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Millionen-Raub im Grünen Gewölbe: Polizei zeigt Täter und gestohlenen Schmuck

Polizei bestätigt einen Einbruch am Montagmorgen

Am Montagmorgen gab es einen Einbruch im Dresdner Grünen Gewölbe. Vermutlich haben Diebe Schätze in Millionenhöhe erbeutet.

Dresden – Mega-Kunst-Raub in Dresden! Wie die Polizei am Montagmorgen mitteilte, gab es in den frühen Morgenstunden einen Einbruch in das weltberühmte Grüne Gewölbe.

Das Grüne Gewölbe ist im Dresdner Schloss untergebracht.
Das Grüne Gewölbe ist im Dresdner Schloss untergebracht.

Dabei handelt es sich um die sächsische Schatzkammer im Residenzschloss, in dessen Räumen wertvollste Kunstwerke und Diamanten ausgestellt werden. Kam es zu einem Millionen-Raub?

Polizeisprecher Marko Laske bestätigte TAG24, schon am Montagmorgen, dass es einen Einbruch ins Grüne Gewölbe gegeben hätte. Mehrere Polizeiwagen umstellten das Dresdner Schloss.

Vermutlich sind die Diebe gegen 5 Uhr früh ins Haus gelangt, als sie die Stromversorgung mit einem Brand am Terrassenufer lahmgelegt hatten, über den TAG24 mit Blick auf "Stau im Berufsverkehr" berichtet hatte.

Ein Stromkastenverteiler mit bis zu 1000 Volt unter einem der Brückenbögen der Augustusbrücke hatte dort Feuer gefangen, so die Feuerwehr.

Um das Schloss und die Schinkelwache ist alles abgesperrt.
Um das Schloss und die Schinkelwache ist alles abgesperrt.

Während der Löscharbeiten und des Stromausfalls hatten die Diebe Gelegenheit, ins Museum einzudringen.

Gestohlen wurden Teile der wertvollen Schmucksammlung: Diamanten im unermesslichen Wert.

Ministerpräsident Michael Kretschmer, Innenminister Wöller, Kunstministerin Stange und Finanzminister Haß machen sich zusammen mit den Ermittlern ein Bild vor Ort. Michael Kretschmer (CDU): "Nicht nur die Staatlichen Kunstsammlungen wurden bestohlen, sondern wir Sachsen!", so Kretschmer.

Der Einstieg durch das Fenster

Hier sieht man, wo vier Streben des Gitters entfernt wurden.
Hier sieht man, wo vier Streben des Gitters entfernt wurden.

Es sind vier Streben des Schutzgitters, die teilweise entfernt wurden. Durch das so entstandene Loch konnten die Einbrecher in das Grüne Gewölbe gelangen. Das Glas wurde per Beil eingeschlagen.

Alle Details und neue Erkenntnisse im TAG24-Liveticker!

TAG24 berichtete im Liveticker

Auch am Abend ist die Spurensicherung im Einsatz.
Auch am Abend ist die Spurensicherung im Einsatz.

21.10 Uhr: Spurensicherung am Grünen Gewölbe dauert an

Auch am Abend ist die Spurensicherung noch immer vor Ort. Die Untersuchungen dauern an. Weiterhin befinden sich die Schmuck-Räuber auf der Flucht.

20.55 Uhr: So sehen die geklauten Juwelen aus

Die Polizei hat 10 Fotos von Kostbarkeiten veröffentlicht, die aus dem Grünen Gewölbe entwendet worden. Alle Schmuckstücke im Bild findet Ihr hier.

20.11 Uhr: Einbruch ins Grüne Gewölbe laut Polizei gut geplant

Der Einbruch ins Grüne Gewölbe war gut geplant. Er gehe von "gut geplanten Handlungen" aus, "vielleicht auch im Bereich einer Bande", sagte Jörg Kubiessa, Leiter der Polizeidirektion Dresden gegenüber dem ZDF auch in Bezug darauf, dass der Raubüberfall nur wenige Minuten angedauert hätte.

19.29 Uhr: Polizei veröffentlicht Täter-Video

Ein spektakuläres Polizei-Video zeigt die Täter am Werk. Wie die Kriminellen durch die Dunkelheit im Grünen Gewölbe schleichen und zuschlagen könnt Ihr hier ansehen.

