Fotofalle bringt den Beweis: Erstes Wolfsrudel in der Dresdner Heide!

Dresden - Schon Dutzende Male soll der Wolf in der Heide gesichtet worden sein, doch erst jetzt herrscht Gewissheit: In dem Wald im Norden Dresdens hat sich ein Wolfsrudel angesiedelt! Den Beweis liefert eine Wildtierkamera.

In der Heide lebt jetzt ein Wolfsrudel.
In der Heide lebt jetzt ein Wolfsrudel.  © Imago Images / Blickwinkel

Der Wolf ist in Dresden angekommen! Seit Jahresbeginn gingen bei der zuständigen Fachstelle Wolf 47 Hinweise auf das Raubtier in der Dresdner Region ein, davon 22 Sichtmeldungen, hauptsächlich in der Heide.

In sechs Fällen konnten Experten den Wolf bestätigen. Der Nachweis eines Rudels gelang jedoch erst jetzt - denn vier Welpen tappten in die Fotofalle.

Eine Wildtierkamera hielt schon im August die jungen Raubtiere (geboren wohl im Mai) fest.

"Schwerpunkt der Wolfsnachweise ist das Gebiet zwischen Hofewiese und Dachsenberg", sagt Dresdens Forstbezirksleiter Markus Biernath (53). Die Eltern der Welpen sind laut Experten seit Jahresbeginn in der Heide unterwegs.

Wo der Rüde und die Fähe herkommen, ist noch nicht bekannt. "Wolfsbeauftragte unternahmen nach Sichtung Exkursionen ins Gebiet. Weitere Hinweise oder Genetikproben liegen aber nicht vor", sagt Vanessa Ludwig (36) von der Fachstelle Wolf.

Was bedeutet das Raubtier-Rudel für Dresden?

Die Hofewiese ist jetzt Wolfs Revier. Chef Holger Zastrow (50) hat den Isegrim aber noch nicht gesehen.
Die Hofewiese ist jetzt Wolfs Revier. Chef Holger Zastrow (50) hat den Isegrim aber noch nicht gesehen.  © Steffen Füssel

Was bedeutet das Raubtier-Rudel für die Dresdner?

"Angst braucht niemand zu haben", sagt Ludwig. "Der Wolf ist in der Regel vorsichtig, versucht Menschen aus dem Weg zu gehen."

Pilzsammler können auch weiter mit Kindern in die Heide gehen. Wer Isegrim begegnet, sollte stehen bleiben, sich mit Klatschen und Rufen laut bemerkbar machen. Hunde an der Leine halten! Hofewiese-Chef Holger Zastrow (50): "Ich habe ihn noch nicht gesehen, hoffe, dass der Wolf seine Scheu vorm Menschen behält."

Nutztierhalter sollten ihren Herden-Schutz (förderfähig) überprüfen!

Gut: Geschlossene Koppeln ohne Durchschlupfmöglichkeiten mit stromführenden Zäunen bei 1,20 Meter Höhe. Abschreckend auch Flatterband und Herdenschutzhund.

Nachdem 2017 und 2018 aus Dresden keine Übergriffe gemeldet wurden, fiel im Juli ein Schaf in Schönfeld Wölfen zum Opfer. Doch keine Panik: "Für die Wölfe ist dabei noch genug Wild als Nahrungsgrundlage vorhanden", so Biernath.

Zwischen Hofewiese (roter Kreis links) und Dachsenberg (Kreis rechts) liegt der Schwerpunkt der Wolfsnachweise.
Zwischen Hofewiese (roter Kreis links) und Dachsenberg (Kreis rechts) liegt der Schwerpunkt der Wolfsnachweise.
Expertin Vanessa Ludwig (36) von der Fachstelle Wolf.
Expertin Vanessa Ludwig (36) von der Fachstelle Wolf.  © Kontaktbüro Wolfsregion Lausitz
"Genügend Wild vorhanden": Markus Biernath (53) leitet den Forstbezirk Dresden beim Staatsbetrieb Sachsenforst.
"Genügend Wild vorhanden": Markus Biernath (53) leitet den Forstbezirk Dresden beim Staatsbetrieb Sachsenforst.  © Thomas Türpe

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