"Ich hab ihn so satt": Berühmter US-Verschwörungs-Theoretiker geht auf Donald Trump los

Dallas, Texas - Mit seiner Website "Infowars" zählte Radiomoderator Alex Jones (47) einst zu den ganz großen Verschwörungstheoretikern der USA. Er beeinflusste Millionen und soll Ex-Präsident Donald Trump (74) damit sogar zu dessen Amt verholfen haben. Mittlerweile spielt Jones kaum noch eine Rolle. Und auch die einstige Allianz hat sich ins Gegenteil gewandelt, wie ein nun geleaktes Video zeigt.

Alex Jones (47) bei einer Demo von Unterstützern des ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump (74) im November 2020. Durchgesickerte Aufnahmen enthüllen nun, was der Radiomoderator tatsächlich von seinem einstigen Freund hält.
Alex Jones (47) bei einer Demo von Unterstützern des ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump (74) im November 2020. Durchgesickerte Aufnahmen enthüllen nun, was der Radiomoderator tatsächlich von seinem einstigen Freund hält.  © Matt York/AP/dpa

"Ein Teil von mir, der egoistische Teil, wünscht sich, dass ich Trump nie begegnet wäre", erklärt Jones in einem Video, das laut einem Bericht der "Vice" dem Southern Poverty Law Center (SPLC) zugespielt und nun auf Youtube veröffentlicht wurde.

Das SPLC ist eine gemeinnützige Organisation mit dem Ziel, Rassismus zu bekämpfen und Bürgerrechte zu fördern. Die Aufnahmen sollen Outtakes der US-Propaganda-Doku "You can't watch this" sein aus dem Jahr 2019 sein. Der Film folgt "Vice" zufolge mehreren "politisch Andersdenkenden", nachdem diese ihre Plattform verloren hatten. Einer von ihnen war Alex Jones.

Jones gelangte mit seiner Internetseite "Infowars" zu weltweiter Berühmtheit.

Unter der Regierung Barack Obamas (59), den er unter anderem als Dämon bezeichnete, entwickelte er sich zu einem nationalen Phänomen und machte Millionen mit dem Verkauf von Schusswaffen, Potenzpillen oder auch anderen Produkten wie Medikamenten, die vor dem Einfluss des Feminismus schützen sollen.

In diesem Video macht sich Alex Jones Luft über Donald Trump

Der Freund Trump wurde Jones zum Verhängnis

Jones wird bei einer Demo in Cleveland durch US-Polizisten abgeführt. Die Unterstützung Trumps sollte dem Verschwörungstheoretiker schließlich zum Verhängnis werden.
Jones wird bei einer Demo in Cleveland durch US-Polizisten abgeführt. Die Unterstützung Trumps sollte dem Verschwörungstheoretiker schließlich zum Verhängnis werden.  © John Minchillo/AP/dpa

Dann kam Trump, den Jones lautstark unterstützte und sogar in seiner Show auftreten ließ. Auch in dem nun durchgesickerten Video bezeichnet der Radiomoderator es als eine seiner größten Errungenschaften, Trump ins Amt verholfen zu haben.

Die Rechnung sollte für Jones jedoch nicht aufgehen. Mit dem Freund Trump geriet der Verschwörungstheoretiker zunehmend in den öffentlichen Fokus und sein Imperium begann zu zerfallen.

  • Bei einem Gerichtsstreit um das Fürsorgerecht für seine Kinder bezeichneten ihn seine Anwälte als Darsteller, der eine Kunstfigur spiele und nicht ernst genommen werden solle.
  • Die Hinterbliebenen des Sandy-Hook-Schulmassakers, bei dem 20 Kinder im Alter von sechs und sieben Jahren erschossen wurden, verklagten Jones, weil dieser die Opfer seinerseits als Schauspieler bezeichnete hatte.
  • 2018 sperrten Twitter, Facebook und Youtube Jones' Kanäle. Sein Einfluss wurde dadurch drastisch reduziert.
  • Laut "Vice" ermittelt aktuell das FBI gegen ihn, weil er an der Stürmung des US-Kapitols am 6. Januar teilgenommen hatte.

"Es ist wahr und ich sage es gerade heraus: Ich wünschte, ich hätte Trump verdammt nochmal nie getroffen", erklärt Jones in dem geleakten Video. "I'm so fucking sick of Donald Trump, man. God, I'm fucking sick of him." (Deutsch: "Ich habe Donald Trump so verdammt satt. Gott verdammt, hab ich ihn satt.")

Titelfoto: Matt York/AP/dpa

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