Clan-Mitglieder gehen auf Straße schwer bewaffnet aufeinander los

Seevetal - Mitglieder zweier Großfamilien sind in der Nacht von Samstag auf Sonntag in Seevetal vor den Toren Hamburgs bewaffnet aufeinander losgegangen.

Zahlreiche Polizisten sind in Seevetal im Einsatz.
Zahlreiche Polizisten sind in Seevetal im Einsatz.  © Blaulicht-News.de

Nach ersten Informationen gab es mehrere Verletzte durch Stichverletzungen und Schläge.

Gegen 23.30 Uhr sollen sich etwa zehn Mitglieder der beiden verfeindeten Clans an der Eichenallee in der Nähe eines Aldi-Parkplatzes geprügelt haben.

Dabei sollen sie mit Schlagstöcken, Baseballschlägern, Schlagringen und Messern bewaffnet gewesen sein.

Die Wache der örtlichen Polizei liegt in unmittelbarer Nähe. Die Beamten forderten Verstärkung an; aus Hamburg kamen mehrere Streifenwagen.

Erst das Großaufgebot konnte die Familienclans trennen. Rettungswagen brachten Verletzte in Krankenhäuser.

Die Clan-Mitglieder verhielten sich äußert aggressiv, sie sollen anwesende Journalisten bedroht und bedrängt haben.

SEK stürmt Wohnung

Der Rettungsdienst kümmert sich um mehrere Verletzte.
Der Rettungsdienst kümmert sich um mehrere Verletzte.

Polizisten sicherten die ganze Nacht über die Gemeinde Seevetal.

An den Zufahrtsstraßen hielten sie Autos an und kontrollierten sie.

Eine SEK-Einheit der Polizei soll am Sonntagmorgen im Zusammenhang mit dem Vorfall außerdem eine Wohnung in Seevetal gestürmt haben.

In der Region gab es in den vergangenen Jahren bereits gewaltsame Zusammenstöße von Clans, ob es sich um dieselben handelt, wie beim aktuellen Vorfall, ist unklar.

Viele Fragen bei dem Einsatz sind offen: Gab es Festnahmen? Wie viele Menschen wurden verletzt? Was sind die Hintergründe?

Dazu will die Polizei im Laufe des Tages weitere Informationen herausgeben, hieß es auf TAG24-Nachfrage.

Update, 12.30 Uhr: Bereits zuvor gab es einen Überfall

Mitglieder des SEK kommen aus der gestürmten Wohnung zurück.
Mitglieder des SEK kommen aus der gestürmten Wohnung zurück.

Die Polizei hat nun weitere Informationen zum Vorfall veröffentlicht.

Demnach kam es am Samstag gegen 22 Uhr zu einer Schlägerei auf dem Aldi-Parkplatz im Seevetaler Ortsteil Maschen.

Zwei Männer sollen mit einem Auto vorgefahren sein und einen 22-Jährigen angegriffen haben. Mit Schlägen und Tritten verletzten sie ihn leicht.

Bevor die Polizei eintraf, waren die mutmaßlichen Täter bereits verschwunden.

Offenbar handelte es sich bei den Beteiligten um Angehörige zweier Familien, die in der Vergangenheit bereits mehrfach miteinander in Streit geraten waren. "Dabei kam es vereinzelt zu Körperverletzungsdelikten", sagte ein Polizeisprecher.

Gegen 23.30 Uhr gerieten die Familien erneut auf dem Parkplatz aneinander.

Vier Männer fuhren in einem Auto vor und sollen mit Messern mehrere Angehörige der anderen Familie angegriffen haben.

Ein 23-Jähriger und ein 24-Jähriger erlitten Stich- und Schlagverletzungen. Lebensgefahr besteht nach erster Einschätzung nicht. Sie kamen mit Rettungswagen in verschiedene Krankenhäuser. Ein 22-Jähriger erlitt einige Prellungen.

Die vier Tatverdächtigen flüchteten anschließend in unbekannte Richtung. Gegen sie hat die Polizei ein Strafverfahren wegen versuchten Totschlags eingeleitet.

Da weitere Konfrontationen zwischen den beiden Familien nicht auszuschließen waren, wurden insgesamt 20 Funkstreifenwagen aus dem Gebiet der Polizeidirektion sowie aus Hamburg nach Maschen und Meckelfeld geschickt. Ein weiteres Aufeinandertreffen der beiden Clans konnte so verhindert werden.

In der Nacht konnte das beim zweiten Angriff benutzte Auto gefunden werden. Das SEK durchsuchte die Wohnung am frühen Morgen, doch die Beschuldigten waren nicht dort. Die Fahndung nach ihnen dauert an.

Titelfoto: Blaulicht-News.de

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