Ex-Berater denkt, dass Trump übertreibt: "Grönland wird Grönland bleiben"
Nuuk/Washington D.C. - Während der Streit um Grönland immer weiter hochzukochen droht, nimmt ein ehemaliger Berater von US-Präsident Donald Trump (79) zur Abwechslung mal etwas Wind aus den Segeln.
Im Zuge von Trumps erster Amtszeit war der Investmentbanker Gary Cohn (65) Direktor des nationalen Wirtschaftsrates (Council of Economic Advisers), beriet den Präsidenten in Fragen der nationalen und internationalen Wirtschaftspolitik.
Gegenüber BBC ließ Cohn am Dienstag nun Worte verlauten, die sowohl den Grönländern als auch den Europäern gefallen dürften: "Grönland wird Grönland bleiben", sagte der 65-Jährige.
Dem Experten zufolge könnten die aggressiven Übernahme-Pläne Teil einer ausgeklügelten Strategie sein, die Trump bereits häufiger genutzt habe: "Er hat etwas übertrieben angekündigt, um letztendlich das zu bekommen, was er eigentlich will."
Laut Cohn sei es möglich, dass Trumps tatsächliche Ziele den Ausbau der Militärpräsenz auf Grönland sowie den Zugang zu wertvollen Mineralien auf der Arktis-Insel betreffen.
Dass die USA dafür einen NATO-Partner angreifen würde, halte er dagegen für "übertrieben".
Trump über Grönland: "Es gibt kein Zurück mehr"
In der Nacht auf Dienstag (Ortszeit) äußerte sich auch Trump selbst mit etwas versöhnlichen Worten.
Auf seiner Plattform "Truth Social" schrieb Trump, dass er ein "gutes Telefongespräch" mit dem NATO-Generalsekretär Mark Rutte (58) bezüglich der Grönland-Thematik gehabt habe und dass er einem Treffen mit verschiedenen Parteien auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos (Schweiz) zustimme.
Trump betonte dennoch, wie wichtig ihm Grönland ist: "Wie ich allen unmissverständlich klargemacht habe, ist Grönland von entscheidender Bedeutung für die nationale und die internationale Sicherheit. Es gibt kein Zurück mehr – darin sind sich alle einig!"
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