 67 Prozent ihres Nettoverdienstes erhalten. Sozialversicherungsbeiträge für ausgefallene Arbeitsstunden werden zu 100 Prozent erstattet.

Der Hauptgeschäftsführer der Vereinigung der bayerischen Wirtschaft (vbw), Bertram Brossardt, sagte, die verbesserten Regelungen zur Kurzarbeit seien für die Unternehmen überlebenswichtig. 

Das Instrument habe sich bereits während der Finanzkrise bewährt. "Die Unternehmen konnten dadurch Beschäftigung sichern. Das war wichtig, damit im später einsetzenden Aufschwung genügend Fachkräfte zur Verfügung standen."

Update 31. März, 15.20 Uhr: Siemens Healthineers erhält US-Zulassung für Corona-Tests

Der Medizintechnikkonzern Siemens Healthineers hat für sein neuestes Blutgas-Analysesystem die Zulassung von der US-Gesundheitsbehörde FDA zum Einsatz in der Akutbehandlung erhalten. 

Das System sei ein wichtiges Instrument zur Bekämpfung von Covid-19-Erkrankungen, teilte der Konzern am Dienstag in Erlangen mit. Die Analyseergebnisse helfen den Aussagen zufolge bei der Behandlung infizierter Patienten und der Überwachung von Atemnot. 

Außerdem würden Blutgastests routinemäßig bei Beatmungspatienten durchgeführt.

Das System ist unter anderem in Europa seit August vergangenen Jahres auf dem Markt. Blutgastests geben Aufschluss über die Gasverteilung von Sauerstoff und Kohlendioxid im Blut.

Update 31. März, 15.15 Uhr: Reinhold Messner findet man soll über Zukunft der Globalisierung denken

Der Bergsteiger Reinhold Messner glaubt, dass die Corona-Krise weitreichende Auswirkungen auf die Zukunft der Wirtschaft haben wird.
Der Bergsteiger Reinhold Messner glaubt, dass die Corona-Krise weitreichende Auswirkungen auf die Zukunft der Wirtschaft haben wird.  © Bernhart/dpa

Die Coronavirus-Krise wird nach Ansicht von Reinhold Messner große Auswirkungen auf die Gesellschaft und die Zukunft der Weltwirtschaft haben. 

"Junge Leute, die heute Zwölf- bis 18-Jährigen werden von ihrer Lebensfreude einbüßen. Wir werden überlegen, ob Globalisierung der richtige Weg ist und aufhören, Autoteile in China und Korea produzieren zu lassen und hier zusammenzubauen. Es wird wieder mehr vor Ort produziert werden", sagte der Extrembergsteiger dem "Münchner Merkur" (Mittwoch). 

Der 75-Jährige ergänzte: "Jedenfalls wird man einsehen müssen, dass wir keine Kriege brauchen - und die Außerirdischen kommen auch nicht." Mehr dazu liest Du >>>hier

Update 31. März, 15.10 Uhr: Linde fährt Sonderschichten bei Sauerstoff-Produktion

Der Gasehersteller Linde hat die Produktion von medizinischem Sauerstoff in Flaschen in Deutschland und in Europa verdoppelt. 

Um die Nachfrage zu bewältigen, werde auch an Wochenenden und Feiertagen produziert, sagte ein Unternehmenssprecher am Dienstag. Zudem habe Linde die Fahrzeugflotte und die Lieferfrequenz erhöht. 

Sauerstoff wird auch für die künstliche Beatmung von Corona-Patienten benötigt. Sauerstoff ist eines von vielen Produkten des Industriegaseherstellers. Den größten Teil davon kauft die Industrie, zum Beispiel zur Stahlverarbeitung.

Update 31. März, 15 Uhr: Allgäu Airport schließt im April für zwei Wochen

Wegen der Corona-Krise wird der Flughafen Memmingen vom 5. April an für zwei Wochen für den regulären Flugverkehr geschlossen. 

In dieser Zeit könnten nur noch vorher angemeldete Linienflüge, Rettungsflüge oder Flüge mit Privatjets starten und landen, berichtete der Allgäu Airport am Dienstag.

Im März hatte der Flughafen im Vergleich zum Vorjahresmonat einen Rückgang von etwa 125 000 auf knapp 60 000 Passagiere hinnehmen müssen. Mehrere Fluggesellschaften haben angekündigt, im April Memmingen nicht mehr anfliegen zu wollen. 

Deswegen wird in den beiden Wochen auch das Terminalgebäude geschlossen.

Update 31. März, 14.45 Uhr: China hilft Bayern mit Zehntausenden Schutzmasken

In der Corona-Krise unterstützt China Bayern mit Zehntausenden Schutzmasken. Wie die IG Metall am Dienstag mitteilte, habe eine chinesische Gewerkschaft dem Freistaat 50.000 Schutzmasken gespendet. Die Masken seien sofort nach Ankunft in München verteilt worden und würden nun in Krankenhäusern, Arztpraxen und anderen Gesundheitseinrichtungen eingesetzt.

Spender sei die Gewerkschaft SPFTU in der ostchinesischen Provinz Shandong, einer Partnerprovinz des Freistaats. IG-Metall-Bezirksleiter Johann Horn freute sich über die "gelebte Solidarität unserer chinesischen Partnergewerkschaft".

Auch für drei Regensburger Kliniken gab es eine Materialspende aus China: Nach Angaben der Ostbayerischen Technischen Hochschule (OTH) Regensburg spendete eine Partneruniversität 10.000 Masken an die Krankenhäuser. 

Für die Hilfe der Shenzhen Technology University sei man sehr dankbar, so OTH-Präsident Wolfgang Baier: "Wir freuen uns, dass unsere Partnerhochschule Regensburg so unterstützt."

Update 31. März, 14.40 Uhr: 198 neue Fälle in München

198 neue Coronavirus-Infektionen wurden am Dienstag in München bestätigt. Damit sind hier aktuell insgesamt 2699 Infektionen gemeldet. 

Darin enthalten sind 283 Menschen, die mittlerweile wieder gesund sind und fünf Todesfälle.

Update 31. März, 14.35 Uhr: Queen und Adam Lambert verschieben Tour wegen Corona auf 2021

Das Queen-Restduo um Gitarrist Brian May und Schlagzeuger Roger Taylor verschiebt die mit Sänger Adam Lambert geplante Europatour auf das Jahr 2021. 

Wegen der Corona-Krise werden alle 27 Konzerte um ein Jahr auf Ende Mai bis Anfang Juli 2021 verlegt, wie der Veranstalter Live Nation am Dienstag in Frankfurt/Main bekannt gab. Betroffen sind davon auch die drei Auftritte in Berlin (nun 24. Juni 2021), Köln (26.6.) und München (29.6.). Auftakt ist zuvor am 23. Mai in Bologna, Italien. 

Die Tickets für die laut Mitteilung ausverkaufte "Rhapsody Tour" sollen ihre Gültigkeit behalten. Weitere Infos zu den Konzerten findest Du >>>hier

Ein Polizist auf einem Motorrad fährt über den menschenleeren Münchner Marienplatz.
Ein Polizist auf einem Motorrad fährt über den menschenleeren Münchner Marienplatz.  © Peter Kneffel/dpa

Update 31. März, 14.30 Uhr: Fußball-Bundesliga pausiert bis zum 30. April

In der Bundesliga und 2. Liga wird aufgrund der Coronavirus-Pandemie mindestens bis zum 30. April kein Fußball gespielt. Das haben die 36 Profi-Clubs am Dienstag im Rahmen einer virtuellen Mitgliederversammlung der Deutschen Fußball Liga auf Empfehlung des DFL-Präsidiums beschlossen. 

Das bislang letzte Bundesliga-Spiel fand am 11. März statt - das ursprünglich geplante Saisonende am 16. Mai ist längst nicht mehr zu halten.

Ob der Spielbetrieb im Mai fortgesetzt werden kann, ist allerdings völlig offen. In Deutschland gelten aufgrund der Pandemie zahlreiche Einschränkungen im öffentlichen Leben, die auch über den April hinaus Bestand haben könnten. Wenn überhaupt, dann werden die verbleibenden 163 Partien in den höchsten beiden Spielklassen wohl als Geisterspiele ausgetragen. Das Konzept für den Neustart muss von der Politik und den Gesundheitsämtern mitgetragen werden.

"Zuallererst, und das ist nach wie vor keine Frage, geht es um die Kontrolle der Ausbreitung des Virus und insbesondere um den Schutz von Risikogruppen", sagte DFL-Chef Christian Seifert am Dienstag. "Das bleibt auch noch einige Zeit so."

Es werde aber mit "Hochdruck" daran gearbeitet, "wie wir nach dieser Krise wieder aufstehen und weiterarbeiten können."

Update 31. März, 14.15 Uhr: Kletter-Chefcoach sieht Olympia-Verschiebung als Chance

Bundestrainer Urs Stöcker will die Verschiebung als Chance nutzen. (Archivbild)
Bundestrainer Urs Stöcker will die Verschiebung als Chance nutzen. (Archivbild)  © Tobias Hase/dpa

Kletter-Bundestrainer Urs Stöcker sieht in der Verschiebung der Olympischen Spiele auf Sommer 2021 eine Chance für seine Sportart. Die Olympia-Absage sei wegen des Kampfes gegen die Coronavirus-Pandemie alternativlos gewesen. 

"Aber für uns als neue Sportart ist ein zusätzliches Jahr vielleicht gar nicht so schlecht", sagte Stöcker der Deutschen Presse-Agentur am Dienstag. "Jetzt können wir uns noch besser vorbereiten. Wir haben ein Jahr dazugewonnen."

Sportklettern wird in Tokio erstmals olympisch vertreten sein. Aus Deutschland sind Alexander Megos (Erlangen) und Jan Hojer (Köln) für die Spiele qualifiziert. 

Weil für die Sommerspiele ein Dreikampf aus den Teildisziplinen Lead (Vorstiegsklettern mit Seil), Bouldern (Schwierigkeitsklettern an Elementen auf Absprunghöhe) und Speed (Geschwindigkeitsklettern an einer genormten Wand) erfunden wurde, mussten alle Athleten ihr Training umstellen. Das zusätzliche Jahr soll nun dazu dienen, die Abläufe zu optimieren, hofft Stöcker.

Zusätzlich eröffnet sich die Chance, noch einen weiteren deutschen Startplatz für Japan durch die Frauen zu ergattern. Die letzten Olympia-Tickets hätten eigentlich bei der EM vor gut einer Woche vergeben werden sollen. Als aussichtsreichste Athletin des Deutschen Alpenvereins verletzte sich Alma Bestvater kurz davor. 

Weil das Event dann abgesagt wurde und wohl in den nächsten Monaten nicht nachgeholt wird, könnte die Weimarerin wieder fit werden und antreten. "Das war für uns ein bisschen Glück im Unglück", meinte Bundestrainer Stöcker.

Update 31. März, 14 Uhr: 15.505 Coronavirus-Fälle und 191 Tote

In Bayern sind inzwischen 15.505 Menschen positiv auf das Coronavirus Sars-CoV-2 getestet worden. Das teilte das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit in Erlangen am Dienstag (Stand 10.00 Uhr) auf seiner Homepage mit. 

Demnach sind bislang 191 Patienten, die mit dem Coronavirus infiziert waren, gestorben.

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) sagte nach einer Kabinettssitzung, die Zahlen stiegen leider weiter. Es sei aber erkennbar, dass der prozentuale Anstieg bei der Zahl der Infektionen pro Tag etwas sinke. 

Vergangene Woche habe man hier noch plus 17 oder manchmal plus 20 Prozent pro Tag gehabt. Jetzt, die vergangenen Tage, bewege sich dies stabil unter zehn Prozent. Söder sagte aber, es gebe keinen Grund zur Entwarnung. "Ob das schon ein Trend ist oder nur eine momentane Betrachtung, kann keiner sagen", betonte er.

Nach Angaben des Gesundheitsministeriums wurden in Bayern inzwischen mehr als 100.000 Corona-Tests durchgeführt. In den vergangenen beiden Kalenderwochen waren es allein jeweils gut 35.000.

Insgesamt sind laut LGL in Bayern künftig bis zu 13.000 Tests pro Tag möglich, 11.000 bei Privatlaboren und bis zu 2000 beim LGL selber.

Update 31. März, 13.41 Uhr: Scholz kündigt Produktion von Corona-Schutzmasken in Deutschland an

Der Bund will Finanzzusagen geben, wenn Unternehmen Schutzmasken herstellen. (Archiv)
Der Bund will Finanzzusagen geben, wenn Unternehmen Schutzmasken herstellen. (Archiv)  © Peter Kneffel/dpa

Der Bund will Unternehmen in Deutschland, die wegen der Corona-Krise kurzfristig in die Produktion von Schutzmasken einsteigen, vor finanziellen Risiken schützen. 

"Wir brauchen hierzulande eigene Produktionen, die wir jedenfalls für diese Zeit auf den Weg bringen müssen", sagte Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) am Dienstag in München. 

Es gebe bereits eine ganze Reihe von Herstellern, die zur Maskenproduktion bereit seien. "Das kann jetzt ganz schnell geschehen, und wir sind dabei, das mit großem Nachdruck umzusetzen."

Im Gegenzug gebe der Bund "Finanzzusagen, die erforderlich sind, damit Unternehmen jetzt gewissermaßen in das Risiko gehen, ihre Produktion umstellen und Dinge herstellen, die sie vielleicht nicht ewig herstellen werden", erklärte Scholz. Er habe dies bereits mit Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) besprochen.

Darüber hinaus kooperiere die Bundesregierung beim Einkauf von Schutzausrüstungen inzwischen auch mit weltweit agierenden Unternehmen, damit die Beschaffungs verbessert werde.

Update 31. März, 13.21 Uhr: Fast 20.000 BMW-Mitarbeiter in Kurzarbeit

BMW hat für März knapp 20.000 Mitarbeiter für Kurzarbeit bei der Agentur für Arbeit angemeldet. Die meisten von ihnen seien in den Werken Dingolfing, München, Regensburg und Leipzig beschäftigt, teilte eine Sprecherin am Dienstag auf Nachfrage mit.

Der Autobauer hatte die Produktion in seinen europäischen Fabriken wegen der Corona-Krise bereits vor zwei Wochen gestoppt. Die Bänder sollen zunächst bis zum 19. April stehen - danach soll die Fertigung nach derzeitiger Planung wieder anlaufen, wie eine BMW-Sprecherin sagte.

Eine Ausnahme ist das Motorenwerk im österreichischen Steyr, das auch nach China liefert: In Steyr soll schon ab kommendem Montag wieder gearbeitet werden. Im SUV-Werk Spartanburg in den USA steht die Produktion erst seit dieser Woche, sie soll schon sofort nach Ostern wieder anlaufen.

Wegen der Corona-Krise ist die Nachfrage nach Autos deutlich zurückgegangen, viele Händler in Europa haben geschlossen. Auch viele Zulieferer lassen die Arbeit ruhen.

Update 31. März, 13.01 Uhr: Scholz und Söder derzeit gegen Masken- oder Mundschutzpflicht

Olaf Scholz (l, SPD), Bundesfinanzminister, und Markus Söder (r, CSU), Ministerpräsident von Bayern. (Archiv)
Olaf Scholz (l, SPD), Bundesfinanzminister, und Markus Söder (r, CSU), Ministerpräsident von Bayern. (Archiv)  © Jörg Carstensen/dpa

Vizekanzler Olaf Scholz (SPD) und Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) haben sich jedenfalls im Moment gegen eine allgemeine Masken- oder Mundschutzpflicht ausgesprochen.

Scholz sagte nach Beratungen mit dem bayerischen Kabinett am Dienstag in München, man habe weitreichende Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus beschlossen. Nun müsse man erst einmal dafür Sorge tragen, dass diese Maßnahmen eingehalten werden und wirken. Die Masken, die man jetzt brauche, seien für all diejenigen, die etwa im medizinischen und anderen kritischen Bereichen arbeiteten. "Das ist das, was jetzt im Vordergrund unserer Betrachtung steht." Man müsse dafür sorgen, dass es hierfür genügend Masken in großer Zahl gebe.

