Neun Würgeschlangen dem qualvollen Kältetod überlassen! 5000 Euro Belohnung ausgelobt

Rohrbach - Tierschützer und Polizei suchen im oberbayerischen Landkreis Pfaffenhofen an der Ilm einen Tierquäler. Neun Schlangen wurden offenbar in Rohrbach den tödlichen Minusgraden überlassen.

Ein Unbekannter hat mehrere Würgeschlangen offenbar im Wald ausgesetzt und sie den tödlichen Minusgraden überlassen.
Ein Unbekannter hat mehrere Würgeschlangen offenbar im Wald ausgesetzt und sie den tödlichen Minusgraden überlassen.  © vifogra / Goppelt

"Ich bin maßlos entsetzt. Ich kann nicht verstehen, wie man Tieren so was antun kann", zeigt sich Manuela Braunmüller, Vorstandsvorsitzende beim hiesigen Tierschutzverein, betroffen.

Sie und der Jäger Franz Reiter zeigen ein persönliches Interesse daran, den oder die Verantwortlichen zu finden.

Reiter war es, der bei seiner täglichen Revierbegehung die qualvoll gestorbenen Tiere am Samstag aufgefunden hatte. "Ich habe jetzt sofort erkannt, dass es eben Pythons sind und dann so auf einem Haufen. Das deutet eindeutig darauf hin, dass die aus dem Auto rausgeschmissen worden sind", mutmaßt der Jäger.

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Nachdem die Polizei den Fall aufgenommen hatte, kam ihm noch ein letzter Hoffnungsgedanke. "Schlangen vertragen ein gewisses Maß an Kälte. Jetzt steck' ich sie in Heizkeller, da ist schön warm unten", überlegte er auf der Heimfahrt und hoffte, dass "noch ein Funken Leben" in den teils von Eiskristallen und Schnee bedeckten Tieren stecken könnte. Vergebens. Für die Schlangen kam jede Hilfe zu spät.

Die Würgeschlangen, die ursprünglich aus Westafrika kommen und Temperaturen zwischen 25 und 35 Grad bevorzugen, waren tot.

Tierschutzverein lobt 5000 Euro Belohnung aus

Vier Albino-, zwei Halb-Albino- und drei weitere Schlangen erlitten im Wald den Kältetod.
Vier Albino-, zwei Halb-Albino- und drei weitere Schlangen erlitten im Wald den Kältetod.  © vifogra / Goppelt

"Die Polizei führt strafrechtliche Ermittlungen wegen des Verdachts gegen das Tierschutzgesetz", so Sandra Landes, Dienststellenleiterin der Polizeiinspektion Pfaffenhofen an der Ilm.

Man gehe davon aus, dass die Schlangen zum Zeitpunkt des Aussetzens im Wald noch lebten und jedem bewusst sein müsse, dass die Tiere eine solche Temperatur nicht überleben würden.

"Konkrete Hinweise sind noch nicht vorhanden, wir haben aber bereits den einen oder anderen Hinweis aus der Bevölkerung, denen wir nachgehen." Man hoffe zudem auf weitere mögliche Tipps von Bürgern.

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Der Tierschutzverein möchte hierbei einen zusätzlichen Anreiz schaffen. 5000 Euro Belohnung wurden ausgelobt, um den Tierquäler zu finden.

"Das ist eine Riesensumme, ich weiß. Wir haben Gott sei Dank auch private Unterstützer", erklärt Braunmüller. "Aber wir möchten unbedingt, dass dieser Mensch zur Verantwortung gezogen wird. Und mit paar 100 Euro Belohnung lockt man, glaube ich, niemanden mehr hinterm Ofen hervor."

Titelfoto: Montage: vifogra / Goppelt (2)

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