Berlin (Deutschland) - Müssen Verbraucher für eine Dose Cola, Pepsi oder Sprite bald tiefer in die Tasche greifen? Wenn es nach der SPD geht, schon. Sie fordert eine Zuckerabgabe auf stark gesüßte Getränke.
Was sich in vielen anderen Ländern, darunter in Großbritannien, längst durchgesetzt hat, soll bald auch das Gesundheitssystem in Deutschland entlasten.
SPD-Gesundheitsexperte Christos Pantazis (50) will überzuckerten Softdrinks den Kampf ansagen. Er fordert, dass Hersteller ihre Rezepturen anpassen und weniger Zucker in die Getränke mischen, zudem sollen die Drinks je nach Zuckergehalt deutlich teurer werden.
"Ein hoher Konsum zuckerhaltiger Produkte fördert Übergewicht, Adipositas und Folgeerkrankungen wie Typ-2-Diabetes", erklärte Pantazis gegenüber der Bild.
Um für die Hersteller "einen echten Anreiz" zu schaffen, ihre Rezepturen zu verbessern, sieht der SPD-Politiker ein zweistufiges Modell vor.
Preise für Cola und Co. könnten um 20 bis 30 Cent pro Liter steigen
Ab fünf Gramm Zucker pro 100 Milliliter sollen Getränke demnach teurer werden, ab acht Gramm sollen die Preise für Softdrinks deutlich steigen. Verbraucher müssen mit Aufschlägen von rund 20 bis 30 Cent pro Liter rechnen.
Vorbild für Pantazis' Vorstoß ist Großbritannien, wo die Zuckerabgabe bereits 2018 erfolgreich eingeführt wurde.
Auch hierzulande rechne er mit langfristigen Einsparungen im Gesundheitswesen, so der 50-Jährige. Innerhalb von 20 Jahren könnten so bis zu 16 Milliarden Euro an Kosten gespart werden, darunter rund vier Milliarden Euro im Gesundheitssystem, so seine Einschätzung.
Unterstützung für seinen Vorschlag erhält Pantazis unter anderem von Kassenärzte-Chef Andreas Gassen (63): "Die Liste der Gesundheitsschädigungen durch übermäßigen Zuckergenuss ist lang."
Gerade Kinder und Jugendliche müssten hiervor in einem präventiven Ansatz geschützt werden.