Söder sagte zu einer möglichen Mundschutzpflicht für Supermärkte wie jetzt in Österreich erneut: "Man kann nichts ausschließen." Es könne sich noch alles entwickeln. Es sei aber nun wichtig, Geduld zu bewahren und alles zu tun, um soziale Kontakte zu reduzieren.

Bei guten Masken herrsche im Moment ein echter Engpass, sagte Söder, er sprach sogar von einem "Notstand". Diese Masken brauche man jetzt erst einmal für Ärzte, Krankenhäuser, Pflegeheime. Eine allgemeine Pflicht könnte nun wieder zu Hamsterkäufen führen, warnte Söder.

Jeder, der nun ganz einfache Schutzmöglichkeiten ergreifen wolle, solle dies aber tun, das sei auch gut. Er plädierte dafür, dass dies unter anderem dort von Arbeitgebern in Betracht gezogen werden sollte, wo Mitarbeiter auf engem Raum zusammenarbeiten müssen.

Update 31. März, 12.57 Uhr: FDP fordert Nachbesserungen beim Fernunterricht

Die Lernplattform mebis wird trotz der landesweiten Schulschließungen in Bayern offenbar nur verhalten genutzt. So hätten sich am 20. März nur 176.842 Nutzer angemeldet, das entspreche knapp zehn Prozent der rund 1,8 Millionen Schüler und Lehrer, teilte die Landtags-FDP am Dienstag in München mit. 

Sie berief sich dabei auf eine Antwort des Kultusministeriums auf eine aktuelle Anfrage. Aufgrund der Schulschließungen habe das Ministerium alle Schulen zur Nutzung von mebis aufgefordert. Die Anmeldezahlen seien danach zwar rapide angestiegen. Von einer flächendeckenden Nutzung sei man aber auch in Corona-Zeiten noch weit entfernt.

Wenn sich dieser Eindruck verfestige, mache er sich große Sorgen um den Lernerfolg und die Chancengerechtigkeit, sagte der bildungspolitische Sprecher der FDP-Fraktion, Matthias Fischbach. Es sei klar, dass in dieser Krise nicht sofort alles perfekt laufe. Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler) müsse aber nachbessern. "Sonst wird ein reines Verschieben der Abschlussprüfungen nicht ausreichen."

Update 31. März, 12.49 Uhr: Kabinett beschließt Ausgangsbeschränkung bis zum 19. April

Das bayerische Kabinett hat am Dienstag die Verlängerung der Ausgangsbeschränkungen mindestens bis zum 19. April beschlossen. Das teilte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am Dienstag in München mit. 

Damit darf bis zum Ende der Osterferien die Wohnung nur aus begründeten Anlässen wie Arztbesuchen, Arbeitswegen oder dringenden Einkäufen verlassen werden.

Am Montag hatte Söder bereits erklärt, dass diese Maßnahmen im Kabinett beschlossen werden sollen. Bisher waren die seit dem 21. März geltenden Ausgangsbeschränkungen bis zum kommenden Freitag (3. April) befristet.

Update 31. März, 12.48 Uhr: 60 Milliarden Euro für Bayern-Schirm endgültig beschlossen

Markus Söder (CSU), Ministerpräsident von Bayern, blickt zu Beginn der Kabinettssitzung in der Bayerischen Staatskanzlei nach oben.
Markus Söder (CSU), Ministerpräsident von Bayern, blickt zu Beginn der Kabinettssitzung in der Bayerischen Staatskanzlei nach oben.  © Peter Kneffel/dpa

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat eine enge Verzahnung der Corona-Hilfsprogramme von Freistaat und Bund für die Wirtschaft zugesichert. Als zentralen bayerischen Baustein nannte er nach einer Kabinettssitzung am Dienstag den nun endgültig beschlossenen Bayern-Schirm in Höhe von 60 Milliarden Euro. 

20 Milliarden Euro umfassten ein "Beteiligungspaket", 40 Milliarden Euro seien für ein Paket aus Bürgschaften und Krediten vorgesehen. Damit und mit Steuerstundungen und Soforthilfen glaube man, das richtige Instrumentarium entwickelt zu haben, um auf die Krise zu reagieren.

"Das Motto ist: überbrücken, überleben, und dann wieder voll durchstarten", sagte Söder. Das Kabinett hatte zuvor gemeinsam mit Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) über die Krise beraten.

Update 31. März, 12.47 Uhr: Fast 20.000 BMW-Mitarbeiter in Kurzarbeit

BMW hat für März knapp 20.000 Mitarbeiter für Kurzarbeit bei der Agentur für Arbeit angemeldet. Die meisten von ihnen seien in den Werken Dingolfing, München, Regensburg und Leipzig beschäftigt, teilte eine Sprecherin am Dienstag auf Nachfrage mit.

Der Autobauer hatte die Produktion in seinen europäischen Fabriken bereits vor zwei Wochen gestoppt. Die Bänder sollten zunächst bis zum 19. April stehen. Wegen der Corona-Krise ist die Nachfrage nach Autos deutlich zurückgegangen, viele Händler in Europa haben geschlossen, auch viele Zulieferer lassen die Arbeit ruhen.

Update 31. März, 12.18 Uhr: Weniger Autounfälle wegen Corona-Pandemie

Die Beschränkungen wegen der Corona-Pandemie wirken sich auf die Verkehrssicherheit in Deutschland aus - es gibt weniger Unfälle. Da das Verkehrsaufkommen zurückgeht, werde es in diesem Jahr auch "deutlich rückläufige Schäden" geben, sagte am Dienstag HUK-Coburg-Vorstandschef Klaus Heitmann. Für eine Quantifizierung sei es aber noch zu früh.

Das bedeutet aber keineswegs, dass die Corona-Krise für Versicherungen erfreulich wäre: Gleichzeitig ist nach Heitmanns Worten seit Mitte Februar auch das Neugeschäft der HUK Coburg in der Autoversicherung zurückgegangen, weil derzeit nur sehr wenige Autos gekauft werden. Die HUK Coburg hatte Ende vorigen Jahres 12,4 Millionen versicherte Fahrzeuge im Bestand und ist damit mit Abstand der Marktführer bei Kfz-Policen.

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Update 31. März, 12.16 Uhr: Hagen: Geschäfte sollen bei Mundschutzpflicht wieder öffnen dürfen

 FDP-Fraktionschef Martin Hagen plädiert dafür, dass Geschäfte in Bayern wieder öffnen dürfen, sobald sie ihre Kunden zum Tragen von Mund-Nasen-Schutz verpflichten und dies sicherstellen. Das Tragen solcher einfacher Masken sei sinnvoll, um andere zu schützen, sagte Hagen am Dienstag. Das gelte für Supermärkte, alle anderen Geschäfte, aber auch für den öffentlichen Nahverkehr.

Damit könne man dann Lockerungen für den Einzelhandel verbinden: "Wir könnten jedem Laden erlauben zu öffnen, wenn er sicherstellt, dass alle Kunden Mundschutz tragen", sagte Hagen. Dies könne ab sofort geschehen. Es dürfe nur nicht dazu führen, dass notwendige Ausrüstung etwa für Pfleger oder Ärzte fehlen. Hagen betonte aber, im Gegensatz zu den richtigen Schutzmasken, um die es im medizinischen Bereich gehe, sei im Alltag ein einfacher Mund-Nasen-Schutz ausreichend. Das könne auch ein Schal sein. Damit würden andere vor der Gefahr von Tröpfcheninfektionen geschützt, wenn man etwa plötzlich husten müsse.

In Bayern müssen derzeit alle Geschäfte abseits der täglichen Grundversorgung geschlossen bleiben. Die Frist wird nun noch einmal bis zum Ende der Osterferien am 19. April verlängert.

Update 31. März, 12.15 Uhr: FC Augsburg startet umfangreiche Hilfsaktionen in Corona-Krise

Stefan Reuter (l.), Manager des FC Augsburg, und Michael Ströll, Geschäftsführer vom FC Augsburg.
Stefan Reuter (l.), Manager des FC Augsburg, und Michael Ströll, Geschäftsführer vom FC Augsburg.  © Arne Dedert/dpa/POOL/dpa

Der FC Augsburg will in der Corona-Krise helfen und startet dazu in den kommenden Tagen und Wochen mehrere Spenden- und Unterstützungsaktionen. Der Fußball-Bundesligist richtete etwa eine Homepage für Spenden ein, die inhabergeführten Unternehmen in der Stadt helfen sollen, die Einnahmensverluste abzufedern. 

Zudem verkauft der FCA im Onlineshop ein besonderes T-Shirt mit dem Slogan #augsburghältzusammen2020 und gibt die Erlöse an karitative Einrichtungen weiter. Man wolle "ein Zeichen der Solidarität und des Zusammenhalts setzen und die regionale Wirtschaft stärken", sagte Geschäftsführer Michael Ströll in einer Mitteilung am Dienstag.

"Es ist uns darüber hinaus ein großes Anliegen, allen Menschen Danke zu sagen, die sich in diesen schweren Zeiten mit großem Einsatz für das Allgemeinwohl unserer Gesellschaft verdient machen", ergänzte er. Pflegekräfte von Krankenhäusern, Alten- und Behindertenheimen können von Mittwoch an drei Tage lang auf dem Parkplatz der WWK Arena kostenlos bis zu zwei Getränkekisten Wasser, Spezi oder Bier abholen. Anderen Menschen, die etwa in Supermärkten oder Arztpraxen für die Versorgung der Gesellschaft arbeiten, schenkt der FCA Gutscheine.

Die Tafel Augsburg werde mit Personal, Logistik und Lebensmittelspenden unterstützt, damit sie vom 7. April an wieder öffnen und bedürftigen Familien helfen kann. Der FCA wird bei den diversen Aktionen von Sponsoren und Partnern unterstützt.

Zudem erinnerte der Verein an eine Aktion seiner Fans, die bedürftige Menschen individuell unterstützen, etwa durch Einkäufe. In diesen schweren Zeiten solle "wieder einmal Solidarität unter Beweis gestellt und gelebt werden", hieß es in der Mitteilung.

Update 31. März, 11.51 Uhr: Landtag sagt Sommerempfang auf Schloss Schleißheim ab

Wegen der Corona-Krise wird auch der Sommerempfang des Bayerischen Landtags auf Schloss Schleißheim Anfang Juli abgesagt. Das teilte Landtagspräsidentin Ilse Aigner (CSU) am Dienstag in einer Videokonferenz des Landtagspräsidiums mit, wie anschließend in Teilnehmerkreisen verlautete.

Aigner begründete die Entscheidung demnach damit, dass man nicht mitten in der Corona-Krise notwendige Verträge für ein großes Fest abschließen könne. Und selbst wenn die Situation im Juli wieder anders wäre, werde man dann immer noch die Auswirkungen der Krise spüren. Der Vorstoß Aigners sei im Präsidium auf einhellige Zustimmung gestoßen, hieß es. 

Der Empfang gilt ansonsten als Highlight des politisch-gesellschaftlichen Jahres in Bayern, zu dem seit einigen Jahren auch viele Ehrenamtliche geladen werden.

Update 31. März, 11.49 Uhr: Kinder-Notbetreuung wird in Bayern wenig in Anspruch genommen

In Bayerns Kindertageseinrichtungen werden derzeit etwa 7000 Mädchen und Buben notbetreut. "Die Quote der Kinder in Notbetreuung in den Kindertageseinrichtungen liegt aktuell bei 1,14 Prozent der regulär betreuten Kinder", sagte ein Sprecher des bayerischen Familienministeriums am Dienstag. 

Auf wie viele Einrichtungen die Kinder verteilt sind, werde nicht erhoben.

Die Notbetreuung war zeitgleich mit der Schließung der Kindergärten und Schulen eingerichtet worden. Zunächst wurde sie lediglich für Kinder angeboten, bei denen beide Elternteile in der kritischen Infrastruktur arbeiten - beispielsweise in der Gesundheitsversorgung, bei der Polizei oder im Personenverkehr. 

Am 21. März weitete die bayerische Staatsregierung das Angebot für Eltern, die in der Gesundheitsvorsorge oder Pflege tätig sind, aus: Seither kann die Notfallbetreuung bereits in Anspruch genommen werden, wenn nur ein Elternteil in diesem Bereich tätig ist.

Auf die tatsächliche Inanspruchnahme der Notfallbetreuung hatte die Neuregelung hingegen wenig Auswirkungen: Die Quote stieg nur minimal um etwa 0,14 Prozentpunkte an. "Die Eltern gehen mit der Notbetreuung in unseren bayerischen Kindergärten bisher sehr verantwortungsvoll um", kommentierte Familienministerium Carolina Trautner (CSU) die Zahlen.

Update 31. März, 11.40 Uhr: Webasto spendet Schutzausrüstung an Klinik

Der Webasto-Standort in Gauting.
Der Webasto-Standort in Gauting.  © Lino Mirgeler/dpa

Vor zwei Monaten hatte der Autozulieferer Webasto die bundesweit ersten Corona-Fälle gemeldet - nun spendet das Unternehmen Schutzausrüstung an die München Klinik. Dort waren die meisten der infizierten Webasto-Mitarbeiter behandelt worden. 

Die Firma schickte nun unter anderem 2000 Schutzbrillen, 2500 Schutzmasken und 5000 Handschuhe - Material, das in der Klinik derzeit für die Behandlung von Corona-Patienten verstärkt gebraucht wird. Solche Spenden sicherten die Versorgung der Patienten und Mitarbeiter zusätzlich ab, teilte die München Klinik am Dienstag mit.

"Wir freuen uns, jetzt etwas zurückgeben zu können, indem wir überzählige Schutzkleidung dorthin abgeben, wo sie dringendst benötigt wird", sagte Webasto-Vorstandschef Holger Engelmann laut Mitteilung.

Die ersten 14 Corona-Fälle im Freistaat vor zwei Monaten hatten in Zusammenhang mit dem Autozulieferer in Gauting-Stockdorf in der Nähe Münchens gestanden. Eine chinesische Kollegin hatte den Erreger bei einer Dienstreise im Januar eingeschleppt. Dabei hatten sich einige Mitarbeiter angesteckt, teils infizierten sich auch Angehörige.

Update 31. März, 12.21 Uhr: Mundschutz in bayerischen Supermärkten "derzeit nicht nötig"

Der bayerische Einzelhandel hält eine Mundschutzpflicht in Supermärkten wie in Österreich für "derzeit nicht nötig". Die allermeisten Kunden hielten sich beim Einkauf "vorbildlich" an die Abstandsregelungen, sagte der Sprecher des Handelsverbands Bayern am Dienstag in München. Zudem seien in vielen Supermärkten weitere Maßnahmen umgesetzt worden. Man bemühe sich um größtmöglichen Schutz für Kunden und Mitarbeiter.

FDP-Fraktionschef Martin Hagen plädiert unabhängig davon dafür, dass Geschäfte in Bayern wieder öffnen dürfen, sobald sie ihre Kunden zum Tragen von Mund-Nasen-Schutz verpflichten und dies sicherstellen.

Für die ausführliche Meldung, einfach >>> hier klicken.

Eine Mundschutzpflicht soll es in Bayern vorerst nicht geben. (Symbolbild)
Eine Mundschutzpflicht soll es in Bayern vorerst nicht geben. (Symbolbild)  © Sven Hoppe/dpa

Update 31. März, 10.22 Uhr: März-Arbeitsmarkt in Bayern zeigt noch nicht Folgen der Corona-Krise

Die März-Zahlen des bayerischen Arbeitsmarkts zeigen noch nicht die Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie. Wie die Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit am Dienstag in Nürnberg mitteilte, hatte die einsetzende Frühjahrsbelebung die Arbeitslosigkeit im Freistaat auf 231.115 Personen sinken lassen. Das sind 12 671 oder 5,2 Prozent weniger als im Februar.

Die Arbeitslosenquote lag demnach im März bei 3,1 Prozent - 0,1 Prozentpunkte unter dem Vormonatswert. Der statistische Zähltag der aktuellen Arbeitsmarktdaten ist der 12. März. Die darauffolgenden Ausgangsbeschränkungen sowie Betriebs- und Schulschließungen setzten erst danach ein.

"Aufgrund der Corona-Krise erleben wir aktuell eine Situation, die uns alle vor große Herausforderungen stellt – und die auch Folgen für den Arbeitsmarkt hat", sagte der Chef der Regionaldirektion, Ralf Holtzwart. Die seit Ausbruch der Pandemie sehr dynamische Entwicklung lasse eine genauere Prognose auf die Kurzarbeit, Arbeitslosigkeit und Beschäftigung frühestens ab April zu.

