Fast 40.000 Euro fehlen auf Konto: AfD in Stuttgart setzt Notvorstand ein

Von Nico Pointner

Stuttgart - Wegen finanzieller Ungereimtheiten hat der Landesvorstand der AfD den kompletten Vorstand des Kreisverbands Stuttgart abberufen. Grund seien "erhebliche organisatorische und finanzielle Klärungsbedarfe", teilte der Landesvorstand in Stuttgart mit.

Die Stuttgarter AfD steht nun in der Pflicht, den Verbleib der Gelder aufzuklären.  © Silas Stein/dpa

Wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) aus Parteikreisen erfuhr, sollen 39.200 Euro auf dem Konto im Kreisverband Stuttgart verschwunden sein. Es habe "merkwürdige Überweisungen" gegeben. Demnach informierte der Kreisvorstand die Polizei.

Diese ermittle wegen Betrugsvorwürfen – die Polizei Stuttgart bestätigte das zunächst nicht.

Dem Kreisvorstand wird intern nach dpa-Informationen vorgeworfen, dass niemand das Parteikonto laufend kontrolliert habe. Man habe zunächst nach Aufkommen der Ungereimtheiten auf die Mitwirkungspflicht des Kreisvorstands gesetzt.

AfD Heino gegen AfD: Darf Partei Werbung mit Schlagerstar machen?

Der Kreisvorstand sei dem aber zu zögerlich nachgekommen, hieß es. Er war zunächst aber nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

Anzeige

Ungewöhnlich drastischer Eingriff

Die Maßnahme ist ein ungewöhnlich drastischer Eingriff in die Strukturen eines Kreisverbands.

"Der Landesvorstand ist verpflichtet, Schaden vom Kreisverband, von der Partei und auch von den beteiligten Personen abzuwenden", teilten die Landesvorsitzenden, Markus Frohnmaier und Emil Sänze, mit. "Deshalb war eine klare und sofortige Entscheidung erforderlich."

Zur Sicherstellung der Handlungsfähigkeit des Kreisverbandes wurde nun ein Notvorstand eingesetzt, die formale Bestätigung soll auf dem nächsten Landesparteitag im Juni erfolgen.

Die bisherigen Vorstandsmitglieder wurden aufgefordert, sämtliche Unterlagen, Zugänge und Daten bis spätestens 4. Mai vollständig zu übergeben.

Mehr zum Thema AfD: