Magdeburg/Wernigerode - Nach Wirbel um Vetternwirtschaft bei der AfD kommt jetzt der nächste Eklat ans Licht. Einem Wahlkreiskandidaten aus dem Harz wird vorgeworfen, womöglich Stimmen gekauft zu haben.
Frank-Ronald Bischoff (78, AfD) wurde im November beim Nominierungsparteitag in Badeborn (Sachsen-Anhalt) als Direktkandidat für den Wahlkreis 16 bestimmt.
Doch das soll wohl nicht rechtens sein. Seine Parteikollegen werfen dem 78-Jährigen vor, womöglich Stimmen gekauft zu haben.
Wie ein Vertrag, der MDR Sachsen-Anhalt vorliegt, beweisen soll, habe Bischoff seinem Mitbewerber Marcel Hahn vor dem Parteitag einen Job angeboten.
Für nur zehn Stunden Arbeit die Woche wurden Hahn zunächst 1500 und später 2000 Euro versprochen. Voraussetzung: Er soll auf seine Kandidatur verzichten.
Hahn lehnte dieses Angebot ab und trat regulär zur Wahl an. Auch gibt es Gerüchte, dass Bischoff zwei weiteren Mitbewerbern, Andy Stechhahn und Tino Böttger, ebenfalls solche Angebote unterbreitet haben soll.
Bischoff konnte sich das Direktmandat für den Wahlkreis Wernigerode schließlich im dritten Wahldurchgang sichern.
Kritik gegen Ex-Stasi-Mann kommt aus eigenen Reihen
Wie MDR Sachsen-Anhalt weiter erfuhr, wurde Frank-Ronald Bischoff, der von 1977 bis 1989 hauptamtlicher Offizier bei der Stasi war, in einer Sitzung des Kreisvorstandes mit den Stimmenkauf-Vorwürfen konfrontiert.
Bischoff äußerte sich bislang nicht zu den Vorwürfen und soll nur erklärt haben, dass eine Stellungnahme "strafrechtliche Konsequenzen" für ihn haben könnte.
Der Kreisvorstand soll nun beschlossen haben, die vorliegenden Zeugenaussagen zu den Vorwürfen weiterleiten zu wollen.
Die Rechtmäßigkeit von Bischoffs Nominierung solle ebenfalls geprüft werden – im Zweifel vom Bundesverband, da der 78-Jährige sehr enge Verbindungen zur AfD-Landesspitze hat.