Im Landtag: Thüringer AfD-Vertreter empfangen Rechtsextremist Martin Sellner

Von Stefan Hantzschmann

Erfurt - Hochrangige Thüringer AfD-Politiker haben den österreichischen Rechtsextremisten Martin Sellner (37) im Landtag in Erfurt empfangen.

Martin Sellner (37) ist im Thüringer Landtag zu Gast.  © Frank Hammerschmidt/dpa

Man habe über Sellners Remigrationskonzept und das der Thüringer AfD gesprochen, sagte Thüringens AfD-Fraktionsvize Daniel Haseloff (37) der Deutschen Presse-Agentur in Erfurt. Dabei habe man sich auch über Unterschiede unterhalten.

Auf Fotos, die Haseloff bei X teilte, waren auch die Thüringer Bundestagsabgeordneten Stefan Möller (50) und Robert Teske (35) zu sehen. Möller ist neben Björn Höcke (53) Landessprecher der Thüringer AfD.

Haseloff erklärte, dass die Thüringer AfD ihr eigenes Remigrationskonzept auf Basis von Gesetzen versuchen will umzusetzen. "Also sprich: Das Ganze rechtmäßig zu machen, auszuloten, welche Möglichkeiten haben wir im Land?", betonte der 37-Jährige. Das Konzept der AfD sei verfassungskonform.

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Zugleich kritisierte Haseloff den Umgang mit Sellner. Dieser habe teils Einreiseverbote bekommen – Haseloff bezeichnete das als absurd.

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Veranstaltung mit Sellner geplant

Sellner gilt als führende Figur der Identitären Bewegung (IB).  © Frank Hammerschmidt/dpa

In Erfurt ist für Montagabend eine Veranstaltung mit Sellner in einer Gaststätte geplant. Nach Angaben eines Polizei-Sprechers rechneten Sicherheitsbehörden mit Protesten aus der linken Szene. Demnach ist auch ein Polizeieinsatz geplant.

Bereits vergangene Woche hatte ein Vortrag Sellners im Beisein der Brandenburger AfD-Landtagsabgeordneten Lena Kotré (38) für Aufsehen gesorgt.

Kotré hatte ursprünglich zum Vortrag mit Sellner eingeladen und Kritik von den AfD-Bundesvorsitzenden Alice Weidel (46) und Tino Chrupalla (50) bekommen. Kotré hatte den Termin abgesagt. Sellner lud dann an einem anderen Ort zur Veranstaltung ein und Kotré kam als Gast.

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Sellner gilt als führende Figur der Identitären Bewegung (IB). Das Bundesamt für Verfassungsschutz stuft die IB als rechtsextremistisch ein.

Die AfD hatte sich 2024 in einer Erklärung von Sellners Konzept abgegrenzt: Die AfD unterscheide nicht zwischen deutschen Staatsangehörigen mit und ohne Migrationshintergrund, heißt es darin.

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