Von Martin Fischer
Hamburg - Die Ermittlungsverfahren gegen zwei Werftarbeiter wegen Sabotageversuchen an Korvetten, die für die Deutsche Marine bestimmt waren, sind eingestellt worden.
Zwar stehe für die Generalstaatsanwaltschaft Hamburg weiterhin fest, dass es zu Manipulationen an den Korvetten gekommen sei, sagte Sprecherin Mia Sperling-Karstens der Deutschen Presse-Agentur.
"Es konnte allerdings nicht mit der eine Anklageerhebung rechtfertigenden Sicherheit festgestellt werden, wer von den beiden Beschuldigten die mutmaßliche Tathandlung vorgenommen hat."
Im März waren der 38 Jahre alte Rumäne und der 55-jährige Grieche bereits auf freien Fuß gekommen, nachdem die Haftbefehle gegen sie mangels dringenden Tatverdachts aufgehoben werden mussten. Sie waren Anfang Februar in Hamburg und Griechenland festgenommen worden.
Die Männer sollen im vergangenen Jahr während ihrer Tätigkeit auf der Hamburger Werft Blohm+Voss an mehreren Korvetten Sabotagehandlungen vorgenommen haben.
Unter anderem wurden sie verdächtigt, über 20 Kilogramm Strahlkies in den Motorblock eines der Schiffe eingebracht, Frischwasserzuleitungen zerstochen, Tankdeckel von Treibstofftanks entfernt und Sicherungsschalter der Schiffselektronik auf der Korvette "Köln" deaktiviert zu haben.
Geheimdienste warnen vor Aktivitäten Russlands
Nach Angaben der Sprecherin der Generalstaatsanwaltschaft war aber nicht mit der für eine Anklage nötigen Sicherheit festzustellen, "wer von den beiden Beschuldigten die mutmaßliche Tathandlung vorgenommen" habe.
Auch sei nicht hinreichend sicher zu belegen gewesen, dass die beiden als Mittäter bewusst und gewollt mit einem gemeinsamen Tatplan gehandelt hätten. "Dies wäre aber Voraussetzung für eine wechselseitige Zurechnung von Tatbeiträgen gewesen", sagte sie.
Wer hinter den Manipulationen steckt, ist weiter unklar. In seinem jüngsten Jahresbericht hat der Militärgeheimdienst MAD vor Spionage und Sabotage aus Russland gewarnt. Die Bundeswehr sei dabei unter den am stärksten gefährdeten Institutionen Deutschlands.
Im Januar waren die Gesetze gegen sogenannte Wegwerf-Agenten verschärft worden, die Sabotageaktionen für ausländische Mächte durchführen.
Als "Wegwerf-Agenten" werden Handlanger ohne nachrichtendienstliche Ausbildung verstanden, die etwa über soziale Medien angeworben werden und für ein Handgeld gezielte Schäden anrichten.