18.25 Uhr: Diebstahl im Grünen Gewölbe glimpflicher abgelaufen als gedacht?

Der Diebstahl in Dresdens berühmter Schatzkammer Grünes Gewölbe ist möglicherweise glimpflicher abgelaufen als zunächst befürchtet. "Wir wissen erst seit ein paar Minuten, nachdem der Tatort nochmal untersucht und die Spurensuche durchgeführt worden ist, dass zum Glück nicht alles von diesen drei Ensembles mitgenommen worden ist, dass doch eine ganze Menge Objekte noch da sind", sagte die Generaldirektorin der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden, Marion Ackermann, am Montag dem rbb-Sender radioeins. "Wir wussten sofort, dass aus einer Vitrine gestohlen worden ist, und darin befinden sich eben diese drei Diamant-Garnituren."

17.48 Uhr: Flüchteten die Täter nach dem Raub im Grünen Gewölbe mit einem Audi A6 vom Tatort?

Für die Polizei deutet vieles daraufhin, dass die Täter mit einem Audi A6 vom Tatort flüchteten. Dabei soll es sich um eines der Fahrzeuge handeln, das in einer Tiefgarage in der Kötschenbroder Straße abbrannte. Mehr Infos könnt Ihr im separaten Artikel dazu lesen.

17.39 Uhr: Neue Details zum Raub im Grünen Gewölbe

Neue Details zum Überfall liefert die Dresdner Polizeidirektion per Pressemitteilung. Mit einer Axt sollen die Täter die Vitrine im Juwelenzimmer zerstört und danach die Edelsteine entwendet haben. Die Tat dauerte nur wenige Minuten. Mittlerweile wurde eine Sonderkommission zum Raub ins Leben gerufen, die den Namen "Epaulette" trägt. Unter den entwendeten Schmuckstücken befindet sich auch ein Epaulette. Daher wurde der Name gewählt. 20 Kriminalisten arbeiten an der Aufklärung. Wer hat Wahrnehmungen im Zusammenhang mit der Straftat gemacht? Wer hat verdächtige Personen am Tatort gesehen? Wer kann Hinweise zum Verbleib der gestohlenen Gegenstände geben? Hinweise nimmt die Polizeidirektion Dresden unter der Rufnummer (0351) 483 22 33 entgegen.

17.14 Uhr: Sachsens Ministerin Dr. Eva Maria Stange zum Kunstraub in Dresden

Sachsens Kunstministerin Dr. Eva-Maria Stange erklärt zum Kunstraub: "Bei dem Einbruch ins Grünen Gewölbe sind wertvolle Kunstgegenstände entwendet wurden. Wir kennen das genaue Ausmaß des Raubes noch nicht. Aber schon jetzt ist klar, dass für den Freistaat ein immenser kunst- und kulturhistorischer Schaden entstanden ist. Die gestohlenen Schmuckstücke gehören gewissermaßen zu den Kronjuwelen der sächsischen Könige. Sie gehören nach Sachsen. Die Ermittlungsbehörden unternehmen alles, um die Gegenstände möglichst unbeschädigt zurückzubekommen. Die Ermittlungen laufen auf Hochtouren. Die Staatsregierung unterstützt Staatsanwaltschaft, Polizei und die Staatlichen Kunstsammlungen in allen Belangen und ist über alle Schritte informiert".

16.05 Uhr: Bestürzung bei Alexander Prinz von Sachsen über den Raub

Bestürzung über den Juwelen-Raub auch beim Ur-Enkel des letzten Sachsen-Königs, Alexander Prinz von Sachsen (65): "Mit großer Bestürzung haben wir die Nachricht über den Diebstahl der drei Garnituren August des Starken im Grünen Gewölbe in Dresden zur Kenntnis genommen.

Wir waren immer davon ausgegangen, dass das gesamte Grüne Gewölbe zu den sichersten Räumen auf der Welt gehören würde!

Als Präsident der Freunde des Grünen Gewölbes wünsche und hoffe ich, dass es unserer Polizei gelingen möge, diese einzigartigen Schätze unserer Sächsischen Geschichte und Identität aufzufinden und sicher in die Sammlungen zurückzubringen!"

13.52 Uhr: Diese Juwelen wurden gestohlen

Diese Vitrine wurde aufgeschlagen.
Diese Vitrine wurde aufgeschlagen.

Dr. Marion Ackermann, Generaldirektorin der Staatlichen Kunstsammlungen: "Eine Vitrine mit drei Juwelen-Garnituren im Grünen Gewölbe wurde zerschlagen. Darin drei Diamanten und Brillanten Garnituren."

August der Starke befand sich stets im Wettbewerb mit Ludwig XIV., wer die schönsten Diamantenschätze hätte. August der Starke gewann diesen Wettbewerb. Die drei gestohlenen Garnituren belegen kulturhistorisch diesen Wettbewerb der beiden Könige.

