Striezelmarkt: So sicher wie ein Atommüll-Lager?

Dresden - Die Liste der Sperren, mit denen die Stadt Dresden den Striezelmarkt und andere Weihnachtsmärkte gegen Angriffe schützt, ist lang.

Der Striezelmarkt wird mit verschiedenen Arten von Sperren gesichert.
Der Striezelmarkt wird mit verschiedenen Arten von Sperren gesichert.  © Norbert Neumann

Dazu gehören sogenannte Nestlersteine, Mifram-Sperren, Indutainer und mobile Schranken. In diesem Jahr werden noch zwei neue Systeme getestet, die in der Region entwickelt wurden - eines davon für Atommüll-Zwischenlager.

Das steht auf der Schlossstraße neben dem Kulti und besteht aus mehreren miteinander verketteten Betonelementen. Anbieter ist die Firma General Atomics Europe aus Dresden.

Geschäftsführer Harald Robl (55) erklärt: "Wenn ein 40-Tonner mit 40 km/h dagegen fährt, steht der nach einem Meter." Das System sei durch die Gesellschaft für Reaktorsicherheit geprüft und habe die höchste Schutzstufe in Europa.

Nicht auf Beton, sondern auf Stahl setzt die Radeberger Firma Vowisol. Deren Sperren sind mehr als zehn Tonnen schwer und stehen an der Kreuzkirche.

Sicherheit am Striezelmarkt ist ganz schön teuer

Andreas (66) und Arian Vorwerk (41) haben ihre Sperren an der Kreuzkirche aufgestellt.
Andreas (66) und Arian Vorwerk (41) haben ihre Sperren an der Kreuzkirche aufgestellt.  © Norbert Neumann

Die Hülle aus Alu sei individuell gestaltbar, sagt Geschäftsführer Arian Vorwerk (41). Theoretisch könnten sie Sperren deshalb dauerhaft im Stadtbild bleiben.

Beide Unternehmen stellen ihre Produkte in diesem Jahr kostenlos zur Verfügung. Das ist natürlich nicht ganz uneigennützig. Denn die Stadt will im kommenden Jahr bis zu 550.000 Euro in den Kauf sogenannter "mobiler Fahrzeug-Rückhaltesysteme" investieren. Die könnten dann auch bei anderen Veranstaltungen zum Einsatz kommen.

Bereits jetzt zahlt Dresden viel Geld für die Sicherheit auf dem Striezelmarkt. Das Sicherheitskonzept, das die Miete, Lagerung, Instandhaltung und den Transport der Sicherheitselemente, die Bewachung sowie Maßnahmen der Verkehrssicherheit umfasst, kostete 2018 rund 150.000 Euro.

In diesem Jahr wird es ähnlich teuer.

Solche Betonsperren werden auch zur Sicherung von Atommüll-Zwischenlagern eingesetzt.
Solche Betonsperren werden auch zur Sicherung von Atommüll-Zwischenlagern eingesetzt.  © Norbert Neumann

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