Weniger Besucher, weniger Bier: Erste Wiesn seit Corona endet mit Minus-Bilanz

München - Weniger Besucher, weniger Bier, dafür Glühwein und entspannte Stimmung. Bei Nässe und Kälte kamen zum ersten Oktoberfest nach zwei Jahren Corona-Pause laut Festleitung rund 5,7 Millionen Besucher – mehr als eine halbe Million weniger als bei der letzten Wiesn vor der Pandemie im Jahr 2019.

Das schlechte Wetter hat – so die Einschätzung des Wiesn-Chefs – einen deutlichen Besucher-Rückgang auf dem Oktoberfest verursacht.
Das schlechte Wetter hat – so die Einschätzung des Wiesn-Chefs – einen deutlichen Besucher-Rückgang auf dem Oktoberfest verursacht.  © Felix Hörhager/dpa

Damals waren es 6,3 Millionen Oktoberfest-Gäste.

Das Wetter sei das Haupthindernis gewesen, sagte Festleiter Clemens Baumgärtner (46, CSU) zum Abschluss des Festes am Montag.

Er sprach vom schlechtesten Wiesn-Wetter seit 20 Jahren. Trotzdem habe das Fest ein entspanntes, gut gelauntes und junges Publikum angezogen.

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"Die Wiesn ist wieder da." Corona, Geldsorgen oder den Krieg in der Ukraine sah er nicht als vordringliche Gründe für den Besucherrückgang.

Weniger Gäste tranken auch weniger Bier: 5,6 Millionen Liter gingen durch die Kehlen (2019: 7,3 Millionen Liter). Wegen des Wetters hatte die Festleitung den Ausschank von Glühwein zugelassen, der aber nur mäßig Anklang fand.

Vor allem die Schausteller hatten zu leiden – bei strömendem Regen stiegen nur wenige Gäste in die Fahrgeschäfte.

Gas-, Strom- und Wasserverbrauch gingen zurück. Polizei, Feuerwehr und Sanitätsdienst berichteten von einer ruhigen Wiesn mit in vielen Bereichen niedrigeren Einsatzzahlen.

27 Prozent weniger Einsatze für Sanitäter

Bei der Wiesn im Jahr 2022 wurde deutlich weniger Bier getrunken, als 2019 noch.
Bei der Wiesn im Jahr 2022 wurde deutlich weniger Bier getrunken, als 2019 noch.  © Felix Hörhager/dpa

Die Wiesn-Sanitätsstation verzeichnete rund 27 Prozent weniger Einsätze – und konnte sogar andere Patienten aufnehmen, die in Kliniken nicht unterkamen.

Die Polizei sprach von einem friedlichen Verlauf. Sorgen bereite allerdings der Anstieg der Taschendiebstähle um rund 50 Prozent.

Das Fest präsentierte sich dabei münchnerischer und jünger: Mehr Gäste als sonst kamen aus dem Münchner Umland, und sie waren im Schnitt jünger.

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Das zeigte auch Auswertung von anonymisierten und aggregierten Daten des Mobilfunkanbieters O2 Telefonica.

Titelfoto: Felix Hörhager/dpa

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