Von Tatjana Bojic
Sigmaringen - Der letzte Soldat knipste im Jahr 2014 das Licht in der Graf-Stauffenberg-Kaserne aus - jetzt, zwölf Jahre später, kehrt die Bundeswehr wieder nach Sigmaringen zurück.
Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur entsteht ein Standort vor allem für die Heimatschutzkompanien in der Region; der Aufstellungsappell ist am 1. Oktober geplant.
Sigmaringen soll dem Vernehmen nach zum Zentrum der Heimatschutz-Einheiten in Baden-Württemberg ausgebaut und Sitz des neuen Heimatschutzbataillons 112 werden. Der "Südkurier" hatte zuerst berichtet.
Demnach werden die Heimatschutzkompanien "Linzgau" in Pfullendorf und "Schwäbische Alb" in Stetten am kalten Markt künftig in Sigmaringen üben und Dienst tun, wo es noch immer einen funktionsfähigen Schießstand und einen Truppenübungsplatz gibt.
In der Endstufe sollen laut Blatt 1000 Soldaten in Sigmaringen stationiert sein, denn die überlasteten Standorte in Stetten am kalten Markt und Pfullendorf werden Einheiten dorthin abgeben.
Sigmaringen in besonderem Maße geeignet
Bisher ist auf dem Areal der früheren Kaserne noch eine Landeserstaufnahmestelle (LEA) mit mehreren hundert Menschen. Wie die Zeitung berichtet, wird der Plan entwickelt, die Einrichtung der LEA-Nebenstelle in Tübingen anzugliedern.
Nach dpa-Informationen will die Bundeswehr in den nächsten Wochen die Infrastruktur in Containerbauweise schaffen für die Unterbringung von Soldaten und für die Verwaltung.
Laut Bürgermeister Marcus Ehm haben Erkundungen bestätigt, dass sich die Liegenschaft für eine künftige Nutzung für die Bundeswehr in besonderem Maße eigne. "Seitens der Bundeswehr besteht ein Bedarf, die Liegenschaft möglichst rasch für die Umsetzung des neuen Wehrdienstes zu reaktivieren."
Vor der Schließung der Kaserne gab es in Sigmaringen zwischen 2500 und 3000 Dienstposten.
Das Verteidigungsministerium hatte bereits im Herbst 2025 die Umwandlung ehemaliger Militärstandorte ausgesetzt und das mit einem höheren Bedarf wegen der geplanten Vergrößerung der Bundeswehr begründet. Im Südwesten waren damals 26 Standorte betroffen, inzwischen sind es nur noch 22.