Karl Lauterbach schießt gegen Jan Josef Liefers: "Fern jeder Realität"

Köln – Die Aktion #allesdichtmachen hat in den letzten Tagen im Netz für Furore gesorgt. SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach (58) hatte die Beteiligten kürzlich noch gegen Hass verteidigt - nun schießt er jedoch selbst gegen "Tatort"-Schauspieler Jan Josef Liefers (56).

Schauspieler Jan Josef Liefers (56) ist der Meinung, dass in den Medien zu wenig Regierungskritiker zu Wort kommen.
Schauspieler Jan Josef Liefers (56) ist der Meinung, dass in den Medien zu wenig Regierungskritiker zu Wort kommen.  © Oliver Berg/dpa

Liefers gilt als einer der Protagonisten, die in der Kampagne #allesdichtmachen die Corona-Politik der Bundesregierung kritisieren.

Rund 50 Film- und Fernsehschauspieler forderten die verantwortlichen Politiker in ironisch überspitzten Appellen zu einem möglichst "harten" Lockdown auf.

Nach heftiger Kritik von Bürgern, Politikern und Schauspielkollegen hatten sich einige Beteiligte zügig von der umstrittenen Aktion distanziert.

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Liefers wies zwar eine mutmaßliche Nähe zu Querdenkern und "Corona-Ignoranten" entschieden von sich, steht aber weiterhin hinter seinen Aussagen. Das entsprechende Video ist auf YouTube inzwischen mehr als 1,2 Millionen Mal geklickt worden.

Karl Lauterbach betrachtet diesen Umstand mit Besorgnis. So schrieb der Mediziner am Samstag bei Twitter: "Ich habe gestern noch ⁦Jan Josef Liefers⁩ vor Hass verteidigt. Aber seine Inhalte sind fern jeder Realität."

Karl Lauterbach kritisiert Jan Josef Liefers Aussagen bei Twitter

Karl Lauterbach kann Jan Josef Liefers Aussagen nicht nachvollziehen: "Lockdowns haben Leben gerettet"

Karl Lauterbach (58) hat für die Aussagen von Schauspieler Jan Josef Liefers (56) kein Verständnis.
Karl Lauterbach (58) hat für die Aussagen von Schauspieler Jan Josef Liefers (56) kein Verständnis.  © Michael Kappeler/dpa

Dazu teilte Lauterbach einen Screenshot von einer Aussage, die Liefers am Freitag in der "Aktuellen Stunde" des WDR getätigt hatte. Darin hatte der 56-Jährige betont, dass aus seiner Sicht in den Medien zu wenig Regierungskritiker zu Wort kämen.

"Es gibt weltweit umfassende Studien von Leuten, die ihre Hausaufgaben auch gemacht haben und auch studiert haben, die zum Beispiel über einen Lockdown zu ganz anderen Erkenntnissen kommen als wir", wird Liefers zitiert.

Lauterbach, der selbst nimmermüde für härtere Corona-Maßnahmen wirbt, geht das zu weit: "Die vielen Lockdowns haben halt zehntausenden das Leben gerettet. Daher machen wir das. Und erklären es jeden Tag. Nicht nur 'die Regierung'. Man nennt es Wissenschaft."

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Liefers hat auf die Twitter-Kritik des SPD-Politikers bislang nicht reagiert.

Titelfoto: Montage: Oliver Berg/dpa,

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