Trump fordert Grönland, doch überrascht mit Militär-Ansage

Davos (Schweiz) - US-Präsident Donald Trump (79) hat seine Ansprüche auf das zum Königreich Dänemark gehörende Grönland bekräftigt. Nur die USA könnten "dieses riesige Stück Land" verteidigen, sagte Trump beim Weltwirtschaftsforum (WEF) in Davos. Gleichzeitig schloss er militärische Gewalt zur Übernahme Grönlands erstmals aus.

US-Präsident Donald Trump (79) bei seiner Rede in Davos.  © dpa/KEYSTONE | Gian Ehrenzeller

"Ich muss keine Gewalt anwenden, ich will keine Gewalt anwenden, ich werde keine Gewalt anwenden", sagte er den Nato-Partnern am Mittwoch. "Das ist wahrscheinlich die wichtigste Aussage, die ich gemacht habe, denn die Leute dachten, ich würde Gewalt anwenden", fügte er hinzu.

Gleichzeitig unterstrich er: "Wir brauchen es für die strategische nationale Sicherheit und die internationale Sicherheit." Er strebe darüber "unverzügliche Verhandlungen" mit Europa an.

Tatsache sei, dass keine Nation oder Gruppe von Nationen in der Lage sei, Grönland zu sichern. Eine Übernahme durch die USA sei "gut für Europa", sagte Trump. Das sei auch "keine Bedrohung für die Nato", meinte der US-Präsident. Er kritisierte das Bündnis dafür, so viel zu nehmen und so wenig zu geben. Für die Verteidigung der Insel müsse Grönland in den Besitz der USA übergehen - mit weniger könne sie nicht verteidigt werden.

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Mit wem verhandelt werde, sagte Trump nicht - Dänemark und weitere europäische Staaten hatten stets bekräftigt, dass die Insel nicht zum Verkauf steht.

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Deutliche Kritik am Trump-Kurs

Vizekanzler Lars Klingbeil (47, SPD) warf Trump Erpressung vor.  © dpa | Bernd von Jutrczenka

Trump hatte den seit Wochen andauernden Grönland-Konflikt am Samstag mit der Ankündigung von Strafzöllen für die Unterstützer Dänemarks und Grönlands eskaliert. Ab dem 1. Februar sollen auch für Deutschland erhöhte Sätze auf alle Waren gelten - so lange, bis der Verkauf der Arktisinsel an die USA abgeschlossen ist. Trump scheint damit zu rechnen, so den europäischen Widerstand brechen zu können. Der gesamte Konflikt schürt Zweifel an der Zukunftsfähigkeit der von den USA angeführten Nato.

Der deutsche Vizekanzler Lars Klingbeil (47, SPD) hatte dem US-Präsidenten Erpressung vorgeworfen, in der EU werden Gegenmaßnahmen diskutiert, etwa Gegenzölle und Ein- und Ausfuhrbeschränkungen auf Waren und Dienstleistungen. Die dänische Regierungschefin Mette Frederiksen sagte, Dänemark werde vom engsten Verbündeten bedroht.

Trump begründet seinen Anspruch auf Grönland mit Sicherheitsfragen wegen einer mutmaßlichen Bedrohung durch China und Russland in der Region.

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Deutschland und weitere Nationen hatten vor der Androhung der Strafzölle auch als Zeichen der Solidarität mit Dänemark und Grönland Soldatinnen und Soldaten zu einer Erkundungsmission auf die Arktisinsel entsandt. Die Bundeswehrgruppe ist inzwischen wieder zurückgekehrt.

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