154-Meter-Frachter rast auf Schleuse zu, doch das Unglück lässt sich nicht mehr stoppen

Kiel - Ein Frachtschiff wollte am Sonntagmorgen von der Kieler Förde in den Nord-Ostsee-Kanal biegen und ist beim Einfahren in die Holtenauer Schleuse gebrettert.

Ein Containerschiff passiert die Levensauer Hochbrücke auf dem Nord-Ostsee-Kanal bei Kiel.
Ein Containerschiff passiert die Levensauer Hochbrücke auf dem Nord-Ostsee-Kanal bei Kiel.  © DPA

Wie die Polizei Kiel erst am Dienstag mitteilte, fuhr der etwa 154 Meter lange und 23 Meter breite Frachter am frühen Morgen gerade von der Ostsee aus in die große Nordkammer der Schleusungsanlage in Holtenau als das Unglück seinen Lauf nimmt. Die Schleuse ist der Abzweig zum Nord-Ostsee-Kanal.

Den Angaben der Behörden zufolge sei der Frachter bei dem Manöver viel zu schnell unterwegs gewesen. Auch der Einfahrwinkel sei zu steil gewesen, um ordnungsgemäß in die Schleuse einbiegen zu können.

Es passierte, was sich nicht mehr vermeiden ließ: Das Schiff brettert in die Schleuse und havariert.

Wie die Behörden erklärten, sei der Frachter bei dem selbstverursachten Crash mit der Backbordseite gegen den Schleusenleitstand gefahren und hätte dort die Dachkante der Schleuse auf einer Länge von mindestens vier bis fünf Metern eingedrückt.

"Daneben wurden einige Reibhölzer sowie Teile der Kaianlage beschädigt", erläuterte die Polizei die entstandenen Schäden weiter.

Bei dem Schiff handelt es sich höchstwahrscheinlich um den Frachter "Amethyst".

Schiffe fahren in die Schleuse in Kiel Holtenau ein (Symbolbild).
Schiffe fahren in die Schleuse in Kiel Holtenau ein (Symbolbild).  © DPA

Der Frachter selbst wurde bei dem Crash scheinbar nur leicht demoliert. Auch die beiden Personen, die sich zum Zeitpunkt des Vorfalls auf dem Schleusenleitstand befanden, wurden nicht verletzt und kamen mit dem Schrecken davon.

Die Höhe des an der Schleuse entstandenen Schadens ist derzeit noch unklar, wird aber ersten Schätzungen der Behörden zufolge mindestens im mittleren fünfstelligen Bereich liegen.

Da der Crash vermutlich aufgrund der zu hohen Fahrtgeschwindigkeit verursacht wurde, hat die Wasserschutzpolizei Ermittlungen aufgenommen. Gegen den 51-jährigen Lotsen des Frachtschiffs wurde deshalb Anzeige erstattet.

Glück im Unglück: Die Kieler Schleuse, die als Ein- und Ausfahrt zum vielbefahrenen Nord-Ostsee-Kanal dient, konnte trotz des Unfalls weiterhin geöffnet bleiben.

Auch das verunfallte Frachtschiff konnte seine Reise über den Kanal nach Abschluss der Untersuchungen durch die Behörden in Richtung Rotterdam fortsetzen.

Titelfoto: DPA

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