Faktencheck: Produziert Söders Ehefrau jetzt FFP2-Masken?

München - "Fake News" (engl. Falschmeldungen) sind in Corona-Zeiten leider allgegenwärtig und halten sich teils hartnäckig, wenn sie aus einschlägigen Lagern immer wieder neu befeuert werden. So fällt auch die Ehefrau von Markus Söder (54, CSU) der Gerüchteküche zum Opfer.

Karin Baumüller-Söder (48), die Frau des bayerischen Ministerpäsidenten, ist Schirmherrin einer Kinderklinik und keine Masken-Produzentin.
Karin Baumüller-Söder (48), die Frau des bayerischen Ministerpäsidenten, ist Schirmherrin einer Kinderklinik und keine Masken-Produzentin.  © Daniel Karmann/dpa

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder führt eine FFP2-Maskenpflicht in bestimmten Bereichen des öffentlichen Lebens ein - und seine Ehefrau Karin (48) profitiert?

Das legt ein Facebook-Beitrag nahe, in dem behauptet wird: "Sicher reiner Zufall, dass Karin Baumüller-Söder (...) Miteigentümerin der Baumüller Nürnberg GmbH ist, dem Unternehmen, das aktuell auf Produktion von FFP2-Masken umgestellt hat..." (hier archiviert).

Allerdings: Die Unternehmensgruppe Baumüller ist im Bereich Maschinenbau tätig und stellt keine Masken her.

Fakten: Seit dem 18. Januar 2021 gilt in Bayern im öffentlichen Nahverkehr und in Geschäften die Pflicht zum Tragen von FFP2-Masken oder Masken mit einem vergleichbaren Standard. Sie sollen mehr Schutz vor Ansteckungen mit dem Coronavirus bieten als zum Beispiel einfache Stoffmasken.

Doch profitiert von der Maßnahme die Ehefrau des bayerischen Ministerpräsidenten?

Karin Baumüller-Söder ist Gesellschafterin der Baumüller-Gruppe mit Sitz in Nürnberg. Das Unternehmen stellt nach eigenen Angaben Antriebs- und Automatisierungssysteme her. Nun aber soll es, so eine Behauptung, auf die Produktion von FFP2-Masken umgestellt haben.

Das stimmt jedoch nicht, wie Baumüller auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mitteilt und auch in einem Text vom 13. Januar 2021 auf der Unternehmenswebseite schreibt: "Baumüller stellt keine Masken oder Mund-Nasen-Bedeckungen her."

Die Falschbehauptung knüpft an Gerüchte aus dem vergangenen Jahr an. Kurz nach der ersten Welle der Corona-Pandemie verbreitete sich in den sozialen Netzwerken die Behauptung, Baumüller verdiene mit Gesichtsvisieren aus Kunststoff Geld, während Markus Söder entsprechende Maßnahmen durchsetze.

Ein Tochterunternehmen von Baumüller hatte allerdings lediglich rund 200 dieser Face Shields produziert und anschließend gespendet.

Titelfoto: Daniel Karmann/dpa

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