Update 31. März, 9.25 Uhr: Corona-Krise trifft Bayern laut Ifo besonders hart

Die bayerische Wirtschaft wird von den Auswirkungen der Corona-Krise besonders hart getroffen. In einer am Dienstag veröffentlichten Berechnung geht das Münchner Ifo-Institut davon aus, dass die Auswirkungen auf das Wirtschaftswachstum im Freistaat höher als im deutschen Durchschnitt sind. 

Sollten die Schließungen von Firmen drei Monate lang anhalten, erwarten die Wirtschaftsforscher Kosten zwischen 68 und 138 Milliarden Euro. Bei zwei Monaten wären es 49 bis 94 Milliarden.

Anstelle eines leichten Wachstums wird die bayerische Wirtschaft den Berechnungen zufolge 2020 deutlich schrumpfen. Der Unterschied zwischen alter und neuer Prognose liegt bei einer dreimonatigen Schließung zwischen 10,8 und 22,1 Prozentpunkten. "Somit ist Bayern etwas stärker bedroht als Deutschland", sagt Ifo-Präsident Clemens Fuest. In einer vergangene Woche veröffentlichten Berechnung war das Ifo für Deutschland im vergleichbaren Szenario von einem Einbruch um 10,0 bis 20,6 Prozentpunkte ausgegangen.

Fuest warb für starke Maßnahmen in der Corona-Krise: "Die hohen Kosten des Shutdown zeigen: Es lohnt sich, auch extrem teure zusätzliche Investitionen in Gesundheitsschutz zu tätigen, die es ermöglichen, eine schrittweise Aufhebung des Shutdown mit einer Eindämmung der Epidemie zu verbinden."

Update 31. März, 9.25 Uhr: Dreierrat Grundrechtsschutz findet Corona-Einschränkungen angemessen

Susanne Breit-Keßler hält die Maßnahmen bislang noch für angemessen. (Archiv)
Susanne Breit-Keßler hält die Maßnahmen bislang noch für angemessen. (Archiv)  © Felix Hörhager/dpa

Susanne Breit-Keßler vom Dreierrat Grundrechtsschutz in Bayern stuft die Einschränkungen im Freistaat wegen der Corona-Pandemie in der aktuellen Situation als angemessen ein. "Wir hatten jetzt eine klare Frist, sie musste verlängert werden, weil wir das Ziel noch nicht erreicht hatten. Aber irgendwann muss man auch fragen: Überwiegt der Nutzen den möglichen Schaden?"

Breit-Keßler sowie die ehemaligen Oberlandesgerichtspräsidenten Christoph Strötz und Clemens Lückemann bilden den Dreierrat Grundrechtsschutz. 

Aufgabe des Gremiums ist laut Staatsregierung, diese "zu unterstützen, den bestmöglichen Ausgleich zwischen effektivem Infektionsschutz und geringstmöglichen Freiheitsbeschränkungen zu finden".

Einen ausführlichen Beitrag findest du >>> hier.

Update 31. März, 8.12 Uhr: Kahns Zukunft als ZDF-Experte offen

Durch die krisenbedingte Verschiebung der Fußball-Europameisterschaft fällt der für diesen Sommer geplante TV-Abschied von Oliver Kahn als ZDF-Experte aus. Ob und wie es nun weitergeht, ist derzeit offen. 

"Nach den Absagen der EM und der Olympischen Spiele für 2020 und der Verschiebung der Großereignisse auf 2021 gibt es jetzt viele Details zu klären, Gespräche zu führen und Planungen anzupassen", hieß es beim ZDF, für das Kahn seit rund zwölf Jahren arbeitet. 

Der ehemalige Nationaltorwart gehört seit Jahresbeginn auch dem Vorstand des Fußball-Bundesligisten FC Bayern München an.

Update 31. März, 6.20 Uhr: Corona-Krise verunsichert getrennte lebende Eltern

Kinder müssen nicht auf den Kontakt zu einem Elternteil verzichten. (Symbolbild)
Kinder müssen nicht auf den Kontakt zu einem Elternteil verzichten. (Symbolbild)  © 123RF/ambrozinio

Die Corona-Pandemie verschärft bei getrennt lebenden Eltern zum Teil den Streit um den Umgang mit den gemeinsamen Kindern. Mehr als 100 Anfragen verunsicherter Mütter und Väter seien allein in der vergangenen Woche eingegangen, sagte ein Sprecher des Interessenverbands Unterhalt und Familienrecht in Nürnberg. 

In manchen Familien sei die Corona-Krise aber auch eine Chance. Wegen der geschlossenen Kitas und Schulen teilten sich getrennt lebende Eltern die Betreuung ihrer Söhne und Töchter oft viel selbstverständlicher.

Die Eltern melden sich aus verschiedenen Gründen bei dem Verband. Manche Ex-Partner nutzten die Ausnahmesituation, um den Umgang mit den Kindern komplett zu verweigern, andere änderten eigenmächtig die Vereinbarungen, erläuterte der Sprecher. 

Auf den Kontakt zu einem Elternteil müssen Kinder dem Verband zufolge zurzeit jedoch nur verzichten, wenn es dafür gesundheitliche Gründe gibt.

Update 30. März, 21.20 Uhr: Augsburg-Manager Reuter wehrt sich gegen Vorwürfe

Stefan Reuter, Manager des Fußball-Bundesligisten FC Augsburg, hat sich gegen Vorwürfe gewehrt, sich nicht an die Trainings-Empfehlung der Deutschen Fußball Liga zu halten. 

Die Clubs waren von der DFL gebeten worden, ihre Profis bis einschließlich 5. April nur individuell trainieren zu lassen.

Der bayerische Bundesligist aus Augsburg hatte ebenso wie einige andere Teams den Mannschaftstrainingsbetrieb jedoch eingeschränkt wieder aufgenommen. "Es hat sich niemand bei mir oder uns über Wettbewerbsverzerrung beschwert, ganz und gar nicht", sagte der 53 Jahre alte Reuter der "Bild".

"Wir sind unter den Clubs im Austausch, jeder sucht für sich einen Weg, die Spieler in einer möglichst guten Verfassung zu halten – damit sie für den Tag X, wenn es weitergeht, vorbereitet sind", sagte der ehemalige Fußball-Weltmeister. 

"Von 0 auf 100 zu gehen, birgt große Gefahren!", warnte Reuter. "Für uns ist auch klar: Wenn es ein klares Commitment aller Proficlubs gibt, nur individuell zu Hause zu trainieren, würden wir uns dem anschließen."

Update 30. März, 21.40 Uhr: Constantin-Chef glaubt an Comeback des Kinos

Martin Moszkowicz, Chef der Produktionsfirma Constantin, glaubt an eine erfolgversprechende Zukunft des Kinos nach der Corona-Krise.
Martin Moszkowicz, Chef der Produktionsfirma Constantin, glaubt an eine erfolgversprechende Zukunft des Kinos nach der Corona-Krise.  © Felix Hörhager/dpa

Der Chef der Produktionsfirma Constantin, Martin Moszkowicz (61), glaubt an eine erfolgversprechende Zukunft des Kinos nach der Corona-Krise. "Es wird wieder Sehnsucht nach Kino geben", sagte er in einem am Montagabend veröffentlichten "Spiegel"-Interview

"Ich glaube an ein großes Comeback des Kinos." Die Zeit bis dahin werde allerdings hart für die Branche, sagte der Filmproduzent ("Fack ju Göhte"). 

"Kredite allein helfen da nicht. Einem Kinobesitzer irgendwo in der Provinz nutzt es nichts, wenn er jetzt ein paar Tausend Euro bekommt, die er in ein paar Monaten zurückzahlen muss. Dazu wird er nicht in der Lage sein."

Auch die Constantin habe Schwierigkeiten. Die Produktion von mehr als 30 Filmen, Shows und Serien stoppe. Moszkowicz rechnet mit Mehrkosten von mehreren Millionen Euro. "Die Politik hat lange gezögert, klare Ansagen zu machen", kritisierte er. "Und dann ging auf einmal alles sehr schnell. Da war kaum Zeit zu reagieren." 

Was der Branche jetzt helfen würde, sei das Ausrufen des nationalen Notstandes. "Das hätte massive Veränderungen im Haftungsverhältnis zur Folge. Dann müsste der Staat für die Kosten aufkommen."

Moszkowicz kritisierte auch die Versicherungen. Sie hätten sich "rausgezogen und gesagt, dass sie nicht zahlen wollen". Es gebe Klauseln, die Pandemien und Epidemien ausschließen. 

"Unfassbar, wie sich einige in der Versicherungsbranche jetzt verhalten."

Update 30. März, 21.15 Uhr: Rummenigge will "Saison zu Ende spielen"

FC-Bayern-Vorstand Karl-Heinz Rummenigge (64) will die Bundesliga-Saison abschließen.
FC-Bayern-Vorstand Karl-Heinz Rummenigge (64) will die Bundesliga-Saison abschließen.  © Roland Weihrauch/dpa

Eine komplette Absage der Saison und eine Fußball-Bundesliga mit nur noch 14 oder 16 Clubs schließt Karl-Heinz Rummenigge trotz der gegenwärtigen Existenzkrise durch die Coronavirus-Pandemie aus. 

Für den Vorstandschef des deutschen Rekordmeisters FC Bayern München wäre es sogar eine Option, wenn die Saison erst im September endet und die neue Spielzeit dann erst im nächsten Winter beginnt. 

"Wenn das unter den Aspekten von Gesundheit und politischer Einschätzung nicht anders möglich wäre, müsste man sich mit diesem Szenario gegebenenfalls auseinandersetzen", sagte Rummenigge in einem Interview der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (Dienstag).

"Wir sollten unbedingt diese Saison zu Ende spielen, aus Gründen der sportlichen Fairness, aber natürlich auch, um den wirtschaftlichen Schaden so gering wie möglich zu halten", sagte der Bayern-Vorstandschef vor der Mitgliederversammlung der Deutschen Fußball Liga am Dienstag (10.30 Uhr) in Frankfurt.

Die akute Krise werde auch am Branchenführer aus München nicht spurlos vorbeigehen, räumte der Vorstandschef der Bayern ein. "Auch auf den FC Bayern kämen wirtschaftliche Schwierigkeiten zu, wenn wir zu lange nicht Fußball spielen", sagte Rummenigge.

Möglicherweise stünden die Bayern "aufgrund unserer sehr guten Eigenkapitalsituation vielleicht um einiges besser da" als andere Bundesligaclubs. "Aber auch wir warten derzeit auf dem Transfermarkt ab, um auch mal das Pulver trocken zu halten und zu schauen, wie sich die Lage entwickelt", sagte Rummenigge. 

"Wir wissen heute alle nicht, wie lange uns der Corona-Spuk noch begleiten wird."

Update 30. März, 21 Uhr: Innenminister Herrmann ordnet Lage ein und begründet Maßnahmen-Verlängerung

1230 der Infizierten seien in Bayern amtlich ausgewiesen genesen, teile das Bayerische Innenministerium am Abend mit. Die Neuinfektionen liegen auf dem Niveau der vergangenen Tage.

Um die Situation in Bayern einzuordnen verweist Innenminister Joachim Herrmann auf die Corona-Sterblichkeitsrate, die im Freistaat aktuell bei 0,84 Verstorbenen je 100.000 Einwohnern liegt. Zum Vergleich: In Italien sind es 15,1 Verstorbene je 100.000 Einwohner. 

Das zeigt, wie weit entfernt man von der dramatischen Lage in Italien entfernt sei, so Herrmann. Trotzdem sei die Situation in Bayern weiter sehr ernst zu nehmen. Der zeitliche Vorsprung, den man zu Italien habe, müsse klug und effizient genutzt werden.

Dem Innenministerium zufolge zeigen die ergriffenen Maßnahmen erste Wirkungen: "Vor den Schulschließungen verdoppelte sich die Infektionsrate im Schnitt alle 2,8 Tage, jetzt liegen wir bei 5 Tagen", heißt es in einer Mitteilung des Ministeriums.

Weil dieses gebremste Tempo aber immer noch zu hoch sei, werden die bestehenden Beschränkungen bis einschließlich 19. April verlängert. 

Update 30. März, 20 Uhr: Polizei München beantwortet Oster-Sorgen

Ja, der Osterhase darf auch während der Ausgangsbeschränkung weiter arbeiten. Die Münchner Polizei räumte die Sorgen eines jungen Bürgers aus dem Weg. Denn da der Hase an der frischen Luft arbeitet und auf den Mindestanstand achtete, kann er auch in diesem Jahr die Osternester der Kinder befallen. 

Update 30. März, 19.30 Uhr: Drei weitere Corona-Tote in Würzburger Seniorenheim

Im Würzburger Seniorenheim St. Nikolaus sind erneut drei mit dem Coronavirus infizierte Menschen gestorben. Es handele sich um zwei Frauen im Alter von 105 und 94 Jahren sowie einen 88 Jahre alten Mann, teilte das Landratsamt Würzburg am Montagabend mit. 

Alle drei hätten unter schweren Vorerkrankungen gelitten. Erst am Sonntagabend hatte das Heim den Tod eines 80-Jährigen gemeldet. Insgesamt sind im Raum Würzburg 17 Menschen nach einer Covid-19-Erkrankung gestorben, ein Großteil davon in der Senioreneinrichtung. 

Die übrigen positiv auf das Virus getesteten Menschen des Heimes wurden am Wochenende auf Stationen innerhalb der Einrichtung isoliert.

Update 30. März, 18.10 Uhr: Bayern verlängert Aufhebung des Sonntagsfahrverbots für Lastwagen

Bayern hat die Aufhebung des Sonn- und Feiertagsverbots für Lastwagen verlängert. Die Regelung infolge der Corona-Krise gilt bis zum 19. April, wie das Innenministerium am Montag in München mitteilte. 

"Auch in den kommenden Wochen müssen wir sicherstellen, dass unsere Geschäfte und Firmen rund um die Uhr bestmöglich mit Waren beliefert werden können", erklärte Innenminister Joachim Herrmann (CSU).

Schon Anfang März hatte das Ministerium das Sonntagsfahrverbot für Transporte von haltbaren Lebensmitteln und Hygieneartikeln für den Einzelhandel in Bayern gelockert. Diese Lockerung soll auf jeden Fall bis 30. Mai 2020 bestehen bleiben.

Das Sonn- und Feiertagsfahrverbot ist in Paragraf 30 Straßenverkehrs-Ordnung geregelt. Es untersagt eine Vielzahl von Transporten mit schweren Lkw sonntags und feiertags von 0 bis 22 Uhr.

Eine Passantin steht in München mit Mundschutz und Sonnenbrille vor einem Laden und telefoniert.
Eine Passantin steht in München mit Mundschutz und Sonnenbrille vor einem Laden und telefoniert.  © Felix Hörhager/dpa

Update 30. März, 18 Uhr: FC Bayern unterstützt Initiative "Mia gehn online"

Der FC Bayern unterstützt die digitale Hilfsaktion "Mia gehn online". Die Initiative soll Münchner Kleinunternehmen, die durch die Corona-Krise in Not geraten sind, bei der Digitalisierung mit kostenloser Beratung unterstützen. 

Wie der deutsche Fußball-Rekordmeister am Montag mitteilte, handelt es sich dabei zum Beispiel um die Umstellung auf digitale Kommunikation oder Online-Bestellsysteme. Die Aktion wurde unter anderem von der Landeshauptstadt München ins Leben gerufen.

Bayern-Vorstand Oliver Kahn wird an diesem Mittwoch den Startschuss für eine entsprechende digitale Veranstaltung geben. Dabei sollen den Angaben zufolge die teilnehmenden Unternehmen gemeinsam mit Experten innerhalb von 24 Stunden Lösungen entwickeln, um ihre Ladenangebote online abrufbar zu machen.

"In dieser herausfordernden Zeit müssen die Menschen und Organisationen in München zusammenstehen. Der FC Bayern ist Teil der Münchner Community. Daher ist es für uns eine Selbstverständlichkeit, diese Initiative zu unterstützen. Digitale Lösungen für Münchner Kleinunternehmen zu entwickeln, kann ein wertvoller Beitrag in dieser Krise sein", erklärte Kahn.

