Gruselfund an der Autobahn: Waldarbeiter entdecken skelettierte Frauenleiche

Friedberg - Es muss ein Anblick gewesen sein, der einem das Blut in den Adern gefrieren ließ: Im Juni 1988 entdeckten Waldarbeiter den stark verwesten Kadaver einer bis heute unbekannten Frau im Rosbacher Stadtwald nahe der A5 bei Friedberg (Mittelhessen). Die ZDF-Sendung "Aktenzeichen XY...ungelöst" soll nun neue Erkenntnisse bringen.

Eine Gesichtsweichteilrekonstruktion zeigt das mögliche Aussehen der noch immer unbekannten Toten.
Eine Gesichtsweichteilrekonstruktion zeigt das mögliche Aussehen der noch immer unbekannten Toten.  © Polizeipräsidium Mittelhessen

Dieser sogenannte "Cold Case" wurde von der Kriminalpolizei in Friedberg und der Staatsanwaltschaft Gießen im Jahr 2017 neu aufgerollt und brachte viele neue Erkenntnisse ans Licht. Die Identität der Toten, die aller Voraussicht nach einem Verbrechen zum Opfer fiel, ist aber noch immer nicht bekannt.

In der Aktenzeichen-Folge am Mittwoch (6. März/20.15 Uhr) wird der Fall thematisiert, die Ermittler hoffen sich davon hilfreiche Zeugenhinweise. Im ZDF-Studio werden Staatsanwalt Thomas Hauburger (Gießen) und Kriminalhauptkommissar Ralf Zentgraf (Friedberg) zu Gast sein.

Gefunden wurde die unbekannte Tote in einem Entwässerungsgraben im Bereich der Anschlussstelle Friedberg in Richtung Frankfurt. Alle Anzeichen deuteten damals auf ein Tötungsdelikt hin, die weit fortgeschrittene Verwesung machte aber eine Bestimmung der Identität sowie des Geschlechts zunächst unmöglich. Auch mögliche Tatverdächtige konnten nicht ermittelt werden.

Im Zuge der neu aufgerollten Ermittlungen war es der Rechtsmedizin in Friedberg jedoch möglich, aus einem Eckzahn des Leichnams DNA zu gewinnen und somit zu bestimmen, dass es sich bei der Toten um eine Frau handelte. Des Weiteren konnte ein sogenanntes Isotopengutachten erstellt werden, das Aufschluss über die jeweiligen Aufenthaltsorte der Toten in ihren unterschiedlichen Lebensphasen geben kann.

Somit wuchs sie wohl in Gebirgsregionen im südöstlichen Polen auf, hielt sich als Teenager dann eher in den Alpenregionen auf. Im letzten Lebensabschnitt vor ihrem Tod dürfte sie Europa in Richtung Südasien verlassen haben, ehe sie kurz vor ihrem Ableben nach Deutschland, beziehungsweise Mitteleuropa zurückkehrte.

Der Leichnam der unbekannten Toten wurde am 21. Juni 1988 an der A5 nahe Friedberg entdeckt.
Der Leichnam der unbekannten Toten wurde am 21. Juni 1988 an der A5 nahe Friedberg entdeckt.  © Polizeipräsidium Mittelhessen

Insgesamt ergab sich durch die intensiven Ermittlungen folgendes etwaiges Personenprofil:

  • schlanke Frau im Alter von 25 - 35 Jahren, geboren zwischen 1953 und 1963
  • mittelbraune, gelockte Haare
  • zuletzt Trägerin eines goldfarbenen Ohrsteckers
  • etwa 1,65 m groß, Schuhgröße: 34-35
  • 17 Zahnfüllungen (überwiegend Silberamalgam)
  • Ausgeprägter Vorbiss
  • Blutgruppe A
  • Aufgewachsen in Gebirgsregionen im südöstlichen Polen oder grenznahen Gebieten der Ukraine
  • In der Pubertät eventuell Ortswechsel in südliche Alpenregionen, zum Beispiel Schweiz oder Norditalien
  • lebte längere Zeit in Indien oder anderen meeresnahen, südasiatischen Regionen
  • Rückkehr nach Mitteleuropa/Deutschland Mitte 1988
  • Keine Drogenkonsumentin

Für Hinweise, die zur Identifizierung der Toten oder der Ergreifung ihres, beziehungsweise ihrer möglichen Mörder führen, ist eine Belohnung von 2500 ausgesetzt. Zeugenhinweise können telefonisch an

Titelfoto: Polizeipräsidium Mittelhessen

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