Bauch aufgeschlitzt: Kater "Muffin" wurde Opfer eines Tierschänders

Von Anke Brod

Leipzig - Fassungslos, ohnmächtig, entsetzt. Vor allem aber ist eine Familie aus dem Leipziger Stadtteil Stötteritz tief, tief traurig: Sie fanden ihren geliebten Kater Muffin dieser Tage in einem benachbarten Hinterhof nicht nur tot, sondern regelrecht aufgeschlitzt vor.

Da war er noch quietschfidel: Der eineinhalb-jährige Kater "Muffin".
Da war er noch quietschfidel: Der eineinhalb-jährige Kater "Muffin".  © privat

Die Gedärme waren dazu förmlich herausgerissen und teils fast plakativ um ein Hinterbein gewickelt, die leblosen Kateraugen weit auf. Zuvor hatte die fünfköpfige Familie tagelang verzweifelt nach ihrem über alles geliebten pelzigen Gesellen gesucht, war er doch am Morgen des 2. Dezember nicht wie gewohnt vom Freigang heimgekehrt.

"Ich kann es einfach nicht glauben, dass ich meinen geliebten Schatz nie wieder sehe. Ruhe in Frieden, mein kleines Baby. Ich bin geschockt und hätte nie mit sowas gerechnet" schreibt Katzenmama Manuela W. (37) kurz nach dieser schrecklichen Gewissheit auf Facebook.

Lebensgefährte Ronny H. (38) ergänzt im persönlichen Gespräch mit TAG24: "Der Kleine war uns und den Kindern sehr ans Herz gewachsen, gerade in letzter Zeit. Wir hatten ihn gerade vor einem Jahr von einer Pflegestelle übernommen".

Schlimmer Verdacht: Hat Flecki alles beobachtet?

Ein grausiger Anblick: Kater "Muffin" wurde übel zugerichtet.
Ein grausiger Anblick: Kater "Muffin" wurde übel zugerichtet.  © Anke Brod

Der "kleine Engel", wie die Stötteritzer Familie ihren getigerten Schelm liebkosend nannte, wurde nur eineinhalb Jahre alt. Sein Katerkumpel Flecki (3) versteht die Welt nicht mehr.

"Ich habe das Gefühl, dass der alles mitbekommen hat", vermutet Manuela W. und beobachtet bitter:

"Er will nicht mehr raus und kam in den Tagen, als wir den Kleinen suchten, immer wieder panisch nach Hause gerannt. Er hat auch immer so ängstlich geschaut", sagt sie nachhaltig geschockt, und fügt leise hinzu: "Ich wusste die Tage schon, dass irgend etwas passiert ist".

Flecki lege sich nun immer voller Schmerz und Trauer auf Muffins alte Schlafplätze, suche seine Nähe, brauche den Geruch. Inzwischen durfte er sich am Beerdigungskarton von Katerfreund Muffin noch einmal körperlich verabschieden.

Davor habe er seinen Spielkameraden auch immer wieder am vermuteten Ort des Geschehens jenseits des Gartenzaunes gesucht.

Ein verdächtiges Loch im Zaun

Dieses Loch im Zaun entdeckte die Familie erst kürzlich.
Dieses Loch im Zaun entdeckte die Familie erst kürzlich.  © Anke Brod

"Wir denken wirklich, dass ihm das jemand aus dem nächsten Umfeld angetan hat", mutmaßt Manuela W. Die Katze einer Nachbarin sei neulich sogar innerhalb des vermuteten Tathauses mit blutverschmiertem Kopf aus dem Treppenhaus in die Wohnung zurückgekehrt.

Zudem hätten sie gestern unweit der Fundstelle ihres so übel zugerichteten Muffin ein vorher nie da gewesenes, wohl gewollt gemachtes Loch in ihrem Gartenzaun entdeckt. Ronny H. ergänzt die mulmigen Beobachtungen: "Hier liefen vor kurzem noch viele andere Katzen herum, jetzt sehen wir kaum noch welche".

Man habe das bange Gefühl, ein Tierhasser lege sich hier geradezu gezielt auf die Lauer und locke seine Opfer förmlich an. Muffin sei nämlich eher ein ängstlicher Kater gewesen. Die Familie will nach dem ersten, lähmenden Schock über die bestialische Tierquälerei jetzt Anzeige auf Unbekannt erstatten.

"Warum tut jemand so etwas?", bleibt als schmerzender Gedanke zurück.

An dieser Stelle fand die Familie ihre Samtpfote.
An dieser Stelle fand die Familie ihre Samtpfote.  © Anke Brod

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