Update 30. März, 17.30 Uhr: Zehnjährige dankt Söder für Kampf gegen Corona

In einem rührenden Brief zur Corona-Krise in Bayern hat eine zehnjährige Schülerin von Ministerpräsident Markus Söder eine Verlängerung der Ausgangsbeschränkungen erbeten. 

"Denn die Pflegekräfte riskieren täglich ihr Leben im Kampf gegen das Coronavirus und das sollte nicht umsonst sein. Meine Mama arbeitet auch in einem Pflegeheim", heißt es in dem zweiseitigen Schreiben der kleinen Giulia samt gemaltem rosa Dankesherz und Sonne.

Söder (CSU) verwies am Montag in seiner Pressekonferenz auf den Brief und teilte ihn auch in den sozialen Netzwerken. "Wir sollten zusammen kämpfen. Danke das sie für uns da sind", schreibt Giulia und bekommt dafür vor den laufenden Kameras auch gleich die Antwort: "Wir tun des jetzt", sagte Söder. 

"Genau dieser Zusammenhalt macht uns in der #Corona-Krise stark. Geben wir aufeinander Acht. Unsere Kleinen sind manchmal die Klügsten", schrieb Söder bei Twitter.

Update 30. März, 17 Uhr: Rechnungshof genehmigt Aussetzen der Schuldenbremse

Die Hüter der bayerischen Staatsfinanzen haben Ministerpräsident Markus Söder (CSU) in der Corona-Krise ihr Einverständnis für den geplanten massiven Anstieg der öffentlichen Verschuldung erteilt. 

Der Oberste Rechnungshof (ORH) in München sieht die Finanzierung der geplanten Krisenbewältigung als "klaren Fall für die Aussetzung der Schuldenbremse", wie ORH-Präsident Christoph Hillenbrand und seine Kollegen in einer Mitteilung zum neuen Jahresbericht der Behörde schreiben, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.

Eigentlich ist die Staatsregierung laut Gesetz verpflichtet, den Haushalt ohne neue Schulden zu finanzieren. Wegen der Corona-Krise hat der Landtag bereits eine Erhöhung der Neuverschuldung um zehn Milliarden Euro abgesegnet, eine zweite Tranche von weiteren zehn Milliarden ist geplant, aber noch nicht verabschiedet. 

Somit wären 20 Milliarden Euro Neuverschuldung nach Verabschiedung der zweiten Tranche das rechtlich mögliche Limit. Ende vergangenen Jahres hatte der Freistaat noch Altschulden von 26,9 Milliarden Euro.

Update 30. März, 16.40 Uhr: 245 neue Fälle in München, zwei neue Todesfälle

Allein in München wurden am Montag 245 neue Infektionen mit dem Coronavirus bestätigt. Damit sind in der Landeshauptstadt aktuell 2501 Fälle verzeichnet. 

Leider gab es außerdem einen vierten und fünften bestätigten Todesfall: Ein 68-jähriger Münchner sowie eine 66-jährige Münchnerin sind an COVID-19 verstorben.

Update 30. März, 15.32 Uhr: Kommunen wollen Taubenfütterungsverbote nicht aufheben

Das Taubenfütterungsverbot soll trotz einer Forderung der Tierrechtsorganisation Peta in mehreren bayerischen Städten nicht aufgehoben werden. Den Vögeln drohe offenbar nicht der Hungertod, auch wenn es auf den Straßen wegen der Ausgangsverbote zur Eindämmung des Coronavirus fast keine Essensreste mehr gebe, teilten die Städte Nürnberg und Fürth am Montag auf Anfrage mit. 

Wie die Städte Ihre Entscheidung begründen, erfahrt Ihr >>> hier.

Update 30. März, 15.17 Uhr: Verwaltungsgerichtshof: Ausgangsbeschränkungen bleiben in Kraft

Nach dem Bayerischen Verfassungsgerichtshof hat auch der Bayerische Verwaltungsgerichtshof die in Bayern geltenden Ausgangsbeschränkungen wegen der Corona-Krise fürs Erste bestätigt. 

Die zuständigen Richter lehnten es am Montag ab, diese durch einstweilige Anordnung vorläufig außer Vollzug zu setzen, wie das Gericht mitteilte. Die Entscheidungen in einem Hauptsacheverfahren stehen allerdings, ebenso wie beim Verfassungsgerichtshof, noch aus.

Update 30. März, 15.06 Uhr: Evaluierung der Maßnahmen Mitte April

Mitte April wollen die Bundesländer nach Angaben von Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) ihre eingeleiteten Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus evaluieren. 

"Die eigentliche, endgültige Beurteilung über die Wirksamkeit und die Fortsetzung der entsprechenden Maßnahmen können wir am Ende wahrscheinlich erst Mitte April treffen. Wir haben uns vereinbart unter den Bundesländern, dass wir dies zusammentun", sagte Söder am Montag in München. Das gemeinsame Vorgehen sei wichtig, da die Folgen nationale Auswirkungen haben würden.

Ein seltener Anblick: Kein Verkehr ist in der Paul-Heyse-Unterführung in München unterwegs.
Ein seltener Anblick: Kein Verkehr ist in der Paul-Heyse-Unterführung in München unterwegs.  © Felix Hörhager/dpa

Update 30. März, 14.39 Uhr: Arztpraxen warten dringend auf Schutzmasken - Dutzende Schließungen

Arztpraxen geraten zunehmend wegen fehlender Schutzmasken unter Druck. Rund 60 Praxen hätten deshalb bis Ende vergangener Woche den Betrieb eingestellt, teilte die Kassenärztliche Vereinigung Bayerns (KVB) am Montag auf Anfrage mit.

"Waren es vor zwei Wochen noch Einzelfälle, dass Praxen schließen, melden sich nun verstärkt Ärzte, die ankündigen, ihre Praxen zu schließen", sagte ein Sprecher.

Zwar seien weitere Einzelchargen mit Masken aus der Bestellung des Bundes bei der KVB eingetroffen. Teils fehle aber die notwendige Zertifizierung, die nun nachträglich erreicht werden solle. Nach wie vor gebe es keine Entspannung in Bezug auf die Ausstattung der Praxen mit der dringend benötigten Schutzausrüstung. "Von einer zufriedenstellenden Belieferung aller rund 18.000 Praxen im Freistaat sind wir noch weit entfernt", berichtete der Sprecher.

Ein Fahrzeug eines Rettungsdienstes steht vor dem Würzburger Seniorenheim, in dem bisher bereits 13 Personen an den Folgen einer Covid-19 Erkrankung gestorben sind.
Ein Fahrzeug eines Rettungsdienstes steht vor dem Würzburger Seniorenheim, in dem bisher bereits 13 Personen an den Folgen einer Covid-19 Erkrankung gestorben sind.  © Nicolas Armer/dpa

Update 30. März, 13.45 Uhr: Derzeit keine Schutzmaskenpflicht in Supermärkten geplant

Nach Worten des bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder (CSU) ist derzeit keine Schutzmaskenpflicht in Supermärkten wie künftig in Österreich geplant. Er schließe nicht aus, dass das auch in Deutschland eine denkbare Möglichkeit sein könnte, sagte Söder am Montag in München. Er betonte aber: "Derzeit ist das nicht geplant, das zu tun." Es seien derzeit keine weiteren Verschärfungen der geltenden Auflagen und Verschärfungen geplant.

Die österreichische Regierung verschärfte die Maßnahmen im Kampf gegen die Coronavirus-Pandemie kündigte unter anderem eine Mundschutz-Pflicht für Einkäufe an.

Söder sagte, er sehe weniger in Supermärkten denn bei den Arbeitsplätzen der Menschen einen Bedarf, mehr Masken einzusetzen, insbesondere dann, wenn die Sicherheitsabstände zwischen den Mitarbeitern nicht klar gewährleistet werden könnten. Im Gegensatz zum Supermarkt könnten die Menschen auf der Arbeit weniger einfach selbst organisieren, wie sie den Abstand zu anderen Menschen einhalten. Auch hier könne schon der Einsatz von leichten Schutzmasken helfen, Ansteckungen zu verringern.

Update 30. März, 13.28 Uhr: Länder müssen sich bei Corona-Patienten gegenseitig helfen

Bei der medizinischen Behandlung der Corona-Patienten müssen sich die Bundesländer nach Ansicht von Ministerpräsident Markus Söder (CSU) besser untereinander abstimmen. 

Da einige Bundesländer wie Bayern und Baden-Württemberg deutlich stärker betroffen seien als andere, werde man in Deutschland überlegen müssen, wie eine Verteilung funktionieren könne, sagte Söder am Montag in München. Hier gebe es derzeit noch viel Optimierungs- und Verbesserungsbedarf.

In Bayern gebe es schon einige Kommunen wie Rosenheim in Oberbayern, in denen die Klinikkapazitäten ausgelastet seien. Daher werde hier schon jetzt über eine Verlagerung der Covid-19-Patienten in andere Krankenhäuser im übrigen Freistaat organisiert.

Die Länder müssen sich laut Markus Söder bei der Behandlung von Corona-Patienten gegenseitig helfen. (Symbolbild)
Die Länder müssen sich laut Markus Söder bei der Behandlung von Corona-Patienten gegenseitig helfen. (Symbolbild)  © Christian Beutler/KEYSTONE/dpa

Update 30. März, 13.26 Uhr: Allermeiste Menschen halten sich an Beschränkungen

Joachim Herrmann (CSU), Innenminister von Bayern.
Joachim Herrmann (CSU), Innenminister von Bayern.  © Peter Kneffel/dpa /dpa

Innenminister Joachim Herrmann (CSU) hat das Verhalten des weit überwiegenden Teils der Bevölkerung in der Corona-Krise gelobt. Die allermeisten Mitbürger beachteten die Ausgangsbeschränkungen und Verbote und verhielten sich sehr vernünftig und verantwortungsbewusst, sagte Herrmann am Montag in München. Den anderen, die sich verantwortungslos und rücksichtlos verhielten, denen werde die Polizei aber Einhalt gebieten.

Am Wochenende führte die Polizei in Bayern nach Angaben Herrmanns rund 50.000 Kontrollen durch, 30.000 am Samstag und 20.000 am Sonntag. Dabei seien am Samstag mehr als 7000 Verstöße festgestellt worden und am Sonntag noch einmal mehr als 1800. 

Am Samstag seien 2200 "Ahndungen" eingeleitet worden, am Sonntag noch einmal 1000. Herrmann sagte zu diesen Zahlen: "Wir sind ein Volk mit 13 Millionen Einwohnern, da summiert sich das eben zu einer Reihe von Verstößen."

Update 30. März, 13.25 Uhr: Auf absehbare Zeit keine Versorgungsengpässe

In Bayern drohen nach Einschätzung der Staatsregierung weiter keine Versorgungsengpässe beim Lebensnotwendigen. Das sagte Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) am Montag in München. 

"Es wird keine Engpässe geben auf absehbare Zeit." Das bezieht sich nach Aiwangers Worten auch auf Strom, Wasser und Energie.

Update 30. März, 13.22 Uhr: Mann wegen Verstoß gegen Corona-Beschränkungen im Knast

Drei Mal soll ein Mann in Landshut gegen die Ausgangsbeschränkungen im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie verstoßen haben - nun sitzt er im Knast. Wie die Polizei am Montag berichtete, hatte sich der 27-Jährige am Samstag draußen mit einem Freund zum Alkoholtrinken und Rauchen getroffen. 

Bereits in den Tagen hatte er laut Mitteilung zwei Anzeigen wegen Verstößen gegen die Beschränkungen erhalten und mehrere Hundert Euro Strafe gezahlt. 

Trotzdem habe sich der Mann uneinsichtig gezeigt. "Da haben wir ihn für eine Woche aus dem Verkehr gezogen", sagte ein Polizeisprecher. Noch bis zum Wochenende soll der 27-Jährige in der JVA Landshut in Gewahrsam bleiben.

Ein Mann sitzt wegen des Verstoßes gegen Corona-Beschränkungen im Knast. (Symbolbild)
Ein Mann sitzt wegen des Verstoßes gegen Corona-Beschränkungen im Knast. (Symbolbild)  © Jens Büttner/ZB/dpa

Update 30. März, 13.20 Uhr: Volkszählung soll verschoben werden

Die Staatsregierung will, dass die europaweite Volkszählung im kommenden Jahr wegen der Corona-Krise um ein Jahr verschoben wird. Kein Mensch müsse eine Volkszählung machen, wenn man stattdessen zählen müsste, wie viele Menschen von Infektionen betroffen seien, sagte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am Montag in München.

Söder könne sich gut vorstellen, dass durch die Corona-Pandemie die Statistik-Kapazitäten des Landesamts für Statistik schon gut genutzt werden. Daher hätten sich die Minister mit dem Bund besprochen.

Vorgesehen ist eine EU-weite Zensunsrunde, die seit 2011 alle zehn Jahre stattfindet. In Deutschland ist der Zensus 2021 eine registergestützte Bevölkerungszählung, die durch Stichproben ergänzt wird.

Update 30. März, 13.15 Uhr: Staatsregierung erhöht Corona-Soforthilfen für den Mittelstand

In der Corona-Krise will die Staatsregierung angesichts der drohenden Welle von Firmenpleiten die Finanzhilfen für bedrängte Mittelständler erhöhen. "Ab morgen werden ale Sätze nochmal angehoben", sagte Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) am Montag. 

Als Höchstzuschuss können Firmen mit zwischen 50 und 250 Mitarbeitern 50.000 Euro Soforthilfe beantragen, bisher waren es 30.000. Am unteren Ende der Skala können Ein-Mann- und Ein-Frau-Betriebe 9000 Euro Zuschuss bekommen statt bisher 5000. Endgültig beschließen will die Staatsregierung das bei der Kabinettssitzung am Dienstag.

Update 30. März, 13.04 Uhr: Ab Mai in Bayern Corona-Schnelltests in Minuten möglich?

In Bayern soll es ab Mai neue Schnelltests für das Coronavirus geben. Das teilte Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) am Montag in München mit. 

Er habe von bayerischen Firmen entsprechende Rückmeldungen erhalten, dass bis Anfang Mai Schnelltest in "großer Zahl" möglich würden."Dann können wir in wenigen Minuten sagen, ob jemand positiv oder negativ ist", sagte er. Bisher dauern die Tests mehrere Stunden.

Update 30. März, 13.02 Uhr: Automobilzulieferer Moll beantragt Insolvenz wegen der Corona-Krise

Der oberfränkische Automobilzulieferer Moll hat wegen der Corona-Krise Insolvenz beantragt. Der "plötzliche, massive und dauerhafte Absatzrückgang" lasse dem Unternehmen aus Bad Staffelstein (Landkreis Lichtenfels) keine andere Wahl. "Das ist ein bitterer Tag, vor allem für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter", teilte Geschäftsführerin Gertrud Moll-Möhrstedt am Montag mit.

Die Coronakrise habe weitreichende Folgen für die gesamte Automobilwirtschaft, hieß es weiter. Es könne Monate oder vielleicht sogar Jahre dauern, bis sich der Absatz wieder erhole. Um einen so langen Zeitraum überbrücken zu können, würde der Firma das Geld fehlen. Priorität habe nun die soziale Absicherung der Mitarbeiter, erklärte die Geschäftsführerin. "Wir erwarten jedoch, dass im Insolvenzverfahren die Produktion wieder aufgenommen werden kann."

Das Unternehmen produziert nach eigenen Angaben seit 1945 Batterien, vor allem für die Automobilindustrie. Am Standort in Bad Staffelstein seien fast 300 Mitarbeiter beschäftigt.

Update 30. März, 13 Uhr: Keine Exit-Debatte zur Unzeit

Markus Söder (CSU) hat zudem erneut vor einer voreilige Debatte über eine Exit-Strategie aus den derzeitigen Beschränkungen wegen der Corona-Krise gewarnt. Es gebe keinen Anlass zu Entwarnung, es sei deshalb nicht die Zeit für einen vorschnellen Exit oder eine entsprechende Debatte, sagte Söder am Montag in München. 

