"Ihr seid so widerlich!" So werden die Connewitz-Chaoten beschimpft

Leipzig - Bauzäune im Stadtteil Connewitz angezündet, Kräne und Bagger auf einer Großbaustelle in Brand gesetzt und nun auch erstmals menschlicher Schaden: Nach dem Angriff auf eine Bauunternehmerin durch Linksextremisten haben sich viele Menschen gegen die Verbrecher gestellt und die Taten scharf verurteilt.

Bauunternehmerin Claudia P. (34) wurde in ihrer Wohnung im Leipziger Norden von Vermummten mit Faustschlägen drangsaliert.
Bauunternehmerin Claudia P. (34) wurde in ihrer Wohnung im Leipziger Norden von Vermummten mit Faustschlägen drangsaliert.  © Screenshot/Facebook

Es war der vorläufig traurige Höhepunkt des seit Wochen andauernden Kampfes um bezahlten Wohnraum: Am Sonntagabend drangen zwei vermummte Täter in die Wohnung von Claudia P. im Leipziger Norden ein, schlugen der 34-Jährigen mehrmals mit der Faust ins Gesicht und verletzten sie dadurch (TAG24 berichtete). Die Prokuristin soll in ein Bauprojekt in Connewitz involviert sein, das den Anwohnern einmal mehr ein Dorn im Auge ist.

Zuvor hatte offenbar eine junge Frau das Wohnhaus der Immobilienmanagerin ausgekundschaftet. Nach ihr sucht nun der Staatsschutz (TAG24 berichtete). Hinweise erbittet die Kriminalpolizei nach wie vor unter Tel. 034196646666.

Unter dem auf der linken Plattform Indymedia veröffentlichten Bekennerschreiben zu dieser Tat gab es mehrere (mittlerweile gelöschte) Kommentare, die sich fast ausschließlich negativ zum Angriff auf P. äußerten.

"Was seid ihr bloß für Menschen? Ihr seid so widerlich! Ich finde einfach keine Worte für das was Ihr getan habt! Nicht nur das ihr sie unendlichst verletzt habt, sondern auch noch das ganze Leben versaut habt", heißt es unter anderem. (Rechtschreibung übernommen)

Auch ein anderer anonymer Kommentator versteht den Angriff nicht. "Falls ihr mal Aldi oder Lidl attackieren wollt, besucht ihr dann eine Kassiererin daheim? Die (...) hat genauso viel Einfluss auf die Geschäftsentscheidungen wie euer letztes Opfer."

Eine laut eigenen Aussagen bekennende Linke findet, dass Gewalt "das Letzte" sei - egal ob gegen Polizisten, Rettungskräften oder normale Bürger. "Diese Nummer ist einfach der Gipfel. Mit dieser Schwachsinnsaktion spielt ihr der AfD so dermaßen in die Karten. Vielleicht ist das aber auch zu hoch für euch, weil in der Schule nur Klöppeln und Klatschen hattet. Ich verstehe es nicht. Ihr wiegelt die Bevölkerung gegen euch auf, anstatt sie auf eure Seite zu ziehen. Vielleicht solltet ihr Kleingeister mal darüber nachdenken, bevor ihr euch mit so einer abartigen Scheiße brüstet."

Harte Worte gegen die Linksextremisten. Und die kommen offenbar aus den eigenen Reihen.

"Der Weg zum politischen Mord ist nicht mehr weit"

Anfang Oktober wurden mehrere Kräne an der Prager Straße in Brand gesetzt, der Schaden beträgt mehrere Millionen Euro. Auf der Großbaustelle des ehemaligen Technischen Rathauses entstehen neue Wohnungen.
Anfang Oktober wurden mehrere Kräne an der Prager Straße in Brand gesetzt, der Schaden beträgt mehrere Millionen Euro. Auf der Großbaustelle des ehemaligen Technischen Rathauses entstehen neue Wohnungen.  © Silvio Bürger

Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung (61, SPD) hatte sich nach dem erneuten Angriff in Zusammenhang mit der Errichtung neuen Wohnraums schockiert gezeigt.

"Erst brennen Barrikaden und Mülltonnen, dann werden Wehrlose angegriffen - der Weg zum politischen Mord ist nicht mehr weit, wenn der Rechtsstaat nicht mit allen Mitteln und aller Konsequenz eingreift", teilte das Stadtoberhaupt mit.

In einem früheren Bekennerschreiben hatten die Connewitz-Chaoten geschrieben, dass "Bullen" in dem südlichen Stadtteil unerwünscht seien und es "auch in Zukunft keine gute Idee ist, die BewohnerInnen des Viertels durch ihre Präsenz zu belästigen. Verpisst euch aus unserem Viertel."

Die Luxussanierung von Wohnungen, der Bau neuer Wohnhäuser und anderer Sanierungen in Connewitz stoßen einigen Bewohnern bitter auf. Dass sie mit ihren gefährlichen Aktionen, deren Schaden schon jetzt in die Millionen geht, nicht für günstigere Mieten sorgen, scheint ihnen jedoch nicht bewusst zu sein.

Bleibt nur zu hoffen, dass die Konflikte zwischen Bauunternehmen, Polizisten und Linksextremisten nicht noch mehr ausarten.

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