Mutter wacht nach 27 Jahren aus dem Koma auf und ruft sofort einen Namen

al-Ain (Vereinigte Arabische Emirate) - Es geschah im Jahr 1991 in der Stadt al-Ain: Munira Abdulla fuhr im Alter von 32 Jahren mit ihrem damals vierjährigen Sohn Omar Webair nach Hause, als ihr Auto von einem Schulbus gerammt wurde. 27 Jahre später wachte die Frau im Juni 2018 aus dem Koma wieder auf - an ihrer Seite ihr Sohn Omar- dessen Namen sie als Erstes rief.

27 Jahre lag Munira Abdulla im Koma (Symbolbild).
27 Jahre lag Munira Abdulla im Koma (Symbolbild).  © 123RF

Gegenüber der Tageszeitung "The National" aus den Vereinigten Arabischen Emiraten, sprach die Familie von Munira Abdulla jetzt erstmals über die fast drei Jahrzehnte umfassende Tortur, durch die sie gegangen ist.

Ihr Sohn Omar Webair, der heute so alt ist, wie seine Mutter, als sie verunglückte, sagte: "An diesem Tag gab es keinen Schulbus, der mich nach Hause brachte." Aus diesem Grund holte ihn seine Mutter zusammen mit ihrem Schwager gegen 16 Uhr ab.

Während ihr Schwager fuhr, saß Omars Mutter mit ihrem Sohn auf dem Rücksitz. "Als sie den Unfall kommen sah, umklammerte sie mich, um mich zu schützen", so der 32-Jährige. Genau dieses Ziel erreichte seine Mutter, denn Omar Webair wurde nur leicht verletzt. Munira Abdulla erlitt jedoch schwere Kopfverletzungen.

"Es gab keine Mobiltelefone und wir konnten keinen Krankenwagen rufen. Stundenlang musste sie in diesem Zustand ausharren", so Webair.

Zwar war die damals 32-Jährige noch ansprechbar, als sie endlich ins Krankenhaus kam, fiel dann jedoch ins Koma. Die Ärzte glaubten damals, dass sie wahrscheinlich nie wieder die Augen öffnen würde.

Munira Abdulla wachte im bayerischen Bad Aibling auf

Scheich Muhammad bin Zayid Al Nahyan (58) half der Familie. Hier zu sehen im November 2018 bei einem Treffen mit dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron (41).
Scheich Muhammad bin Zayid Al Nahyan (58) half der Familie. Hier zu sehen im November 2018 bei einem Treffen mit dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron (41).  © Kamran Jebreili/AP/dpa

Jahrzehnte des Bangens und Hoffens begannen. Vor allen Dingen ihr Sohn Omar wich in all der Zeit nicht von der Seite seiner Mutter, die er sehr häufig besuchte. Munira Abdulla verbrachte mehrere Jahre in Krankenhäusern in den Vereinigten Arabischen Emiraten und zog aufgrund von Versicherungsbeschränkungen von Ort zu Ort.

Im April 2017 erfuhr der Kronprinz von ihrer Geschichte und gewährte der Familie einen Zuschuss für ein umfassendes multidisziplinäres Programm in Deutschland.

Hier wurde Munira Abdulla operiert, um geschwächte Muskeln zu behandeln. Ärzte der Schön-Klinik in Bad Aibling behandelten sie mit Physiotherapie und brachten ihre Epilepsie unter Kontrolle.

Dr. Ahmad Ryll, Neurologe von Munira Abdulla in Deutschland, sagte: "Unser Hauptziel war es, ihrem fragilen Bewusstsein die Möglichkeit zu geben, sich in einem gesunden Körper zu entwickeln und zu gedeihen, wie eine empfindliche Pflanze, die einen guten Nährboden braucht, um zu wachsen."

Ein Jahr später geschah das Wunder: Munira Abdullah öffnete ihre Augen und rief als Erstes den Namen ihres Sohnes. "Jetzt kann sie uns sagen, wo sie Schmerzen hat, und ich kann Gespräche mit ihr führen, wenn sie sich für das Thema interessiert", sagte Omar Webair.

Munira Abdulla wird weiterhin behandelt - mittlerweile wieder in Abu Dhabi.

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