"Eine Exit-Debatte, so verständlich sie sein mag, ist jetzt zur Unzeit." Wie bei anderen Krankheiten gelte: Wer zu früh aufstehe, der riskiere einen Rückfall. Man habe aber zusammen mit dem Bund "alle Entwicklungen im Blick und alle Zeitachsen im Kopf".

Update 30. März, 12.49 Uhr: Bayern mit klarer Linie im Kampf gegen Coronavirus

Bayern folgt mit der Verlängerung, die Markus Söder (CSU) zufolge keine Verschärfung der Maßnahmen bedeuten, dem Zeitplan, der auch bundesweit seit mehr als einer Woche gilt. Die Länder hatten sich mit dem Bund auf die weitreichenden Eingriffe in die Freiheit der Menschen in Deutschland geeinigt. Zu dem Zeitpunkt hatte Bayern seine eigene Ausgangsbeschränkung aber schon umgesetzt, wodurch es nun zu den unterschiedlichen Befristungen kam. Zugleich dürfte mit der Entscheidung auch die Diskussion um ein dauerhaftes Ende der Maßnahmen vom Tisch sein.

Kanzlerin Angela Merkel und Kanzleramtschef Helge Braun (beide CDU) hatten zuletzt deutlich gemacht, dass schnelle Lockerungen der Kontaktbeschränkungen für Bürger noch nicht im Raum stehen. Für die konkreten Regelungen sind allerdings die Länder zuständig. Auch Söder hatte zuletzt vor einem zu frühen Ende der Auflagen und Beschränkungen gewarnt und damit direkt seinem Stellvertreter Hubert Aiwanger (Freie Wähler) widersprochen.

Zur Eindämmung des Coronavirus gelten in ganz Bayern seit dem 21. März umfangreiche Ausgangsbeschränkungen. Legitim ist der Gang an die frische Luft nur, wenn triftige Gründe vorliegen. Dazu zählen etwa der Weg zur Arbeit, notwendige Einkäufe, Arztbesuche, aber auch "Sport und Bewegung an der frischen Luft" - das aber nur alleine oder mit den Menschen, mit denen man in einer Wohnung zusammenlebt. Zudem müssen alle Gastronomiebetriebe geschlossen bleiben, ausgenommen davon sind lediglich Mitnahme-, Liefer- und Drive-in-Angebote.

Läden abseits der Grundversorgung müssen ebenfalls geschlossen bleiben, und das schon seit 18. März. Hier hat die Staatsregierung die Frist, die ansonsten am Montag ausgelaufen wäre, inzwischen ebenfalls zunächst bis 3. April verlängert. Auch dies ist nun, wie die Ausgangsbeschränkungen, in einer Rechtsverordnung geregelt.

Update 30. März, 12.45 Uhr: Neue Fallzahlen für Bayern liegen vor

In Bayern sind inzwischen 14.437 Menschen positiv auf das neue Coronavirus Sars-CoV-2 getestet worden. Das teilte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am Montag in München mit. 

Den Angaben zufolge sind bislang 133 Patienten, die mit dem Coronavirus infiziert waren, gestorben. 

Söder betonte, dass die Ausgangsbeschränkungen aber erste Wirkungen zeigten, "die Kurve flacht ab". Derzeit verdopple sich die Zahl der Infizierten alle 5 Tage, vor den Maßnahmen habe sich die Zahl alle 2,8 Tage verdoppelt.

Update 30. März, 12.35 Uhr: Markus Söder spricht über Maßnahmen in Bayern

Die seit dem 21. März wegen des Coronavirus geltenden Ausgangsbeschränkungen in Bayern werden bis zum Ende der Osterferien am 19. April verlängert. 

Das sagte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am Montag in München.

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder äußerte sich zum aktuellen Stand.
Bayerns Ministerpräsident Markus Söder äußerte sich zum aktuellen Stand.  © Matthias Balk/dpa

Update 30. März, 12.33 Uhr: Nutzfahrzeugzulieferer SAF Holland fährt Werke teilweise herunter

Der Nutzfahrzeugzulieferer SAF Holland fährt die Produktion wegen der Coronavirus-Pandemie teilweise herunter. 

Die Kapazitäten der weltweiten Werke sollen standortspezifisch angepasst werden, wie das SDax-Unternehmen am Montag in Luxemburg mitteilte. In Deutschland seien die Standorte am Hauptsitz in Bessenbach bei Aschaffenburg und in Singen betroffen. Auch die Produktions- oder Montagestandorte in der Türkei, Italien, Brasilien, Indien und Südafrika sowie einige Vertriebsgesellschaften gehörten dazu.

Die Maßnahmen reichten von der Einführung teilweiser Kurzarbeit in Deutschland bis hin zu vorübergehenden Standortschließungen, hieß es. Das erste Quartal sei in der Produktion überwiegend planmäßig verlaufen. Die Dauer und das Ausmaß der Produktionskürzungen will SAF Holland flexibel an den Zustand der Lieferketten und der Absatzmärkte anpassen.

Die Situation am chinesischen Standort in Yangzhou habe sich dagegen weitgehend normalisiert, teilte SAF Holland mit. Die Mitarbeiter seien an ihre Arbeitsplätze zurückgekehrt. Der Werksanlauf verläuft den Angaben zufolge planmäßig, erste Kundenauslieferungen hätten stattgefunden. SAF Holland produziert für Lkw und Auflieger unter anderem Achs- und Federungssysteme sowie Kupplungssysteme und Stützwinden.

Update 30. März, 12.30 Uhr: Nürnberger Christian Mathenia spricht über Verzicht auf Teamtraining

Torwart Christian Mathenia (27) hält den vorläufigen Verzicht seines 1. FC Nürnberg in der Corona-Krise auf ein Mannschaftstraining für richtig. Das Land habe "diese Maßnahmen getroffen, dass wir alle uns aus dem öffentlichen Leben zurückziehen sollen", sagte der Schlussmann des fränkischen Fußball-Zweitligisten dem "Kicker". "Da wäre es das falsche Signal gemeinsam zu trainieren, und sei es nur in Kleingruppen."

Nach dem positiven Coronavirus-Befund bei Fabian Nürnberger mussten Spieler und Trainerteam des "Club" für 14 Tage bis zum vergangenen Freitag in häusliche Quarantäne. Es gelten außerdem landesweit Ausgangsbeschränkungen, um die weitere Ausbreitung des Virus zu verhindern. 

"Für den Fußball ist die Situation sicher nicht einfach, er sollte sich aber nicht über gesellschaftliche Probleme stellen. Schön wäre es trotzdem, wenn man die Saison zu Ende spielen könnte", meinte Mathenia.

Update 30. März, 12.25 Uhr: Isabella Hübner versorgt Mutter mit veganem Essen

"Sturm der Liebe"-Schauspielerin Isabella Hübner (52) versorgt ihre 80 Jahre alte Mutter in der Corona-Krise mit veganem Essen. "Ich reiche ihr das Essen durch das Küchenfenster, sie soll ja im Moment auch nicht aus dem Haus gehen", sagte sie der Münchner "Abendzeitung". Dabei setze sie vor allem auf "vegane Immun-Power-Gerichte", so Hübner. Auf dem Speiseplan stünden zum Beispiel Linsenbraten mit Vollkornsemmelknödel oder vegane Mousse au Chocolat.

Außerdem, so Hübner weiter, treibe sie selbst jeden Tag zu Hause Sport. "Dazu kann ich nur alle motivieren, das ist mega für das psychische und körperliche Durchhalten", sagte die Schauspielerin, die bei "Sturm der Liebe" mehrere Jahre die Rolle der intriganten Beatrice gespielt hatte.

Update 30. März, 11.54 Uhr: Kontrollen der Polizei München

Vier Polizisten patroullieren durch eine fast leere Straße in der Münchner Innenstadt.
Vier Polizisten patroullieren durch eine fast leere Straße in der Münchner Innenstadt.  © Peter Kneffel/dpa

Wie die Polizei München am Montag mitteilte, kam es im Zeitraum von Sonntag 6 Uhr bis Montag 6 Uhr zu einer Vielzahl von Kontrollen und Einsätzen im Zusammenhang mit den Ausgangsbeschränkungen und Verordnungen in der Corona-Krise. 

5000 Kontrollen seien durchgeführt worden, dabei wurden 186 Verstöße angezeigt, 185 davon die Ausgangsbeschränkungen betreffend.

Eine Familie mit Kind befand sich am Sonntag gegen 14.40 Uhr in einem Biotop bei Oberschleißheim. Sie genossen dort die Natur. 

Die Eltern wurden im Sinne der Ausgangsbeschränkungen angezeigt.

Am Sonntag gegen 15 Uhr befand sich eine größere Personengruppe an einer Tankstelle in Freimann. Neun Personen wurden letztlich von der Polizei angezeigt. 

Update 30. März, 11.41 Uhr: Uniklinik Würzburg kann Zahl der Intensivbetten bei Bedarf verdoppeln

Das Universitätsklinikum Würzburg kann in der Corona-Krise die Zahl seiner Intensivbetten von 80 auf 160 verdoppeln. Das sagte der Ärztliche Direktor Georg Ertl am Montag in Würzburg. Derzeit würden 14 Patienten, die positiv auf das neue Coronavirus Sars-CoV-2 getestet seien, in dem Haus beatmet. 

Im Klinikum Mitte lägen weitere vier Menschen mit der Lungenkrankheit Covid-19, die beatmet werden müssten. Zum Vergleich: Vor einer Woche seien es in beiden Kliniken je nur zwei gewesen, die nicht selbstständig atmen konnten, sagte Ertl.

Das neue Coronavirus Sars-CoV-2 kann die Lungenkrankheit Covid-19 auslösen. Der Verlauf kann unterschiedlich sein - von symptomlos oder mild bis hin zu sehr schwer, mitunter auch tödlich. Im Freistaat waren bis Sonntag (Stand: 10 Uhr) 13.263 Menschen positiv auf Sars-CoV-2 getestet worden. 110 Patienten, die mit dem Coronavirus infiziert waren, starben.

Ertl sagte, die Uniklinik könne derzeit auch Patienten aus dem Ausland aufnehmen. "Wir müssen jetzt Solidarität zeigen, damit wir sie auch bekommen, wenn es bei uns heftig wird", erklärte Würzburgs Oberbürgermeister Christian Schuchardt (CDU).

In zwei bis drei Wochen erwartet Ertl einen signifikanten Anstieg der am Coronavirus Erkrankten. Hauptproblem sei weiter der anstehende Mangel an Schutzkleidung in seinem Haus. Noch habe man genug Masken und Co., "aber die Lage wird zunehmend schwieriger". Von den etwa 6500 Mitarbeitern am Uniklinikum seien bisher 9 Coronavirus-Fälle bekannt.

Würzburg war zuletzt in die Schlagzeilen geraten, weil in einem Altenheim 13 Bewohner, die mit dem neuen Coronavirus infiziert waren, starben. Die übrigen positiv auf das Virus getesteten Menschen wurden am Wochenende auf Stationen innerhalb der Einrichtung isoliert. Diese Aktion dauerte nach Schuchardts Angaben etwa 20 Stunden.

Update 30. März, 11.39 Uhr: Landtags-SPD fordert Sommersemester soll "Nullsemester" sein

Wegen der Corona-Krise sollte das anstehende Sommersemester an den bayerischen Universitäten nach Ansicht der SPD im Landtag nicht wie geplant auf jeden Fall durchgeführt werden. Wie in den vergangenen Tagen bereits zahlreiche Professoren, forderte auch der SPD-Wissenschaftspolitiker Christian Flisek stattdessen, es als "Nicht-Semester" beziehungsweise "Nullsemester" durchzuführen. Das bedeutet, es wird nicht auf Regelstudienzeit und Maximalstudiendauer angerechnet und die BAföG-Zahlungen müssten weiter gehen.

In der vergangenen Woche hatte die Staatsregierung mitgeteilt, dass die Vorlesungszeit an Bayerns Universitäten und Hochschulen am 20. April beginnen soll, notfalls in Form von Internetvorlesungen. Ein Ausfall sei trotz Krise keine Option.

Die technischen Möglichkeiten, einen ausschließlich digitalen Lehr- und Prüfungsbetrieb anzubieten, seien aber nicht an allen Hochschulen und Universitäten gleichwertig vorhanden, betonte Flisek. 

"Es ist kaum vorstellbar, dass alle Veranstaltungen in allen Studiengängen einfach in digitaler Form ohne nennenswerte Einbußen durchgeführt werden können." Gleichwohl solle das Semester nicht komplett ausfallen. "Ich halte es für sehr sinnvoll, überall da, wo es möglich ist, Lehr- und Prüfungsveranstaltungen digital anzubieten."

Update 30. März, 10.47 Uhr: Millionen-Risiko legt Kaderplanung beim FC Bayern auf Eis

Die Ansage von Bayern-Chef Karl-Heinz Rummenigge (64) in der Corona-Krise war unmissverständlich. Der Bundesliga-Krösus aus München hat das Thema Neuzugänge vorerst auf "Hold" gestellt. 

Es geht in wirtschaftlich unsicheren Zeiten für den Profi-Fußball auch beim deutschen Rekordmeister nicht mehr vordringlich um neue Stars wie den Leverkusener Kai Havertz oder Leroy Sané von Manchester City.

Welche Unsicherheiten die Corona-Krise für den FC Bayern mit sich bringt, erfahrt Ihr >>> hier.

Update 30. März, 10.40 Uhr: Einsamkeit und Ängste in der Corona-Krise

In Alten- und Pflegeheimen gilt striktes Besuchsverbot. Weil sie zur Risikogruppe bei Covid-19-Erkrankungen gehören, müssen Senioren ihr Sozialleben auf ein absolutes Minimum beschränken. Um sie vor Vereinsamung zu bewahren, hat der Münchner Verein Retla, der sich für ältere Menschen engagiert, die Aktion "Telefon-Engel" ins Leben gerufen.

Was die Corona-Krise gerade für ältere und psychisch kranke Menschen bedeutet, erfahrt Ihr >>> hier.

Update 30. März, 10.15 Uhr: Aaron Berzel vom TSV 1860 München will Menschen helfen

Die Corona-Krise trifft den Fußball hart, gespielt werden kann in Deutschland derzeit nicht. Für Vereine wie den TSV 1860 München geht es in diesen Tagen um alles - so wie für viele Menschen. 

Aaron Berzel hat sich deshalb entschieden, jene Zeit zu nutzen.

Alles zur Aktion des Löwen-Abwehrspielers erfahrt Ihr >>> hier.

Zusammenhalt in schweren Zeiten: Aaron Berzel (r.) vom TSV 1860 München will Menschen in der Corona-Krise helfen.
Zusammenhalt in schweren Zeiten: Aaron Berzel (r.) vom TSV 1860 München will Menschen in der Corona-Krise helfen.  © Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa

Update 30. März, 10 Uhr: Preise bleiben trotz teils leerer Regale in Corona-Krise stabil

Trotz Hamsterkäufen hat die Corona-Krise im März nicht zu breiten Preissteigerungen bei besonders begehrten Produkten in Bayern geführt. Teigwaren wie Nudeln wurden im Vergleich zum Februar sogar um 3,6 Prozent billiger, wie aus dem am Montag veröffentlichten Verbraucherpreisindex des Landesamts für Statistik in Fürth hervorgeht. 

Mehl kostete 1,3 Prozent weniger, der Preis für Toilettenpapier blieb konstant. Minimal teurer wurden Trockengemüse und konserviertes Gemüse, die um 0,2 Prozent zulegten sowie Suppen und Nahrungsmittelzubereitungen, deren Preise um ein Prozent anzogen. Reis und Reiszubereitungen verteuerten sich um 2,3 Prozent.

Auch wenn das Landesamt für Statistik keine besonderen Preissteigerungen durch die Corona-Krise feststellte, standen die Mitarbeiter bei der Preiserhebung oft vor leeren Supermarktregalen bei besonders nachgefragten Produkten.

Insgesamt blieben die Verbraucherpreise im März im Vergleich zum Februar konstant, zum März 2019 ergab sich eine Teuerungsrate von 1,2 Prozent. Gebremst wurde der Preisanstieg unter anderem durch sinkende Preise bei Heizöl und Kraftstoffen.

