Brutale Straßenschlacht in Leipzig: Chaoten wollten Polizisten töten

Leipzig - Erschreckende neue Qualität politisch motivierter Gewalt in Leipzig: Bei Straßenschlachten in der Silvesternacht im alternativen Stadtteil Connewitz haben mutmaßlich linksautonome Chaoten versucht, einen Polizisten zu töten. Der Beamte erlitt lebensgefährliche Verletzungen (TAG24 berichtete).

Polizeibeamte räumen eine Kreuzung und werden dabei mit Feuerwerkskörpern beschossen.
Polizeibeamte räumen eine Kreuzung und werden dabei mit Feuerwerkskörpern beschossen.  © dpa/Sebastian Willnow

Es dauerte nicht lang, bis das Freudenfeuerwerk zum Jahreswechsel am Connewitzer Kreuz in einen regelrechten Straßenkrieg ausartete. Unter den etwa 1000 zunächst friedlich feiernden Menschen waren offenbar zahlreiche gewaltbereite Chaoten, die wohl nur darauf warteten, die zum Schutz der Feiernden am Kreuz postierten Polizeieinheiten angreifen zu können.

Beamte seien ab 0.15 Uhr massiv mit Steinen, Flaschen und Feuerwerk angegriffen worden, erklärte Polizei-Sprecher Alexander Bertram. "Eine Gruppe von Gewalttätern versuchte, einen brennenden Einkaufswagen mitten in eine Einheit der Bereitschaftspolizei zu schieben und beschossen diese massiv mit Pyrotechnik."

Mit lebensgefährlichen Folgen für den Truppführer: Offenbar gelang es den Chaoten, den 38-Jährigen von seinem Team zu isolieren.

Wie Zeugen berichteten, sollen die Gewalttäter dem am Boden liegenden Beamten den Helm abgerissen und dann auf seinen Kopf eingetreten haben. Laut Staatsanwaltschaft geschah dies in Tötungsabsicht. Gegen die bislang unbekannten Täter ermittelt die "Soko LinX" nun wegen versuchten Mordes.

Innenminister Wöller: "Gezielte Angriffe auf Menschenleben!"

Ein Einkaufswagen mit einem gebastelten Polizei-Auto aus Pappe - die Randalierer sollen den brennenden Wagen in eine Gruppe Polizisten geschoben haben.
Ein Einkaufswagen mit einem gebastelten Polizei-Auto aus Pappe - die Randalierer sollen den brennenden Wagen in eine Gruppe Polizisten geschoben haben.  © dpa/Sebastian Willnow

Nur eine Not-OP konnte das Leben des Polizisten retten.

Warum er von seinem Team isoliert werden konnte und weshalb es anderen Beamten nicht gelang, den Haupttäter festzunehmen, dazu machte die Polizei am Mittwoch keine Angaben.

Bei den schweren Unruhen wurden neun Tatverdächtige festgenommen. Am heutigen Donnerstag entscheidet die Staatsanwaltschaft, ob gegen sie Haftbefehl beantragt wird.

Sachsens Innenminister Roland Wöller (49, CDU) verurteilte den Mordversuch scharf: "Die Angriffe auf Polizistinnen und Polizisten in Connewitz waren bewusste und gezielte Angriffe auf Menschenleben. Wir werden die schweren Straftaten mit aller Härte des Rechtsstaates verfolgen."

Geäußert hat sich auch die Landtagsabgeordnete Juliane Nagel (41, Linke), die angesichts der ausufernden Gewalt diesen Tweet für angemessen hielt: "Uff. Cops raus aus #Connewitz gewinnt nach diesem Jahreswechsel ne neue Bedeutung. Ekelhafte Polizeigewalt, überrennen unbeteiligter, wirre Einsatzmanöver, kalkulierte Provokation."

Auch angesichts des versuchten Mordes an einem Familienvater in Uniform nahm Frau Nagel den Tweet weder zurück, noch löschte ihn später.

HINWEIS DER REDAKTION

In einer früheren Version des Artikel stand, dass Juliane Nagel (41, Linke) angesichts des versuchten Mordes an einem Familienvater in Uniform diesen Tweet für angemessen hielt: "Uff. Cops raus aus #Connewitz gewinnt nach diesem Jahreswechsel ne neue Bedeutung. Ekelhafte Polizeigewalt, überrennen unbeteiligter, wirre Einsatzmanöver, kalkulierte Provokation."

Dazu äußert sich Juliane Nagel nun wie folgt: "Der durch die MORGENPOST zitierte Twitter-Beitrag (Tweet) von mir steht, anders als der Zeitung unterstellt, nicht im Zusammenhang mit den Ermittlungen wegen versuchten Mordes an einem Polizeibeamten. Mein Tweet wurde am 01.01.2020 um 02:18 Uhr veröffentlicht. Die erste öffentliche Meldung über den schwer verletzten Beamten wurde am 01.01.2020 um 04:42 Uhr durch die Polizei veröffentlicht, die erste Meldung über Ermittlungen wegen versuchten Mordes noch deutlich später. Keineswegs habe ich mich also „angesichts des versuchten Mordes“ geäußert, da zum Zeitpunkt besagter Äußerung durch mich der Fall des schwer verletzten Beamten weder mir noch der Öffentlichkeit bekannt war. Ich wünsche dem Beamten und allen anderen Verletzten aufrichtig gute Besserung."

Auch mit Bekanntwerden des Mordversuches löschte Juliane Nagel den Tweet nicht, nahm ihn auch nicht inhaltlich zurück.

Bereitschaftspolizisten wurden in der Silvesternacht in Connewitz zur Zielscheibe gewaltbereiter Chaoten. Ein Beamter erlitt lebensgefährliche Verletzungen.
Bereitschaftspolizisten wurden in der Silvesternacht in Connewitz zur Zielscheibe gewaltbereiter Chaoten. Ein Beamter erlitt lebensgefährliche Verletzungen.  © dpa/Sebastian Willnow

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