Doch keine Öffnung zur AfD! Familienunternehmer-Verband: "Distanzieren uns von Extremisten"
Berlin - Der Verband der Familienunternehmer macht einen Rückzieher! Vor wenigen Tagen hieß es, das "Kontaktverbot" zu AfD-Bundestagsabgeordneten sei aufgehoben worden. Doch es hagelte Kritik, mehrere Unternehmen kündigten ihre Mitgliedschaft. Nun die Wende: Das Ganze sei ein Fehler gewesen, erklärte Verbandspräsidentin Marie-Christine Ostermann (47).
"Wir müssen andere Wege der Auseinandersetzung finden, wie wir der AfD kritisch begegnen und gleichzeitig deutlich machen können, wofür wir stehen", sagte sie am Sonntagabend nach Gremiensitzungen ihres Verbandes laut einer Mitteilung.
Zu Beginn der Woche hatte sie im "Handelsblatt" verkündet, dass es besagtes "Kontaktverbot" nicht mehr geben würde und es eine sogenannte Brandmauer innerhalb von "Die Familienunternehmer e. V." "noch nie gegeben" habe.
Im Oktober hatte der Wirtschaftsverband zu einem Parlamentarischen Abend in einer Niederlassung der Deutschen Bank erstmals auch Vertreter der AfD eingeladen.
Rossmann, Vorwerk und Fritz-Kola zogen ihre Konsequenzen - und traten aus! Womöglich einer der Gründe für die Rolle rückwärts von Ostermann und Co.
Marie-Christine Ostermann: "Falsche Eindruck entstanden, dass wir die AfD stärken wollen"
"Es ist das Gegenteil von dem passiert, was wir wollten. Wir haben Abgeordnete der AfD zum Parlamentarischen Abend eingeladen, damit sie auch von uns hören, dass ihr Programm wirtschaftsfeindlich ist und dem Standort Deutschland schadet", so Ostermann.
Die Verbandspräsidentin verteidigte die zwischenzeitliche Aufhebung des "Kontaktverbots": "Leider ist öffentlich – auch durch Äußerungen der AfD – der falsche Eindruck entstanden, dass wir die Partei stärken wollten."
Die 47-Jährige betonte: "Wir distanzieren uns von Extremisten und lassen uns von ihnen nicht vereinnahmen." Man habe erkannt, dass sich die Einladung der AfD-Abgeordneten als Fehler erwiesen habe und will auch weiterhin für die Steckenpferde Demokratie, Marktwirtschaft, Wirtschaftswende und Reformen wahrgenommen werden.
In den kommenden Monaten wollen die Familienunternehmer nun über den weiteren Umgang mit der Rechtsaußen-Partei diskutieren. Man werde sich "auch in den kommenden Landtagswahlen klar und sichtbar gegen die AfD positionieren".
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