Die Preise bleiben trotz manchmal leerer Regale in Corona-Krise stabil. (Symbolbild)
Die Preise bleiben trotz manchmal leerer Regale in Corona-Krise stabil. (Symbolbild)  © Oliver Berg/dpa

Update 30. März, 8.35 Uhr: Harry G nimmt Adidas und Co. in Corona-Krise ins Visier

Harry G ist Münchens beliebtester Grantler. Nun hat der bissige Komiker, Kabarettist und Schauspieler aus Bayern seinem Frust einmal mehr Luft gemacht. Im Visier: das Handeln von Adidas und Co. in der Corona-Krise.

Was sich der 40-Jährige von der Seele geredet hat, erfahrt Ihr >>> hier.

Harry G ist Münchens beliebtester Grantler - und hat wieder einmal ausgeholt.
Harry G ist Münchens beliebtester Grantler - und hat wieder einmal ausgeholt.  © Montage: Felix Hörhager/dpa, Daniel Karmann/dpa, Hauke-Christian Dittrich/dpa, Julian Stratenschulte dpa/lnw

Update 30. März, 7.30 Uhr: Obdachlos in der Corona-Krise

"Bleibt Zuhause!" Es ist eigentlich ein einfacher Aufruf, der in der Corona-Krise allgegenwärtig scheint. Was allerdings, wenn man schlichtweg kein Zuhause hat? 

>>> Hier erfahrt Ihr mehr.

Update 30. März, 6 Uhr: Markus Söder informiert über weiteren Anti-Corona-Kampf

Im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus will Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am Montagmittag über das weitere Vorgehen informieren: Für 12.30 Uhr hat die Staatskanzlei zu einer Pressekonferenz eingeladen. 

Ein zentraler Punkt neben aktuellen Zahlen und Entwicklungen dürfte sein, ob und bis wann die umfangreichen Ausgangsbeschränkungen, die in Bayern zunächst bis einschließlich 3. April befristet wurden, verlängert werden. Dass sie verlängert werden, daran gibt es kaum Zweifel.

In einem Seniorenheim ist ein weiterer Mensch gestorben. Welche Maßnahmen kündigt Markus Söder für Bayern an?
In einem Seniorenheim ist ein weiterer Mensch gestorben. Welche Maßnahmen kündigt Markus Söder für Bayern an?  © Nicolas Armer/dpa

Update 29. März, 20.54 Uhr: Weiterer Toter in Würzburger Seniorenheim

Im Würzburger Seniorenheim St. Nikolaus ist ein 13. Bewohner nach einer Infektion mit dem neuen Coronavirus gestorben. 

Das teilte das Landratsamt Würzburg am Sonntagabend mit. Der 80 Jahre alte und schwer vorerkrankte Mann sei am Wochenende verstorben. In der Region Würzburg sind damit 14 Menschen nach einer Covid-19-Erkrankung gestorben, 13 davon waren im Seniorenheim St. Nikolaus wohnhaft. Am Freitagabend starb ein 57-Jähriger in einem Würzburger Seniorenzentrum der AWO.

Update 29. März, 18.22 Uhr: Soforthilfen für die Landwirtschaft weiter ausgedehnt

Die Soforthilfen für die Landwirtschaft in der Corona-Krise werden weiter ausgedehnt. Auch in ihrer Existenz bedrohte Unternehmen der Landwirtschaft, des Gartenbaus und weitere Branchen der Urproduktion sollen nun finanzielle Unterstützung beantragen können, wie das Landwirtschaftsministerium am Sonntag in München mitteilte. 

"Wir konnten den Bund überzeugen, dass auch landwirtschaftliche oder Gartenbaubetriebe durch die andauernde Corona-Krise erheblich und schnell in existenzielle Liquiditätsengpässe kommen können", teilte Ministerin Michaela Kaniber (CSU) mit.

Erst am vergangenen Montag waren die Hilfen von der Bundesregierung auch auf nichtlandwirtschaftliche Unternehmenszweige wie Urlauberwohnungen ausgedehnt worden. Die Soforthilfen reichen nach Angaben des Ministeriums von 9000 Euro bei bis zu fünf Beschäftigten bis zu 15.000 Euro bei bis zu zehn Beschäftigten. 

Update 29. März, 17.28 Uhr: SPD-Abgeordneter für Lockerungen bei Bayerns Ausgangsbeschränkungen

Eine Passantin mit Mundschutz in München. (Symbolbild)
Eine Passantin mit Mundschutz in München. (Symbolbild)  © Felix Hörhager/dpa

Die aktuellen Ausgangsbeschränkungen wegen der Corona-Krise müssen nach Ansicht des SPD-Landtagsabgeordneten Florian von Brunn dringend nachgebessert werden. Die Vorschriften müssten dem gesundheitlichen Schutz der Bevölkerung dienen, "aber auch verhältnismäßig sein. Hier habe ich bei einigen Regelungen große Zweifel", schrieb von Brunn am Sonntag beim Kurznachrichtendienst Twitter. 

Es könne nicht sein, dass über die Umsetzung Innenminister Joachim Herrmann (CSU) und die Polizei "nach Gutdünken entscheiden".

Änderungsbedarf sieht von Brunn bei den Regelungen für den Aufenthalt im Freien: So müsse der Aufenthalt im öffentlichen Raum unter Beachtung der Pandemie-Regeln grundsätzlich auch möglich sein, wenn man keinen Sport mache oder Spazieren gehe. Das ist seiner Ansicht nach falsch. Viele Menschen gerade in der Stadt hätten weder Garten noch Balkon. "Was spricht dagegen, wenn sie sich alleine auf eine Bank in die Sonne setzen oder mit ihren Kindern ein Picknick machen?"

Zu prüfen sei auch, ob unter bestimmten Bedingungen auch Treffen mit einer zweiten, haushaltsfremden Person erlaubt werden könne: "Wir können doch nicht alleinstehende Menschen wochenlang zu totaler Einsamkeit verurteilen. Vor allem, wenn die Beschränkungen bis zum 20. April oder länger andauern", schrieb er. Er verwies darauf, dass dies in fast allen anderen Bundesländern weiter erlaubt sei.

Von Brunn betonte, er teile die Einschätzung, dass körperliche Distanz im Moment enorm wichtig sei. "Das ist für mich keine Frage. Die Corona-Pandemie bedroht uns alle. Aber trotzdem sind wir ein Rechts- und Sozialstaat."

Update 29. März, 16.52 Uhr: Coronaviren in weiterem Seniorenheim in Würzburg - Bewohner gestorben

Der Max-Joseph-Platz in München ist nahezu menschenleer.
Der Max-Joseph-Platz in München ist nahezu menschenleer.  © Peter Kneffel/dpa

Eine weiteres Seniorenheim in Würzburg ist vom neuartigen Coronavirus betroffen. Ein positiv auf Sars-CoV-2 getesteter Bewohner der Awo-Einrichtung sei gestorben, teilte das Seniorenzentrum am Sonntag mit. Der 57-jährige Mann habe zahlreiche Vorerkrankungen gehabt. Ob die Virusinfektion zum Tod geführt habe, sei noch unklar. Sie sei erst nach dem Ableben des Mannes festgestellt worden.

In der Awo-Einrichtung wurden den Angaben zufolge unterdessen alle 95 Bewohner und 80 Mitarbeiter auf das Virus untersucht. Sieben Beschäftigte und neun Bewohner seien positiv getestet worden. Die Mitarbeiter kamen in Quarantäne, die Bewohner wurden isoliert. Wie das Virus trotz Besuchsverbots in die Einrichtung gelangte, ist wie auch beim Seniorenheim St. Nikolaus bisher unklar.

Dieses Heim war zuletzt besonders in den Schlagzeilen. Dort starben zwölf Bewohner, die mit dem neuen Coronavirus infiziert waren. Die übrigen positiv auf das Virus getesteten Menschen sollten am Wochenende auf Stationen innerhalb der Einrichtung isoliert werden. Am Montag wollen Würzburgs Oberbürgermeister Christian Schuchardt (CDU) und der Leiter des Würzburger Gesundheitsamtes, Johann Löw, über weitere Maßnahmen berichten.

Das neue Coronavirus Sars-CoV-2 kann die Lungenkrankheit Covid-19 auslösen. Der Verlauf kann unterschiedlich sein - von symptomlos oder mild bis hin zu sehr schwer, mitunter auch tödlich. Im Freistaat sind inzwischen 13 263 Menschen positiv auf Sars-CoV-2 getestet worden. Das teilte Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) am Sonntag mit. 110 Patienten, die mit dem Coronavirus infiziert waren, starben.

Update 29. März, 16.10 Uhr: Coronavirus bei "The Masked Singer"

Die ProSieben-Show "The Masked Singer" muss aufgrund von Coronavirus-Fällen eine Zwangspause einlegen. Alle weiteren Infos dazu findet Ihr >>> hier.

Update 29. März, 16.05 Uhr: SPD: In Corona bedingter Schließzeit keine Kita-Gebühren

Die SPD-Landtagsfraktion möchte in der Corona-Krise die Eltern von Kita-Kindern von den Gebühren befreien. Dazu solle die Landesregierung einen Fonds auflegen, um den Trägern der Einrichtungen - Kommunen, Kirchen, private Anbieter - die Einbußen zu erstatten. 

Für die Zeit der noch bevorstehenden Schließungen sollten keine Elternbeiträge mehr eingezogen werden, heißt es in einem Brief der familienpolitischen Sprecherin der SPD-Fraktion, Doris Rauscher, an Sozialministerin Carolina Trautner (CSU). Bereits geleistete Beiträge sollen zurückerstattet werden.

Für die Gebühren sind in Bayern die Kommunen und Träger der Kitas zuständig. Diese sollen über einen Sonderfonds unterstützt werden, so Rauschers Vorschlag. Die Höhe des Fonds sei noch nicht abschätzbar, da die Kosten von der Dauer der Kita-Schließungen abhängen, sagte eine Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion. Zunächst waren weder das Sozialministerium noch der Bayerische Gemeindetag für eine Stellungnahme erreichbar.

Schleswig-Holstein hat bereits Hilfsmaßnahmen für betroffene Eltern beschlossen. Das Land stellt den Kommunen dafür 50 Millionen Euro aus dem Corona-Soforthilfeprogramm zur Verfügung. Mit dem Geld sollen die Beiträge für die Betreuung von kleinen Kindern in den Tagesstätten für zwei Monate erstattet werden. 

Auch in Baden-Württemberg plant das Land, sich an den Kosten zu beteiligen, wenn Kommunen im März und April auf Elternbeiträge und Gebühren etwa für geschlossene Kitas, Kindergärten und Horte verzichten. Ähnliche Regelungen sind in Sachsen-Anhalt und Brandenburg geplant.

Update 29. März, 15.25 Uhr: Bayern nimmt Patienten aus Italien auf

Auch der Freistaat Bayern hilft Italien, das von der Corona-Krise schwerst getroffen ist.

"Heute kommen die ersten zwei Patienten aus Italien in Bayern an", erklärte Markus Söder (CSU) via Twitter. "Insgesamt nehmen wir in den nächsten Tagen 10 Patienten im Rahmen unserer Möglichkeiten auf."

Diese werden laut des Ministerpräsidenten "auf Kliniken in Bayern verteilt". Es sei wichtig, "in der Not zu helfen".

Update 29. März, 15.10 Uhr: Neue Corona-Zahlen für München

In der bayerischen Landeshauptstadt wurden am Sonntag (Stand 13.30 Uhr) weitere 176 neue Corona-Fälle bestätigt. Damit sind in München aktuell insgesamt 2256 Infektionen gemeldet.

In diesen Zahlen enthalten sind 250 Personen, die als geheilt gelten, sowie darüber hinaus auch drei Todesfälle.

In München sind aktuell insgesamt 2256 Coronavirus-Infektionen gemeldet. (Symbolbild)
In München sind aktuell insgesamt 2256 Coronavirus-Infektionen gemeldet. (Symbolbild)  © Peter Kneffel/dpa

Update 29. März, 15.05 Uhr: Vodafone-Chef sieht Corona als "größten Auftrieb für Digitalisierung"

Der Deutschland-Chef des Telekommunikationsanbieters Vodafone, Hannes Ametsreiter, sieht in der Corona-Krise "den größten Auftrieb für die Digitalisierung in Deutschland aller Zeiten". "Es wird sich viel verändern, um nicht zu sagen alles", sagte er am Sonntag bei einem virtuellen Treffen des Münchner Start-Up-Festivals "Bits & Pretzels". 

Anrufe seien in Deutschland um 50 Prozent gestiegen. "Die Leute reden." Und der Internet-Datenverkehr um 40 Prozent.

 Auch er selbst habe seit der rasanten Ausbreitung des neuartigen Coronavirus ganz neue Erfahrungen gemacht. Zu Hause habe er seinen Kindern jeden Mittag das Essen gekocht. "Das habe ich noch nie gemacht." Eine großartige Erfahrung sei das gewesen.

Update 29. März, 14.28 Uhr: "nebenan.de"-Gründer sieht "riesige Welle der Solidarität"

Der Gründer des Nachbarschaftsportals "nebenan.de", Christian Vollmann, sieht in der Corona-Krise eine "riesige Welle der Solidarität". Die Neuanmeldungen in seinem Portal seien um das fünffache gestiegen, seit das neuartige Coronavirus sich auch in Deutschland rasant ausbreitet, sagte er am Sonntag bei einem virtuellen Treffen des Münchner Start-Up-Festivals "Bits & Pretzels". Und die bereits vorhandenen rund 1,5 Millionen User seien dreimal aktiver als sonst. 

Über das Portal können Interessierte ihre Hilfe in der Nachbarschaft anbieten. Derzeit geht es dort vor allem darum, beispielsweise Einkäufe für ältere Menschen zu organisieren, die zur Risikogruppe gehören und sich darum nicht mehr aus dem Haus trauen. 

Um auch lokale Unternehmen und Geschäfte zu unterstützen, haben die Verantwortlichen von "nebenan.de" nun die Plattform "kaufnebenan.de" ins Leben gerufen, wo beispielsweise Gutscheine für lokale Läden gekauft werden können, die von der Krise besonders gebeutelt sind.

Update 29. März, 14.25 Uhr: Anzeigen wegen Verstöße gegen Ausgangsbeschränkungen

Die Polizei in Oberbayern hat am Samstag etwa 400 Verstöße gegen die derzeit gültigen Auflagen in der Corona-Pandemie zur Anzeige gebracht. Sowohl im südlichen als auch im nördlichen Oberbayern führten die Beamten ungefähr 6.000 Kontrollen durch, wie die Präsidien am Sonntag mitteilten.

Insbesondere an den Seen und Bergen in der Region stellte die Polizei ein hohes Besucheraufkommen fest. Dennoch zeigten sich die Polizeipräsidien in Oberbayern Nord und Süd zufrieden, da sich die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung an die Vorschriften der Ausgangsbeschränkung halte. 

Das Präsidium Oberbayern Süd bedankte sich dafür mit "einem herzlichen Vergelt's Gott!". Am Sonntagmorgen hatte ein Sprecher der Polizei Oberbayern Nord gesagt, man sei von dem hohen Einsatzaufkommen "überrollt" worden.

Auch in München war die Polizei im Zuge der Corona-Krise vielerorts im Einsatz.
Auch in München war die Polizei im Zuge der Corona-Krise vielerorts im Einsatz.  © Peter Kneffel/dpa

Update 29. März, 13.55 Uhr: Ausnahmen vom Versammlungsverbot für Gottesdienste?

Wegen der Corona-Krise werden viele Gottesdienste im Internet übertragen - für diese wünscht sich der Pater und Buchautor Anselm Grün Ausnahmen von Versammlungsverboten. 

Es wäre gut, "wenn der Priester die Eucharistiefeier nicht ganz allein hält", sagte er der "Augsburger Allgemeinen". "Drei, vier Leute sollten in der Kirche sein - als Stellvertretung für das Volk Gottes." Die virtuellen Gottesdienste seien eine Chance, Menschen zu erreichen, die sonst nicht in die Kirche kommen, so der 75-Jährige. "Teilweise schauen mehr Menschen die Streams, als es sonst Gottesdienstbesucher gibt."

Für Menschen, die allein leben, sei es besonders wichtig, ihren Tag zu strukturieren, sagte der Benediktinerpater, der ein Buch über den Umgang mit der Corona-Krise geschrieben hat, der Zeitung. Innerhalb der Familie seien individuelle Rückzugsräume hilfreich. 

