Sprengstoff-Anschläge auf Bestellung? Jüngster Verdächtiger erst 13 Jahre alt
Frankfurt am Main/Niederlande - Eine Serie von Anschlägen auf Restaurants und private Wohnhäuser in Frankfurt und dem Rhein-Main-Gebiet geht offenbar auf ein neues kriminelles Phänomen zurück: "Violence as a Service"! Dabei handele es sich um "schwere Gewaltstraftaten", die quasi auf Bestellung verübt würden. Ein 20-jähriger Niederländer wurde am Dienstag festgenommen.
Der junge Mann sei "nach umfangreichen und intensiven Ermittlungen" in den Niederlanden gefasst worden, teilten das Polizeipräsidium Frankfurt und die Frankfurter Staatsanwaltschaft am Mittwoch gemeinsam mit.
Insgesamt würde gegen eine Frau und vier Männer im Alter von 18 bis 24 Jahren ermittelt. Dabei gehe es um schwere Brandstiftung und in einem Fall auch um versuchten Mord. "Der jüngste Tatbeteiligte, der wegen seines Alters nicht als Beschuldigter im Gesamtkomplex geführt wird, war zur Tatzeit gerade einmal 13 Jahre alt", betonte ein Sprecher.
Die Wohnungen und Autos der fünf Verdächtigen aus den Niederlanden seien am Dienstag von niederländischen und deutschen Ermittlern durchsucht worden. Im Zuge dessen wurden Datenträger, "rauschgiftverdächtige Substanzen" sowie bei dem 20-jährigen Hauptverdächtigen "zwei Schusswaffen und Munition" sichergestellt.
Der mutmaßliche Haupttäter soll die Anschläge mit Sprengsätzen in und um Frankfurt koordiniert und die eigentlichen Täter "in den Niederlanden rekrutiert, beim Bombenbau angeleitet, nach Deutschland gefahren und bei der Tatausführung hier vor Ort überwacht und geführt haben", hieß es weiter. Gegen den Mann wurde ein Haftbefehl erlassen.
"Die Staatsanwaltschaft Frankfurt am Main hat die Auslieferung des 20-Jährigen nach Deutschland ersucht, damit er sich hier für die ihm vorgeworfenen Taten verantworten kann", betonte der Sprecher.
"Violence as a Service": Sprengstoffanschläge und "überfallartige Gewalttaten"
Bereits früher verhaftet wurde ein 18-Jähriger, der in Taunusstein nordwestlich von Wiesbaden ein Feuer gelegt haben soll.
Ein 15-jähriger Niederländer wurde im August gefasst, er soll einen Anschlag auf eine Shisha-Bar in Frankfurt-Bockenheim verübt haben, in diesem Fall geht es auch um den Verdacht des versuchten Mords.
Das neue Kriminalitätsphänomen "Violence as a Service" breite sich seit einigen Jahren in Europa aus, hieß es am Mittwoch.
Charakteristisch hierbei sei "das gezielte Anwerben leicht beeinflussbarer und häufig Minderjähriger oder junger Erwachsener im Alter zwischen 15 und 25 Jahren". Of stammten diese Personen aus dem Ausland.
Bei den so ausgeübten Verbrechen im Auftrag Anderer handle es sich oft um Sprengstoffanschläge wie in Frankfurt und Rhein-Main. Ebenso komme es aber auch zu Attacken mit Schusswaffen auf Autos, Wohnhäuser und Gastronomiebetriebe "bis hin zu überfallartigen Gewalttaten gegenüber Personen".
Titelfoto: 5VISION.NEWS

