Steht in Sachsen bald "Waschbär" auf dem Speiseplan?

Leipzig - Landet der Waschbär bald auf sächsischen Speisekarten? Mit den rechtlichen Aspekten dieses "speziellen Lebensmittels" beschäftigen sich in der kommenden Woche die Leipziger Tierärzte auf einem Kongress. Auch die fleischhygienische Eignung wird derzeit an der Leipziger Uni untersucht.

Ob es wirklich Menschen gibt, die einen Waschbären essen würden? (Bildmontage)
Ob es wirklich Menschen gibt, die einen Waschbären essen würden? (Bildmontage)  © 123RF/Eugenio Marongiu/ Isabel Poulin (Bildmontage

Weil er hierzulande keine natürlichen Feinde hat, wird der aus Amerika eingewanderte Kleinbär immer mehr zur Plage. Im vergangenen Jagdjahr wurden in Sachsen 15 .783 Waschbären zur Strecke gebracht - doppelt so viele wie fünf Jahre zuvor.

Trotzdem werden es immer mehr.

Kann man die Plage einfach wegessen? Stefan Birka vom Veterinärmedizinischen Institut untersucht derzeit die Eignung des Fleisches als Lebensmittel - es sieht vielversprechend aus.

Auf dem Tierarzt-Kongress geht der Forscher auch auf die vom Waschbär übertragbaren Krankheiten ein, die eine spezielle Vorgehensweise bei der Zubereitung bedingen würden.

In seiner Heimat Kanada und USA landet der Waschbär öfter als Festbraten in der Pfanne - etwa in Honig geschmort. Er schmeckt würzig, etwas herb und nach Wild. Eine Leipziger Gaststätte hatte ihn vor vier Jahren bereits auf der Speisekarte. Sie erlebte einen Shitstorm mit einer Online-Petition.

Denn viele finden den Kleinbären mit Häftlings-Outfit zu süß und putzig, als dass man ihn essen möchte.

Allerdings verkennen die "Tierschützer", dass das Raubtier für die Ausrottung ganzer Brutkolonien geschützter einheimischer Vögel verantwortlich ist.

Vermutlich schmeckt Waschbär ähnlich wie Kaninchen.
Vermutlich schmeckt Waschbär ähnlich wie Kaninchen.  © 123rf.com/Svetlana Kolpakova

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