Mainz - War die Rochade der CDU-Minister im Kabinett von Bundeskanzler Friedrich Merz (70, CDU) als Befreiungsschlag gedacht, so ist die Maßnahme gründlich gescheitert: Die Unzufriedenheit mit der Bundesregierung ist weiter enorm hoch, wie eine aktuelle Umfrage für das ZDF-Politbarometer zeigt!
Die Arbeit der Regierung wird weiterhin von rund 68 Prozent der Befragten als schlecht angesehen, teilte der Mainzer Sender am Freitag mit. Das ist derselbe Wert wie bei der vorangegangenen Umfrage für das Polit-Barometer. (Nur 28 Prozent schätzten die Leistung der Bundesregierung als gut ein, vier Prozent gaben keine Einschätzung ab.)
Auch die Leistung des Bundeskanzlers wird weiterhin von 70 Prozent als schlecht bewertet. Dieses Ergebnis entspricht ebenfalls der vorangegangenen Umfrage. (Lediglich 26 Prozent finden das Wirken des Kanzlers gut.)
Hierzu passt, dass der Umbau der Regierungsmannschaft durch Merz bei einer deutlichen Mehrheit keinen Optimismus auslöst: Nur 17 Prozent glauben, dass die Arbeit der Bundesregierung hierdurch besser wird. "Die meisten (61 Prozent) erwarten keine großen Auswirkungen", sagte ein Sprecher und ergänzte: "13 Prozent gehen von einer Verschlechterung aus."
Wie üblich erstellte die Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen für das ZDF auch eine sogenannte "Projektion", wie das Ergebnis aussähe, "wenn am nächsten Sonntag wirklich Bundestagswahl wäre". Auch diese Werte sind eindeutig von der immensen Unzufriedenheit in der Bevölkerung mit der Bundesregierung geprägt.
Hitzeschutz in Deutschland: 83 Prozent sind unzufrieden
Die in Teilen rechtsradikale AfD wäre weiterhin stärkste Kraft und käme auf 28 Prozent (plus 1), gefolgt von CDU/CSU mit 23 Prozent (unverändert). Die Grünen lägen bei 13 Prozent (minus 1), die SPD unverändert bei 12 Prozent und damit gleichauf mit der Partei Die Linke, die ebenfalls bei 12 Prozent läge (minus 1).
"Mit diesem Ergebnis hätte Schwarz-Rot weiterhin keine Mehrheit", erklärte der Sprecher. Dieser Trend setzt sich bereits seit längerer Zeit in den Umfragen für das ZDF-Politbarometer fort.
Die Mannheimer Forscher erhoben von Dienstag bis Donnerstag auch Umfragen zu den Themen Klimaschutz und Hitzeschutz.
Demnach ist eine knappe Mehrheit (54 Prozent) der Meinung, dass Deutschland zu wenig für den Klimaschutz tut. Eine Minderheit von 18 Prozent meint hingegen, es werde zu viel getan, 24 Prozent halten die Klimaschutz-Maßnahmen für gerade richtig.
Beim Hitzeschutz ist die Unzufriedenheit deutlich größer: "Lediglich 13 Prozent der Befragten glauben, dass in Deutschland genug zum Schutz der Menschen vor großer Hitze getan wird, zum Beispiel durch mehr Begrünung, Trinkbrunnen oder kühle öffentliche Räume", erklärte das ZDF. Eine deutliche Mehrheit von 83 Prozent hält demnach die Maßnahmen zum Hitzeschutz für unzureichend.
Die Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen befragte im Auftrag des ZDF 1405 zufällig ausgewählte Wahlberechtigte. Die Ergebnisse der Umfrage gelten als "repräsentativ für die wahlberechtigte Bevölkerung in Deutschland".