"Blick in die Glaskugel": Stressiger erster Tag im neuen Job für Pistorius

Berlin - Von der Ernennung, über den Amtseid, hin zum Treffen mit dem US-Verteidigungsminister und den Medien: Für Boris Pistorius (62, SPD) war sein erster Arbeitstag als Verteidigungsminister alles andere als entspannt.

So kann man in den Tag starten: Boris Pistorius (62, SPD, r.) wird von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (SPD, 67, l.) zum Verteidigungsminister ernannt.
So kann man in den Tag starten: Boris Pistorius (62, SPD, r.) wird von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (SPD, 67, l.) zum Verteidigungsminister ernannt.  © Michael Kappeler/dpa

Nachdem Pistorius im Schloss Bellevue auf Vorschlag des Bundeskanzlers Olaf Scholz (64, SPD) von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (67, SPD) zum Verteidigungsminister ernannt wurde, ging es direkt weiter in den Bundestag, wo er seinen Amtseid ablegte.

Anschließend ging es für den neu ernannten Verteidigungsminister weiter zum Empfang des Generalinspekteurs der Bundeswehr, wo Pistorius auf dem Paradeplatz des Verteidigungsministeriums erste Worte an die Soldaten der Bundeswehr richtete.

Dabei dankte Pistorius seiner Vorgängerin Christine Lambrecht und betonte, dass aufgrund des Krieges in der Ukraine "keine normalen Zeiten" in Europa herrschen.

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Nach der Übergabe der Amtsgeschäfte stand direkt der erste Termin im Kalender. Zu Gast: Pistorius' amerikanischer Amtskollege Llyod Austin (69).

Weiter ging es zu den Medien des Landes, wo sich Pistorius im Vorfeld des Ramstein-Treffens am Freitag den Fragen der Journalisten zur Kampfpanzerlieferung an die Ukraine stellte.

RTL und ARD: Pistorius wird direkt auf die Probe gestellt!

Weiter in den Bundestag: Pistorius legt seinen Amtseid ab.
Weiter in den Bundestag: Pistorius legt seinen Amtseid ab.  © Wolfgang Kumm/dpa

Um 18.45 Uhr dann ein Auftritt bei "RTL aktuell". Hier betonte der SPD-Politiker, dass Deutschland keine Alleingänge bei der Lieferung von Leopard-2-Panzern starten werde.

Gleichermaßen ist sich Pistorius seiner Herausforderung bewusst: "Russland darf den Krieg nicht gewinnen und dazu wird die Bundesrepublik Deutschland jeden Beitrag leisten, der notwendig ist."

Aus einem Studio raus, direkt in das Nächste rein. Um 20.15 Uhr ging es für Pistorius weiter zum "Brennpunkt" der ARD. Trotz der ganzen Termine freue sich der neue Verteidigungsminister natürlich auch hier zu sein.

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Nachdem Moderatorin Tina Hassel (58) Pistorius zu seinem "Kaltstart" ins neue Amt beglückwünscht hatte, proklamierte Pistorius vor allem die wichtige Abstimmung mit den Bündnispartnern in Fragen weiterer Hilfen für die Ukraine und ein geeintes Vorgehen.

Abgestimmtes Vorgehen: "Russland darf diesen Krieg nicht gewinnen!

Am neuen Arbeitsplatz angekommen: Der neue Verteidigungsminister wird von den Soldaten der Bundeswehr empfangen.
Am neuen Arbeitsplatz angekommen: Der neue Verteidigungsminister wird von den Soldaten der Bundeswehr empfangen.  © Michael Kappeler/dpa

Trotz seiner noch jungen Amtsdauer strahlt Pistorius Selbstbewusstsein aus. Er könne sich zügig einarbeiten, gut zuhören und schnelle Entscheidungen treffen, so Pistorius über seine Qualitäten.

Dennoch werde sein Auftreten als Verteidigungsminister in der nächsten Zeit natürlich noch sicherer werden, betonte der neu ernannte Verteidigungsminister.

In Bezug auf die umstrittene Debatte zu Panzerlieferungen verwies der 62-Jährige auf die "komplexe Situation", in der auch in der Bevölkerung "unterschiedliche Meinungen" zur Thematik koexistieren.

Eines ist für Pistorius jedoch sicher: Man könne es "nicht im Raum stehen lassen, dass wir nichts tun" und es gilt sicherzustellen, dass "Russland diesen Krieg nicht gewinnt".

Ebenso habe er keine Kenntnis über einen zwingenden Zusammenhang zwischen Abrams-Panzer-Lieferungen seitens der Amerikaner und einer daraus folgenden deutschen Unterstützung mit Leopard-2-Panzern.

Weitere Details zum Vorgehen seien jedoch für den neuen Verteidigungsminister ein "Blick in die Glaskugel".

Schließlich hat Pistorius auch nach diesem Fernseh-Auftritt noch keinen Feierabend. In den nächsten Stunden werde sich für Pistorius herausstellen, ob andere Nationen die Erlaubnis bekommen, Leopard-2-Panzer an die Ukraine zu liefern.

Titelfoto: Michael Kappeler/dpa

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