Update 29. März, 13.45 Uhr: Lehren aus der Corona-Krise ziehen

Kardinal Reinhard Marx hat dazu aufgerufen, die aktuelle Corona-Krise dazu zu nutzen, ein neues gesellschaftliches Miteinander zu erzeugen. In einem Gottesdienst, der am Sonntag im Fernsehen und im Internet übertragen wurde, sagte Marx, dass es in der aktuellen Situation um mehr gehe, als um Leben und Tod. 

Es sei die Frage, was die Krise "für unser Zusammenwirken bedeutet, welche Lehren wir für die Zukunft aus dieser furchtbaren Krise ziehen", sagte der Erzbischof von München und Freising. Er appellierte an die Menschen, zu prüfen, "wie wir die Kräfte der Hoffnung angesichts des Todes stärken können". In seinem Gottesdienst dankte der Kardinal auch denjenigen, die gegen die Krankheit kämpfen.

Der Passauer Bischof Stefan Oster sprach in seiner Online-Predigt am Sonntag davon, die Krise als Anlass zu nehmen, sich um diejenigen zu kümmern, die nun Hilfe bräuchten. 

Kardinal Reinhard Marx hat dazu aufgerufen, die aktuelle Corona-Krise positiv zu nutzen. (Archivbild)
Kardinal Reinhard Marx hat dazu aufgerufen, die aktuelle Corona-Krise positiv zu nutzen. (Archivbild)  © Andreas Arnold/dpa

Update 29. März, 13.25 Uhr: Unternehmer Frank Thelen macht Start-Ups neue Hoffnung

Der Unternehmer Frank Thelen (44, "Die Höhle der Löwen") bleibt in der Corona-Krise optimistisch. Er erwarte nicht, dass Deutschland in eine tiefe Depression abstürze.

"Mein Bauchgefühl sagt mir, wir haben eigentlich keine grundlegenden Probleme, wir haben einen Pausenknopf gedrückt", sagte er am Sonntag bei einem virtuellen Treffen des Start-Up-Festivals "Bits & Pretzels". Er könne sich vorstellen, dass zwischen dem 20. und 27. April "langsam die Büros, die Kitas, die Schulen wieder öffnen", sagte Thelen. "Mitte/Ende April können wir damit rechnen, dass es weitergeht."

Start-Ups seien agiler als große, etablierte Unternehmen und beispielsweise eher daran gewöhnt, von zu Hause aus zu arbeiten. "Kopf hoch, wir als Start-Ups haben wirklich die besten Voraussetzungen." Das sei auch eine Chance. Er rief die Gründer auf, diese auch zu nutzen und nicht zu Hause zu versauern: "Ernährt Euch gesund, auch mal eine Netflix-Doku - aber nicht im Überfluss."

Anderen Branchen wie der Reise- und Eventbranche gehe es viel schlechter, betonte der 44-Jährige. Er glaube nicht, dass große Veranstaltungen mit mehr als 100 Besuchern in diesem Jahr noch stattfinden werden.

"Bits & Pretzels" lädt seit einigen Jahren während des Oktoberfestes nach München ein. Im vergangenen Jahr kamen mehrere tausend Besucher - vor allem, um Stargast Barack Obama zuzuhören.

Update 29. März, 12.25 Uhr: "We kick Corona" - schon 3,6 Millionen Euro und über 30 Hilfsprojekte

Die deutschen Nationalspieler Leon Goretzka und Joshua Kimmich haben mit ihrer Hilfsaktion "We kick Corona" nach etwas mehr als einer Woche schon 3,6 Millionen Euro eingesammelt. Diese Spendensumme nannte Bayern-Profi Goretzka am Sonntag im TV-Sender "Sport1". "Wir wollten schnell helfen, und das ist uns, glaube ich, bisher ganz gut gelungen", sagte sein Vereinskollege Kimmich, der ebenfalls in der Sendung "Doppelpass" zugeschaltet war.

Die beiden 25 Jahre alten Profis des FC Bayern München hatten selbst einen Start-Betrag von einer Million Euro gespendet. Zahlreiche Fußballstars wie Mats Hummels (Borussia Dortmund), Leroy Sané (Manchester City) oder Timo Werner (RB Leipzig) schlossen sich als Unterstützer an, ebenso Topathleten aus anderen Sportarten wie Tennis-Ass Alexander Zverev oder Basketballer Dennis Schröder. "Wir fokussieren uns nicht nur auf Prominente", betonte Goretzka. Auf der Homepage www.wekickcorona.com ist von bislang 2000 Spendern die Rede.

Über 30 soziale Projekte konnten bereits unterstützt werden, wie Kimmich berichtete. Diese sind auf der Homepage aufgelistet. Weitere 40 befänden sich in Vorbereitung. Die beiden Münchner Profis prüfen die Anfragen und beteiligen sich aktiv. Da die Bundesliga wegen der Corona-Krise mindestes bis Mai pausiert, haben sie dafür gerade mehr Zeit.

"Die Initiative bestimmt den Alltag. Wir durchforsten die Projekte selbst", sagte Goretzka, der verdeutlichte: "Man kann sich als Spender melden oder Hilfe beantragen." Beides ist über die eingerichtete Homepage möglich.

Leon Goretzka (r.) und Joshua Kimmich (l.) haben mit ihrer Hilfsaktion "We kick Corona" bereits viel Geld gesammelt. (Archivbild)
Leon Goretzka (r.) und Joshua Kimmich (l.) haben mit ihrer Hilfsaktion "We kick Corona" bereits viel Geld gesammelt. (Archivbild)  © Marius Becker/dpa

Update 29. März, 12.16 Uhr: Bayerns Kultur wird in Corona-Krise digital erlebbar

Wegen der aktuellen Ausgangsbeschränkungen in Bayern bieten viele Kunst- und Kultureinrichtungen digitale Alternativen zum Museumsbesuch an. Der bayerische Staatsminister für Kunst, Bernd Sibler, dankte den Kulturschaffenden für ihre Kreativität und den Erfindergeist. "Kunst und Kultur können gerade in diesen schwierigen Zeiten eine sinnstiftende und verbindende Funktion einnehmen", sagte Sibler am Sonntag.

Viele Kultureinrichtungen lassen sich nun digital besuchen. Das ägyptische Museum in München etwa bietet Interviews, Erklärfilme und digitale Rundgänge an. Auf Facebook, Instagram und Twitter stellen Kuratoren der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen unter dem Hashtag #Kulturminute berühmte Gemälde vor. 

Über das Landeskulturportal wird ein virtueller Spaziergang durch zahlreiche Einrichtungen angeboten. Mehr als 320.000 digitalisierte Objekte aus Museen und Bibliotheken lassen sich dort besichtigen.

Update 29. März, 12.02 Uhr: Nico Rosberg verzichtet in Corona-Krise auf sein Smartphone

Der frühere Formel-1-Weltmeister Nico Rosberg setzt in der Corona-Krise auf ein altes Handy. 

"Ich habe mein Smartphone aus meinem Leben entfernt", sagte er am Sonntag bei einem virtuellen Treffen des Gründerfestivals "Bits & Pretzels". "Da wird man ja sonst verrückt im Moment." 

Nachrichten, Börseneinbrüche - mit all dem wolle er nicht permanent konfrontiert werden. Er habe wieder angefangen, zu meditieren, sagte Rosberg, der sich aus dem Keller seines Hauses in Spanien meldete. 

"Es ist der sicherste Ort, an dem man sich aufhalten kann, wenn man zwei Kinder im Haus hat." Er versuche, seinen Tag zu strukturieren, mache regelmäßig Sport und lese nur zweimal am Tag seine E-Mails.

Update 29. März, 12 Uhr: 13.263 Coronavirus-Fälle und 110 Tote in Bayern

In Bayern sind inzwischen 13.263 Menschen positiv auf Sars-CoV-2 getestet worden. Das teilte Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) am Sonntag in München mit. 

Den Angaben zufolge sind bislang 110 Patienten, die mit dem Coronavirus infiziert waren, gestorben

Update 29. März, 11.45 Uhr: Stefan Mross bangt um beliebte TV-Show

Der in Traunstein lebende Moderator und Musiker Stefan Mross bangt um seine Fernsehsendung "Immer wieder sonntags". Darüber hinaus will er seine Fans in der Corona-Krise nicht einfach hängen lassen.

Alles Weitere erfahrt Ihr >>> hier.

Moderator und Musiker Stefan Mross bangt aufgrund der Corona-Krise um seine beliebte TV-Show. (Archivbild)
Moderator und Musiker Stefan Mross bangt aufgrund der Corona-Krise um seine beliebte TV-Show. (Archivbild)  © Patrick Seeger/dpa

Update 29. März, 11.37 Uhr: Mann absichtlich angehustet! Polizei überwältigt Provokateur

Ein 38-jähriger Mann ist von der Polizei überwältigt und gefesselt worden, nachdem er einen anderen Mann absichtlich angehustet hat. Wegen einer Reifenpanne hatte ein Autofahrer am Samstag auf dem Parkplatz eines Supermarktes in Bad Staffelstein angehalten, um einen Reifen zu wechseln, wie die Polizei am Sonntag mitteilte. 

Dort kam der 38-jährige Mann aus Bad Staffelstein hinzu und begann, den Autofahrer zu belästigen und anzuhusten. Für sein Verhalten gibt es bisher keine Erklärung. Er habe das vermutlich getan, "weil es ihm Spaß gemacht hat", sagte ein Sprecher der Polizei.

Der 38-jährige Mann blieb auch nach Eintreffen einer Polizeistreife uneinsichtig. Die Beamten überwältigten und fesselten ihn. Er wurde angezeigt, da sein Verhalten ein Verstoß gegen die Ausgangsbeschränkungen und Auflagen ist, die wegen der Corona-Pandemie derzeit in Bayern gelten.

Update 29. März, 11.35 Uhr: Markus Söder verteidigt Bayerns Maßnahmen in der Corona-Krise

Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat die strengen Auflagen für Bayerns Bürger in der Corona-Krise erneut verteidigt. 

Um die Ausbreitung des neuen Coronavirus einzudämmen, gelten seit dem 21. März Ausgangsbeschränkungen für die 13 Millionen Einwohner in Bayern. Derlei sei nötig gewesen, "weil zu spüren war, dass Appelle allein nicht reichen. Viele haben sich vorbildlich verhalten, andere haben es ignoriert oder nicht ernst genommen", sagte er dem Magazin "Spiegel". "Ich kann auch verstehen, dass man sein gewohntes Leben gerne weiterführt. Alle Experten haben uns aber zu zügigem Handeln geraten."

Das Verlassen der Wohnung ist - zunächst befristet bis einschließlich 3. April - nur noch aus triftigen Gründen erlaubt. Dazu zählen etwa der Weg zur Arbeit, notwendige Einkäufe, Arztbesuche, aber ausdrücklich auch "Sport und Bewegung an der frischen Luft" - das aber nur alleine oder mit den Menschen, mit denen man in einer Wohnung zusammenlebt. Wer die Regeln nicht einhält - etwa den Mindestabstand von 1,5 Metern - muss mit einem Bußgeld ab 150 Euro rechnen.

Später hatten sich der Bund und die Länder auf ein bundesweites Kontaktverbot verständigt. Der bayerische Weg hatte unter den Ministerpräsidenten für Verstimmungen gesorgt. "Wenn Sie dann zum Ergebnis kommen, dass bestimmte Maßnahmen ohnehin sein müssen, stellt sich die Frage, warum man dann noch drei bis fünf Tage warten soll", sagte Söder. "Jeder Tag bedeutet eine erhöhte Infektionsgefahr, die Leben kosten kann."

Zum Thema Exitstrategie - also der Lockerung oder Abschaffung der Auflagen - sagte der CSU-Politiker: "Aber wann und in welcher Form wir wieder zur Normalität zurückkehren, hängt davon ab, wie sich die Zahlen der Infektionen und Todesfälle entwickeln. Aus heutiger Sicht kann es keine vorschnelle Entwarnung geben. Die Lage bleibt sehr ernst. Im Moment steigen die Zahlen noch steil an."

Update 29. März, 11.30 Uhr: Zahlreiche Kontrollen sowie Anzeigen auch in und um München

Im Zeitraum von Samstag (6 Uhr) bis Sonntag (6 Uhr) gab es laut der Münchner Polizei ebenfalls eine Vielzahl von Kontrollen und Einsätzen im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums der bayerischen Landeshauptstadt, um die entsprechende Einhaltung der Regelungen der aktuellen Allgemeinverfügungen beziehungsweise der Verordnung zu überprüfen. 

Demnach wurden über 7000 Kontrollen durchgeführt. Im Zuge dieser wurden laut Mitteilung letztlich 344 Verstöße angezeigt, von denen allein 324 die Ausgangsbeschränkung betrafen.

Die Polizei in Bayern überwacht die Einhaltung der Vorschriften, die aufgrund der Corona-Krise notwendig sind.
Die Polizei in Bayern überwacht die Einhaltung der Vorschriften, die aufgrund der Corona-Krise notwendig sind.  © Peter Kneffel/dpa

Update 29. März, 11.10 Uhr: Hunderte Verstöße gegen Ausgangsbeschränkungen in Bayern

Zum Start in das frühlingshafte Wochenende haben in Bayern Hunderte Menschen gegen die in der Corona-Krise erlassenen Auflagen verstoßen. Die Polizei meldete in fast allen Regierungsbezirken zahlreiche Einsätze in Zusammenhang mit der seit dem 21. März geltenden Ausgangsbeschränkung.

Ein Sprecher der Polizei Oberbayern Nord sagte am Sonntag, die Beamten seien zwischenzeitlich von der Anzahl der Einsätze "überrollt" worden. Weil etwa der erforderliche Mindestabstand von 1,5 Metern nicht eingehalten worden sei, sich Menschen in die Sonne legten oder Grillfeste veranstalteten, rückte die Polizei alleine dort mehr als 150 Mal aus. "Das war absoluter Wahnsinn", sagte der Polizeisprecher.

Auch in der Oberpfalz beschäftigten Verstöße gegen die Ausgangsbeschränkungen die Beamten. Hier waren sie gut 140 Mal im Einsatz. In Mittelfranken stand etwa die Hälfte aller Einsätze mit den Ausgangsbeschränkungen in Zusammenhang. "Wir sind von A nach B gefahren", sagte ein Sprecher über den Samstag.

Im südlichen Schwaben war es dagegen ruhiger. "Wir haben Berge und Hütten abgesucht, aber man hat sich an die Verbote gehalten", sagte ein Sprecher der Polizei Schwaben Süd am Sonntag.

Um die Ausbreitung des neuen Coronavirus einzudämmen, gelten Ausgangsbeschränkungen für die 13 Millionen Einwohner in Bayern. Das Verlassen der Wohnung ist - zunächst befristet bis einschließlich 3. April - nur noch aus triftigen Gründen erlaubt. 

Dazu zählen etwa der Weg zur Arbeit, notwendige Einkäufe, Arztbesuche, aber ausdrücklich auch "Sport und Bewegung an der frischen Luft" - das aber nur alleine oder mit den Menschen, mit denen man in einer Wohnung zusammenlebt. Wer die Regeln nicht einhält - etwa den Mindestabstand von 1,5 Metern - muss mit einem Bußgeld ab 150 Euro rechnen.

Update 29. März, 11 Uhr: Notbremse in Bayreuth! Sparkurs als Rettungsmaßnahme

Mit einem "radikalen Sparkurs" versucht der Bundesligist medi Bayreuth, den Basketball-Standort in Oberfranken zu sichern. Um die von der Corona-Pandemie ausgelöste wirtschaftliche Krise "überwinden zu können, wurden nun alle Mitarbeiter, inklusive aller verbliebenen Spieler, in Kurzarbeit geschickt", wie der Verein am Wochenende mitteilte.

Die Maßnahme sei "unumgänglich, um die Zukunft des Clubs zu sichern", wie Geschäftsführer Björn Albrecht sagte. Der Spielbetrieb war am vergangenen Mittwoch von der Basketball-Bundesliga (BBL) nochmals bis zum 30. April ausgesetzt worden. In einer Notbesetzung arbeitet der Tabellenzwölfte aktuell im Homeoffice weiter.

