Ausgedaddelt! Ab heute gilt das Handyverbot - ob sich Sachsens Schüler daran halten?

Dresden - Schluss mit lustig: Mit dem heutigen Schuljahresstart gilt das Verbot für die private Nutzung von Smartphones nicht nur an Grundschulen, sondern bis zur achten Klasse. Ein echter Kurswechsel - denn vor anderthalb Jahren lehnte Kultusminister Conrad Clemens (43, CDU) das noch ab.

Daddeln ja, aber nur in der Freizeit. Ab heute gilt das Verbot von Smartphones an sächsischen Schule bis zur achten Klasse.  © 123RF

An Oberschulen und Gymnasien müssen die Geräte bis einschließlich Klasse 8 im Schulalltag grundsätzlich weggepackt bleiben, sagte Sachsens Kultusminister im Podcast "Thema in Sachsen" von Sächsischer Zeitung und Leipziger Volkszeitung.

Das Handy darf weiterhin mit zur Schule genommen und auf dem Schulweg benutzt werden. In der Schule soll es dagegen im Rucksack oder Spind bleiben.

Für schulische Zwecke kann eine Lehrkraft die Nutzung erlauben. Ausnahmen gibt es auch, falls das Smartphone etwa aus medizinischen Gründen für eine Diabetes-App benötigt wird.

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Noch Anfang 2025 hatte Clemens ein Handyverbot an Sachsens Schulen abgelehnt. "Nur mit einer umfassenden Kompetenzentwicklung könnten Kinder und Jugendliche mit den Gegebenheiten umgehen lernen", so die Argumentation damals.

Auch der Landesschülerrat lehnt Handyverbote ab.

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Verspricht sich von dem Handyverbot mehr Konzentration und einen stärkeren direkten Austausch: Kultusminister Conrad Clemens (43, CDU).  © Norbert Neumann

KI soll im Unterricht künftig eine Rolle spielen

Ausnahmen vom privaten Handyverbot für Schüler gelten nur mit ausdrücklicher Genehmigung der jeweiligen Lehrkraft - und falls eine Diabetes-App genutzt wird.  © picture alliance/dpa

Weniger Handy an Schulen heißt aber nicht weniger digitale Bildung. Zum neuen Schuljahr hat Sachsen nach Angaben von Clemens einen Medienpass vorbereitet.

Kinder und Jugendliche sollen damit unter anderem den Umgang mit sozialen Medien, Online-Spielen und Falschinformationen lernen.

Auch künstliche Intelligenz soll im Unterricht eine Rolle spielen. Schülerinnen und Schüler müssten etwa lernen, Antworten von ChatGPT zu hinterfragen und mit dem eigenen Wissen abzugleichen, sagte Clemens.

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Für die Klassen 7 und 8 sind zudem 15 Stunden digitales Selbstlernen unter Aufsicht vorgesehen.

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