Der Materialwert selbst ist gar nicht so hoch. Aber die Vollständigkeit der drei Garnituren macht den Wert aus. Aufgrund der internationalen Bekanntheit seien die Diamanten kaum auf dem Markt zu verkaufen.

Bei den drei Garnituren handelt es sich um viele Einzelstücke. Sie bestehen je aus 37, 37 und 20 einzelnen Stücken. Die Vollständigkeit ist hier die Besonderheit.

13.44 Uhr: Keine Flucht durch unterirdischen Gang zur Schinkelwache

Die Schinkelwache ist nur durch die Sophienstraße vom Schloss getrennt.
Die Schinkelwache ist nur durch die Sophienstraße vom Schloss getrennt.

Erste Medienberichte sprachen von einer möglichen Flucht der Einbrecher durch einen unterirdischen Gang in die benachbarte Schinkelwache, von wo aus die Täter angeblich auf die Straße flohen.

Dies erwies sich als falsch. Die Täter sind durch ein Fenster in die Schatzsammlung eingebrochen dadurch auch wieder entkommen. Das Gitter an diesem Fenster wurde entfernt.

13.26 Uhr: Kamerabilder zeigen zwei Einbrecher

Volker Lange, Leiter Kripo: "Die Kamerabilder zeigen zwei Einbrecher. Beim Eintreffen der Polizei war vor Ort keiner mehr da. Nicht ausgeschlossen, dass es aber noch mehr Täter gibt."

Der Einbruch fand durch ein Fenster statt, das Schutzgitter davor wurde entfernt. Das Fenster eingeschlagen, die Täter gingen gezielt auf eine Vitrine zu und verließen dann wieder das Gebäude.

Der Brand in einer Tiefgarage in Pieschen scheint mit dem Einbruch in Verbindung zu stehen. Ein Fahrzeug wurde in Brand gesetzt, das Fahrzeug war abgemeldet.

Die Soko besteht derzeit aus 10 Ermittlern und trägt den Namen "Epaulette".

13.12 Uhr: So schildert die Polizei den "ersten Angriff"

Die Pressekonferenz.
Die Pressekonferenz.

Jörg Kubiessa Polizeipräsident Dresden gibt Infos zum "Ersten Angriff", wie er es nennt.

4.59 Uhr gab es die erste Info des Sicherheitsdienstes an die Polizei mit der Angabe einer Einbruchshandlung. Die Sicherheitsmänner hätten die Einbrecher auf Video gesehen.

5.04 Uhr: Funkstreifenwagen Dresden-Mitte ist vor Ort.

5.05 Uhr: Hinweis auf ein Fluchtfahrzeug, das den Tatort verlassen haben soll.

5.16 Uhr: 16 Streifenwagen alarmiert, um das Fluchtfahrzeug zu finden.

5.21 Uhr: Stromausfall durch Brand des Stromkastens. Ob es einen Zusammenhang mit dem Einbruch gibt, wird geprüft.

Im Anschluss wurden auch die Grenzen informiert.

7 Uhr wurde die Tatortgruppe des LKA angefordert.

12.22 Uhr: Anschlag auf kulturelle Identität Sachsens

Innenminister Wöller: "Mehrere Täter haben Kunstschätze von unermesslichen Wert gestohlen." Außerdem spricht der Minister von einem "Anschlag auf die kulturelle Identität Sachsens." Nicht nur der materielle Wert spiele eine große Rolle, vor allem der immaterielle Wert. Eine Sonderkommission wurde gebildet, die nun noch Tatortarbeit leistet.

Kunstministerin Eva-Maria Stange bedauert auch den großen Schaden, der durch den Diebstahl entstanden sei, gelänge es nicht, die Kunstgegenstände wieder zu bekommen.

Nach den zwei kurzen Statements verschwanden die beiden Politiker wieder, ließen keine Nachfragen zu.

12.05 Uhr: Warten auf aktuelle Statements

Der kleine Schlosshof ist voller Journalisten.
Der kleine Schlosshof ist voller Journalisten.

Großes Presse-Aufkommen im Schloss. Alle warten auf aktuelle Statements. Angekündigt sind Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer, Innenminister Prof. Dr. Roland Wöller, Finanzminister Dr. Matthias Haß und Kunstministerin Eva-Maria Stange. Angekündigt war dies für 11.30 Uhr.