Der Fortbestand des Bayreuther Basketball-Standorts liege verteilt auf vielen Schultern. Der Verein will "im Laufe der kommenden Woche offen auf Sponsoren und Fans zugehen und um Unterstützung bitten".

Carl Steiner, Alleingesellschafter der Spielbetriebsgesellschaft von medi Bayreuth, hatte die Liga-Führung nach ihrer Entscheidung gegen einen Saisonabbruch zuletzt scharf kritisiert. "Ein ganzer Sack voller Clubs hat Spieler heimgeschickt, weil sie sich das nicht leisten konnten. Wenn da wirklich noch mal gespielt werden sollte, wäre das eine Farce", sagte er dem "Nordbayerischen Kurier".

Die Oberfranken hatten bereits die Verträge mit ihren US-Profis James Robinson, Bryce Alford, Nate Linhart, Charles Woodard, Reid Travis und Evan Bruinsma aufgelöst. Die Spieler sind zurück in die USA gereist. "Da spielen Jugend- und Drittligaspieler mit Profis eine Meisterschaft aus, die irgendwann mal stattgefunden hat", sagte Steiner zu einer Fortsetzung der Bundesliga-Saison. Steiner hatte bei der BBL-Abstimmung gegen eine Saisonfortsetzung votiert.

Update 29. März, 10.50 Uhr: Hans Zach sieht Corona-Krise als "Herausforderung für alle"

Hans Zach liebt die Natur. Die Coronavirus-Krise schränkt auch die deutsche Eishockey-Legende ein. Der 70-Jährige spricht über Leon Draisaitl, Ausgangsbeschränkungen und die Entscheidung der DEL zum Saisonabbruch.

Hier geht es zum Artikel.

Update 29. März, 10.33 Uhr: Etwa 600 Flüchtlinge in Ankerzentrum unter Quarantäne

Etwa 600 Bewohner des Ankerzentrums in Geldersheim in Unterfranken sind nach vereinzelten Coronavirus-Infektionen unter Quarantäne gestellt worden. Das teilte die Regierung von Unterfranken am Sonntag mit. 

Sieben der untergebrachten Flüchtlinge und ein externer Beschäftigter seien positiv auf das neuartige Coronavirus Sars-CoV-2 getestet worden. Die infizierten Bewohner sollten in einem gesonderten Gebäude unterkommen. Für die Einrichtung gelte ein Aufnahme- und Verlegungsstopp.

In dem Ankerzentrum im Landkreis Schweinfurt soll die Identität von Flüchtlingen festgestellt werden. 

Der Wortteil "Anker" ist aus den Anfangsbuchstaben folgender Wörter gebildet: An(kunft), k(ommunale Verteilung), E(ntscheidung) und R(ückführung). Das sind die Aufgaben, die diese Zentren gebündelt erfüllen. Die Zentren sollen nach dem "Masterplan Migration" von Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) die Asylverfahren und damit auch eine Abschiebung derjenigen beschleunigen, die kein Bleiberecht bekommen.

Hinter einem Zaun sitzt ein Asylsuchender vor einem Wohnblock im Ankerzentrum Schweinfurt. (Archivbild)
Hinter einem Zaun sitzt ein Asylsuchender vor einem Wohnblock im Ankerzentrum Schweinfurt. (Archivbild)  © Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Update 29. März, 9.50 Uhr: Hasan Ismaik sieht Löwen-Vorteil in Corona-Krise und gibt Garantie ab

Die Coronavirus-Krise trifft den Fußball hart, gespielt werden kann in Deutschland und großen Teilen der Welt nicht. Für viele Vereine geht es deshalb in diesen Tagen um alles. Auch der TSV 1860 München lotet Möglichkeiten aus.

Nach den letztlich deutlichen Worten von Löwen-Geschäftsführer Günther Gorenzel hinsichtlich der aktuellen Situation hat sich nun auch Investor Hasan Ismaik zu Wort gemeldet.

Die durchaus interessanten Aussagen des jordanischen Geschäftsmannes zu den Löwen und der Krise lest Ihr >>> hier.

Löwen-Investor Hasan Ismaik hat sich in Zeiten der Corona-Krise, die viele Fußballvereine hart trifft, zu Wort gemeldet
Löwen-Investor Hasan Ismaik hat sich in Zeiten der Corona-Krise, die viele Fußballvereine hart trifft, zu Wort gemeldet  © Andreas Gebert/dpa

Update 29. März, 9.15 Uhr: Historische Stichwahl in Bayern

Es ist eine historische Stichwahl, die am heutigen Sonntag stattfindet: Zum ersten Mal überhaupt findet die Wahl um die Spitzenposten in den Kommunen Bayerns ausschließlich per Brief statt. 

Weitere Infos erhaltet Ihr >>> hier.

Update 29. März, 8 Uhr: Hansi Flick spricht über seine Zukunft und die Fortsetzung der Bundesliga

Wie geht es für Trainer Hansi Flick beim FC Bayern München nach der Saison weiter? Geht es überhaupt weiter? Diese eigentlich so zentrale Frage tritt derzeit aufgrund der Corona-Krise in den Hintergrund. Nun hat sich der Coach geäußert.

Den ganzen Artikel findet Ihr >>> hier.

Bayern-Trainer Hansi Flick spricht über seine Zukunft und die Fortsetzung der Bundesliga.
Bayern-Trainer Hansi Flick spricht über seine Zukunft und die Fortsetzung der Bundesliga.  © Tom Weller/dpa

Update 29. März, 7.13 Uhr: Ferdinand Dudenhöffer erwartet Stellenabbau in Autoindustrie

In der deutschen Autoindustrie droht aus Sicht von Branchenexperte Ferdinand Dudenhöffer der Verlust von mehr als 100.000 Arbeitsplätzen durch die Corona-Krise. Die Nachfrage dürfte dieses Jahr um 15 Prozent einbrechen, und nach den Erfahrungen aus der Finanzmarktkrise werde der Aufholprozess mehr als zehn Jahre dauern, schreibt der Professor in einer Studie, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.

In den deutschen Werken gebe es über Nacht Überkapazitäten von 1,3 bis 1,7 Millionen Fahrzeugen. Kurzarbeitergeld überbrücke nur kurze Zeiten. Kein Unternehmen könne ungenutzte Produktionskapazität jahrelang vorhalten. Deshalb seien 100.000 der heute 830.000 Arbeitsplätze bei Autobauern und Zulieferern in Deutschland gefährdet - "unter optimistischen Annahmen", schrieb Dudenhöffer.

Die Autoproduktion in Deutschland war vergangenes Jahr von 5,1 auf 4,7 Millionen Fahrzeuge gesunken. Der Wirtschaftsforscher rechnet dieses Jahr mit einem Verkaufsrückgang von 15 Prozent in Deutschland, 20 Prozent in China, 25 Prozent in Frankreich und den USA und 30 Prozent in Italien. Damit dürfte die Produktion in Deutschland "bei optimistischer Prognose auf 3,8 Millionen Fahrzeuge schrumpfen. Unter einem pessimistischen Szenario erwarten wir lediglich 3,4 Millionen Fahrzeuge."

"Der Grund sind nicht Probleme in den Lieferketten, sondern ganz klar die fehlende Nachfrage", betonte Dudenhöffer: Die Autoindustrie habe "ein gravierendes, längerfristiges Nachfrageproblem". Das Wirtschaftswachstum nach dem Schulden-Crash 2009 lasse erwarten, dass die USA mindestens 10 Jahre bräuchten, um Anschluss an das Jahr 2019 zu finden. 

Auch in Europa spreche wenig für einen Wachstums-Boom nach der Corona-Krise: "In der Vergangenheit galt bei den großen Krisen in Europa das Gegenteil." Um die Nachfrage zu beleben, schlug Dudenhöffer das Aussetzen der Mehrwertsteuer oder eine negative Mehrwertsteuer vor.

Ferdinand Dudenhöffer erwartet drastischen Stellenabbau in Autoindustrie.
Ferdinand Dudenhöffer erwartet drastischen Stellenabbau in Autoindustrie.  © Nicolas Blandin/dpa-tmn/dpa

Update 29. März, 7.11 Uhr: Der Fußball ist laut Philipp Lahm in einer "existenziellen Krise"

EM-Botschafter Philipp Lahm sieht den Fußball derzeit "in einer existenziellen Krise" und ruft daher zur Solidarität auf. "Der Fußball wird sich rasch erholen, sobald durch einen entsprechenden Impfstoff die Gefahr der Übertragung eingedämmt ist. Voraussetzung dafür ist, dass es uns gelingt, in der Corona-Krise die Strukturen zu erhalten, die den deutschen Fußball auszeichnen und die Bundesliga zu einer der Topligen weltweit gemacht haben", sagte der Weltmeister von 2014 in einem Interview der "Welt am Sonntag".

Er meine damit vor allem "die exzellente Nachwuchsarbeit, die Leistungszentren, die hervorragenden Stadien, die besten Trainingsbedingungen, die hohen Beliebtheitswerte in der Öffentlichkeit und die sehr gute mediale Präsenz".

Der Fußball könne nach Überzeugung des langjährigen Kapitäns von Bayern München und der deutschen Nationalmannschaft sogar gestärkt aus der Krise hervorgehen - unter einer Bedingung: "Wenn Spieler und Offizielle durch ihr soziales Verhalten eine Vorbildfunktion in der Öffentlichkeit einnehmen", betonte der der 36 Jahre alte Geschäftsführer der DFB Euro GmbH. 

"Die Spendenaktionen von Trainern und Spielern zeigen, dass sie ein entsprechendes Verantwortungsbewusstsein haben. Es ist eine gute Zeit, um der Gesellschaft, die unseren Sport trägt, und den Menschen, die sich für den Fußball begeistern, etwas zurückzugeben", sagte Lahm.

Die Frage, wie es nach der auf den Sommer 2021 verschobenen Fußball-EM mit dem Spielort München weitergehe, werde erst nach der dortigen Bürgermeister-Stichwahl an (diesem) Sonntag geklärt. Von allen zwölf Städten der paneuropäischen EM "muss jetzt erst mal die erneute Zusage kommen, dass sie weiter Spielort sein wollen", meinte Lahm. "Falls eine Stadt nicht mehr dabei sein kann oder will, müsste sie das zeitnah mitteilen." Die UEFA spiele gerade "viele Szenarien" durch.

Update 29. März, 7.05 Uhr: Corona-Notfallplan für Kliniken erfolgreich angelaufen

Für den Fall stark steigender Zahlen an Corona-Patienten sind die Krankenhäuser in Bayern aus Sicht von Gesundheitsministerin Melanie Huml vorbereitet. Ein Notfallplan sei erfolgreich angelaufen, sagte die CSU-Politikerin der Deutschen Presse-Agentur in München. "Für die Zeit der Krise gilt eine weitreichende Kooperationspflicht." Zudem arbeitet die Staatsregierung am Aufbau von Not- oder Hilfskrankenhäusern.

"Krankenhäuser, die zunächst nicht vorrangig mit der Behandlung von Corona-Fällen betraut werden, müssen die anderen Krankenhäuser mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln entlasten", erklärte Huml. Das bedeute in erster Linie, dass Patienten übernommen werden. Es könne aber auch darum gehen, mit Personal oder Ausstattung zu helfen.

Weiter sagte die Ministerin: "Um für den Fall einer massiven Zunahme stationär behandlungsbedürftiger Covid-19-Patienten gewappnet zu sein, erarbeiten das bayerische Gesundheitsministerium und das bayerische Innenministerium darüber hinaus ein Konzept zum temporären Aufbau sogenannter Not- oder Hilfskrankenhäuser." Derzeit würden mögliche Varianten sowie die damit verbundenen logistischen, personellen und organisatorischen Fragen geprüft. "Konkrete Standortfestlegungen gibt es aber noch nicht", so Huml.

In Bayern ist die Zahl der nachgewiesenen Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus Sars-CoV-2 fünfstellig. Täglich werden Hunderte neue Fälle gemeldet. Inzwischen gibt es auch Dutzende Tote.

Seit Freitag arbeiten in allen 26 bayerischen Leitstellenbereichen den Angaben nach Mediziner mit dem Titel "Ärztliche Leiter" und weitreichenden Entscheidungsbefugnissen. "Sie sollen Patientenströme in den Landkreisen und kreisfreien Städten dezentral innerhalb der regionalen Krankenhausstrukturen steuern", erläuterte Huml. "Für die Verteilung der Patienten auf die Akutkrankenhäuser brauchen wir effiziente Strukturen." Auf Ebene der Kreisverwaltungsbehörden würden zudem Covid-19-Koordinierungsgruppen der Krankenhäuser und Rehabilitationseinrichtungen eingerichtet, die sich unter anderem mit den Ärztlichen Leitern und niedergelassenen Ärzten abstimmen sollen.

Ferner wurden die Krankenhäuser Huml zufolge verpflichtet, "alle geeigneten Maßnahmen zum Ausbau insbesondere der Intensivbehandlungsplätze mit Beatmungsmöglichkeit zu ergreifen". Sämtliche Behandlungen, die aus medizinischer Sicht aufgeschoben werden können, würden zunächst zurückgestellt. "So sollen die Kapazitäten in den Kliniken für den zu erwartenden Patientenandrang kurzfristig erhöht werden", erklärte die Gesundheitsministerin.

Der Corona-Notfallplan für Kliniken ist erfolgreich angelaufen. (Symbolbild)
Der Corona-Notfallplan für Kliniken ist erfolgreich angelaufen. (Symbolbild)  © Armin Weigel/dpa

Update 29. März, 7 Uhr: Coronavirus heftiger für Arbeitsmarkt als Finanzkrise 2009?

Die aktuelle Corona-Krise wird nach Meinung von Experten den Arbeitsmarkt in Bayern massiv beeinträchtigen. Die aktuelle Situation habe wesentlich stärker zugeschlagen als die Finanzkrise 2009, sagte ein Experte aus dem Arbeitsministerium.

Eine genaue Prognose über die Entwicklung der Arbeitslosen- und Kurzarbeiterzahlen in den nächsten Monaten sei derzeit zwar nicht möglich. Sicher sei aber, dass sich die Kurzarbeit massiv erhöhen werde. Auch von steigenden Arbeitslosenzahlen sei auszugehen. "Die Lage ist momentan extrem schwierig. Alles hängt von der Länge der Pandemie und der Wirkung der notwendigen Maßnahmen zu deren Eindämmung ab", sagte er.

Die am Dienstag (31. März) durch die Regionaldirektion der Bundesagentur veröffentlichten Zahlen für den Monat März werden nicht die aktuelle Situation des Arbeitsmarkts widerspiegeln, da der Stichtag für die Berechnung, der 12. März, vor den von Bund und Freistaat verhängten Ausgangsbeschränkungen sowie Betriebs- und Schulschließungen lag, so der Fachmann.

Einen Hinweis darauf, dass zunächst die Kurzarbeit in Bayern sehr stark steigen werde, seien die Kurzarbeitsanzeigen der Unternehmen. Am 20. März lagen den Arbeitsagenturen dem Experten zufolge 14.600 Anzeigen von Betrieben vor. Tendenz deutlich steigend. Zum Vergleich hatte diese Zahl im Januar bei 262 Kurzarbeitsanzeigen gelegen.

"Das zeigt die Dimension, um die es momentan geht, und es werden derzeit Unterstützungsmaßnahmen in riesigem Ausmaß ergriffen", sagte der Fachmann.

Im Februar waren im Freistaat knapp 244.000 Menschen ohne Job gewesen, die Arbeitslosenquote lag bei 3,2 Prozent. Im März vor einem Jahr hatte es in Bayern 221.000 Arbeitslose gegeben, so wenige wie noch nie in einem März seit 1981. Die Quote betrug 3,0 Prozent.

Die Auswirkungen der durch das Coronavirus ausgelösten Krise schlügen sich nicht nur im Handel, im Hotel- und Gaststättengewerbe, im Messebau und im Tourismus nieder. "Die Krise hinterlässt quer durch sämtliche Branchen gravierende Spuren, weil durch die weltweite Pandemie einerseits Absatzmärkte weggebrochen und andererseits Lieferketten unterbrochen sind", sagte der Experte aus dem Ministerium in München.

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Titelfoto: Peter Kneffel/dpa

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