Deutliche Kritik an Anti-AfD-Protesten in Gießen: "Gewaltpotenzial sehr erheblich"

Von Christian Schultz

Gießen/Wiesbaden - Der hessische Innenminister Roman Poseck (55, CDU) hat den Polizeieinsatz rund um die Gründung der neuen AfD-Jugendorganisation in Gießen als Erfolg gewertet und deutliche Kritik an einigen Protesten dagegen geäußert.

Die Polizisten hingegen lobte der hessische Innenminister Roman Poseck (55, CDU) ausdrücklich für ihren Einsatz in Gießen.
Die Polizisten hingegen lobte der hessische Innenminister Roman Poseck (55, CDU) ausdrücklich für ihren Einsatz in Gießen.  © Michael Bauer/dpa

"Ohne die Polizei wäre es in Gießen zu schwersten Gewalttaten und bürgerkriegsähnlichen Zuständen gekommen", teilte der CDU-Politiker am Sonntag mit, einen Tag nach dem Großeinsatz rund um die AfD-Veranstaltung.

Es sei der Polizei zu verdanken, dass es nicht zu weiteren Eskalationen gekommen sei. Mit einem Großaufgebot habe diese die Versammlungsfreiheit und die körperliche Unversehrtheit von Beteiligten weitgehend schützen können.

Politisch große Sorge bereiteten ihm die zum Teil gewählten Formen des Protestes gegen die AfD, betonte Poseck: "Auch wenn der überwiegende Teil der Demonstranten friedlich war, war das Gewaltpotenzial sehr erheblich."

Bundestag beschließt Haushalt 2026 - mit hohen Schulden!
Politik Deutschland Bundestag beschließt Haushalt 2026 - mit hohen Schulden!

Gewalttaten und Rechtsbrüche schadeten der Demokratie und nutzten am Ende sogar der AfD.

Bei den Anti-AfD-Protesten im mittelhessischen Gießen kam es mehrfach zu Ausschreitungen und Straßenblockaden durch die Demonstranten.
Bei den Anti-AfD-Protesten im mittelhessischen Gießen kam es mehrfach zu Ausschreitungen und Straßenblockaden durch die Demonstranten.  © Hannes P. Albert/dpa

Bei den Protesten am Samstag waren mehrere Demonstranten und Polizisten jeweils leicht verletzt worden. Die hessische Sektion der Deutschen Polizeigewerkschaft hatte sich im Vorfeld mit einem Appell an die Protestierenden wie auch an die Anhänger der AfD gewandt und zum Gewalt-Verzicht aufgerufen.

Titelfoto: Montage: Hannes P. Albert/dpa, Michael Bauer/dpa

Mehr zum Thema Politik Deutschland: