Trauriger Zustand: Darum bleibt der deutsche Wald ein "Dauerpatient"

Berlin - Der deutsche Wald wird nach Aussage von Agrarminister Cem Özdemir (58, Grüne) zum "Dauerpatienten". Hitze, Trockenheit oder Käferschäden würden ihm zusetzen, so der Grünen-Politiker bei der Verkündung neuer Daten zum Zustand des Waldes am Montag. Von den verbreitetsten Arten Fichte, Kiefer, Buche und Eiche sei nur noch jeder fünfte Baum gesund.

Um den deutschen Wald steht es nicht sonderlich gut.
Um den deutschen Wald steht es nicht sonderlich gut.  © dpa/Silas Stein

"Die Klimakrise hat unseren Wald fest im Griff, lang andauernde Trockenheit und hohe Temperaturen der letzten Jahre haben bleibende Schäden hinterlassen", so Özdemir.

Der betont weiter: "Wir brauchen einen gesunden und starken Wald: als Erstes als Verbündeten im Kampf gegen den Klimawandel, denn er entzieht der Luft das klimaschädliche Kohlendioxid und bindet es für Jahrzehnte und Jahrhunderte."

Bereits seit 1984 beobachtet das Bundeslandwirtschaftsministerium die Entwicklung des Waldes genau. Seitdem sei der Anteil der betroffenen Bäume stetig gestiegen.

Beim Recycling noch Luft nach oben: Wie geht es mit "grünem Punkt" weiter?
Umweltpolitik Beim Recycling noch Luft nach oben: Wie geht es mit "grünem Punkt" weiter?

"Im Jahr 2019 konnten die deutlichsten Veränderungen beobachtet werden. Insgesamt befinden sich die Schäden weiterhin auf einem sehr hohen Niveau und haben sich je nach Baumart im Vergleich zum Vorjahr gar nicht oder nur sehr geringfügig verändert", heißt es aus Özdemirs Haus.

Im Vergleich zu 2022 "haben sich keine deutlichen Verbesserungen des Waldzustands eingestellt, aber auch keine deutliche Verschlechterung", so das Ministerium weiter.

Das will Minister Özdemir mit Blick auf die deutschen Wälder jetzt angehen

Agrarminister Cem Özdemir (58, Grüne) sorgt sich um den Wald.
Agrarminister Cem Özdemir (58, Grüne) sorgt sich um den Wald.  © dpa/Fabian Sommer

Schon vor der Präsentation der "Waldzustandserhebung 2023" stattete Cem Özdemir am Montagmorgen dem "ZDF" einen Besuch ab. Dort sprach er mit den häufig vorzufindenden Monokulturen ein weiteres Problem des deutschen Waldes an.

"Wir müssen einerseits die Klimakrise weiterhin mit hohem Tempo bekämpfen, nicht nur national, sondern global. Gleichzeitig müssen wir unsere Wälder zu klimaresilienten Mischwäldern umbauen. Da reden wir über ein Generationenprojekt."

Titelfoto: dpa/Silas Stein

Mehr zum Thema Umweltpolitik: