In hoher Bereitschaft: Deutschland sagt Zehntausende Soldaten für neue Nato-Strategie zu

Brüssel - Deutschland wird für die neue Abschreckungs- und Verteidigungsstrategie der Nato künftig 35.000 Soldaten in sehr hoher Bereitschaft halten.

Verteidigungsminister Boris Pistorius (63, SPD) sicherte Zehntausende Soldaten für eine neue Nato-Strategie zu. (Archivbild)
Verteidigungsminister Boris Pistorius (63, SPD) sicherte Zehntausende Soldaten für eine neue Nato-Strategie zu. (Archivbild)  © Britta Pedersen/dpa

"Es geht darum, die regionalen Verteidigungspläne mit konkreten Kräften zu hinterlegen", erklärte Verteidigungsminister Boris Pistorius (63, SPD) am Donnerstag am Rande eines Nato-Treffens in Brüssel.

Man rede unter anderem über 35.000 Soldaten in hoher beziehungsweise höchster Bereitschaftsstufe und zudem über bis zu 200 Flugzeuge, Fregatten, Korvetten und vieles andere mehr. Die Truppen sollen ab 2025 vom Oberbefehlshaber der Nato-Streitkräfte in Europa (Saceur) angefordert werden können. "Wir gehen de facto all in", sagte Pistorius. Dies gelte insbesondere für die wichtigsten militärischen Unterstützungsfähigkeiten wie zum Beispiel die Logistik.

Die Zusage Deutschlands erfolgt im Zuge der Planungen der Nato für ein neues Streitkräftemodell.

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Dieses sieht vor, künftig 300.000 Soldatinnen und Soldaten für mögliche Nato-Einsätze in hoher Bereitschaft zu halten.

Neue Bedrohungslage durch Russland

Russland hat in Europa eine neue Bedrohungslage geschaffen. Die Nato reagiert mit einer neuen Abschreckungs- und Verteidigungsstrategie.
Russland hat in Europa eine neue Bedrohungslage geschaffen. Die Nato reagiert mit einer neuen Abschreckungs- und Verteidigungsstrategie.  © Virginia Mayo/AP/dpa

Bislang steht für schnelle Kriseneinsätze vor allem die Eingreiftruppe NRF bereit. Für diese stellen die Mitgliedstaaten derzeit rund 40.000 Soldatinnen und Soldaten.

Hintergrund der Neuaufstellung sind insbesondere die Bedrohungen durch Russland. Spätestens seit Kremlchef Wladimir Putin den Angriff auf die Ukraine befohlen hat, wird in der Nato auch ein Vorgeehen gegen Bündnisstaaten nicht mehr völlig ausgeschlossen. Als besonders bedroht gelten vor allem die baltischen Staaten Estland, Lettland und Litauen.

Für den Fall der Fälle wurden im Sommer bereits regionale Verteidigungspläne beschlossen. Auf mehr als 4400 Seiten wird dort festgelegt, wie kritische Orte im Bündnisgebiet geschützt und im Ernstfall verteidigt werden sollen.

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Die Umsetzung soll durch das neue Streitkräftemodell ermöglicht werden.

Originalartikel vom 12. Oktober 2023, um 9.01 Uhr, aktualisiert am 12. Oktober 2023, um 9.15 Uhr.

Titelfoto: Britta Pedersen/dpa

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