Ramelow will Bevölkerung über Nationalhymne und Flagge abstimmen lassen

Berlin - Bundestagsvizepräsident Bodo Ramelow (69, Linke) will die deutsche Bevölkerung über eine neue Nationalhymne und eine neue Nationalflagge abstimmen lassen.

Der Linken-Politiker Bodo Ramelow (69) fordert eine Abstimmung über das Grundgesetz. (Archivbild)
Der Linken-Politiker Bodo Ramelow (69) fordert eine Abstimmung über das Grundgesetz. (Archivbild)  © Katharina Kausche/dpa

Der langjährige Ministerpräsident von Thüringen könne sich vorstellen, das Deutschlandlied von Verfasser August Heinrich Hoffmann von Fallersleben durch die "Kinderhymne" von Bertolt Brecht zu ersetzen.

Im Interview mit der "Rheinischen Post" sagte Ramelow am Donnerstag: "Die Kinderhymne hat einen wunderbaren Text. Über die Passage, dass ein besseres Deutschland blühe, könnten wir Zugang zu einer gesamtdeutschen Hymne finden, die wir alle zusammen mit Freude singen könnten."

Der Linken-Politiker behauptete, viele Menschen aus Ostdeutschland zu kennen, die unsere derzeitige Hymne "aus vielerlei Gründen" nicht mitsingen würden.

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Auch die Schwarz-rot-goldene Deutschlandflagge stellte Ramelow zur Debatte: "Ich weiß, dass Schwarz-Rot-Gold die Absage an totalitäre Strukturen ist. Viele fremdeln aber auch mit der Nationalfahne. Ich würde das alles mit Artikel 146 zur Abstimmung stellen wollen."

Seine Aussagen stellte der amtierende Bundestagsvizepräsident in den Kontext von einer Abstimmung über das gesamte Grundgesetz, die schließlich im Zuge der Wiedervereinigung "versäumt" wurde, wie er zuvor auch gegenüber "Zeit" erzählte.

Laut Ramelow biete eine Volksabstimmung über die deutsche Verfassung die Chance, das Land zu vereinen - auch im Hinblick auf einen angeblichen Rechtsruck der Gesellschaft: "Denn wenn ein Teil der Bevölkerung immer behauptet, angeblich für die Mehrheit zu sprechen, sollten wir ihn zwingen, den Beweis dafür anzutreten. Ich glaube, solche Abstimmungen können die Demokratiezufriedenheit erhöhen."

Titelfoto: Katharina Kausche/dpa

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