So hetzt ein AfD-Politiker gegen Muslime in Deutschland

Wiesbaden - Der hessische AfD-Politiker Rainer Rahn (67) hat schon öffentlich gegen Flüchtlinge und das dritte Geschlecht polemisiert. Am Donnerstagmorgen zog er auf Facebook abermals verbal vom Leder, diesmal machte er Stimmung gegen die Muslime in Deutschland.

Die Montage zeigt den AfD-Politiker Rainer Rahn vor dem Bild zweier muslimischer Frauen mit Kopftuch.
Die Montage zeigt den AfD-Politiker Rainer Rahn vor dem Bild zweier muslimischer Frauen mit Kopftuch.  © Robert Schlesinger dpa, Thomas Frey/dpa

Rainer Rahn ist Landtagsabgeordneter in Hessen für die "Alternative für Deutschland" (AfD). Bei der Landtagswahl 2018 trat er als Spitzenkandidat für seine Partei an.

Neben seiner Tätigkeit als Abgeordneter fällt der frühere Zahnarzt regelmäßig als Agitator und verbaler Scharfmacher auf (TAG24 berichtete). Dafür nutzt er immer wieder die Social Media-Plattform Facebook, auf der er seine Pamphlete veröffentlicht.

Am Donnerstagmorgen wandte er sich den Muslimen in Deutschland zu. Dabei verwendet er in seinem Text einfache rhetorische Tricks, um unterschwellig an die eventuell vorhandene Muslimfeindschaft seiner Leser zu appellieren.

Zugleich macht der AfD-Politiker auf diese Weise Stimmung gegen alle Muslime in Deutschland.

Zunächst wendet sich Rainer Rahn in seinem Facebook-Post dem ehemaligen Bundespräsidenten Christian Wulf (CDU) zu, der 2010 in einer Rede davon sprach, dass neben Christentum und Judentum auch der Islam zu Deutschland gehöre.

Davon leitet der hessische Landtagsabgeordnete Rahn zu einem Alltagsphänomen über: Er spricht die Tatsache an, dass es in einigen Deutschen Städten Ortsteile gibt, in deren Straßenbildern äußerlich erkennbare Muslime tagtäglich zu sehen sind. Die Innenstadt von Offenbach am Main oder Frankfurt-Gallus sind Beispiele hierfür, wie der Autor dieses Artikels aufgrund eigenen Erlebens hinzufügen kann.

Mit rhetorischem Trick alle Muslime zu Islamisten erklärt

Dieser Screenshot zeigt den Facebook-Post von Rainer Rahn.
Dieser Screenshot zeigt den Facebook-Post von Rainer Rahn.  © Screenshot/Facebook/@afdrainerrahn

Doch hier wird auch die Polemik Rainer Rahns offen erkennbar: "In vielen Straßen der Republik sieht es inzwischen aus wie in Bagdad oder Kairo", schreibt er in einem Gestus der Empörung – eine Behauptung, die er nicht im Geringsten beweist und die mit großer Wahrscheinlichkeit auch nicht stimmt.

Im weiteren Verlauf kommt der AfD-Poltiker auf die Frankfurter Ethnologie-Professorin Susanne Schröter und deren Kritik am politischen Islam (Islamismus) zu sprechen. Vor diesen Ausführungen jedoch benutzt Rainer Rahn einen rhetorischen Trick.

Er schreibt davon, dass viele Menschen sich durch sichtbare Zeichen muslimischer Präsenz in Deutschland gestört fühlen würden und setzt dann hinzu: "Was viel dramatischer ist, ist die Ideologie, die hinter den äußeren Zeichen einer Religion steckt."

Erst danach kommt er auf den politischen Islam zu sprechen. Indirekt stellt der AfD-Politiker damit die Behauptung auf, dass alle an ihrem äußeren Erscheinungsbild erkennbaren Muslime in Deutschland Islamisten seien.

Es folgen Behauptungen Rainer Rahns, mit denen er mutmaßlich bei seinen Lesern eine muslimfeindliche Stimmung erzeugen will. So spricht der AfD-Politiker davon, dass "permanent" Sonderrechte von Muslimen eingefordert und auch gewähret würden. Ebenso schreibt er, dass "viele dieser Personen auf Kosten des Steuerzahlers leben und ihre islamischen Wertevorstellungen ungehindert an ihre Kinder weitergeben", ebenfalls eine bloße Behauptung ohne jeden Beleg.

Ist die Landtagswahl in Thüringen der Hintergrund?

Die Konsequenz für Rainer Rahn: "Es wird Zeit, dass die Politik sich endlich des Themas annimmt und Religionsgemeinschaften ihre Grenzen aufzeigt."

Mit seinem Text Hetzt der AfD-Politiker gegen Muslime in Deutschland und bedient die bei einigen Menschen vorhandene Muslimfeindschaft. Sein Ziel ist Agitation, das Erzeugen einer feindlichen Stimmung gegenüber Muslimen.

Vermutlich sind die zurückliegen Landtagswahlen in Sachsen und Brandenburg – bei denen die AfD große Stimmzuwächse erzielte – und die im Oktober anstehende Landtagswahl in Thüringen der Hintergrund für den verbalen Angriff gegen den Islam und die Muslime in Deutschland.

Titelfoto: Robert Schlesinger dpa, Thomas Frey/dpa

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