Vor Wahlen in Ostdeutschland: So viele fänden AfD-Ministerpräsidenten gut
Mainz - Anfang September findet die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt statt - und viele Menschen in Deutschland sind besorgt, dass die in Teilen rechtsextreme AfD danach in dem Bundesland die Regierung führen könnte. Eine aktuelle und als repräsentativ erachtete Umfrage für das ZDF-Politbarometer zeigt, dass fast jeder Vierte einen AfD-Ministerpräsidenten in Ostdeutschland gut fände.
Am 6. September wird in Sachsen-Anhalt gewählt, am 20. September in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern. Würde die AfD danach in einem der Bundesländer den Regierungschef stellen, so fänden das knapp zwei Drittel (64 Prozent) der Befragten schlecht, teilte das ZDF am Donnerstag mit.
"Insgesamt 23 Prozent fänden einen AfD-Ministerpräsidenten gut und 11 Prozent wäre das egal", ergänzte ein Sprecher des Mainzer Fernsehsenders.
Die Experten der Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen fragten für das Politbarometer zudem, ob es zu einer "schlechteren Politik in dem Bundesland" führen würde, wenn die AfD dort regierte.
Mit "Ja" antworteten 60 Prozent. Hingegen erwarten 17 Prozent "eine bessere Politik und ebenfalls 17 Prozent keinen großen Unterschied". Keine Angaben machten 6 Prozent.
Wenn am nächsten Sonntag Bundestagswahl wäre: So sähe das Parlament aus
Wie üblich wurde auch eine sogenannte "Projektion" erstellt, wie das Ergebnis aussähe, wenn am nächsten Sonntag Bundestagswahl wäre.
Die in Teilen rechtsextreme Partei käme auf 27 Prozent (-1 im Vergleich zu letzten Erhebung der Forschungsgruppe Wahlen) und wäre damit die stärkste Partei im Bundestag. Auf dem zweiten Platz lägen CDU/CSU mit 22 Prozent (-1), gefolgt von den Grünen mit 14 Prozent (+1). SPD und Linke kämen beide jeweils unverändert auf 12 Prozent.
Damit gilt weiterhin, was auch die zurückliegenden Projektionen ergaben: Die Regierungskoalition von CDU, CSU und SPD hätte im neuen Bundestag keine Mehrheit.
Ebenso wurden von Montag bis Mittwoch 1319 zufällig ausgewählte wahlberechtigte Personen nach ihrer Einschätzung zu den Folgen des Klimawandels in Deutschland befragt.
Demnach gehen 69 Prozent davon aus, dass die Klima-Veränderungen zu schweren Schäden in der Wirtschaft führen werden (28 Prozent verneinten dies). Schwere Schäden bei der Gesundheit der Menschen erwarten 72 Prozent (26 Prozent teilten diese Erwartung nicht) und erhebliche Schäden bei Natur und Umwelt erwarten 81 Prozent (17 Prozent hingegen nicht).
Titelfoto: Ronny Hartmann/dpa

