Boot mit 6-köpfiger Familie kentert: Hilferufe auf dem Starnberger See

Münsing - "Das Boot war schon abgesoffen, die waren alle im Wasser", erinnerte sich Uwe Gudewill an die dramatischen Szenen, die er auf dem Starnberger See beobachten musste.

Gleich mehrere Rettungsboote erreichten nach nur wenigen Minuten die Unglücksstelle.
Gleich mehrere Rettungsboote erreichten nach nur wenigen Minuten die Unglücksstelle.  © Dedinag

Er war nur einer der Zeugen, die am Donnerstagnachmittag miterlebten, wie eine sechsköpfige Familie mit ihrem Boot kenterte. Die Hilferufe drangen bis zu den Ufern vor.

"Wir haben dann gleich die Wasserwacht angerufen. Die waren relativ schnell da", ergänzt Gudewill.

Er war nicht der Einzige, der die Rettungskräfte informierte, als gegen 15.15 Uhr eine Familie aus Hamburg in Seenot geriet. Das Problem für die Verunglückten: An Bord befand sich lediglich eine Schwimmweste. Und das hätte angesichts der Temperaturen tödliche Folgen haben können.

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"Nach zehn Minuten setzen die ersten Unterkühlungen ein. Nach 20 Minuten wird es lebensgefährlich", so Ingo Roeske, Einsatzleiter bei der Wasserwacht und rät: "Man sollte entsprechende Kleidung tragen. Wenn man Kinder dabei hat, sollten auch alle eine Rettungsweste tragen."

Wegen der zahlreichen Anrufe wurden gleich mehrere Rettungsboote zu der Unglücksstelle geschickt.

"Ich persönlich finde es ganz furchtbar."

Die sechsköpfige Familie konnte nach nur wenigen Minuten aus dem Wasser gerettet werden.
Die sechsköpfige Familie konnte nach nur wenigen Minuten aus dem Wasser gerettet werden.  © Dedinag

Und die brauchten nicht lange, um der Familie aus dem gekenterten Tretboot zu helfen, wie Roeske versichern konnte: "Die Zeit ist eigentlich sehr kurz, weil wir eh mit dem Boot draußen waren. Wir haben 6 bis 7 Minuten benötigt."

Ein Glück für die Familienmitglieder, die allesamt aus dem Wasser geborgen werden konnten.

Auch zur Erleichterung der Zeugen, die das Geschehen von Ufer aus miterleben mussten.

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"Wir standen zufällig am Fenster und mein Papa hat das mit dem Fernglas beobachtet, dass da ein Boot kentert. Wir beobachten das öfter. Meist greift man schnell zum Telefon – vor allem wenn man sieht, dass das Boot nicht mehr aufgerichtet werden kann", berichtet eine Anwohnerin. Von ihrem Anruf bis zum Eintreffen der Retter vergingen nur gut 5 bis 6 Minuten, so ihre Schätzung.

"Ich persönlich finde es ganz furchtbar. Es waren wohl Kinder mit drauf, das Wasser ist eiskalt und es regnet", fasst sie die Umstände zusammen.

Noch bevor die Wasserwacht vor Ort war, hatte sich offenbar bereits ein weiterer Anwohner mit einem Paddelboot auf dem Weg gemacht, der Familie bei Seite stehen zu können, bis die Rettungskräfte vor Ort waren.

Titelfoto: Dedinag

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