Was Chemnitzer im Nord-Osten wirklich aufregt: Neue Bürgerplattform sorgt für heiße Debatten

Chemnitz - Kontakt suchen: Gestern Vormittag fand das erste Bürgerforum der neuen Bürgerplattform Nord-Ost statt. Diese vereint die Stadtteile Sonnenberg, Hilbersdorf und Ebersdorf. Auftakt-Thema waren öffentliche Plätze.

Verkehr als ein Kernthema: Der Bürgerforums-Diskussions-Tisch zur öffentlichen Sicherheit im Delphin-Projekthaus (Peterstraße 26).
Verkehr als ein Kernthema: Der Bürgerforums-Diskussions-Tisch zur öffentlichen Sicherheit im Delphin-Projekthaus (Peterstraße 26).  © Sven Gleisberg

Dazu gab es nach Vorträgen von Baubürgermeister Michael Stötzer (46, Grüne), Sonnenberg-Stadtteilmanager René Bzok (31) und Tajana Schweizer (38, Gemeinwesen-Koordinatorin für den Brühl, Hilbersdorf und Ebersdorf) zwei Parallel-Diskussionsrunden.

Die rund 15 Bürger, fast alle vom Sonnenberg und nur zwei aus Ebersdorf und einer aus Hilbersdorf, teilten sich auf: Ein Tisch tauschte sich über "öffentliche Plätze" aus, der andere über "öffentliche Sicherheit".

Hier ging es zunächst um den Straßenverkehr. Thomas Schirmer (65) wohnt am Ortseingang, im Gabelungsbereich B 169/Mittweidaer Straße: "Niemand hält sich an die Geschwindigkeitsbegrenzung, es ist einfach zu laut und es passieren Unfälle. Hier muss was passieren, von mir aus kann die Stadt auch den 'Superblitzer' auf mein Grundstück stellen." Auch der Lkw-Verkehr auf der Zietenstraße war Thema.

Jana Lohse (35) geht es um den Lessingplatz auf dem Sonnenberg: "Als Anwohnerin finde ich es nicht toll, dass unsere Kinder wegen Trinkergruppen hier nicht spielen können und sogar angepöbelt werden." Stadtteilmanager Bzok weiß um das Problem: "Wir können die Menschen nicht einfach vertreiben, sie gehen dann woanders hin.

Wir sollten sie als 'Nischenkultur' integrieren, damit sie sich selbst um ihre Plätze kümmern." Er kurbelte bereits Flaschen- und Müllsammelprojekte an.

Am Tisch 2 gab es nach einer heißen Debatte um den Bahnhofsbereich Hilbersdorf einen Konsens. "Der Zeisigwald-Spielplatz als Bindeglied zum Sonnenberg wurde immer gut angenommen und ist unbedingt erhaltenswert. Man könnte hier auch die Gastro-Angebote ausbauen", so Ur-Sonnenberger Eckhart Roßberg (75).

Wer Ideen hat und auf Probleme im Chemnitzer Nordosten hinweisen möchte, kann sich unter buergerplattform-chemnitz-nord-ost.de melden. Bei Verdacht auf kriminelle Tätigkeiten können Bürgerpolizisten (Internet: polizei.sachsen.de/de/13120.htm) informiert werden.

Tolles Bindeglied zwischen dem Sonnenberg, Hilbers- und Ebersdorf: Der beliebte Zeisigwald-Spielplatz, das findet nicht nur Eckhart Roßberg (75, r.).
Tolles Bindeglied zwischen dem Sonnenberg, Hilbers- und Ebersdorf: Der beliebte Zeisigwald-Spielplatz, das findet nicht nur Eckhart Roßberg (75, r.).  © Sven Gleisberg
Zu laut und zu gefährlich: Für den Ebersdorfer Thomas Schirmer (65) muss etwas im Ortseingangs-Bereich B 169/Mittweidaer Straße geschehen.
Zu laut und zu gefährlich: Für den Ebersdorfer Thomas Schirmer (65) muss etwas im Ortseingangs-Bereich B 169/Mittweidaer Straße geschehen.  © Sven Gleisberg
Der Lessingplatz könnte kinder -und anwohnerfreundlicher werden, so Jana Lohse (35) bei der ersten Diskussionsrunde des Bürgerforums Nord-Ost.
Der Lessingplatz könnte kinder -und anwohnerfreundlicher werden, so Jana Lohse (35) bei der ersten Diskussionsrunde des Bürgerforums Nord-Ost.  © Sven Gleisberg

Titelfoto: Sven Gleisberg

Mehr zum Thema Chemnitz Politik:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0