München - Die SPD steht kurz davor, den Rathaus-Chefsessel in München zu verlieren – hat aber noch Grund zur Hoffnung. Amtsinhaber Dieter Reiter (67, SPD) hat – Stand jetzt – 12,3 Prozentpunkte im Vergleich zur letzten Wahl verloren. Es wird zur Stichwahl kommen.
Profitiert von seinem Verlust haben aber weder die Kräfte ganz rechts noch von ganz links außen. Zwar konnten sowohl AfD (+1,6) als auch Linke (+1,1) leicht zulegen.
Doch niemand hat auch nur im Ansatz ein so großes Plus gemacht, wie die Partei um den zweiten Bürgermeister, Dominik Krause (35): die Grünen.
Damit verweisen die beiden den Ex-Wiesn-Chef und CSU-Kandidaten Clemens Baumgärtner (49), der sich die Stichwahl von zu Hause aus ansehen muss, auf Rang 3.
Am Ende verteilen sich die Stimmen für die OB-Kandidaten wie folgt: Reiter (SPD) liegt mit 35,6 Prozent klar vor seinem Kontrahenten, dem Youngster Dominik Krause, mit 29,5 Prozent.
Lediglich 21,3 Prozent – übrigens im Vergleich zur letzten Wahl weder ein Plus noch ein Minus – bleiben da für den dritten im Bunde, Baumgärtner. 47,7 Prozent der Wahlberechtigten sind laut des vorläufigen Ergebnisses dieser Wahl ferngeblieben.
CSU verliert deutlich Rückhalt, doch vielerorts reicht es aus
Dass in München – das traditionell einen Gegenpol zur Landesregierung bietet – nicht der CSU-Kandidat ausreichend Relevanz hat, ist wenig verwunderlich.
Ob in der Stichwahl jetzt aber diese Wähler zu den Grünen gehen, bleibt noch abzuwarten. Aber vielleicht gibt es ja eine Art Özdemir-Effekt, wer weiß?
Was wir allerdings wissen, ist, dass es in München nicht zur einzigen Stichwahl kommen wird. Noch 127 weitere bayerische Kommunen und Landkreise stellen – Stand Montagmorgen – erneut die Wahlurnen auf.
Vor allem bei den kreisfreien Städten wird es spannend. Von den 22 Fällen gibt es nur in Fürth, Straubing, Schwabach, Kaufbeuren und Coburg einen sicheren Sieger. Drei davon übrigens von der SPD, einer von der CSU, beziehungsweise CSU und FW mit einem gemeinsamen Kandidaten.
Der einzige CSU-Mann, der lediglich mit seiner eigenen Partei im Rücken gewinnen konnte, ist Amtsinhaber Markus Pannermayr (54) aus Straubing – einer absoluten CSU-Hochburg bei Wahlen.
Allerdings musste auch er knapp neun Prozent der Stimmen einbüßen und kommt "nur noch" auf einen Anteil von 64,4 Prozent. Sein größter Konkurrent konnte mit seinen Freien Wählern nur 11,9 Prozent holen.