Großeinsatz der Polizei: Vater tot auf Gleisen gefunden, von seinem Sohn (5) fehlt jede Spur

Grodzisk Mazowiecki - Seit Mittwoch wird in Polen nach dem kleinen Dawid Żukowski gesucht. Der Fünfjährige war mit seinem Vater unterwegs, doch der wurde tot auf Gleisen der polnischen Bahn gefunden. Seitdem fehlt von dem Kind jede Spur. An der Suche nach ihm sind auch Polizeibeamte und Suchhunde aus Deutschland beteiligt.

Seit Mittwoch wird der kleine Dawid vermisst.
Seit Mittwoch wird der kleine Dawid vermisst.  © Polizei Warschau

Dawid wurde zum letzten Mal am Mittwoch gegen 17 Uhr in der Stadt Grodzisk Mazowiecki, etwa 30 Kilometer von Warschau entfernt, gesehen. Sein Vater holte ihn vom Haus seiner Familie ab, um ihn zu seiner Mutter zu bringen, die vorübergehend in Warschau lebt, da sich das Paar getrennt hat.

Sieben Stunden später, um Mitternacht, begann die Suche nach ihm, berichtet das polnische Nachrichtenportal "TVN Warszawa".

Nach Angaben der Polizei wurde bislang ein Gebiet von etwa dreitausend Hektar durchkämmt, doch ohne Erfolg.

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Als Erstes fanden die Polizeibeamten am Freitag das Auto, mit dem Vater und Sohn unterwegs waren. Es stand an der Kirche in Grodzisk Mazowiecki und war leer. Wenig später wurde auch der Mann entdeckt. Seine Leiche lag auf Bahngleisen, nicht weit vom Auto. Ob er umgebracht wurde oder sich das Leben nahm, soll die Obduktion aufklären.

Nach einer kurzen Pause wurde die Suche nach dem kleinen Jungen auch am Sonntagmorgen wieder aufgenommen. Sein Verschwinden bleibt mysteriös!

Denn von Dawid fehlt jede Spur! Das Kind ist verschwunden. Die Polizei ermittelt fieberhaft in alle Richtungen. Auch, ob er möglicherweise entführt wurde. Denn sein Vater hatte eine düstere Vergangenheit.

Dawids Vater wurde nur noch tot gefunden.
Dawids Vater wurde nur noch tot gefunden.  © Polizei Warschau

Wie die Psychologin Teresa Gens, die unter anderem für das Gericht in Grodzisk arbeitet, gegenüber dem Nachrichtenportal "Polsat News" sagte, hatte Dawids Vater Probleme mit Glückspielen und Drogen.

Sie habe den Mann nicht persönlich gekannt, wusste aber aus einem "sehr emotionalen Gespräch" mit Dawids Mutter davon. In einer SMS habe er ihr schließlich gedroht, dass sie "ihren Sohn nicht mehr sehen" wird.

Die Tatsache, dass die Beamten auch Gruben und Müllkippen durchsuchen, die sich in der Umgebung von Grodzisk Mazowiecki befinden, lässt schlussfolgern, dass die Polizei auch davon ausgeht, dass der Kleine nicht mehr am Leben sein könnte.

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Möglich sei aber auch, und die Hoffnung habe man, dass der Vater das Kind zu jemandem gebracht hat.

Eine weitere Zeugin, eine Geschäftsinhaberin aus Grodzisk, erklärte, dass ihr eine Kundin erzählt habe, wie sie ein Gespräch im Kindergarten belauscht habe, in dem Dawids Vater gesagt haben soll, dass das Kind längere Zeit fehlen wird, weil beide verreisen. Ob über eine Reise ins Ausland gesprochen wurde, daran konnte sich die Zeugin nicht erinnern.

Dafür spricht, dass Dawid laut Medienberichten die polnische und die russische Staatsbürgerschaft haben soll. Die russische Botschaft in Polen bestätigte das allerdings nicht und teilte nur mit, dass der vermisste Fünfjährige russischer Staatsbürger sei. Weitere Angaben wolle man in dem Fall nicht machen.

Mit diesem Skoda Fabia waren Vater und Sohn am Mittwoch unterwegs.
Mit diesem Skoda Fabia waren Vater und Sohn am Mittwoch unterwegs.  © Polizei Warschau

Sollte der Fünfjährige noch leben, bestehe "eine gute Chance, dass er gefunden" werde, sagte Gens. "Das Kind hat einen starken Selbsterhaltungstrieb und würde versuchen, aus einer schwierigen Situation zu entkommen."

Nach nächtlichen Vorbereitungen setzte die Polizei die Suche am Sonntagmorgen fort. Im Einsatz sind auch Helfer vom Militär, der Feuerwehr und Taucher. Außerdem ein Hubschrauber mit Wärmebildkamera, Drohnen und Spürhunde.

Gesucht wird in der Umgebung von Grodzisk Mazowiecki, außerdem in den örtlichen Waldgebieten, entlang der Autobahn A2 und auch in Warschau. Selbst am Chopin-Flughafen Warschau-Modlin blieb die Suche nicht aus.

"Wir gehen sehr sorgfältig vor, prüfen Zentimeter für Zentimeter. Wir können keine noch so kleine Spur ignorieren", sagte Sylwester Marczak, ein Sprecher der Warschauer Stadtpolizei am Sonntagmorgen.

Die Anteilnahme an dem mysteriösen Verschwinden des kleinen Dawid ist in Polen so groß, dass sich auch etliche Bürger an der Suchaktion beteiligen. Sogar Polizisten, die gerade frei haben, seien in den Dienst zurückgekehrt, um die Suche zu unterstützen.

Es handelt sich um die bislang größte Suchaktion in der Geschichte der polnischen Polizei.

Wie die Polizei Warschau auf Twitter bestätigte, sind auch deutsche Polizistinnen nach Grodzisk Mazowiecki gekommen und "mit einigen der besten Polizeisuchhunde der Welt" an der Suchaktion beteiligt.

So könnt Ihr helfen

Am Fenster hinter dem Fahrersitz ist diese Sonnenblende angebracht.
Am Fenster hinter dem Fahrersitz ist diese Sonnenblende angebracht.  © Polizei Warschau

Die Polizei Warschau bittet Autofahrer, die in dieser Woche - und insbesondere am Mittwoch zwischen 17 und 21 Uhr - auf der polnischen Autobahn A2 von Grodzisk nach Warschau oder nach Grodzisko unterwegs waren, die Aufnahmen ihrer Autokameras zu überprüft.

Möglicherweise ist Euch auch der oben abgebildete silbergraue Skoda Fabia aufgefallen. Er trägt das polnische Kennzeichen WGM 01K9. Das Fenster am Rücksitz auf der Fahrerseite hat eine Sonnenblende mit dem Motiv "Lightning McQueen" aus dem Pixar-Film "Cars".

Wer etwas über den Aufenthaltsort des Kindes weiß und helfen kann, wendet sich bitte an die Polizei in Grodzisk Mazowiecki unter der Telefonnummer 22 755 60 10 (-11, -12, -13), aus Deutschland mit der Vorwahl 0048, oder bei jeder anderen Polizeistation. Hinweise werden auch anonym entgegengenommen.

Titelfoto: Polizei Warschau

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