Berlin - Seit 5. Mai 2025 wird Deutschland offiziell wieder von einer großen Koalition angeführt. Rund ein Jahr nach der Regierungsbildung soll die Stimmung zwischen CDU/CSU und SPD nicht zum Besten sein. Die Bild-Zeitung hat sich unter den Abgeordneten umgehört und zeichnet eine Situation, die kaum noch von Zusammenhalt geprägt ist.
Es knirscht sogar innerhalb der Union. Als Kanzler Friedrich Merz (70, CDU) in einer internen Schalte die Krankenkassenreform versucht habe, durchzuwinken, fand ein CDU-Mitglied das gar nicht angemessen.
"Das ist nicht mehr unsere Politik, das ist Politik der SPD", übte Alexander Engelhard (51) laut Bild-Zeitung offen Kritik.
"Ich habe das Gefühl, wir machen das nur noch, um die Regierung irgendwie am Laufen zu halten", stellte er dem Kanzler ein schlechtes Regierungs-Zeugnis aus.
Seine nächste Aussage enthielt harten Tobak, aber sicher auch eine Prise Sarkasmus: "Ich kann niemandem mehr erklären, warum er nicht die AfD wählen soll, weil ich sie nicht mehr mitnehmen kann in unserer Politik. Ich kann es nicht mehr", so Engelhard.
Dass die Stimmung bei der Union kocht, sollen auch verbale Standpauken belegen, die Merz seinem Kanzleramtsminister Thorsten Frei (52) verpasst hat.
Hat Bundeskanzler Friedrich Merz seinen Vizekanzler Lars Klingbeil angebrüllt?
Darüber hinaus sollen CDU und SPD nur noch schwer Konsens finden. Ganz gleich, ob es Fragen wie Bürgergeld oder die Rente betrifft.
Meinungsverschiedenheiten sollen zuletzt auch lautstark von Bundeskanzler Friedrich Merz (70) und Vizekanzler Lars Klingbeil (48, SPD) ausgetragen worden sein. Koalitionsmitglieder berichten davon, dass Merz Klingbeil angebrüllt habe. Dass solche Interna nach außen dringen, spricht auch nicht für Zusammenhalt.
So empfindet es beispielsweise SPD-Generalsekretär Matthias Miersch (57) als "ein Riesenproblem, dass er [Merz, Anm. d. Red.] so ein impulsiver Mensch ist".