11.31 Uhr: Grünes Gewölbe ein Fort Knox?

Michael Kretschmer: "Für mich war das Grüne Gewölbe immer ausgezeichnet gesichert. Aber das war es eben nicht." In einem Interview aus dem Jahr 2010 sagte Martin Roth, der ehemalige Chef der Kunstsammlungen: "Wenn Sie bei uns ins Grüne Gewölbe gehen, scheint das nicht geschützt zu sein. Aber es ist gesichert wie Fort Knox. Die Alarmsysteme sind unsichtbar. Ein sichtbares System ist immer auch eine Einladung, das System auszuhebeln. Und wenn jemand Insiderwissen über die Sicherheit nach außen gibt, ist das natürlich sehr fatal. Der menschliche Faktor bleibt so das größte Risiko."

11.10 Uhr: Der "Grüne Diamant" ist sicher

Der wertvollste Diamant der Sammlung ist der sogenannte „Grüne Diamant“. Er hat 41 Karat und ist von unschätzbarem Wert. Doch weilt der gerade nicht in Dresden, sondern wird seit heute in New York ausgestellt.

10.55 Uhr: Diente ein weiteres Feuer zur Ablenkung?

Rauch über der Kötzschenbroder Straße, mehrere Einsatzfahrzeuge waren im Einsatz.
Rauch über der Kötzschenbroder Straße, mehrere Einsatzfahrzeuge waren im Einsatz.

Möglicherweise steht auch ein weiterer Brand in Zusammenhang mit dem Einbruch: Gegen 5 Uhr kam es in einer Tiefgarage an Kötzschenbroder Straße zu einem Feuer. Mehrere Autos brannten plötzlich. Dort brannte es zur selben Zeit als auch das Feuer am Terrassenufer entstand. Möglich, dass der Tiefgaragenbrand der Ablenkung diente.

10.30 Uhr: Kamen die Diebe durch ein Fenster?

Auch die Schinkelwache ist abgesperrt.
Auch die Schinkelwache ist abgesperrt.

Laut BILD soll es trotz Stromausfall eine Kamera gegeben haben, die den Einbruch aufzeichnete. Angeblich seien in den Aufnahmen "auffällig kleine Täter" zu sehen. Diese seien durch ein kleines Fenster gestiegen.

Nachtrag: Diese BILD-Meldung erwies sich später als falsch! Aufzeichnungen zeigen zwei Täter, klein sollen die nicht gewesen sein. Das Fenster, durch das die Einbrecher kamen, hatte ein Gitter, das entfernt wurde.

Kunstministerin Eva-Maria Stange (62, SPD) und Dirk Syndram (64, Mitte), Direktor des Grünen Gewölbes.
Kunstministerin Eva-Maria Stange (62, SPD) und Dirk Syndram (64, Mitte), Direktor des Grünen Gewölbes.
Hier brannte am Terrassenufer der Stromverteiler, der auch die Alarmanlagen des Grünen Gewölbes mit Energie versorgt. Er musste zum Löschen abgeschaltet werden.
Hier brannte am Terrassenufer der Stromverteiler, der auch die Alarmanlagen des Grünen Gewölbes mit Energie versorgt. Er musste zum Löschen abgeschaltet werden.

Was ist das Grüne Gewölbe?

Hier liegen die wertvollsten Stücke der Schatzsammlung von Sachsens Königsgeschlecht. Die berühmte Sammlung aus Diamanten, Waffen, Porzellan, Münzen und edlen Stoffen macht das Museum zu einem der wichtigsten der Welt.

Das Historische Grüne Gewölbe im Dresdner Residenzschloss ist das barocke Schatzkammermuseum der sächsischen Kurfürsten und Könige. In zehn prachtvoll ausgestatteten Räumen beherbergt es rund 3000 Schmuckstücke und andere Meisterwerke aus Gold, Silber, Edelsteinen, Elfenbein und anderen wertvollen Materialien.

Seit der Wiedereröffnung im September 2006 gehört es zu den Besuchermagneten Dresdens. Ihren Namen verdanken die Räume malachitgrünen Abfärbungen einzelner Bauteile.

Das 1723 bis 1729 eingerichtete Prunkstück der Kunstsammlung des legendären Kurfürsten August der Starke (1670-1733) gilt als eine der reichsten Schatzkammern und eines der ältesten Museen Europas.

In einem modernen Teil der Schatzkammer, dem Neuen Grünen Gewölbe, sind zudem mehr als 1000 Objekte zu sehen. Dank moderner Vitrinentechnik können die Prachtstücke der Sammlung im Detail studiert werden.

Fotos: Hal, TAG24, Norbert Neumann, Steffen Füssel, Xcitepress / Christian Essler

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