Größter Einsatz in der Geschichte: Polizei rechnet mit massiven Ausschreitungen

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Erfurt (Thüringen) - Erstmals in der Geschichte soll der Bundesparteitag der AfD in der Erfurter Messehalle stattfinden. Doch das verheißt für die Landespolizei nichts Gutes. Sie muss sich nun auf den womöglich größten Einsatz der Landesgeschichte einstellen. Zwar steigt der Parteitag erst am 4. und 5. Juli, doch die Vorbereitungen der Polizei laufen bereits auf Hochtouren.

Im November des vergangenen Jahres rückten Tausende Polizisten aus, um die Proteste gegen die Neugründung der AfD-Jugendorganisation "Generation Deutschland" unter Kontrolle zu behalten. (Archivbild)
Im November des vergangenen Jahres rückten Tausende Polizisten aus, um die Proteste gegen die Neugründung der AfD-Jugendorganisation "Generation Deutschland" unter Kontrolle zu behalten. (Archivbild)  © Boris Roessler/dpa

So berichtet "BILD", dass die Landespolizeidirektion bereits bundesweit Verstärkung für diese Tage angefordert hat. Demnach sollen ganze 6000 Ordnungshüter die Erfurter Messehalle und die dort anwesenden AfD-Parteimitglieder schützen. In der gesamten Stadt wurden für die Polizisten bereits knapp 5500 Betten reserviert.

Doch werden 6000 Polizisten ausreichen? Einige polizeiinterne Szenarien rechnen mit rund 35.000 Gegendemonstranten, darunter auch viele, die nicht abgeneigt sind, ihre Meinung mit mehr als nur Worten zu vertreten.

"Wir erwarten rund 1000 gewaltbereite Linksextremisten und befürchten massive Übergriffe gegen vermeintliche AfD-Mitglieder", erklärt ein Ermittler in einem Interview.

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Es wird zudem damit gerechnet, dass Aktivisten - ähnlich wie in Gießen - Hauptverkehrsstraßen wie Autobahnen und Landstraßen großräumig blockieren.

Zur Erinnerung: Am 29. November 2025 haben Aktivisten in Gießen Baumstämme, Steine und vieles mehr auf die Fahrbahnen gelegt. Tagsüber können Autofahrer diesen Gefahren oftmals noch rechtzeitig ausweichen, doch nachts, wenn die Sicht eingeschränkt ist, können diese Blockaden zu verheerenden Todesfallen werden.

Auch können die Beamten nicht ausschließen, dass die Gegendemonstranten Pyrotechnik mitbringen werden. Diese birgt noch einmal zusätzliche Gefahren.

"Die Enthemmung im Kampf gegen den politischen Feind nimmt weiter zu, und wir steuern in Teilen auf einen neuen Linksterrorismus zu", so der Ermittler.

Der Verfassungsschutz stuft den AfD-Politiker Björn Höcke (54) als rechtsextrem ein.
Der Verfassungsschutz stuft den AfD-Politiker Björn Höcke (54) als rechtsextrem ein.  © Martin Schutt/dpa

Insbesondere die Tatsache, dass Thüringen die Heimat des rechtsextremen AfD-Politikers Björn Höcke (54) ist und dieser den Parteitag genau deshalb nach Erfurt geholt hat, könnte für die Gegendemonstranten ein weiterer Anreiz sein.

Die Polizei rechnet außerdem damit, dass auch eine "größere gewaltbereite rechtsextreme" Szene nach Erfurt kommen wird, um sich den Gegendemonstranten entgegenzustellen.

Titelfoto: Boris Roessler/dpa

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