Von Jörg Schurig
Dresden - Die AfD kommt laut einer Umfrage in Sachsen auf 42 Prozent der Zweitstimmen und wäre bei einer Landtagswahl derzeit mit Abstand stärkste Kraft.
Die CDU erreicht mit 21 Prozent nur die Hälfte dieses Stimmenanteils, wie aus der Erhebung des Meinungsforschungsinstituts Insa im Auftrag des Nachrichtenportals Nius hervorgeht. Dahinter rangieren Die Linke (neun Prozent) und das Bündnis Sahra Wagenknecht (sieben Prozent). SPD und Grüne liegen gleichauf bei sechs Prozent.
Für die nach Angaben des Instituts repräsentative Umfrage wurden zwischen dem 13. und dem 20. Mai 1000 Menschen online befragt. Die maximale Fehlertoleranz beträgt plus/minus 3,5 Prozent.
Im Vergleich zu einer Umfrage vom Mai 2025 legt die AfD sieben Prozentpunkte zu. Die CDU verliert fünf Prozentpunkte, das BSW vier. Grüne und Linke bleiben mit ihren Ergebnissen unverändert, die SPD gewinnt einen Prozentpunkt dazu.
AfD-Partei- und Fraktionschef Jörg Urban (64) sagte zu den Werten: "Umfragen sind Stimmungsbilder, abgerechnet wird bei der Wahl." Trotzdem sei offensichtlich, dass das Vertrauen in die CDU von Bundeskanzler Friedrich Merz (70) und Ministerpräsident Michael Kretschmer (51) erodiere.
Die CDU sei in der Wahrnehmung der Bürger nicht mehr reformierbar. "Der AfD wird hingegen zugetraut, allein zu regieren." Man bereite sich deshalb intensiv auf eine Regierungsübernahme vor.
Wahlumfragen sind generell mit Unsicherheiten behaftet
Wahlumfragen sind generell mit Unsicherheiten behaftet. Unter anderem erschweren nachlassende Parteibindungen und immer kurzfristigere Wahlentscheidungen den Meinungsforschungsinstituten die Gewichtung der erhobenen Daten.
Grundsätzlich spiegeln Umfragen nur das Meinungsbild zum Zeitpunkt der Befragung wider und sind keine Prognosen auf etwaige Wahlausgänge.
In Sachsen wird erst im Jahr 2029 ein neuer Landtag gewählt. Beim letzten Wahlgang 2024 lag die CDU mit 31,9 Prozent der Listenstimmen knapp vor der AfD (30,6 Prozent). Bei Bundestagswahlen konnte die AfD die Union im Freistaat aber dreimal in Folge schlagen.
Derzeit bildet die Union mit der SPD eine Minderheitsregierung.