Gibt sich Reiter vorzeitig geschlagen? OB nimmt Urlaub, Herausforderer Krause springt ein

Von Carsten Hoefer

München - Vor der mit Spannung erwarteten Oberbürgermeister-Stichwahl in München nimmt der mit Negativschlagzeilen kämpfende Amtsinhaber Dieter Reiter (67, SPD) Urlaub für die Schlussphase des Wahlkampfs.

Dieter Reiter (67, SPD) will sich nach schlechten Ergebnissen ganz dem Wahlkampf widmen.  © Peter Kneffel/dpa

Der Sozialdemokrat will damit potenziellen Vorwürfen einer Vermischung von Parteipolitik und Amt vorbeugen. "Er trennt hier ganz klar zwischen seinem Amt als Oberbürgermeister und seiner Rolle als Wahlkämpfer", antwortete eine Rathaussprecherin auf Anfrage.

Die Vertretung als Münchner Oberbürgermeister übernimmt in der Schlusswoche nun sein Herausforderer Dominik Krause (35, Grüne), der keinen Wahlkampf-Urlaub nimmt.

Reiter hatte im ersten Wahlgang lediglich 35,6 Prozent der Stimmen geholt, 12 Prozentpunkte weniger als 2020. Wenige Tage vor der Wahl war publik geworden, dass Reiter seine Nebentätigkeit im Verwaltungsbeirat des FC Bayern nicht vom Stadtrat hatte genehmigen lassen.

München Politik Ärger kurz vor Bayern-Wahl: Regierung prüft Disziplinarverfahren gegen Dieter Reiter

Nach Angaben Reiters hatte er die dafür erhaltenen 90.000 Euro jedoch ordnungsgemäß versteuert. 

Anzeige

Herausforderer Dominik Krause absolviert Wahlkampftermine und geht Dienstpflicht nach

Der amtierende Zweite Bürgermeister Dominik Krause (35, Grüne) vertritt den Münchner OB in der Woche vor der Stichwahl.  © Malin Wunderlich/dpa

Herausforderer Krause hatte im ersten Wahlgang mit 29,5 Prozent besser abgeschnitten als erwartet. Der Zweite Bürgermeister absolviere seine Wahlkampftermine "morgens, abends, am Wochenende oder auch mal in der Mittagspause", teilte ein Sprecher der Münchner Grünen mit.

"Ansonsten geht er seinen normalen Dienstpflichten nach, leitet Ausschuss-Sitzungen und kümmert sich um Verwaltungs-Angelegenheiten."

Mehr zum Thema München Politik: