Nach Todesfahrt durch Nürnberger Innenstadt: 23-jähriger Raser stellt sich der Polizei

Nürnberg - In der Nacht zum Sonntag ist ein 31 Jahre alter Fußgänger auf dem Bürgersteig von einem Auto erfasst und tödlich verletzt worden.

In der Nacht auf Sonntag geriet ein Audi A7 bei überhöhter Geschwindigkeit auf den Gehweg und verletzte einen Fußgänger tödlich.
In der Nacht auf Sonntag geriet ein Audi A7 bei überhöhter Geschwindigkeit auf den Gehweg und verletzte einen Fußgänger tödlich.  © vifogra / Friedrich

Wie die Polizei mitteilte, fuhren gegen 0.55 Uhr zwei Autos mit überhöhter Geschwindigkeit die Nürnberger Steinbühler Straße in Richtung Frauentorgraben entlang.

"Kurz nach der Einmündung zur Camerariusstraße ist der auf der rechten Seite befindliche Audi außer Kontrolle und dadurch auf den Gehweg geraten", fasste Lisa Hierl, Pressesprecherin des Polizeipräsidiums Mittelfranken, zusammen. "Dort hat er einen 31-jährigen Fußgänger erfasst."

Der Mann wurde durch die Kollision so schwer verletzt, dass er noch an der Unfallstelle verstarb.

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Der Unfallfahrer selbst habe sich laut Hierl vom Ort des Geschehens entfernt und war mehrere Stunden flüchtig. Die Polizei leitete eine umfangreiche Fahndung ein, suchte über diverse Medien nach Zeugen und Hinweisen.

Diese konnten jedoch nach einigen Stunden eingestellt werden: Am späten Sonntagabend hat sich ein 23-Jähriger in einer Nürnberger Dienststelle gemeldet und zugegeben, den Unfallwagen gelenkt zu haben.

Auch wurde sein Fahrzeug sichergestellt, das nun weiter untersucht wird.

23-Jähriger befindet sich aktuell in Gewahrsam

Nach dem tödlichen Unfall fahndete die Polizei umfangreich nach dem flüchtigen Fahrer. Dieser meldete sich Stunden später freiwillig.
Nach dem tödlichen Unfall fahndete die Polizei umfangreich nach dem flüchtigen Fahrer. Dieser meldete sich Stunden später freiwillig.  © vifogra / Friedrich

Die Ermittlungen in dem Fall laufen weiter auf Hochtouren. "Der 23-Jährige befindet sich aktuell in Gewahrsam", so die Pressesprecherin. Ob Haftantrag gegen den geständigen Fahrer gestellt wird, soll erst noch entschieden werden.

Dazu prüft die Staatsanwaltschaft zuerst, welche konkreten Straftaten im Raum stehen.

Welche Umstände laut des Tatverdächtigen dazu führten, dass der Audi A7 mit deutlich zu hoher Geschwindigkeit unterwegs war, und wie es zu dem folgenschweren Unfall kommen konnte, ist – zumindest offiziell – noch nicht bekannt.

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Über den Inhalt seiner Aussagen und ob es sich möglicherweise um ein Autorennen gegen den anderen Wagen gehandelt habe, wollte man vonseiten der Polizei nichts äußern.

"Dazu liegen mir aktuell noch keine Erkenntnisse vor, das wird noch Gegenstand der Ermittlungen sein", so Lisa Hierl auf Nachfrage der Pressevertreter. Auch der zweite, noch unbekannte Fahrer ist derzeit noch flüchtig.

Update, 21.06 Uhr: Haftbefehl gegen Tatverdächtigen erlassen

Der Ermittlungsrichter erließ am Montagnachmittag Haftbefehl wegen des Verdachts auf verbotene Kraftfahrzeugrennen mit Todesfolge und Unfallflucht.

"Die Ermittlungen der Nürnberger Verkehrspolizei dauern an. Die Beamten werten derzeit unter anderem umfangreiches Videomaterial aus", teilte die Polizei am Montagabend um 21 Uhr mit.

"Hiervon erhoffen sie sich neben der Klärung der genauen Unfallursache auch weitere Hinweise zu dem bislang noch unbekannten zweiten Fahrzeug."

Titelfoto: vifogra / Friedrich

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